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 Nordamerika
Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

29.07.2009 15:38
RE: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg antworten

Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg

Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg (englisch American Revolutionary War oder American War of Independence) fand von 1775 bis 1783 zwischen den 13 nordamerikanischen Kolonien einerseits und der britischen Kolonialmacht andererseits statt. Er war der Höhepunkt der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und führte mit der Unabhängigkeitserklärung 1776 und der Bildung der Konföderation 1777 zu deren siegreichem Abschluss und zur Entstehung der Vereinigten Staaten von Amerika.

Der Ausgang des Krieges wurde durch die Unterstützung und ab 1778 das aktive Eingreifen Frankreichs zugunsten der Kolonisten wesentlich beeinflusst. Die Hauptkampfhandlungen endeten im Jahre 1781 nach der britischen Niederlage in der Schlacht von Yorktown, der Krieg selbst wurde mit der Unterzeichnung des Friedens von Paris am 3. September 1783 offiziell beendet.


General George Washington 1779, Kommandeur der Amerikanischen Kontinentalen Armee. Gemälde von Charles Willson Peale

Vorgeschichte des Unabhängigkeitskrieges

Bereits zu Beginn der Herrschaft Georgs III. (1760–1820) waren die Spannungen zwischen dem britischen Mutterland und den Kolonien groß. Ursachen waren die kolonialen Handelshemmnisse (u. a. Verbot von Industrie in den Kolonien, was selbige dazu zwang, Endprodukte aus dem Mutterland zu beziehen), britische Siedlungsverbote westlich der Appalachen sowie die erheblichen steuerlichen Belastungen, die Townshendgesetze (Townshend Acts) von 1767. Auf der Notenbankseite wurde im Jahr 1751 den Kolonien die Geldmenge ihrer eigenen Währung „Colonial Scrip“ beschränkt, 1764 mit dem Währungsgesetz die eigene Währung untersagt (Currency Act).

Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) in Europa versuchte Großbritannien, die hohen Kriegskosten unter anderem durch erhöhte Steuern und Abgaben ihrer Überseekolonien auszugleichen. Die Kolonisten forderten Handelsfreiheit, mehr Mitsprache und Eigenständigkeit, die Selbstständigkeit wurde nicht angestrebt. Das britische Parlament lehnte 1767 die Kolonistenwünsche ab, stattdessen wurden frei gewordene Truppen nach Amerika geschickt.

Die Unabhängigkeitsbewegung wurde zunächst von Samuel Adams und Thomas Jefferson geführt. Mehrfach kam es zu Übergriffen in Boston. Nach dem ersten Boykott 1770 kam es 1773 zur Boston Tea Party. Die englische Regierung verabschiedete daraufhin 1774 die sogenannten „unerträglichen Gesetze“ (Intolerable Acts) und ordnete die Beschlagnahmung militärischer Vorräte in Massachusetts an (vgl. Powder-Alarm). Die Kolonisten reagierten darauf mit der Einberufung des ersten Kontinentalkongresses, der im September und Oktober 1774 in Philadelphia tagte. Alle 13 Kolonien (Connecticut, Delaware, Georgia, Maryland, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, Virginia) verweigerten von nun an den Handel mit England.

Am 9. Februar 1775 erklärte die britische Regierung Massachusetts zur abtrünnigen Provinz. Am 23. März hielt Patrick Henry vor der Provinzversammlung von Virginia seine Rede Give me liberty or give me death. Am 30. März verabschiedete das britische Parlament den New England Restraining Act, mit dem die aufrührerischsten Provinzen bestraft werden sollten. Diese Maßnahme konnte aber den Zusammenschluss der Provinzen in der nun folgenden Auseinandersetzung nicht mehr verhindern.

Am 19. April 1775 fand das erste Scharmützel einer amerikanischen Miliz mit britischen Truppen, die Gefechte von Lexington und Concord statt. Dies war der Beginn des Unabhängigkeitskrieges.

Zunächst war die Lage der drei Millionen aufständischen Siedler aussichtslos: weder reguläre Truppen noch finanzielle Mittel oder Kriegsmaterial waren in ausreichender Menge vorhanden. George Washington, zu dieser Zeit Gutsbesitzer aus Mount Vernon (Virginia), erhielt am 2. Juli 1775 den Oberbefehl über eine 15.000 Mann starke Ansammlung von Miliztruppen aus den Bundesstaaten Neuengland, Pennsylvania, Maryland und Virginia, die „Kontinentalarmee“ genannt wurde.

Auf der gegnerischen Seite standen neben den britischen Truppen vor allem 30.000 Söldner aus deutschen Staaten. Diese Streitmacht wurden von mehreren englandtreuen Indianerstämmen und den Loyalisten, englandtreuen Siedlern, unterstützt. Da der größte Teil der deutschen Söldner aus Hessen-Kassel stammten, wird dieser Truppenteil in der englischsprachigen Geschichtsschreibung häufig unter dem Namen Hessians zusammengefasst. Der Versuch von Truppen unter dem Kommando von Benedict Arnold, Kanada den Briten zu entreißen, scheiterte nach Anfangserfolgen mit der Niederlage in der Schlacht bei Québec am 31. Dezember 1775. Die Amerikaner räumten daraufhin ihre Eroberungen und unternahmen in der Folge keinen ernsthaften Versuch mehr, Kanada anzugreifen. Am 4. Juli 1776 erklärten die aufständischen 13 Staaten ihre Unabhängigkeit.

Verlauf des Krieges

Im August desselben Jahres nahmen die Briten New York ein. Washington gelang es nach einer Reihe von Niederlagen, im Dezember 1776 mit seinem Sieg in der Schlacht von Trenton die Situation der Aufständischen zu stabilisieren. Die heimliche Unterstützung der Aufständischen mit Waffen durch Frankreich, unter Mitwirkung Beaumarchais, ab 1776 spielte zweifellos eine entscheidende Rolle. Im September 1777 besetzten die britischen Truppen Philadelphia. Mit ihrem Sieg in der Schlacht bei Saratoga gelang der amerikanischen Armee jedoch eine Wende im Krieg.

Trotz des Sieges bei Saratoga war die militärische Lage im Winter 1777/78 für die amerikanische Armee sehr schlecht. Die amerikanischen Milizen gingen, aus Mangel an Verpflegung, Geld und Kleidung, nach Hause. Die Kontinentalarmee war zu diesem Zeitpunkt in einem sehr schlechten Zustand. Das Heer bestand nur noch aus rund 5000 Mann. Einheitliche disziplinarische und dienstliche Strukturen existierten praktisch nicht. Zu diesem Zeitpunkt zog sich Washington nach Valley Forge, außerhalb des britischen Einflussbereiches, zurück.

Die hier verstärkte Ausbildung der Truppen, in welcher Friedrich Wilhelm von Steuben eine tragende Rolle spielte, gilt als einer der entscheidenden Faktoren für den Sieg im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Steuben baute die Armee im Lager von Valley Forge, als Generalmajor und Generalinspekteur taktisch und operativ auf und um (Regeln für die Ordnung und Disziplin der Truppen der Vereinigten Staaten, 1779). Er sorgte für die Disziplinierung, die Organisation und die Einübung der Truppen und war zeitweilig Generalstabschef George Washingtons. Bis 1784 blieb Steuben zudem Generalinspekteur des Heeres.

Die Verbesserungen Steubens in der amerikanischen Armee zeigten sich am 28. Juni 1778 in der Schlacht von Monmouth. Dadurch wurde den Truppen das Gefühl gegeben, den Engländern auch in einer offenen Schlacht gewachsen zu sein.

Die Briten und ihre Verbündeten litten zunehmend unter einer Zersplitterung der Kräfte und an Nachschubproblemen, die sich mit dem Kriegseintritt Frankreichs 1778, Spaniens 1779 und der Niederlande 1780 auf Seiten der Amerikaner weiter verschärften. Der Konflikt wurde jetzt zunehmend auch zur See ausgetragen. Insbesondere Frankreich verlegte in größerem Maße Truppen in die Neue Welt.

Lexington, 19. April 1775

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Die Gefechte von Lexington und Concord waren die ersten Kämpfe des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs. Sie wurden am 19. April 1775 in den Orten Lexington, Concord, Lincoln, Menotomy und Cambridge in Massachusetts ausgetragen. Die Gefechte markieren den Beginn des bewaffneten Konflikts zwischen Großbritannien und den dreizehn Kolonien in Britisch Nordamerika.

Ungefähr 700 Berufssoldaten (regulars) der British Army unter dem Kommando von Oberstleutnant Francis Smith hatten den Befehl, militärische Vorräte zu beschlagnahmen bzw. zerstören, die einem Bericht zufolge in Concord von der Miliz von Massachusetts gelagert wurden. Schon Wochen vorher hatten die amerikanischen Rebellen (Patriots) durch Spionage eine Warnung vor der bevorstehenden britischen Suchaktion erhalten und beinahe alle Vorräte in Sicherheit gebracht. Auch hatten die Rebellen in der Nacht vor dem Gefecht Einzelheiten der britischen Pläne erfahren und schnell an die Miliz weitergegeben.

Die ersten Schüsse wurden in einem Gefecht in Lexington während des britischen Vormarsches abgefeuert. Die Miliz war in der Unterzahl und floh. Andere Milizionäre bekämpften an der North Bridge in Concord drei Kompanien königlicher Soldaten. Die britischen Einheiten lösten nach einem hitzigen Gefecht ihre Formation auf und flohen.

In den nächsten Stunden kamen weitere Minutemen (Milizen) hinzu und fügten den britischen Regulars, die von Concord zurückkehrten, schwere Verluste zu. Smiths Expedition wurde bei der Rückkehr nach Lexington durch Soldaten unter General Hugh, Earl Percy von Northumberland verstärkt und aus ihrer schwierigen Lage befreit. Die beiden britischen Abteilungen mit zusammen 1700 Soldaten marschierten nun in Richtung Boston zurück. Dabei wurden sie unter schweres Feuer genommen. Mit der Ankunft in Charlestown gelang ihnen aber ein erfolgreicher taktischer Rückzug.

Den Briten gelang es nicht, die erforderliche Geheimhaltung und Geschwindigkeit zu erreichen, die für eine erfolgreiche Aktion in feindliches Gebiet notwendig sind. Weiter konnten sie keine bedeutende Menge Waffen und Vorräte zerstören. Allerdings gelang es den meisten Regulars, unverletzt nach Boston zurückzukehren. Die Besetzung des umliegenden Gebietes durch die Miliz von Massachusetts ging einher mit dem Beginn der Belagerung von Boston.

Die Gefechte sind in Amerika bekannt als „shot heard 'round the world“ („Der Schuss, der um die ganze Welt gehört wurde“) und wurden in Ralph Waldo Emersons Concord Hymn beschrieben.

Hintergrund


Thomas Gage

Die Britische Armee, die „Redcoats“ („Rotröcke“) genannt wurde, war seit 1768 in Boston stationiert und wurde durch Seestreitkräfte und englische Marineinfanterie verstärkt, um eine Reihe von Gesetzesmaßnahmen durchzusetzen. Diese wurden wechselseitig von den Amerikanern als "Intolerable Acts" (Unerträgliche Gesetze) oder von den Briten als "Coercive Acts" (Zwangsmaßnahmen) bezeichnet. Generalgouverneur Thomas Gage war es noch immer nicht gelungen, die Kontrolle über das Gebiet außerhalb von Boston wiederzugewinnen, wo es wegen des Massachusetts Government Act (Regierungsgesetz von Massachusetts) zu Spannungen zwischen der Mehrheit der so genannten kolonialen Patrioten und einer Minderheit Loyalisten gekommen war. Gage plante nun, die Spannungen zu entschärfen, indem er den Milizen der britischen Kolonisten in einer Reihe von kleinen, schnellen und überraschenden Aktionen ihre Waffen entziehen wollte. Diese Bemühungen führten zunächst zu einer erfolgreichen britischen Aktion und dann zu einer Reihe Fehlschlägen, die jedoch noch glimpflich ausgingen. Diese Aktionen wurden Powder Alarms genannt. Gage selbst sah sich als freiheitsliebend und suchte seine Pflichten als Gouverneur der Kolonie und als General einer Besatzungsarmee zu trennen. Edmund Burke beschrieb die problematische Beziehung zwischen Gage und der Kolonie Massachusetts im Parlament folgendermaßen: "Ein Engländer ist die ungeeignetste Person auf der Erde, einen anderen Engländer davon zu überzeugen, Sklaverei auf sich zu nehmen."

Anweisungen von Dartmouth und die Befehle an Gage



Francis Smith 1763

Am 14. April erhielt Gage Anweisungen des britischen Innenministers Graf von Dartmouth, die Bevölkerung zu entwaffnen und die Anführer festzunehmen. Dabei gab er ihm beträchtliche Gestaltungsfreiheit.

