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 Nordamerika
Tribunus Laticlavius Offline




Beiträge: 7.376

30.07.2009 06:19
RE: Geschichte der Vereinigten Staaten antworten

Geschichte der Vereinigten Staaten bis zum Britisch-Amerikanischer Krieg

Kolonialzeit (16. Jahrhundert bis 1776)

Die Besiedelung der bislang von Indianervölkern bewohnten nordamerikanischen Territorien durch europäische Einwanderer begann bereits in den 1550er Jahren. Spanische Siedler gründeten 1565 St. Augustine, danach 1609 Santa Fe im heutigen New Mexiko und 1769 San Diego im südlichen Kalifornien.

Zur gleichen Zeit erfolgte auf Initiative des englischen Seefahrers Sir Walter Raleigh die Besiedlung der Ostküste durch britische Einwanderer. Diese überlebten jedoch nicht. Erst im Jahr 1607 deutete sich eine dauerhafte Besiedlung durch englische Auswanderer in der Gegend der Chesapeake Bay und der Stadt Jamestown (im heutigen Virginia) an, die jedoch teuer erkauft war: Von den 105 Siedlern überlebten nur 33 die ersten sieben Monate. Die meisten starben an Unterernährung und Krankheiten.

Religiös motivierte Kolonisation

1620 folgte die nächste größere Immigration durch die puritanischen „Pilgerväter“. Mit dem Schiff Mayflower gelangten sie zu Cape Cod im heutigen Massachusetts und gründeten die Kolonie Plymouth. 1630 wurde eine größere Siedlung in Boston durch Puritaner gegründet, die „Massachusetts Bay Colony“. Die Puritaner waren ursprünglich auf Grund ihrer Gegnerschaft zum anglikanischen Glauben ihrer Heimat, der ihrem Denken nach zu viele römisch-katholische Praktiken enthielt, nach Nordamerika ausgewandert. Aber religiöse Spannungen unter den Puritanern führten zu neuen Glaubensrichtungen innerhalb der Gemeinschaft. Bereits 1635 wanderte ein Teil der dortigen Siedler auch in das Gebiet des heutigen Connecticut aus, weil sie sich in religiösen Fragen nicht mit der Führung der Massachusetts Bay Colony einigen konnten. Roger Williams, ein Puritaner aus Massachusetts, trat für eine Trennung von Religion und Staat ein. Er verließ die Gruppe und gründete die Kolonie Rhode Island. Die Kolonie Maryland entstand als ein Zufluchtsort für Katholiken. Pennsylvania, 1681 durch den Quäkerführer William Penn gegründet, zeichnete sich durch seine religiöse Toleranz aus. Viele deutsche Bauern siedelten sich in dieser Region an.

Nichtbritische Kolonisation

Schwedische Auswanderer gründeten die Kolonie Neuschweden im heutigen Delaware. Bereits 1626 kauften niederländische Kaufleute den dort ansässigen Indianern die Insel Manahatta (heute: Manhattan) ab und gründeten am Hudson River die Stadt Nieuw Amsterdam. 1664 wurde die Kolonie durch England annektiert und hieß fortan New York. Dieser Name setzte sich auch für die ganze Kolonie durch, die vorher „Nieuw Nederland“ hieß.

Anfänglich stritten sich mit den Franzosen, Niederländern, Schweden, Russen, Briten und Spaniern gleich sechs europäische Mächte um die Vorherrschaft in Nordamerika. Mit der Zeit kristallisierten sich jedoch die Spanier, Franzosen und Briten als ambitionierteste Mächte heraus. Spanien dehnte sich im Süden und Westen Nordamerikas aus, die Franzosen im Nordosten und entlang des Mississippi. Die Briten hingegen beanspruchten den Osten für sich. Im Jahr 1733 umfasste der nordamerikanische Kontinent neben spanischen und französischen Mandatsgebieten auch 13 englische Kolonien. Das Gebiet erstreckte sich von New Hampshire im Norden bis nach Georgia im Süden.