Am Morgen des 18. April, am Tag vor dem Gefecht, befahl Gage eine berittene Patrouille von etwa 20 Mann in das umgebende Gelände, die berittene Boten abfangen sollten. Diese Patrouille benahm sich anders als üblich, blieb nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs und befragte Reisende nach dem Aufenthaltsort von Samuel Adams und John Hancock. Dies hatte die unbeabsichtigte Folge, dass viele Anwohner nervös wurden und sich vorbereiteten. Besonders die Miliz von Lexington traf sich am frühen Abend, Stunden bevor sie Nachrichten aus Boston erhielt. Ein Bauer verwechselte in der Dunkelheit die britische Patrouille mit seinen Gesinnungsgenossen und fragte, ob sie gehört hätten, wann die Regulars kommen würden. Dies brachte ihm einen Schlag mit der flachen Seite eines Säbel auf den Kopf ein. Oberstleutnant Francis Smith erhielt am Nachmittag des 18. April von Gage Befehle, die er nicht lesen sollte, bis er mit seinen Truppen abmarschiert war. Sie enthielten den Auftrag, er solle mit äußerster Bedacht auf Unauffälligkeit nach Concord marschieren, wo er alle militärische Vorräte beschlagnahmen und zerstören sollte. Doch sollte er gleichzeitig darauf achten, dass seine Soldaten nicht die Bewohner ausplündern oder privates Eigentum beschädigen. Gage interpretierte seine eigenen Befehle offensichtlich dergestalt, dass er keinen schriftlichen Befehl weitergab, Rebellenführer zu verhaften.

Erfolgreiche Spionage der Patrioten

Die Anführer der Rebellen mit Ausnahme von Paul Revere und Joseph Warren hatten alle Boston am 8. April verlassen. Sie hatten über Quellen in London von Dartmouths geheimen Anweisungen an Gage gehört, lange bevor Gage davon hörte. Samuel Adams und John Hancock waren nach Lexington zu Verwandten von Hancock geflohen, wo sie sich in Sicherheit wähnten.

Die Miliz von Massachusetts hatte tatsächlich Waffen, Schießpulver und Vorräte in Concord gelagert, doch die Patrioten hatten gehört, dass britische Offiziere die Straßen nach Concord beobachteten. So wiesen sie Anwohner an, die Vorräte beiseite zu schaffen und sie auf andere nahe Ortschaften zu verteilen.

Die Patrioten hatten auch von der bevorstehenden Aktion am 19. April erfahren, obwohl sie selbst vor allen unmittelbar beteiligten britischen Offizieren und Mannschaften geheim gehalten worden war. Es gibt einigen Grund für die Annahme, dennoch nicht bewiesen, dass der Ursprung der Information in der Beziehung zwischen Dr. Warren und Gages in Amerika geborener Ehefrau Margaret Kemble Gage zu finden ist.


Margaret Kemble Gage

Zwischen 21.00h und 22.00h in der Nacht des 18. April 1775 teilte Warren William Dawes und Paul Revere mit, dass königliche Soldaten sich aufmachten, in Booten von Boston nach Cambridge zu fahren und weiter die Straße nach Lexington und Concord zu nehmen. Warrens Bericht deutete darauf hin, dass die wahrscheinlichsten Ziele der britischen Unternehmung die Gefangennahme von Samuel Adams und John Hancock sein würde. Sie waren weniger besorgt über den möglichen Marsch der Regulars nach Concord, da die Vorräte ja bereits in Sicherheit gebracht worden waren. Sie befürchteten aber, dass ihre Anführer in Lexington nichts von der bevorstehenden Aktion gehört hatten und somit in Gefahr waren. Revere und Dawes sollten sie warnen und andere Patrioten in den umliegenden Orten alarmieren.

Dawes nahm mit dem Pferd die südliche Überlandstrecke über den Boston Neck und über die Great Bridge (Große Brücke) nach Lexington. Revere gab zunächst die Anweisung, ein Signal nach Charlestown zu senden und reiste dann auf dem nördlichen Wasserweg. Er überquerte den Charles River mit einem Ruderboot und passierte dabei unbemerkt das vor Anker liegende britische Kriegsschiff HMS Somerset. Überquerungen waren zu dieser Stunde verboten, doch gelangte Revere sicher nach Charlestown und ritt nach Lexington. Er ging der britischen Patrouille aus dem Weg und warnte danach beinahe jedes Haus entlang des Weges. Die gewarnten Leute und die Patrioten von Charlestown sandten wiederum weitere Reiter nach Norden.

Nachdem sie in Lexington angekommen waren, besprachen Revere, Dawes, Hancock und Adams die Lage mit den versammelten Milizionären. Sie kamen zu der Einschätzung, dass die aus Boston abgerückten Kräfte zu viele waren, um lediglich zwei Männer festzunehmen, und dass Concord das eigentliche Ziel war. Die Männer aus Lexington sandten Boten in alle Richtungen, nur Waltham wurde aus unbekannten Gründen nicht benachrichtigt. Revere und Dawes machten sich weiter auf den Weg nach Concord. Um 1.00h in der früh trafen sie mit Samuel Prescott zusammen. Die drei liefen auf die britische Patrouille auf, und so gelang es lediglich Prescott, Concord zu warnen. Weitere berittene Boten wurden aus Concord losgeschickt.

Revere und Dawes lösten ein flexibles Nachrichtensystem aus, das in den vorangegangenen Monaten nach dem Powder Alarm mit Sorgfalt entwickelt worden war. Zusätzlich zu berittenen Boten, die Nachrichten überbrachten, wurden Glocken, Trommeln, Warnschüsse und sogar Trompeten eingesetzt, damit Patrioten in anderen Orten schnell verständigt werden konnten, um ihre Miliz aufzustellen, sobald die Rotröcke Boston verließen. Diese frühen Warnungen waren entscheidend dafür, eine ausreichende Zahl Milizen zu versammeln, um am folgenden Tag den britischen Soldaten Verluste beizubringen. Samuel Adams und John Hancock wurden zunächst ins heutige Burlington und später nach Billerica in Sicherheit gebracht.

Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

29.07.2009 15:44
#2 RE: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg antworten

British Army und Marines rücken ab

Die 700 britischen Regulars unter Führung von Oberstleutnant Smith stammten aus Gages Eliteeinheiten der leichten Infanterie und Grenadiere.

Die Briten machten ihre Männer am Abend des 18. April um 22.00h abmarschbereit, und um 23.00h marschierten sie zu ihren Booten. Der britische Marsch von und nach Concord war von Anfang bis Ende fürchterlich für die Soldaten. Die Boote waren so voll beladen, dass kein Platz zum Sitzen blieb, und in Cambridge mussten sie um Mitternacht in hüfthohen Wasser aussteigen. Nach lang andauerndem Halt zum Entladen der Ausrüstung brachen die Regulars gegen 2.00h nachts zu ihrem 27 km langen Marsch nach Concord auf. Sie waren schwer beladen mit Wasserflasche, Brotbeutel, Muskete und Ausrüstung und trugen nasse, schlammige Schuhe und feuchte Kleidung. Als sie durch Menotomy marschierten, kündeten Signalgeräusche davon, dass sie das Überraschungsmoment verloren hatten. Gegen 3.00h nachts sandte Oberst Smith Major Pitcairn mit sechs Kompanien leichter Infanterie voraus, um im Eilmarsch nach Concord zu marschieren. Gegen 4.00h nachts traf er vorausschauend, wenn auch etwas spät, den Entschluss, eine Botschaft nach Boston mit der Bitte um Verstärkung zu senden.

Die Gefechte

Lexington

Als die vorrückenden britischen Truppen unter dem Befehl von Pitcairn bei Sonnenaufgang am 19. April 1775 in Lexington eintrafen, kamen etwa 75 Milizionäre unter der Führung von Hauptmann John Parker aus Buckman Tavern, warteten auf der Dorfwiese und beobachteten die ankommenden Soldaten. Etwa 40 bis 100 Zuschauer standen entlang der Straße. Parker sagte seinen Milizionären, sie sollten nicht zurückweichen und nicht schießen und die Armee unbehelligt vorbeimarschieren lassen.

Statt links nach Concord abzubiegen, entschied Leutnant der Marines Jesse Adair an der Spitze der drei Kompanien selbständig, zum Schutz der eigenen Flanke zunächst rechts zu schwenken und dann zwei Kompanien auf die Dorfwiese selbst marschieren zu lassen. Daraufhin rannten die Männer zur Miliz von Lexington und nahmen ebenfalls Aufstellung in Kampflinie, wobei sie "Huzzah!" schrien. Major Pitcairn selbst kam nach vorn, winkte mit seinem Schwert und rief: "Zerstreut euch, ihr Rebellen; seid verdammt, werft eure Waffen weg und zerstreut euch!" Hauptmann Parker befahl seinen Leuten, sich zu zerstreuen, doch einige hörten ihn nicht, einige gingen sehr langsam weg, und niemand legte seine Waffen nieder. Sowohl Parker als auch Pitcairn befahlen nicht zu schießen, doch irgendjemand feuerte einen Schuss ab.

Einige Zeugen der Regulars berichteten, der erste Schuss sei von einem amerikanischen Zuschauer hinter einer Hecke oder Gebäudeecke der Taverne abgefeuert worden. Einige der Milizionäre von Lexington wiederum sagten aus, ein berittener britischer Offizier habe zuerst gefeuert. Beide stimmten darin überein, dass keiner der sich gegenüberstehenden Fusssoldaten geschossen hatte.

Augenzeugen berichteten von mehreren Schüssen von beiden Seiten, bevor die Regulars ohne Befehl begannen, Salven abzufeuern. Einige der Milizionäre glaubten zunächst, dass die Regulars nur mit Pulver ohne Kugeln schossen, doch dann erkannten sie den Ernst der Situation und erwiderten das Feuer. Pitcairns Pferd wurde zweimal getroffen. Die Regulars trugen einen Bajonettangriff vor. Hauptmann Parker sah, wie sein Cousin Jonas erstochen wurde. Acht Männer aus Massachusetts wurden getötet und zehn verwundet. Die Briten hatten angeblich nur einen Leichtverwundeten. Die acht getöteten Amerikaner, die ersten Opfer der amerikanischen Revolution, waren John Brown, Samuel Hadley, Caleb Harrington, Jonathon Harrington, Robert Munroe, Isaac Muzzey, Jonas Parker und Ashahel Porter. Jonathon Harrington, tödlich verwundet von einer Kugel, konnte bis nach Hause zurückkriechen und starb auf der Türschwelle. Prince Estabrook, schwarzer Sklave, diente bei der Lexingtoner Miliz und wurde auch in Gefecht auf der Dorfwiese verwundet.

Die Infanterie unter Pitcairn war von den Offizieren nicht mehr zu kontrollieren. Sie schossen in verschiedene Richtungen und wollten in Häuser eindringen. Dann marschierte die Hauptabteilung in den Ort und Oberst Smith stellte die Ordnung wieder her. Die Briten formierten sich neu, feuerten einen Siegesschuss, gaben drei Hurrarufe und setzten den Weg nach Concord fort.

Concord

Die älteren Milizionäre von Concord rieten zur Vorsicht, bis Verstärkung aus den umliegenden Orten eintraf. Die Männer mittleren Alters wollten bleiben und den Ort verteidigen. Die jüngeren Männer der Minutemen wollten nach Osten gehen und die britische Armee von höhergelegenem Terrain angreifen. Als sich die Regulars näherten, handelte jede der drei Gruppen nach ihren Vorstellungen. Die Minutemen beobachteten von einem Hügel, wie Smith die leichte Infanterie gegen sie ausrichten ließ. Darauf zogen sie sich marschierend in den Ort zurück. Die älteren Männer sowie diejenigen mittleren Alters hatten einen Hügel im Ort bezogen und diskutierten darüber, was als nächstes zu tun sei, während die Minutemen, verfolgt von den Regulars, auf sie zu kamen. Nun kam auch die Miliz aus Lincoln an und beteiligte sich an der Diskussion. Die älteren Männer konnten sich durchsetzen. Oberst Barrett befahl den Rückzug aus dem Ort und führte die Männer über die Old North Bridge zu einem Hügel ungefähr eineinhalb Kilometer außerhalb des Ortes. Von dort konnten sie die Truppenbewegungen der Briten beobachten.

Die Regulars befolgen die Befehle von Gage

Smiths Soldaten wurden in eine Vielzahl von Einheiten eingeteilt, um Gages Befehle auszuführen. Eine Kompanie leichte Infanterie sicherte dabei die südliche Brücke und sieben Kompanien leichte Infanterie sicherten die Old North Bridge in der Nähe der Milizionäre. Von diesen sieben Kompanien wurden vier Kompanien entsandt, um etwa 3 Kilometer auf der anderen Seite der Brücke Barretts Grundstück zu durchsuchen, zwei weitere Kompanien der 4. und 10. Regiments of Foot bewachten weiter die Brücke.