Die Motivationen der kolonisierenden Mächte wichen allerdings stark voneinander ab. Frankreich war hauptsächlich am Pelzhandel und an der Missionierung der dort lebenden Bevölkerung interessiert. Dazu schlossen sie Allianzen mit verschiedenen Indianerstämmen. Die eingewanderten Briten hingegen waren meist Farmer. Sie suchten Land, auf dem sie sich permanent niederlassen konnten. Dieses versuchten sie durch Verträge mit den Indianern oder aber durch Kriege gegen sie zu erlangen. Insgesamt waren die Briten für ihre recht harsche Indianerpolitik bekannt.

Der Franzosen- und Indianerkrieg

Der von 1756 bis 1763 dauernde siebenjährige Krieg in Europa zwischen England und Frankreich wurde auch in den Kolonien ausgetragen und wurde dort als Franzosen- und Indianerkrieg bezeichnet, bei dem der spätere Präsident der Vereinigten Staaten George Washington erste militärische Erfahrungen sammelte. Anlass für den Krieg vor Ort war die Expansion britischer Händler und Siedler über die Appalachen in das von Frankreich beanspruchte Tal des Ohio. Es kämpften Briten gegen Franzosen, jeweils mit ihren indianischen Verbündeten. Den Franzosen gelangen zwar einige Abwehrerfolge, aufgrund der Überlegenheit zur See konnten die Briten jedoch französische Verstärkungen verhindern. Zwischen 1758 und 1760 eroberten die Briten die wichtigsten französischen Stellungen in den heutigen Vereinigten Staaten und Kanada und siegten am 13. September 1759 in der entscheidenden Schlacht auf der Abraham-Ebene bei Québec. Frankreich akzeptierte im Friedensabkommen von Paris 1763 den Verlust seiner Besitzungen in Nordamerika; das Louisiana-Territorium westlich des Mississippi zuzüglich New Orleans ging an Spanien, Kanada und das übrige Louisiana-Territorium an England. Nach Verdrängung der recht beliebten Franzosen waren die Indianer nun gezwungen, Handel mit den Briten zu treiben. Diese wurden als geizig und unfreundlich angesehen. Sie gaben den Indianern keine großzügigen Geschenke, wie es die Franzosen zu tun gepflegt hatten. Der Unmut gegen die Briten nahm zu. Noch im selben Jahr schlossen sich zwölf bis fünfzehn, sonst teilweise auch untereinander verfeindete Stämme unter der Führung von Ottawa-Häuptling Pontiac zu einer Allianz gegen die Briten zusammen. Nach einigen Erfolgen zerbrach die Allianz beim Angriff auf Fort Detroit. Um die weitere Beziehung zu den Indianern zu normalisieren, erließ die britische Regierung die Königliche Proklamation von 1763, die jedoch kaum Beachtung unter den Kolonisten fand, außer ihre wachsenden Ressentiments gegenüber der britischen Krone zu verstärken.

Der Unmut vor der Revolution

Die englischen Staatsfinanzen waren nach dem Krieg zerrüttet. Nach Meinung der Engländer sollten auch die Menschen in den Kolonien einen Teil der Kriegskosten tragen; die Siedler jedoch waren der Ansicht, dass sie bereits genug beigetragen hätten und der europäische Teil des Krieges sie nichts anginge. Schmugglern wurde jetzt regelmäßig bei Ergreifung das Handwerk gelegt. Zollvergehen wurden vor Militärgerichten und ohne einheimische Geschworene verhandelt. Zusätzliche Steuern auf Zucker, Kaffee, Textilien und andere Waren verschlechterten die Stimmung weiter. Der Quartering Act zwang die Kolonisten, britische Soldaten zu beherbergen und zu versorgen. Nach Einführung des Stamp Act mussten besondere Steuermarken an sämtlichen Zeitungen, juristischen Dokumenten und Lizenzen angebracht werden.

Die Lage verschärfte sich dadurch, dass die Siedler im britischen Parlament in London keine politische Vertretung hatten. Die Kolonisten waren der Meinung, dass Besteuerung ohne Mitsprache unrechtmäßig sei („No taxation without representation“). 1765 kam es zu einer ersten Versammlung von Vertretern aus neun Kolonien, die den Stamp Act ablehnten. Die britische Regierung musste dem Druck nachgeben, konnte aber den Quartering Act durchsetzen. Die Einführung eines Zolls auf Tee trug dazu bei, den Widerstand der Kolonisten zu verschärfen. Erst als der neue britische Schatzkanzler Lord North alle Steuern bis auf die Teesteuer einfror, kam es zu einer gewissen Entspannung.

Trotzdem kam es 1773 zur Boston Tea Party. Radikale amerikanische Patrioten verkleideten sich als Indianer, überfielen britische Schiffe im Hafen von Boston und warfen insgesamt 342 Kisten mit Tee in das Hafenbecken. Die britische Regierung reagierte mit den Intolerable Acts, mit denen Truppen nach Boston verlegt, der Hafen geschlossen und der Handel unterbunden wurden. Die Amerikaner beriefen daraufhin im September 1774 in Philadelphia den ersten Kontinentalkongress ein. Alle Kolonien wurden aufgefordert, sich den Repressionen der Briten zu widersetzen und den Handel mit den Briten einzustellen. Weiterhin wurde beschlossen, Milizen aufzustellen und Waffen zu sammeln.

Unabhängigkeitskrieg

Am 19. April 1775 marschierten etwa 700 britische Soldaten von Boston in Richtung Concord, einer nahe gelegenen Ortschaft. Die Briten hatten erfahren, dass sich in dem Ort ein illegales Waffenlager befände. Bei Lexington wurden sie von 70 Mitgliedern einer Bürgerwehr aufgehalten. Damit begann der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg. Die Briten nahmen daraufhin Lexington und Concord ein. Hunderte von Freiwilligen aus Massachusetts verfolgten die Armeeeinheit und begannen mit der Belagerung Bostons. Bis Juni hatten sich 10000 Amerikaner zur Belagerung eingefunden, und die Briten mussten im März 1776 die Stadt verlassen.

Im Mai 1775 trat der Zweite Kontinentalkongress in Philadelphia zusammen, um das Vorgehen der Aufständischen zwischen den Kolonien zu koordinieren. Der Kongress gründete im Verlauf der Sitzungen eine Armee und eine Marine. Kontinentalarmee und -marine wurde dem Oberbefehl von George Washington, einem Plantagenbesitzer aus Virginia und Veteranen des Franzosen- und Indianerkriegs, unterstellt. Geld wurde gedruckt, und diplomatische Beziehungen mit verschiedenen Ländern wurden aufgenommen, unter anderem mit Frankreich. Thomas Jefferson, ein Landsmann Washingtons aus Virginia, schrieb mit Unterstützung anderer die Declaration of Independence. Am 4. Juli 1776 wurde der Text der Erklärung von dem Kongress beschlossen, nachdem ein Antrag auf Erklärung der Unabhängigkeit schon am 2. Juli eine Mehrheit gefunden hatte.

Für die Amerikaner verlief der Krieg zu Beginn nicht besonders gut. Die Briten eroberten im September 1776 New York und ein Jahr später Philadelphia. Erst mit dem Sieg in der Schlacht von Saratoga änderte sich die Situation. Frankreich nutzte die Gelegenheit und trat neben den Vereinigten Staaten in den Krieg ein. Die Kriegshandlungen endeten im Jahre 1781 nach der Schlacht von Yorktown. General Charles Cornwallis unterlag der amerikanisch-französischen Allianz in einer der heftigsten Schlachten des Krieges. Im September 1783 unterzeichneten die Kriegsparteien den Frieden von Paris. Dadurch wurden die Vereinigten Staaten von Amerika auch von Großbritannien anerkannt.

Die junge Republik (1783–1825)

Konföderationsartikel und die neue Verfassung

Die vom Zweiten Kontinentalkongress beschlossenen Konföderationsartikel erwiesen sich bald als ungeeignet, um die Geschicke einer souveränen Nation zu leiten. Nach einigen Aufständen unzufriedener Steuerzahler in der Shays Rebellion rief der (immer noch tagende) Kontinentalkongress eine Verfassungskonvention nach Philadelphia ein. Vorsitzender wurde George Washington. Nach heftigen Debatten wurde am 17. September 1787 ein Verfassungsentwurf verabschiedet, der zwar die Befugnis der Zentralregierung entscheidend stärkte, den einzelnen Staaten aber dennoch ein hohes Maß an Autonomie vorbehielt. Dieser Entwurf musste nun durch 9 der 13 Staaten (Connecticut, Delaware, Georgia, Maryland, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, Virginia) ratifiziert werden, um in Kraft zu treten. Aus dem Dualismus zwischen den Föderalisten und den Gegnern des Föderalismus, die die Verfassung ablehnten, entstand ein früher Vorgänger des modernen Zweiparteiensystems der Vereinigten Staaten. Erst nach der Ratifizierung durch alle 13 Staaten und dem Zustandekommen des ersten Kongresses wurde die Bill of Rights in der Form von zehn Zusatzartikeln verabschiedet.