Die Grenadiere durchsuchten den Ort nach militärischen Vorräten. Pitcairn bedrohte einen Anführer der Patrioten mit seiner Pistole, bis dieser ihn zu drei vergrabenen Kanonen führte. Dann bezahlte Pitcairn ihm ein Frühstück. Weiterhin verbrannten die Grenadiere einige Kanonengespanne, die sie im Ort fanden, und als sich das Feuer auf das anliegende Gebäude ausbreitete, bildeten Anwohner und Soldaten gemeinsam eine Löschkette, um das Gebäude zu retten. Ungefähr 100 Fass Mehl und 250 kg Kugeln wurden in den Mühlenteich geworfen. Die Kugeln wurden am folgenden Tag geborgen.

Barretts Haus war die vorangegangenen Wochen ein Waffenlager gewesen, doch nun waren wenig Waffen zurückgeblieben. Diese waren zudem verborgen worden. Die dorthin gesandten Truppen marschierten an jenem Tag mehr als alle anderen, und sie fanden nichts außer einem Frühstück, das einige Soldaten von Frau Barrett verlangten.

North Bridge

Oberst Barretts Milizionäre sahen die kleineren Einheiten direkt vor ihnen und kamen nach Einholung eines Meinungsbildes zu dem Ergebnis, zu einem flachen Hügel etwa 300 yards von der Old North Bridge entfernt zu marschieren. Dieses Grundstück gehörte Major John Buttrick, dem Anführer von Barretts Minutemen-Einheiten und es war auch ihr Exerzierplatz. Dort befand sich noch eine britische Kompanie, die sich aber kampflos zur Brücke zurückzogen, als Barretts Männer sich näherten.

Fünf volle Kompanien Minutemen und fünf weitere Milizkompanien besetzten nun den Hügel. Weitere Männer kamen laufend hinzu, insgesamt waren es schließlich etwa 500, die den Kompanien der leichten Infanterie der 4., 10. und 43. Regiments of Foot unter Führung von Hauptmann Laurie gegenüberstanden. Laurie hatte insgesamt 115 Mann.

Barrett befahl den Milizionären, sich in einer langen Zweierreihe entlang des Flusses aufzustellen, anschließend rief er die Kommandeure der Miliz zu einer weiteren Beratung zusammen.

Zu diesem Zeitpunkt sahen sie den Rauch der brennenden Kanonengespanne über Concord aufsteigen, und viele dachten, die Regulars hätten damit begonnen, den Ort niederzubrennen. Oberst Barrett befahl den Männern, ihre Waffen durchzuladen, jedoch nicht ohne gegnerischen Beschuss zu feuern. Dann befahl er vorzurücken. Den beiden britischen Kompanien, die die Old North Bridge bewachten, wurde der Rückzug über die Brücke befohlen. Ein Offizier begann, Bohlen der Brücke abzureißen. Daraufhin schrie Major Buttrick die Regulars an, sie sollten aufhören, die Brücke zu zerstören. Sie befanden sich auf seinem Grundstück, und er dachte vermutlich, auch die Brücke gehöre ihm und seinen Männern. Die Minutemen und die übrige Miliz rückte ebenso auf die Leichte Infanterie vor, wie es Berufssoldaten getan hätten.

Der junge, unerfahrene Hauptmann Walter Laurie ließ daraufhin ein in dieser Situation untaugliches taktisches Manöver ausführen. Er befahl seinen Männer, für "Strassenfeuer" hinter der Brücke Aufstellung zu nehmen, im rechten Winkel zum Fluss. Diese Formation ist geeignet, viele Kugeln in eine enge Straße zwischen den Gebäuden abzugeben, jedoch nicht für einen offenen Weg hinter einer Brücke. Nun herrschte Verwirrung, als die sich über die Brücke zurückziehenden Regulars den sich formierenden Kameraden zunächst ausweichen und sich darauf ihnen in gleicher Weise anschließen mussten. Ein Leutnant im hinteren Teil erkannte Lauries Fehler und befahl, auszuflanken. Doch er kam von einer anderen Kompanie als die befohlenen Männer, und so gehorchten nur drei. Die übrigen bemühten sich, die Befehle ihres vorgesetzten Offiziers auszuführen. Die Gegner standen sich wie bei einem großen T gegenüber, wobei der waagerechte Balken die Milizionäre waren und der senkrechte Balken die Regulars auf und hinter der Brücke.

Ein Schuss wurde abgegeben und diesmal stimmten beide Seiten überein, dass er aus den Reihen der Regulars kam. Zwei weitere Regulars schossen, gefolgt von der engen Gruppe ganz am Anfang, bevor Laurie ihnen Einhalt gebieten konnte. Zwei der Minutemen aus Acton, darunter ihr Hauptmann Isaac Davis im unglücklichen Mittelteil der Linien wurden getroffen und sofort getötet, weitere vier, darunter der Pfeifer, wurden verwundet. Doch rückte die Miliz von Massachusetts in Formation weiter vor. Sie warteten diszipliniert mit dem Feuern, bis der Feuerbefehl gegeben wurde. Dieser wurde schließlich von Major Buttrick gegeben, als sie nur noch von 50 yards und dem Concord River von den Briten getrennt waren. Vier der acht britischen Offiziere vor Ort wurden von der Salve getroffen. Wenigstens drei Regulars wurden getötet und neun verwundet. Nun befanden sich die Briten nicht nur in der Unterzahl, sondern auch noch ausmanövriert. Sie ignorierten ihre Offiziere, ließen die Verwundeten zurück und flohen.


Schlacht an der Nordbrücke in Concord

Nach dem Kampf

Die Patrioten waren verblüfft von ihrem Erfolg. Einige rückten vor, andere zogen sich zurück. Ein Mann hackte einem verwundeten britischen Soldaten mit einem Beil in den Kopf, legte sein Gehirn frei, skalpierte ihn, ohne ihn jedoch zu töten. Barrett gewann schließlich wieder langsam Ordnung und entschied, seine Truppen aufzuteilen. Er schickte die Miliz auf den Hügel zurück und sandte Buttrick und dessen Minutemen über die Brücke, um hinter einer Steinmauer auf einem Hügel eine Verteidigungsstellung einzunehmen.

Oberstleutnant Smith, der Anführer der britischen Expedition, befand sich im Ort und hörte die Schüsse des Gefechts nur kurze Zeit nachdem er von Laurie eine Bitte um Verstärkung erhalten hatte. Smith sammelte zwei Kompanien Grenadiere, um sie selbst zur Old North Bridge zu führen. Auf dem Marsch kamen den Soldaten drei Kompanien ohne Formation von der Brücke entgegengelaufen. Nun war Smith besorgt über die vier Kompanien, die über die Brücke zu Barretts Grundstück marschiert waren. Sie waren nun abgeschnitten. Dann erblickte er die Minutemen hinter der Mauer. Er ließ die Soldaten anhalten und ging nur mit den Offizieren vor, um sich ein Bild zu machen.

Ein Minuteman schrieb später, dass sie vermutlich jeden Offizier vor ihnen hätten töten können, doch sie taten es nicht, weil sie nicht die entsprechenden Befehle hatten. Während der folgenden angespannten zehn Minuten ging ein Verrückter durch die Reihen der beiden Gruppen, um Cidre zu verkaufen. Smith entschied, in den Ort zurück zu marschieren. Er hoffte, die vier fehlenden Kompanien würden sich schon durchschlagen.

Diese Männer eilten von Barretts Haus zurück und befürchteten, abgeschnitten zu werden. Sie passierten unverletzt das Gelände von Barretts Miliz und den vorigen Kampfschauplatz. Sie sahen ihren sterbenden skalpierten Kameraden auf der Brücke, und auch an den Minutemen kamen sie ohne Verluste vorbei. So waren alle Einheiten der Regulars bis 11.30h in den Ort zurückgekehrt. Und nun sogar nach einem kleinen Gefecht und in Überzahl erwiderten die Neuengländer das Feuer nur nach Provokation. Auf eine solche verzichteten die Briten nun aber. So verließ die britische Armee Concord gegen Mittag.

Der Rückmarsch

Von Concord nach Lexington


Smith sandte Spähpatrouillen in Richtung eines Hügelkamms aus, der entlang dem Rückweg verlief. Damit wollte er seine Truppen vor den etwa 1000 Amerikanern schützen, die sich in der Umgebung befanden. Der Hügelkamm endete in der Nähe von Miriam’s Corner, einer Kreuzung mit kleiner Brücke etwa eine Meile außerhalb von Concord. Zuerst schoss ein Amerikaner, und die britischen Regulars wandten sich um und feuerten eine Salve ab. Bei dem folgenden Feuergefecht wurden zwei Regulars getötet und möglicherweise 6 verwundet. Die Amerikaner kamen ungeschoren davon. Nach der Überquerung der Brücke sandte Smith erneut Späher seitlich aus.

Beinahe 500 Milizionäre sammelten sich eine Meile hinter Miriam’s Corner im Wald auf dem Brooks Hill. Smiths Truppen an der Spitze stürmten den Hügel hinauf, um die Amerikaner zu vertreiben, doch diese zogen sich nicht zurück. Unterdessen setzte der Hauptteil von Smiths Truppen seinen Marsch auf der Straße in Richtung Brooks Taverne fort, wo sie eine einzelne Milizkompanie bekämpften. Dabei wurden einige Amerikaner verwundet oder getötet. Smith befahl seinen Truppen auf Brooks Hill, sich wieder zurückzuziehen. Über eine kleine Brücke gelangten er und seine Männer nach Lincoln.

Bald darauf wurden sie an einer Wegbiegung („The Bloody Curve“) von 200 Männern empfangen, die sich auf einer Böschung hinter Bäumen und Mauern verborgen und so einen erfolgreichen Hinterhalt gelegt hatten. Weitere Milizen griffen von der anderen Straßenseite ebenfalls an, so dass die Briten in Kreuzfeuer gerieten. Zusätzlich näherte sich von hinten ein frisches Regiment der Patrioten. Bei diesem Feuergefecht wurden 30 Briten getötet oder verwundet, die Amerikaner verloren vier Mann. Die Briten konnten im Laufschritt auf der Straße aus dem Hinterhalt entkommen, da die Amerikaner diese Geschwindigkeit seitlich im sumpfigen und bewachsenen Gelände zu den Seiten nicht mithalten konnten. Die auf der Straße nachfolgenden amerikanischen Truppen waren für einen Angriff zu schlecht organisiert und zu eng aufgestellt.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich bereits etwa 2000 Amerikaner in der Nähe. Wieder sandte Smith Spähpatrouillen aus. Als drei Kompanien Milizionäre die Spitze von Smiths Tross bei Hartwells Bauernhof angriffen, fielen ihnen die Späher in den Rücken und umzingelten sie. Auch gelang es Spähern, der Miliz von Lincoln mit einem erfolgreichen Überraschungsangriff an der Gemarkungsgrenze von Lexington und Lincoln in den Rücken zu fallen. Doch verloren die Briten bei diesen Gefechten und durch andauernden Beschuss aus großer Entfernung außerhalb der eigenen Reichweite immer mehr Männer.

In der Gemarkung von Lexington hatte Hauptmann John Parker auf einem Hügel die Lexington-Miliz gesammelt. Einige von ihnen waren schon von den früheren Treffen des Tages bandagiert. Diese Männer ließen ihre Falle nicht zuschnappen, bevor Oberstleutnant Smith selbst im Blick erschien. Er wurde im Oberschenkel getroffen, und der gesamte britische Tross geriet ins Halten. Fortan wurde dieser Hinterhalt Parkers Rache genannt. Major Pitcairn sandte Infanteristen den Hügel hinauf, um Parkers Männer zurückzudrängen.

Die Royal Marines räumten zwei weitere Hügel mit den Namen The Bluff und Fiske Hill, erlitten bei Angriffen der Milizen aber Verluste. Beim Angriff auf den Fiske Hill stürzte Pitcairn vom Pferd und verletzte seinen Arm. Nun waren die beiden Anführer der Expedition nach Concord verwundet. Ihre Männer waren müde, durstig, und ihre Munition ging zu Ende. Einige ergaben sich. Die meisten gaben auf und flohen. Ein Hügel, der Concordhügel, lag noch vor dem Ortskern von Lexington. Einige unverletzte Offiziere wandten sich zu ihren Soldaten um und bedrohten sie mit Bajonetten, wenn sie sich nicht wieder formierten. Die Amerikaner hatten auf dem Weg von Concord nach Lexington wenigstens achtmal in großen geschlossenen Formationen angegriffen. Dies steht im Widerspruch zu dem politischen Mythos, das die Amerikaner hauptsächlich hinter Mauern und Zäunen verborgen angegriffen hätten. Obwohl solcherlei Angriffe natürlich ebenso stattfanden und später am Tag die bevorzugte Taktik wurden.

Nur ein britischer Offizier der drei Kompanien an der Spitze blieb an diesem Tag unverletzt. Er dachte schon an aufgeben, als er seine Männer an der Spitze begeistert rufen hörte. Eine ganze britische Brigade mit Artillerie und etwa 1000 Mann kam zur Verstärkung, angeführt von Brigadegeneral Lord Hugh Percy. Es war nun 14:30 Uhr.