Mit der Verfassung gaben die Staaten die Gebiete westlich des Appalachen-Gebirges an die Bundesregierung ab, um dort später eigene Staaten zu bilden (Territorien).

Die ersten Präsidenten

Der erste Präsident der Vereinigten Staaten unter der neuen Verfassung wurde der ehemalige Revolutionsgeneral und Vorsitzende des Verfassungskonvents George Washington, ein wohlhabender Sklaven- und Plantagenbesitzer aus Virginia. Er gewann die Wahl 1789 einstimmig. Bereits 1791 wurde aus einem zwischen New York, New Hampshire und Massachusetts strittigen Gebiet der neue Staat Vermont gebildet. 1792 wurde aus dem westlich der Appalachen gelegenen Teil Virginias der neue Staat Kentucky gegründet. Die Gebiete nördlich und südlich des Ohio River wurden als Nordwest- und Südwestterritorium verwaltet. 1796 wurde Tennessee als 16. Staat in die Union aufgenommen.

Außenpolitisch verfolgte Washington einen Neutralitätskurs, um nicht in die Revolutionskriege in Europa hineingezogen zu werden. Während der Affäre um den französischen Botschafter Edmond-Charles Genêt, der 1793 eben dies mit breiter Unterstützung in der amerikanischen Öffentlichkeit herbeizuführen versuchte, zeigte sich, dass auch der Verbündete Frankreich nicht willens war, den jungen Staat als souveränen und ebenbürtigen Partner zu behandeln. Washington erzwang Genêts Abberufung, bot diesem dann aber politisches Asyl an, da er bei einer Rückkehr nach Frankreich hingerichtet worden wäre. Einen erneuten Krieg mit Großbritannien konnte Washington mit dem im Land sehr unpopulären Jay-Vertrag von 1794 vermeiden. Der Vertrag führte zu teilweise gewalttätigen Protesten, doch erreichte die US-Regierung darin die Räumung von bislang von den Briten besetzt gehaltenen Forts im Westen (Fort Oswego, Fort Niagara), womit diese Regionen für Siedler geöffnet wurden. In seiner Abschiedsansprache forderte Washington 1796 die USA auf, sich nicht an Bündnissen mit europäischen Mächten zu beteiligen und nur in Notfällen temporäre Verbündete zu suchen.

Auf Washington folgte 1797 der Föderalist John Adams. 1801 wurde der Mitverfasser der Unabhängigkeitserklärung Thomas Jefferson der dritte Präsident der USA. Jefferson kaufte für die USA im Jahr 1803 das Louisiana-Territorium von der französischen Regierung (Louisiana Purchase) für 80.000.000 Franc (US$ 15.000.000). Spanien hatte dieses 1800 im Dritten Vertrag von San Ildefonso an Frankreich rückübertragen. Die Lewis-und-Clark-Expedition von 1804 bis 1806 sollte der Erkundung des Landesinneren bis zur Pazifikküste und der Vorbereitung der weiteren Westexpansion dienen. 1810 annektierten die USA das Territorium von West Florida (heute das Gebiet um Mobile (Alabama), Biloxi (Mississippi) und Louisiana östlich des Mississippi River); obwohl dieser Anspruch von Spanien erst 1819 anerkannt wurde, hatten Siedler und Truppen aus den USA auf dem Boden die faktische Kontrolle. 1803 trat der erste der aus dem Nordwestterritorium gebildeten Staaten, Ohio, als 17. Staat der Union bei; 1813 wurde Louisiana der erste aus dem ehemaligen Louisiana-Territorium zugelassene Bundesstaat. Danach traten unter dem Missouri-Kompromiss von 1820 Bundesstaaten immer nur noch paarweise dem Bund bei, ein Staat mit legaler Sklavenhaltung (Sklavenstaat) südlich des Breitenkreises 36° 30' und ein freier Staat nördlich davon, um das Gleichgewicht im US-Senat nicht zu stören.


Quelle:
Wikipedia

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