Percys Rettung

General Gage hatte den Befehl gegeben, dass sich Reservetruppen um 4:00 Uhr morgens in Boston sammeln sollten. Doch da er versessen darauf war, die Operationen geheimzuhalten, hatte er nur einen einzigen Brief an einen General geschrieben, dessen Diener ihn auf einem Tisch liegenließ. Um etwa 5:00 Uhr morgens erreichte Smiths Bitte um Verstärkung Boston, und nun wurden Befehle an drei Infanterieregimenter (das 4., 23. und 47.) Und ein Bataillon Royal Marines entsandt, sich zu sammeln. Unglücklicherweise wurden erneut wieder nur eine Kopie des Briefes an jeden Befehlshaber geschickt, und der Brief an die Marines war an Major Pitcairn adressiert, der jedoch bereits im Feld in Lexington war. Nach diesen Verzögerungen verließ Percys Brigade um 8:45 Uhr. Seine Truppen zogen aus mit dem Lied „Yankee Doodle“, um sich einen Spaß mit den Einwohnern der Stadt zu machen. Schon bei der Schlacht von Bunker Hill weniger als zwei Monate später sollte dieses Lied sehr beliebt unter den amerikanischen Soldaten werden.

Percy nahm den Landweg über den Boston Neck und über die Große Brücke. Er traf auf einen gedankenverlorenen Professor des Harvardcolleges und fragte ihn, welche Straße nach Lexington führen würde. Der Mann aus Harvard wies ihm den richtigen Weg ohne nachzudenken. Dies führte dazu, dass er später von Einwohnern gedrängt ins Exil gehen musste, weil er den Feind unterstützt hatte. Percys Truppen trafen gegen 14:00 Uhr in Lexington ein. In der Ferne hörten sie Gewehrschüsse, als sie ihre Kanone und Formationen der Regulars in höherem Gelände mit Übersicht aufstellten. Oberstleutnant Smiths Männer näherten sich in wilder Flucht, verfolgt von einem ganzen Regiment Neuengländern in geordneter Formation. Percy befahl seiner Artillerie, das Feuer auf große Entfernung zu eröffnen. Daraufhin zerstreuten sich die Neuengländer. Smiths Männer brachen vor Erschöpfung zusammen, sobald sie in Sicherheit waren.

Gegen den Rat des Generalquartiermeisters hatte Percy Boston ohne Extramunition für seine Männer oder die beiden Artilleriegeschütze verlassen. Er dachte, weitere Wagen würden den Marsch unnötig verzögern. Nachdem Percy die Stadt verlassen hatte, sandte Gage zwei Munitionswagen hinterher, die von einem Offizier und dreizehn Mann bewacht wurden. Dieser Munitionszug wurde von einer kleinen Abteilung Patrioten abgefangen, die zwar auf der Benachrichtigungsliste waren, sich aber nicht der Miliz anschließen konnten, weil sie schon über 60 waren. Diese Männer erhoben sich aus ihrem Hinterhalt und verlangten, dass die Soldaten sich ergeben und ihnen die Munitionswagen überlassen sollten. Doch die Regulars ignorierten sie und trieben ihre Pferde weiter an. Daraufhin feuerten die alten Männer, töteten die Pferde an der Spitze der Gespanne sowie die beiden Unteroffiziere und verwundeten den Offizier. Die Überlebenden rannten um ihr Leben, sechs von ihnen warfen ihre Waffen in einen Teich, bevor sie auf eine arme alte Frau mit dem Namen Mutter Batherick trafen, die auf einem Feld Grünzeug ausgrub, um etwas zu Essen zu haben. Dieser ergaben sie sich, woraufhin sie sie zum Haus des örtlichen Milizhauptmanns brachte. Jeder Mann in Percys Brigade hatte nur 36 Schuss, und die Artilleriestücke hatten nur einige Schuss in den Kanonenkutschen.

Von Lexington nach Menotomy

Percy brachte wieder Ordnung in die vereinigten Truppen von jetzt circa 1900 Mann und ließ sie beim Feldhauptquartier in Monroes Taverne ausruhen, essen, trinken und die Wunden versorgen. Gegen 15:30 Uhr zogen sie aus Lexington aus.

Brigadegeneral William Heath übernahm das Kommando der Miliz von Massachusetts in Lexington. Früher am gleichen Tag war er zunächst nach Watertown gereist, um dort das weitere Vorgehen mit Joseph Warren und weiteren Mitgliedern des Komitees für Sicherheit zu besprechen. Heath and Warren befahlen in Reaktion auf Percys Artillerie und die britischen Spähpatrouillen den Milizen, die geschlossenen Formationen aufzulösen. Die Formationen würden nur unnötig Artilleriebeschuss anziehen. Stattdessen umgaben sie Percys Marschformation mit einem mobilen Ring von Plänklern, die aus der Entfernung dem Gegner eine möglichst große Zahl Verlusten beibringen sollten. Dies sollte das Risiko für die einzelnen beteiligten Milizionäre minimieren.

Berittene Milizionäre auf der Straße saßen ab, schossen auf die sich nähernden Regulars, saßen wieder auf und galoppierten davon. Dann wiederholte sich das Ganze von vorn. Milizionäre zu Fuß stellten sich vor abschüssigem Gelände auf und feuerten aus der Entfernung. Die typische Jagdwaffe der amerikanischen Bauern war weit besser geeignet für Schüsse aus großer Entfernung als die britische Muskete. Verwundete Briten fuhren mit der Kanone mit und mussten absteigen, wenn auf Haufen von Milizionären geschossen wurde. Oft waren Percys Männer von Amerikanern umgeben. Doch sie hatten den Vorteil der kürzeren Wege. Percy konnte seine Truppen schneller dorthin schicken, wo sie gebraucht wurden, während die Amerikaner in weitem Bogen die britische Formation umgehen mussten.

Percy schrieb über die von den Amerikanern verwendeten Taktiken: „...die Rebellen griffen uns in sehr verstreuter, ungewöhnlicher Weise an, doch mit Ausdauer und Entschlossenheit; auch wagten sie es nicht, sich in einer ordentlichen Formation aufzustellen. Tatsächlich wussten sie nur zu gut was angebracht war zu tun. Wer auch immer sie lediglich als unordentlichen Haufen ansieht, befindet sich in einem großen Irrtum.“ Heath hatte Erfolg mit seinem Plan, einen beweglichen Kreis absichtlich verstreuter Kräfte zu bilden. Dafür sandte er Kompanieoffiziere ins Feld und schickte Befehle an die sich nähernden entfernten Einheiten. Auch führten Warren und Heath die Plänkler häufig persönlich in den Kampf. Dieser Punkt des Kampfes wird häufig fälschlicherweise so beschrieben, als ob auf Seiten der Amerikaner keine klare Befehlsstruktur mehr herrschte.

Der Kampf wurde immer intensiver, als Percys Kräfte von Lexington in die Gemarkung von Menotomy eindrangen. Neue Milizen schossen aus der Entfernung auf die britischen Linien, und einzelne Anwohner schossen von ihrem Grundbesitz auf die Briten. Einige Häuser dienten als Versteck für Heckenschützen. Jason Russell forderte seine Freunde auf, mit ihm sein Haus zu verteidigen, indem er sagte: „Das Haus eines Engländers ist seine Burg.“ Er blieb und wurde auf seiner Schwelle getötet. Seine Freunde entkamen in den Keller, indem sie die Soldaten erschossen, die die Treppe hinabkamen. Im Haus sind noch heute die Einschusslöcher zu sehen. Eine Milizeinheit, die einen Angriff aus Russells Obstgarten versuchte, wurde von Spähern erwischt. Elf Männer verloren ihr Leben, einige, nachdem sie sich schon ergeben hatten.

Percy verlor die Kontrolle über seine Männer, und britische Soldaten verübten Gräueltaten, um sich für das Skalpieren ihres Kameraden auf der Old North Bridge und die eigenen Verluste zu rächen, die ihnen von den weit entfernten, oft nicht zu sehenden Amerikanern beigebracht worden waren. Häuser wurden geplündert und in Brand gesetzt, und alle darin wurden getötet. Zwei unschuldige Trunkenbolde in einer Taverne wurden exekutiert. Viele der Regulars betranken sich ebenfalls. Aus einer Kirche wurden die silbernen Messgegenstände gestohlen. Sie konnten aber wiedererlangt werden, als sie in Boston verkauft wurden. Der Einwohner Samuel Whittermore tötete drei Regulars, bevor er von einer britischen Abteilung angegriffen und sterbend zurückgelassen wurde. Alles in allem wurde in Menotomy mehr Blut vergossen als woanders an diesem Tag. Die Amerikaner hatten 25 Gefallene und 9 Verwundete zu beklagen, die Briten 40 Gefallene und 80 Verwundete. Das war für jede Seite etwa die Hälfte der Getöteten dieses Tages.

Von Menotomy nach Charlestown


Die britischen Truppen überquerten die Gemarkungsgrenze nach Charlestown, während sich der Kampf noch weiter intensivierte. Immer neue Milizen trafen formiert ein, und Percy brachte an der Kreuzung namens Watson‘s Corner seine Kanonen und Späher gegen sie in Stellung. Damit konnte er ihnen schwere Verluste zufügen.

Früher am Tag hatte der amerikanische General Heath befohlen, die Große Brücke einzureißen. Percys Brigade näherte sich jetzt der abgebrochenen Brücke, mit dem Flussufer voller Milizsoldaten. Er entkam dieser Sackgasse, indem er seitlich einem schmalen Pfad folgte und weiter über die Straße nach Charlestown folgte. Die nun etwa 4000 Milizionäre hatten nicht mit diesem plötzlichen Schwenk gerechnet, und die Umkreisung löste sich auf. Einige Amerikaner besetzten den Prospect Hill oberhalb der Straße, doch Percy brachte seine Kanonen in Stellung und konnte sie mit den letzten Schüssen vertreiben.

Eine große Gruppe Milizen trafen aus Salem und Marblehead ein. Möglicherweise hätten sie Percy den Weg abschneiden können, doch hielten sie auf dem nahen Winter Hill an und ermöglichten den Briten so die Flucht. Später warfen einige ihrem Anführer vor, die königlichen Truppen absichtlich passieren gelassen zu haben, um einen wirklichen Krieg wegen einer totalen Niederlage der Briten noch abzuwenden. Der Befehlshaber verteidigte sich, indem er auf angebliche Befehle Heaths verwies, was dieser jedoch dementierte. Bei Einbruch der Dunkelheit warfen Pitcairns Royal Marines einen letzten Angriff auf die Nachhut von Percy zurück, die gerade Charlestown erreichte. Die Regulars bezogen auf Hügeln Verteidigungsstellungen. Einige unter ihnen waren nun seit zwei Tagen ohne Schlaf und waren in 21 Stunden 64 km marschiert, darunter 8 Stunden Kampf. Doch jetzt befanden sie sich bei Sonnenaufgang auf den Hügeln im Vorteil und wurden durch schwere Kanonen auf der HMS Somerset unterstützt. Heath studierte die Position der British Army und entschloss sich, die Miliz nach Cambridge zurückzuziehen.

Albrecht von Wallenstein Offline




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29.07.2009 15:47
#3 RE: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg antworten

Folgen

Am Morgen danach wachte Gouverneur Thomas Gage auf und stellte fest, dass Boston von einer sehr großen Milizarmee belagert wurde (Belagerung von Boston), die aus ganz Neuengland herbeimarschiert war. Im Gegensatz zum Powder Alarm war diesmal zuvor wirklich Blut vergossen worden. Die amerikanische Revolution hatte begonnen. Die Armee der Milizen wuchs weiter, als auch aus den umliegenden Kolonien Männer und Vorräte nach Boston herbeigeschafft wurden. Der Kontinentalkongress begann, diese Männer in die Vorläufer der Kontinentalarmee zu formen. Selbst jetzt, nach den ersten offenen Kampfhandlungen, weigerte sich Gage, Kriegsrecht in Boston zu verhängen. Er überzeugte die gewählten Vertreter der Stadt, ihm alle Waffen in Privatbesitz zu übergeben. Im Gegenzug versprach er, dass jeder Einwohner auf Wunsch die Stadt verlassen durfte.

Im Hinblick auf das spätere Endergebnis des Unabhängigkeitskriegs und die tatsächlich erlittenen Verluste waren die Gefechte von Lexington und Concord keine bedeutende Schlacht. Für die politische und militärische Strategie der Briten, die durch die Intolerable Acts und die Beschlagnahmungen von militärischen Ausrüstungen wieder die Kontrolle über die Provinz von Massachusetts zurückerlangen wollte, waren sie ein bedeutsamer Fehlschlag. Die Expedition nach Lexington und Concord rief gerade solche Gefechte mit der Miliz hervor, die sie ursprünglich verhindern sollte. Zudem konnten nur wenige Waffen beschlagnahmt werden.

Den militärischen Gefechten folgte ein Kampf um die politische Meinung im Mutterland Großbritannien. Innerhalb von vier Tagen seit dem Gefecht hatte der Provinzkongress von Massachusetts eine Vielzahl von beeideten Augenzeugenberichten beteiligter Milizionäre sowie gefangener britischer Soldaten zusammengestellt. Nachdem eine Woche später durchsickerte, dass Gage seinen offiziellen Bericht der Ereignisse nach London sandte, schickte der Provinzkongress über 100 seiner gesammelten Augenzeugenberichte auf einem schnelleren Schiff dorthin. Sie wurden einem Beamten übergeben, der der Sache der Amerikaner wohlwollend gegenüberstand, und erschienen schon kurz darauf in der Londoner Presse. Erst zwei Wochen später traf das Schiff mit Gages Bericht ein, der zudem in den Einzelheiten derart vage gehalten war, dass er kaum die öffentliche Meinung beeinflussen konnte. Selbst George Germaine, der ein Kritiker der Kolonisten war, schrieb über den Bericht: „... die Bostoner haben das Recht, die königlichen Soldaten als ‚Aggressoren‘ zu bezeichnen und für sich einen Sieg in Anspruch zu nehmen.“ Politiker in London machten in der Folgezeit Gage für den Konflikt verantwortlich, anstatt die Ursachen in ihrer eigenen Politik und Anweisungen zu suchen.

Die britischen Soldaten in Boston gaben ebenfalls häufig Gage die Schuld für die Ereignisse in Lexington und Concord. An der gleichen Stelle, an der die Regulars nach den Gefechten Zuflucht fanden, ereignete sich zwei Wochen später die Schlacht von Bunker Hill. Sowohl Dr. Joseph Warren als auch Major John Pitcairn fielen in dieser Schlacht. Mit Warren starb auch derjenige, der den Namen des Informanten über die geplante Expedition nach Concord kannte.

Auf amerikanischem Boden herrschte nach den Gefechten die Meinung vor, dass sich nun niemand von Rang mehr aus dem Konflikt heraushalten konnte. John Adams besichtigte am folgenden Tag die Schauplätze der Gefechte. Dies überzeugte ihn, dass „....der Würfel nun gefallen war, der Rubikon überschritten wurde.“ Thomas Paine in Philadelphia hatte den Konflikt zwischen den Kolonien und dem Mutterland als eine Art Gerichtsverfahren betrachtet, doch nachdem er Nachricht von den Gefechten erhalten hatte, „lehnte der den unnachgiebigen, mürrischen Pharao von England für immer ab.“ George Washington, selbst ein Sklavenhalter, erreichten die Neuigkeiten auf seinem Besitz auf Mount Vernon, und er schrieb einem Freund folgendes: „... die einst glücklichen und friedlichen Ebenen Amerikas werden entweder in Blut getränkt oder von Sklaven bewohnt werden. Welch traurige Alternativen! Doch kann ein tugendhafter Mann bei dieser Wahl zögern?“ Eine Gruppe Jäger im Grenzland zu den noch weitgehend unerforschten Gebieten im Inland nannten ihren Lagerplatz Lexington, als sie im Juni Nachricht von den Gefechten erhielten. Daraus erwuchs mit der Zeit die Stadt Lexington in Kentucky. Im Jahr 2000 wohnten dort achtmal so viele Menschen wie in dem gleichnamigen Ort in Massachusetts.

Historische Darstellung der Ereignisse

Die frühen amerikanischen Regierungen legten Wert darauf, das Vorgehen der Briten als falsch und die Handlungen seitens der Amerikaner als unschuldige Reaktion darauf darzustellen. Aspekte wie die Vorbereitungen seitens der Patrioten, ihre nachrichtendienstliche Tätigkeit, Warnsignale und die Zweifel, wer den ersten Schuss abfeuerte, wurden nur selten diskutiert. Schriftliche Aufsätze, die solche Aktivitäten beschrieben, wurden nicht veröffentlicht, sondern an die Autoren zurückgesandt. Gemälde stellten die Gefechte in Lexington als ungerechtfertigtes Massaker dar.

Während des neunzehnten Jahrhunderts verlor die Frage zunehmend an Bedeutung, welche Seite die Schuld an der Auseinandersetzung traf. Stattdessen bekamen die Ereignisse im Bewusstsein vieler Amerikaner geradezu mythische Qualität. Nun kam es zu einer kompletten Neubewertung der Ereignisse. Die Patrioten wurden als aggressiv für ihre Sache kämpfend dargestellt, nicht mehr nur als unschuldige Opfer ihnen aufgedrängter Handlungen der Briten. Gemälde der Gefechte in Lexington aus dieser Zeit zeigen die Miliz, wie sie aufrecht Widerstand leistet und trotzig zurückschlägt.

1837 verewigte Ralph Waldo Emerson die Ereignisse an der Old North Bridge in seiner Concord Hymn:

By the rude bridge that arched the flood,
Their flag to April's breeze unfurled;
Here once the embattled farmers stood;
And fired the shot heard round the world.

An der rauhen Brücke, die die Fluten überspannte
entfalteten sie ihre Flagge im Aprilwind;
Hier standen einst die gerüsteten Bauern;
und feuerten den Schuss, den man um die Welt hörte.

Nach 1860 lernten mehrere Generationen Schulkinder Longfellows Gedicht Paul Revere’s Ride auswendig.

Anglophilie in den Vereinigten Staaten um 1900 führte zu ausgewogeneren Interpretationen der Geschichte der Gefechte. Während des Ersten Weltkriegs wurde ein Film über Paul Reveres Ritt aufgrund des Spionagegesetzes von 1917 beschlagnahmt. Dies wurde damit begründet, dass der Film Zwietracht zwischen den USA und Großbritannien säen würde.

Die von der British Army bei Lexington und Concord verwendeten Taktiken und Strategien wurden oft treffend mit denjenigen verglichen, die von der United States Army im Vietnam-Krieg eingesetzt wurde. Während des Kalten Krieges versuchten konservative Politiker die Minutemen als Symbole der unternehmerischen Freiheit zu vereinnahmen, während ihre liberalen Gegner sie als anti-imperialistische Freiheitskämpfer porträtierten. Heute werden die Ereignisse um die Gefechte häufig im Zusammenhang mit dem Disput um Waffenkontrolle und den Zweiten Verfassungszusatz benutzt oder missbraucht, je nach politischer Anschauung.

Auch die US-Schriftstellerin Esther Forbes hat sich in preisgekrönten Büchern mit den Gefechten von Lexington und Concord beschäftigt, so in ihrem Roman Johnny Tremain. Ein Roman für Alt und Jung (Johnny Tremain. A Novel for Old and Young, 1944). Dieser wurde 1957 von Robert Stevenson mit Hal Stalmaster, Luana Patten, Jeff York, Sebastian Cabot u. a. für Walt Disney verfilmt.

1961 veröffentlichte der Romanautor Howard Fast April Morning, eine Darstellung der Gefechte aus der Perspektive eines fiktiven 15-Jährigen. In der Folgezeit wurde diese Darstellung häufig im Unterricht in der Sekundarstufe verwendet. 1988 wurde diese Darstellung mit Chad Lowe und Tommy Lee Jones verfilmt.

In Massachusetts, Maine und Wisconsin feiert man den Patriots' Day zu Ehren der Gefechte.

Albrecht von Wallenstein Offline




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29.07.2009 16:14
#4 RE: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg antworten

Ticonderoga, 10. Mai 1775

Die 1775er Schlacht von Ticonderoga fand am frühen Morgen des 10. Mai statt und war die erste bedeutende Kampfhandlung im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die Obristen Ethan Allen und Benedict Arnold überraschten die kleine britische Besatzung des Fort Ticonderoga und nahmen sie gefangen.

Der Ticonderoga-Feldzug


Das Sicherheitskomitee von Connecticut hatte beschlossen, dass die Einnahme von Ticonderoga eine gute Idee sei. Es schrieb Ethan Allen und anderen, die die Idee auch mochten. James Easton versammelte für das Wagnis in Pittsfield (Massachusetts) 40 Freiwillige. Allen rief mehr als einhundert seiner Green Mountain Boys zusammen. Sie trafen sich am Abend des 9. Mai bei Bennington (Vermont) und schmiedeten ihre Pläne.

Ethan Allen wurde zum Oberst gewählt, mit Easton und Seth Warner als seinen Leutnants. Samuel Herrick wurde nach Whitehall (New York) und Asa Douglas nach Panton (Vermont) geschickt, um mit Militäreinheiten Boote zu requirieren. Allen sollte den Rest den See hinauf an einem Punkt ein paar Meilen unterhalb von Ticonderoga führen, um ihn dort zu überqueren. Der Rat hatte sich gerade aufgelöst, als Benedict Arnold mit Befehlen des Connecticut-Komitees eintraf und darauf bestand, dass er das Kommando haben sollte. Er wurde allgemein ignoriert, aber man ließ ihn vorn zusammen mit Allen marschieren.

Durch örtliche Freiwillige verstärkte sich die Truppe bis auf 200 Mann. Bei Monduntergang hatten sie sich bei Hands Klamm versammelt und waren bereit, den See zu überqueren, hatten aber nur zwei Boote, die von Douglas requiriert worden waren. 83 der Green Mountain Boys schifften sich mit Arnold und Allen ein und überquerten den See. Douglas kehrte um, um die anderen zu holen. Doch als die Sonne aufging griffen sie an, aus Angst, das Überraschungsmoment zu verlieren. Zu ihrer Überraschung war nur die Wache am Südtor auf ihrem Posten und so überrannten sie das Fort. Allen und Arnold erklommen die Stufen zu den Offiziersquartieren und verlangten die Kapitulation, die sie dann auch erhielten.

Ticonderoga war nicht die Festung, die es 1758 gewesen war. Es war weitgehend dem Verfall preisgegeben und die Besatzung bestand nur aus zwei Offizieren und 50 Mann. Aber es gab eine große Menge Artillerie. Es wurde nur ein Schuss abgefeuert und es gab keine ernsthaften Verletzungen auf beiden Seiten.

Nachspiel

Seth Warner führte eine Einheit das Seeufer entlang, nahm Crown Point (New York) ein und erbeutete weitere Versorgungsgüter zusammen mit neun Gefangenen. Am 12. Mai sandte Allen die wichtigen Gefangenen zum Gouverneur von Connecticut Jonathan Trumbull sr. mit der Nachricht „Ich mache ihnen ein Geschenk, bestehend aus einem Major, einem Hauptmann und zwei Leutnants der regulären Truppen Georgs des Dritten.“

Arnold holte mit 50 Freiwilligen einen kleinen Schoner und mehrere Flussboote aus Skenesboro. Am 18. Mai eroberten sie eine weitere Garnison in Saint-Jean-sur-Richelieu, zusammen mit der Enterprise, einer 17-Tonnen-Korvette. Sich der Tatsache bewusst, dass mehrere Kompanien zwölf Meilen den Fluss hinab in Chambly (Québec) stationiert waren, luden sie die wertvollsten Versorgungsgüter ein, brannten die Boote nieder, die sie nicht mitnehmen konnten, und kehrten nach Crown Point zurück.

Ethan Allen und seine Männer gingen nach Hause. Benedict Arnold blieb mit einigen Ersatztruppen aus Connecticut im Fort Ticonderoga. Zuerst wollte der Kontinentalkongress die Männer und die Forts den Briten zurückgeben, aber am 31. Mai beugte er sich dem Druck aus Massachusetts und Connecticut und willigte ein, sie zu behalten. Connecticut sandte ein Regiment unter Oberst Benjamin Hinman, um Ticonderoga zu halten. Als Arnold erfuhr, dass er unter Hinman dienen sollte, quittierte er seinen Dienst für Connecticut und ging heim.

Im Winter 1775/1776 schaffte Henry Knox die Kanonen von Ticonderoga nach Boston, um die Belagerung von Boston zu unterstützen. Die erbeuteten Schiffe wurden zusammen mit anderen 1776 von General Arnold dazu benutzt, den britischen Versuch einer Rückeroberung in der Schlacht von Valcour zu vereiteln. Ticonderoga wurde 1777 während des britischen Saratoga-Feldzuges zurückerobert, aber nach der Kapitulation nach der Schlacht von Saratoga aufgegeben.


Belagerung von Boston, Juni 1775 bis März 1776

Die Belagerung von Boston vom 19. April 1775 bis zum 17. März 1776 war die Eröffnungsphase des aktiven Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, in der Milizen aus Neu England die Stadt Boston belagerten um militärische Bewegungen der darin befindlichen britischen Armee zu verhindern. Obwohl die Belagerung nur mäßig erfolgreich war, gelang es den amerikanischen Truppen unter George Washington nach elf Monaten die Briten zum Rückzug aus der Stadt zu zwingen. Das bedeutendste Einzelereignis der Belagerung war die Schlacht von Bunker Hill, während sie selbst als längster Konflikt innerhalb des Krieges gilt. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Bildung der Continental Army und förderte die Einigkeit der Kolonien.

Die Belagerung begann in der Nacht nach der Schlacht von Lexington und Concord, als die amerikanischen Streitkräfte die Briten bis nach Boston folgten und die Landenge der Halbinsel besetzten, auf der sich Boston befindet.

Zunächst hatte General Artemas Ward als Kommandeur der Milizen Massachusetts die Aufsicht über die Belagerung. Er richtete sein Hauptquartier in Cambridge ein und positionierte seine Streitkräfte in Charlestown Neck, Roxbury und den Höhen von Dorchester. Anfangs standen die 6.000 bis 8.000 amerikanischen Rebellen etwa 4.000 britischen Soldaten unter General Thomas Gage gegenüber, die in der Stadt eingeschlossen waren.

Nach engerer Definition wurden die Briten nicht belagert, da die Britische Königliche Kriegsmarine den Hafen kontrollierte und Nachschub per Schiff geliefert werden konnte. Trotzdem waren Stadt und Armee auf Notrationen gesetzt, beispielsweise stand gepökeltes Schweinefleisch auf dem Speiseplan und die Preise stiegen schnell an. Durch die Besetzung der vor der Stadt liegenden Hügel hatten die Amerikaner einen guten Einblick in die Vorgänge innerhalb der Stadt, während General Gage keine verlässlichen Informationen über die Aktivitäten der Rebellen erhielt.

Am 25. Mai erhielt Gage mehr als 4.500 Mann Verstärkung und drei neue Generäle: Generalmajor William Howe und die Brigadegeneräle John Burgoyne und Henry Clinton. Daraufhin begann er mit Planungen um die Belagerung zu durchbrechen. Am 15. Juni erfuhr das amerikanische Sicherheitskomittee von den Plänen, die Dorchesterhöhen und die Basis auf der Charlestown-Halbinsel anzugreifen. Das Komitee befahl General Ward Bunker Hill und die Höhen zu befestigen. Ward gab den Befehl an William Prescott weiter, dennoch schafften es britische Streitkräfte am 17. Juni unter General Howe, die Charlestown-Halbinsel in der Schlacht von Bunker Hill zu besetzen. Obwohl die Briten ihr Ziel erreichen konnten, gelang es ihnen nicht, die Belagerung zu durchbrechen, da die Amerikaner die Landenge der Halbinsel halten konnten. Die britischen Verluste waren so schwer, dass es keine weiteren direkten Angriffe auf die amerikanischen Streitkräfte mehr gab, es entstand eine Pattsituation.

Am 3. Juli traf George Washington ein, um in der neuen Continental Army zu dienen. Streitkräfte und Nachschub kamen unter anderem auch aus Maryland. Es wurden Gräben an der Landenge von Dorchester ausgehoben und in Richtung Boston erweitert. Washington eroberte Bunker Hill und Breed's Hill ohne Gegenwehr zurück. Diese Aktivitäten hatten jedoch wenig Auswirkung auf die britische Besatzung.

Im Winter von 1775/1776 benutzten Henry Knox und seine Ingenieure Schlitten, um die schweren Kanonen, die in Fort Ticonderoga eingeschlossen gewesen waren, nach Boston zu transportieren. Sie wurden über den zugefrorenen Connecticut River gebracht und trafen im März in der Stadt ein. Die bislang so wichtige britische Flotte bracht während des Winters keinen Vorteil mehr, da sie in einem flachen Hafen ankern musste, nur noch begrenzt navigieren konnte und unter amerikanischen Kanonenfeuer von den Dorchesterhöhen lag, die unter General John Thomas befestigt worden waren.

Die Belagerung endete, als die Briten am 17. März 1776 Segel in Richtung Halifax setzten. Die Milizen kehrten nach Hause zurück und im April verwendete Washington den größten Teil der Continental Army zur Befestigung von New York City.


Invasion Kanadas 1775/76

Die Invasion von Kanada 1775-1776 war die erste und vielleicht die einzige Hauptinitiative der USA während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.
Nach einigen frühen Erfolgen der Revolutionsstreitkräfte machten die britischen Streitkräfte die Invasion völlig zunichte. Die Vereinigten Staaten machten mehrere weitere Versuche einer Invasion Kanadas während des Krieges von 1812, die jedoch ebenso fehlschlugen.

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Hintergrund

Die Konfliktphase der Amerikanischen Revolution begann mit den Gefechten von Lexington und Concord im April 1775. Nachdem die britischen Truppen in der Belagerung von Boston eingeschlossen worden waren, wurden die königlichen Gouverneure angewiesen, die anderen britischen Kolonien zu verlassen und der amerikanische Kontinentalkongress schuf die Kontinentalarmee. Der Kongress suchte nun einen Weg, die Initiative zu ergreifen. Im Mai 1775 hatten die Obersten Ethan Allen und Benedict Arnold von Connecticut aus in einem Überraschungsangriff die Forts Ticonderoga und Crown Point im Süden des Lake Champlain eingenommen.

Verschiedene Male hatten die britischen Kolonien während der Franzosen- und Indianerkriege entweder in Kanada gekämpft oder waren von Norden und Westen den Angriffen von Indianern ausgesetzt, die von den Franzosen aufgehetzt und ausgerüstet worden waren. Der Kongress autorisierte im Juni General Philip Schuyler, Kommandant des Norddepartements der Continental Army, die Invasion zu beginnen, um die britischen Streitkräfte aus Kanada zu vertreiben. Eine zweite Abteilung unter Benedict Arnold sollte zeitgleich über Maine und den Chaudière-Fluss zur Stadt Québec marschieren.

Die Invasion

Am 28. August marschierten Schuyler und Montgomery mit rund 1000 Milizionären von Fort Ticonderoga mit Ziel Montréal nach Norden. Nach einem erfolglosen Angriff auf das von 600 Briten unter Oberst Charles Preston gehaltene Fort St. Johns Anfang September überliess Schuyler Montgomery das Kommando. Montgomery begann eine Belagerung, die am 2. November mit der Übergabe des Forts endete. Währenddessen hatte Oberst Allen mit der Rekrutierung kanadischer Freiwilliger begonnen und Ende September mit einer kleinen Streitmacht von 100 Mann Montréal angegriffen, was zu seiner Gefangennahme führte. Ein anderes Unternehmen gegen Chambly Mitte Oktober war dagegen erfolgreich.

Nach der Kapitulation von St. Johns konnte Montgomery am 13. November Montréal fast kampflos übernehmen. Fast gleichzeitig hatte Arnold die Stadt Québec erreicht, musste sich aber nach einem ersten Angriff auf die von Guy Carleton verteidigte Stadt nach Point-aux-Trembles zurückziehen, wo er die Ankunft Montgomerys abwartete. Dieser traf Anfang Dezember mit lediglich 350 Mann dort ein.

Im letzten verzweifelten Versuch, Québec einzunehmen, begannen sie in der Nacht des 31. Dezember inmitten eines Schneesturms die Schlacht bei Québec. Bei einem Versuch, die Lage zu erkunden, wurde Montgomery getötet. Die Konfusion und die Aufspaltung der Truppen führten zur Niederlage. Der verletzte Arnold zog sich mit den verbleibenden Truppen zurück, Daniel Morgan und über 400 Amerikaner waren gefangen.

Als General John Thomas Anfang Mai mit einer Brigade eintraf, um das Kommando zu übernehmen und Montgomery zu ersetzen, fand er eine Armee, die durch den Marsch der Arnold-Expedition nach Norden, Pocken und den harten kanadischen Winter ernstlich geschwächt war. Zur gleichen Zeit trafen die ersten Einheiten der britischen Verstärkungen von 4000 Mann unter dem Kommando von John Burgoyne in Quebec ein, so dass den Amerikanern, die nur rund 2000 Mann aufbringen konnten, nur der Rückzug übrigblieb.

Rückzug der Amerikaner

Von Mai bis Juni 1776 wurden die britischen Truppen in Kanada durch die Truppen General John Burgoynes und Braunschweigische Hilfstruppen unter dem Kommando von General Friedrich Adolf Riedesel verstärkt. Der neue amerikanische Kommandeur General Thomas starb am 2. Juni an den Pocken. Der ihn ersetzende John Sullivan versuchte am 8. Juni, bei Trois-Rivières am Zusammenfluss von Sankt-Lorenz-Strom und Saint-Mauricee auf halbem Weg zwischen Québec und Montréal erfolglos, die Briten zurückzuschlagen und zog sich mit dem Rest seiner Truppen nach Sorel und von dort mit Booten über den Richelieu zum Champlainsee zurück, wo er mit dem zwischenzeitlich nach Montréal versetzten Arnold zusammentraf.

Beide Seiten begannen nun mit dem Schiffbau, um den Lake Champlain zu kontrollieren, die Briten in St. Johns und die Amerikaner in Skenesboro (heute Whitehall, New York). Ziel der Briten war die Rückeroberung der Forts Ticonderoga und Crown Point, die den Zugang zum Hudson River kontrollierten. Am 11. Oktober wurde die amerikanische Flotte in der Schlacht von Valcour vernichtet, jedoch mussten die Briten einen Angriff auf die Forts wegen des einbrechenden Winters Anfang November abbrechen und bezogen in Kanada Winterquartier.

Folgen

Obwohl die Invasion in einem Desaster für die Amerikaner endete, konnte das Schlimmste vorerst verhindert werden. Der britische Angriff auf die Forts am Champlainsee im Sommer des nächsten Jahres und deren Einnahme führten zum Saratoga-Feldzug General Burgoynes, der in dessen Kapitulation im Oktober 1777 endete.

Albrecht von Wallenstein Offline




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29.07.2009 16:33
#5 RE: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg antworten

Charleston, 28./29. Juni 1776 und 29. März bis 12. Mai 1780

Beide Aufeinandertreffen sind in der heutigen Zeit auf einem Banner wiedergegeben. Der erste Feldzug schwächte die Bedrohung der Siedler durch die Briten im Süden sehr stark, während die Niederlage der Siedler im zweiten die Kampfhandlungen nicht beendete. Siedlertruppen organisierten sich im Guerillakampf und verheerten britische Außenposten und Verbindungswege (Späher, Boten usw.). Auch nach der Niederlage wurden die Briten der Attacken durch die Siedlerbasis nicht Herr.

Einnahme New Yorks und Rückzug Washingtons

Nachdem die Briten Boston räumen mussten, zog Washington mit seiner zu einer Miliz geschwächten Truppe sofort nach New York weiter, da er einen Angriff der Krone an diesem strategisch wichtigen Punkt erwartete. Während der Juli- und Augustmonate 1776 ließ General Howe mit der Unterstützung der Flotte seines Bruders, Admiral Lord Richard Howe jeweils 32.000 britische und fremde Berufssoldaten, vom Gegner unbehelligt, auf Staten Island anlanden. In dieser Zeit konnte Washington 20.000 untrainierte Soldaten des Kongresses und Milizsoldaten versammeln, und ließ zusätzlich auf und um Manhattan Island schwere Befestigungen bauen. Die Hälfte seiner Truppen bewegte er zu den ebenfalls neu errichteten Befestigungsanlagen auf den Brooklyn Heights, und überließ Manhattan Generalmajor Israel Putnam.

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Zwischen dem 22. und 25. August landeten 20.000 von Howes Männern auf Long Island, die in der Schlacht von Long Island die Kontinentaltruppen unter Befehl von Generalmajor John Sullivan angriffen. Howe entschied sich dann aber dazu, Sullivan am nächsten Morgen in den Rücken zu fallen, was auch trotz erbitterter Gegenwehr der nun dazugestoßenen rechten Flanke unter Brigadegeneral William Alexander (Lord Stirling) gelang. Die amerikanische Front brach schnell zusammen. Den noch versprengten amerikanischen Truppen wurde ein Rückzug nach Brooklyn organisiert (der von den Briten unbemerkt blieb), und sie traten zwei Nächte darauf den geordneten Rückzug nach Manhattan an. Die amerikanischen Verluste wurden auf 300 bis 400 Tote und 700 bis 1.200 Gefangene geschätzt. Howe ließ seine 367 Verluste dokumentieren.

Vom 11. bis 15. September fanden auf Staten Island Friedensgespräche zwischen den Briten und einer Delegation aus Benjamin Franklin, Edward Rutledge und John Adams statt, die aber abgebrochen wurden als diese sich weigerten, die Aufhebung der Unabhängigkeitserklärung zu diskutieren. Am selben Tag landeten die Briten 4.000 Mann in Kip's Bay an der Südspitze Manhattans und vertrieben die dort postierten amerikanischen Milizen. Die Amerikaner zogen sich nach Harlem Heights im Norden Manhattans zurück, wo sie am 16. den Briten ein Rückzugsgefecht lieferten und danach deren weiteren Vormarsch blockierten. Am 21. September brach in New York ein Großbrand aus, der weite Teile der Stadt verwüstete.

Mitte Oktober landete Howe mit dem Großteil seiner Truppen auf dem Festland im Westchester County und Washington entschloss sich zur Evakuierung Manhattans. Am 28. Oktober trafen die beiden Heere in der Schlacht von White Plains aufeinander. Howe nahm danach bis Mitte November Fort Lee und Fort Washington zu beiden Seiten des Hudson River, während Washington sich über Stony Point auf die Westseite des Hudson zurückzog und dann nach Süden wandte. Von Truppen unter General Cornwallis verfolgt, zog er sich bis Dezember durch New Jersey über den Delaware River nach Pennsylvania zurück und überließ den Briten die Kontrolle über das New Yorker Gebiet und den größten Teil New Jerseys.

Trenton, 26. Dezember 1776

Die Schlacht von Trenton fand am 26. Dezember 1776 während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges statt. Dabei wurden hessische Regimenter unter Oberst Johann Rall, die als Subsidientruppen in britischen Diensten standen, von der amerikanischen Kontinentalarmee unter George Washington in Trenton vernichtend geschlagen. Durch diesen Sieg konnte Washington die Situation der Unabhängigkeitskämpfer nach einer Reihe von Rückschlägen wieder stabilisieren.


Washington überquert mit seinen Truppen den Delaware-River auf dem Weg zur Schlacht von Trenton. Ölgemälde von Emanuel Leutze

Hintergrund

Im Vorfeld der Schlacht war die Kampfmoral der amerikanischen Truppen auf dem Tiefpunkt. Nach der verlorenen Schlacht von Long Island musste die Truppe aus New York weichen und befand sich in New Jersey auf dem Rückzug. Selbst Washington zweifelte an den Erfolgsaussichten des Freiheitskampfes. Er schrieb seinem Cousin in Virginia "The game is pretty near up" (Das Spiel ist fast vorbei). Trenton war von drei Regimentern hessischer Soldaten besetzt, welche dort ihr Winterlager aufgeschlagen hatten. Dem kommandierenden Offizier, Oberst Johann Rall unterstanden die drei Regimenter Knyphausen, Lossberg und Rall mit ca. 1400 Soldaten. General Washington befehligte ca. 2400 Mann, unterstützt von Major General Nathanael Greene, Brigadier General Hugh Mercer und Major General John Sullivan. Der amerikanische Sieg wurde durch die Aufklärungstätigkeit von John Honeyman unterstützt. Durch Honeyman war Washington über die Truppenstärke der Hessen informiert. Außerdem versorgte er die Hessen mit falschen Informationen über den Zustand der amerikanischen Truppen, was zur Einschätzung führte, diese seien nicht in der Lage einen Angriff zu führen. Das schlechte Wetter veranlasste die Hessen am Vortag der Schlacht keine Aufklärungstätigkeiten durchzuführen, was das Überraschungsmoment des Angriffs verstärkte.

Die amerikanische Angriffsplanung

Der amerikanische Schlachtplan sah koordinierte Attacken aus drei verschiedenen Richtungen vor. General John Cadwalader sollte die britische Garnison in Bordentown angreifen, um zu verhindern, dass von dort Verstärkung entsandt werden konnte. General James Ewing sollte mit 700 Soldaten den Fluss Delaware mit der Trenton Fähre überqueren und die Brücke am Assunpink Creek besetzen, um den Fluchtweg für die feindlichen Truppen zu blockieren. Die Hauptstoßrichtung sollte mit 2400 Soldaten neun Meilen nördlich von Trenton über den Fluss erfolgen und sich dann in zwei Gruppen aufteilen. Die Generäle Greene und Sullivan sollten mit diesen zwei Gruppen den Hauptangriff unmittelbar vor der Morgendämmerung führen.

Abhängig vom Erfolg der Operation, sollten anschließend die Städte Princeton und New Brunswick angegriffen werden. Bereits in der Woche vor Weihnachten wurden immer wieder hessische Patrouillen, Wachposten und Kurierreiter erfolgreich angegriffen, sodass der hessische Kommandeur schließlich 100 Soldaten und eine Artillerieabteilung abstellen musste, um einen Brief sicher an die britische Kommandantur in Princeton zu übermitteln.

Hessische Aktivitäten

Die Stadt Trenton hatte zur damaligen Zeit zwei Hauptstraßen, die King (heute Warren)- Street und die Queen (heute Broad)- Street. Oberst Rall wurde durch seinen vorgesetzten Offizier, Graf Karl Emil von Donop, angewiesen, eine Schanze am Kopf beider Straßen zu errichten. An dieser Stelle steht heute ein Monument zur Erinnerung an die Schlacht. Donops Brigade war in Bordentown stationiert und marschierte am 22. Dezember südlich in Richtung Mount Holly, wo sie am Folgetag mit der New Jersey Miliz die Schlacht vom Iron Works Hill auszutragen hatten.

Oberst Johann Rall war ein 50jähriger Berufssoldat mit großer Erfahrung in der praktischen Kriegsführung. Sein Wunsch nach Verstärkung wurde vom britischen General James Grant abgewiesen. Grant verachtete die amerikanischen „Rebellen“ und schätzte deren militärische Fähigkeiten als gering ein. Oberst Ralls untergebenen Offiziere beurteilten die Lage richtig und befürchteten einen amerikanischen Angriff. Rall selbst glaubte nicht daran. Er argumentierte mit der militärischen Überlegenheit der Hessen und erwähnte, dass ein Bajonettangriff die angreifenden Amerikaner in die Flucht schlagen würde.

Rall wähnte sich derart in Sicherheit, dass er keine weiteren Schanzarbeiten in Trenton mehr durchführen ließ. Außerdem wurden am Vortag des Angriffs keine Patrouillen zur Feindaufklärung ausgeschickt, da das Wetter sehr schlecht war und ein Schneesturm die Sicht behinderte. Die hessischen Regimenter feierten zudem Weihnachten und der Genuss alkoholischer Getränke hatte die Einsatzfähigkeit der Truppe eingeschränkt.

Der Marsch nach Trenton

Vor dem Aufbruch der amerikanischen Truppen wurde General Washington von Benjamin Rush aufgesucht, welcher ihm Mut zusprechen wollte. Bei diesem Treffen entdeckte Rush die von Washington geschriebene Notiz "Victory or Death" (Sieg oder Tod). Diese Worte wurden zum Kennwort für den kommenden Überraschungsangriff.

Die schlechten Wetterbedingungen verzögerten die Landung in New Jersey, welche um Mitternacht abgeschlossen sein sollte auf 3:00 Uhr morgens und Washington musste erfahren, dass ein Angriff vor dem Morgengrauen nicht mehr stattfinden konnte. Ein weiterer Rückschlag für die amerikanische Seite war der Umstand, dass die Generäle Cadwalader und Ewing mit ihren Truppenteilen wegen des schlechten Wetters nicht mehr am Angriff teilnehmen konnten. In den nächsten viereinhalb Stunden marschierten die amerikanischen Truppen nach Trenton. Die Soldaten waren schlecht ausgerüstet, viele hatten keine Stiefel und mussten sich mit um die Füße gewickelte Lappen behelfen. Die blutigen Füße vieler Soldaten färbten den Schnee dunkelrot. Zwei Männer erfroren während des Marsches und waren damit die einzigen Verluste, welche die amerikanische Seite zu beklagen hatten.

Kampfverlauf

Der amerikanische Angriff


Die Situation zu Beginn des Gefechtes

Die Hessen hatten in Pennington ungefähr neun Meilen (14 km) nördlich von Trenton und östlich des amerikanischen Marschweges einen kleinen Wachposten eingerichtet. Als die Wachmannschaft die amerikanische Marschformation erblickte, ordnete der kommandierende Offizier, Leutnant von Wiederholdt, den Rückzug nach Trenton an. Andere Wachmannschaften folgten und gaben damit die River Road frei, durch welche dann amerikanische Einheiten, geführt von General John Sullivan, in Trenton ungehindert einrücken konnten. Sullivan besetzte den Übergang zum Assunpink Creek, den einzigen südlichen Fluchtweg für die Hessen aus Trenton.

Am Nordende Trentons waren 35 hessische Jäger unter dem Kommando von Leutnant Grothausen stationiert. Als diese die Vorhut von Sullivans Truppen sahen, versuchten sie sich über die Assunpike-Brücke zurückzuziehen. Erst langsam formierten sich die drei hessischen Regimenter zum Widerstand. Rall wurde von seinem Adjutanten, Leutnant Biel, geweckt, als in der Stadt schon gekämpft wurde. Amerikanische Einheiten hatten bereits die Schanze an der King- und Queen – Street eingenommen und zwei Kanonen in Stellung gebracht. Damit kontrollierten sie alle Hauptausgänge der Stadt. Die Hessen versuchten ihrerseits vier Kanonen in Stellung zu bringen, was aber durch anhaltendes feindliches Feuer verhindert wurde. Die verbliebenen amerikanischen Einheiten umschlossen die Stadt, um die noch kämpfenden Hessen einzukesseln.

Der hessische Widerstand bricht zusammen


Die Situation am Ende des Gefechtes

Das Regiment Knyphausen wurde von den anderen beiden Regimentern getrennt und von John Sullivans Truppen in Richtung Süden abgedrängt. Die beiden anderen hessischen Regimenter, Lossberg und Rall, wichen auf offenes Feld aus und versuchten einen Gegenangriff, welcher umgehend zurückgeschlagen wurde. Rall befahl daraufhin seinen Soldaten südöstlich in eine Obstplantage außerhalb Trentons auszuweichen. Von dieser Plantage aus versuchte Rall unter feindlichem Beschuss abermals einen Gegenangriff, welcher zunächst erfolgreich war. Ralls Plan war, die Stadt wieder einzunehmen und dann nach Princeton zu entkommen. In den Straßen von Trenton gerieten die hessischen Soldaten jedoch unter Kanonenbeschuss und auf amerikanischer Seite beteiligten sich inzwischen auch Zivilisten aus der Häuserdeckung heraus an den Kämpfen. Zu diesem Zeitpunkt wurde Oberst Rall schwer verwundet. Die hessischen Soldaten zogen sich wieder in die Plantage zurück, wo sie von den amerikanischen Verbänden umzingelt und zur Aufgabe gezwungen wurden.

Der verbliebene Rest des Regiments Knyphausen versuchte nach Bordentown zu entkommen. Da die Einheit aber ihre Kanonen über sumpfigen Boden mitführen wollte, verlangsamte sich ihr Vorankommen. Der Fluchtweg wurde von Sullivans Einheiten versperrt, die Flüchtenden eingeschlossen und 200 Hessen zur Kapitulation gezwungen. Wenige hessische Soldaten konnten entkommen und Sullivan erbeutete die Regimentskanonen samt Munition. Minuten später kapitulierten auch die anderen hessischen Einheiten.
Die amerikanische Seite erbeutete insgesamt 1000 Waffen mit Munition, welche dringend benötigt wurden.

Verluste

Die amerikanischen Streitkräfte erlitten nur geringe Verluste. Die beiden Toten der kontinentalen Armee starben an Unterkühlung während des Marsches nach Trenton. Nur vier Amerikaner wurden verwundet, zwei davon bei der Überwindung der hessischen Artillerie, sodass diese nicht eingesetzt werden konnte. Beide Verwundete waren prominente Offiziere: Captain William Washington, der Cousin des Oberkommandierenden und der junge Leutnant James Monroe, der spätere Präsident der Vereinigten Staaten. Monroe wurde durch eine Gewehrkugel an der linken Schulter schwer verletzt. Der behandelnde Arzt, Doctor John Riker, rettete Monroe mit einer Arterienklammer das Leben. Am Tag nach dem Gefecht wurden 1000 amerikanische Soldaten krank gemeldet. Auf hessischer Seite fielen 25 Soldaten, darunter alle vier kommandierende Obristen. Oberst Johann Rall erlag einige Stunden nach dem Gefecht in seinem Hauptquartier seinen schweren Verletzungen. 90 Hessen waren verwundet und insgesamt 920 in Gefangenschaft geraten. Das Regiment Lossberg war aufgerieben und nur ein kleiner Teil des Regiments Knyphausen konnte entkommen.

Auswirkungen

Der außerordentliche Erfolg des relativ kleinen Gefechtes stellte den Kampfgeist und die Moral der amerikanischen Seite wieder her. Erstmals war es gelungen, reguläre europäische Einheiten zu überwinden, welche in den Monaten zuvor von Sieg zu Sieg geeilt waren. Insbesondere die hessischen Einheiten waren wegen ihrer Kriegsführung im Kampf um New Jersey gefürchtet, umso mehr staunte man auf amerikanischer Seite, wie leicht man den Gegner ohne nennenswerten Widerstand überwinden konnte. Die Angst vor den Hessen war nachhaltig überwunden. Die einzigen britischen Soldaten vor Ort, ein kleiner Trupp Dragoner, flüchtete gleich zu Beginn der Kämpfe.


Die Kapitulation der hessischen Truppen

Um die Mittagszeit nach dem Gefecht, zogen sich die amerikanischen Streitkräfte über den Delaware wieder nach Pennsylvania zurück. Mitgeführt wurden die erbeuteten Kriegsgüter und die Gefangenen. Der Rückzug gestaltete sich noch schwieriger als der Anmarsch. Die amerikanischen Einheiten mussten wieder den vereisten Delaware überqueren und dabei zudem die hessischen Gefangenen und die Kriegsbeute mitführen. Bei der Überquerung gab es erneute Verluste auf Seiten der Amerikaner. Weitere hessische Verluste sind wahrscheinlich, jedoch nicht überliefert. Bevor sie interniert wurden, ließ General Washington die Kriegsgefangenen im Triumphzug durch die Stadt Philadelphia führen. Die bis dahin gefürchteten hessischen Soldaten sollten der Bevölkerung als nunmehr geschlagen vorgeführt werden, nicht zuletzt um die Angst zu überwinden und der Kriegsmüdigkeit entgegen zu wirken. Die gefangenen Hessen wurden über Philadelphia und Lancaster nach Virginia verbracht.

In der folgenden Woche siegte die amerikanische Streitmacht auch in der Schlacht von Princeton, was den preußischen König Friedrich der Große dazu veranlasste, Washingtons Errungenschaften in dieser Zeit als die brillantesten in der Militärgeschichte zu bezeichnen.

Albrecht von Wallenstein Offline




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29.07.2009 16:43
#6 RE: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg antworten

Princeton, 3. Januar 1777

Nach dem Coup in Trenton überquerte Washington wieder den Delaware nach Pennsylvania mit seinen hessischen Gefangenen im Schlepptau. Allerdings fürchtete er zum Jahresende, nicht genügend Truppen zu haben, und sammelte in Trenton eine Streitmacht von knapp 5.200 Mann ein, was ungefähr die Hälfte aller der ihm zu dem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Truppen waren. Ihm unbewusst nach Trenton gefolgt war auch Generalmajor Charles Cornwallis, der mit 6.000 britischen Berufssoldaten nach Trenton stürmte. Am 2. Januar 1777. Washington stand nun mit dem Rücken zum Delaware, da er sich zum Assunpink Creek zurückgezogen hatte. Cornwallis verzögerte seinen Angriff, was den Amerikanern die Gelegenheit bot, sich in der Nacht vom 2. auf den 3. Januar über eine Nebenstraße zurückzuziehen. Um die Briten zu täuschen, hatten sie alle Anzeichen von Leben an der ursprünglichen Front erhalten, wie etwa Lagerfeuer. Nachdem sie in südlicher und östlicher Richtung entkommen waren, griffen sie am Morgen eine Kolonne britischer Soldaten unter dem Kommando von Oberst Charles Mawhood an, die gerade im Begriff waren, sich Cornwallis anzuschließen. Mawhoods Trupp bestand aus einem einzigen Bataillon von knapp 400 Mann. Dennoch gelang es ihm, zwei amerikanische Bataillone nacheinander aufzureiben, und er konnte erst mit dem Eintreffen Washingtons, dessen Symbolgehalt seine Truppen wieder einte und der ein weiteres Bataillon einbrachte, verjagt werden. Indessen waren die Amerikaner numerisch 11:1 überlegen. Mawhood gelang dennoch ein geordneter Rückzug nach Morristown und New Brunswick in New Jersey. Er hatte 86 Verluste zu beklagen. Auch Washington mit seinen ca. 40 bis 50 Verlusten zog sich zurück, und zwar in stark bewaldete Hügel östlich von New Brunswick, die Schutz vor Angriffen der Briten bot. Hier richtete er sein Winterquartier ein, welches die Kommunikationswege des Feindes flankierte. General Howe bemerkte dies, und wurde so gezwungen, sich ebenfalls nach New Brunswick zurückzuziehen, da es ihm unmöglich erschien, alle Punkte, die Washington hätte angreifen können, ausreichend zu decken.


Saratoga-Feldzug Juli bis Oktober 1777

Der Saratoga-Feldzug war 1777 eine Unternehmung der British Army im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Der Feldzug sollte die amerikanischen Streitkräfte teilen, indem eine Zone unter Kontrolle des Königreichs Großbritannien zwischen der Neuengland-Kolonie und ihren Nachbarn im Süden geschaffen werden sollte. Der Feldzug war endgültig gescheitert, als John Burgoyne am 17. Oktober 1777 nach der Schlacht von Saratoga im Namen der British Army kapitulierte.

Planung des Feldzuges


Nachdem Generalleutnant John Burgoyne geholfen hatte, die amerikanische Invasion von Kanada Ende 1776 zu verhindern, kehrte er im September nach England zurück. Er begann politische Unterstützung für einen Plan für die Trennung der amerikanischen Kolonien durch eine Invasion von Kanada aus zu suchen. General Sir Henry Clinton war ebenfalls in Großbritannien und versuchte für sich die Genehmigung für ein unabhängiges Kommando zu erhalten.

Burgoyne schrieb sein Strategie unter dem Titel Ideen für die Ausführung des Krieges auf der kanadischen Seite nieder. Er sandte sie an Lord Germain und erhielt am 20. Februar 1777 die Zustimmung und schlug seinen Rivalen um das unabhängige Kommando. Sein Plan wurde angenommen und er würde selbst den Hauptvorstoß des Saratogafeldzuges anführen. Burgoyne war so von seinem Erfolg überzeugt, dass ein Londoner Gentlemens Club seine Wette über 50 Guineen aufzeichnete, ... dass er am Weihnachtstag 1777 siegreich aus Amerika zurück sein würde.

Feldzugsstrategie

Der Plan, Neuengland zu separieren, basierte auf den zwei Fundamenten des okkupierten New York City und des kürzlich gesicherten Kanadas. Drei Streitkräfte sollten den Widerstand durchschneiden und sich bei Albany (New York) treffen. Burgoyne sollte die Hauptstreitkraft britischer regulärer und braunschweigischer Truppen den Seeweg hinab von Trois-Rivières (Québec), über den Champlainsee und Lake George durch das nördliche Hudson River-Tal kommandieren. Oberstleutnant Barry St. Leger sollte eine zweite Streitmacht vorwiegend kanadischer Kräfte und indianischer Alliierter von Fort Oswego den Mohawk River hinab führen. General William Howe und die Seestreitkräfte sollten sie von New York aus den Hudson River hinauf bewegen. Wenn sie sich bei Albany getroffen haben würden, wäre die Separierung komplett.

Burgoyne kehrte am 6. Mai 1777 nach Québec zurück, bei sich einen Brief von George Germain, 1. Viscount Sackville, der den Plan vorstellte, jedoch in den Details ungenau war. Das erzeugt einen neuen Konflikt um das Kommando, der die Briten den Krieg hindurch behindern sollte. Nominell stand Generalleutnant Burgoyne höher als Generalmajor Guy Carleton, aber Carleton war Gouverneur von Kanada. Carleton erfüllte Burgoyne Forderung nach genügend kanadischen Truppen, um Crow Point und Fort Ticonderoga zu bemannen, er nötigte ihn, einige seiner regulären Truppen als Besatzung in Kanada zu lassen. Er scheint außerdem versäumt zu haben, Burgoyne über Howes Brief zu informieren, der mitteilte, dass er den Feldzug nicht voll unterstützen könne. Im Juni war alles bereit und die Feldzugsvorstöße begannen.

Die Mohawk-Expedition

St. Leger segelte den Sankt-Lorenz-Strom hinab, kreuzte den Ontariosee und traf ohne Verluste zu erleiden in Fort Oswego ein. Er hatte über 300 reguläre Soldaten, die durch 650 Mann kanadischer und britischer Loyalisten-Milizen unterstützt wurden und 1000 Indianer, angeführt von John Butler und den Mohawk-Hauptmann Joseph Brant. Am 25. Juli verließen sie Oswego und marschierten mit guter Disziplin los, um Fort Stanwix zu belagern.

Die Belagerung von Fort Stanwix



St. Leger begann die Belagerung am 4. August, indem er die Garnison unter dem Kommando von Oberst Peter Gansevoort zur Kapitulation aufforderte. Sein Angebot wurde ausgeschlagen und am selben Tag brach General Nicholas Herkimer mit 800 Milizionären von Tryon County auf, um Gansevoort zu helfen. Aber St. Leger erfuhr von diesem Auftrag und griff die Unterstützungsexpedition am 6. August in der Schlacht von Oriskany an. Während dieser Schlacht zerstörte ein Ausfall aus dem Fort große Teile von St. Legers Tross. Sie richteten sich nun auf eine Belagerung ein. Die indianischen Streitkräfte und einige der Hilfstruppen begannen heimzugehen, da es nicht so bald Kriegsbeute geben würde und die Vorräte knapp wurden.

Inzwischen wurde der amerikanische Gegenschlag vorbereitet. Am 10. August hatte Benedict Arnold Stillwater mit 800 Mann der Kontinentalarmee aus Philip Schuylers Norddepartement verlassen. Er erwartete Unterstützung von den örtlichen Milizen aus der Umgebung von Fort Dayton, das er am 21. August erreichte. Arnold konnte jedoch nur etwa 100 Milizionäre ausheben, darum griff er zu einem Täuschungsmanöver. Es sandte Agenten und täuschte die Flucht eines Gefangenen vor, der St. Leger informierte, dass Arnold mit einer großen Streitkraft anrücke.

Auf Grund dieser Nachrichten zogen sich Joseph Brant und der Rest von St. Legers Indianern zurück. Sie nahmen das meiste der verbliebenen Vorräte mit sich, weshalb St. Leger gezwungen war, sich über Oswego nach Kanada zurückzuziehen. Arnold sandte ihnen eine Militäreinheit nach, zog mit dem Rest seiner Streitkraft nach Osten, um die amerikanischen Streitkräfte in der Schlacht von Saratoga zu unterstützen.

Die Burgoyne-Expedition

St. Legers Angriff entlang des Mohawk und General Howes erwarteter Vorstoß von New York aus waren beides Ablenkungsmanöver, um die amerikanische Verteidigung auszudünnen. Burgoyne führte die Hauptangriff südlich durch die Seen und das Hudson-Tal in Richtung Albany. Am 13. Juni 1777 hatte er seine Streitkräfte in Saint-Jean-sur-Richelieu versammelt.

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Er erwartete keine Wiederholung der vorjährigen Verzögerung auf Valcour, weil er eine übermächtige Seestreitkraft hatte. Neben den fünf Schiffen aus dem letzten Jahr war ein sechstes gebaut worden und drei waren Benedict Arnold nach der Schlacht von Valcour abgenommen worden. Zusätzlich hatte er 28 bewaffnete Kanonenboote und ein große Flotte von Kanus und Flussbooten (Boote mit flachem Boden) für den Transport. Seine Armee umfasste mehr als 7.800 Mann und über 130 Artilleriewaffen von leichten Mörsern bis zu 11-kg-Kanonen. Seine regulären Truppen waren in zwei Divisionen organisiert. Generalmajor William Phillips führte die 3700 britischen Regulären zur Rechten, während Generalmajor Friedrich Adolf Riedesels 3000 Braunschweiger [1] [2] die Linke hielten. Seine regulären Truppen starteten in gutem Zustand, waren aber schlecht für den Kampf in der Wildnis gerüstet.

Fort Ticonderoga

Die Schlacht von Ticonderoga am 5. und 6. Juli 1777 war mehr eine Folge von Manövern als ein direkter Konflikt im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die British Army unter General John Burgoyne nahm das Fort ein, nachdem sie den amerikanischen General Arthur St. Clair gezwungen hatte, sich mit den Verteidigern zurückzuziehen.

Hintergrund

Der britische und hessische Vormarsch im vorausgegangenen Sommer wurde mit der Schlacht von Valcour aufgehalten, aber jeder wusste, dass sie zurückkehren würden. Fort Ticonderoga war zu diesem Zeitpunkt mit unterbesetzten Regimentern der Kontinentalarmee und Milizeinheiten aus verschiedenen Staaten bemannt. Alles in allem hatte General Arthur St. Clair etwas mehr als 2.500 Mann in diesem Gebiet. Sie hatten monatelang gearbeitet, um das alte Fort zu reparieren, und mehrere neue Blockhäuser errichtet. Sie hatten außerdem Fort Independence auf der anderen Seite des Sees verstärkt und eine Ponton-Brücke dort errichtet, wo der Fluss La Chute in den Champlainsee mündet, um die Verbindung zwischen den Forts zu verbessern.

Die amerikanischen Bemühungen wurden jedoch sinnlos, weil sie einen Schlüsselpunkt übersehen hatten. Ein Hügel namens „Sugar Loaf“ überragte beide Forts und darauf stationierte große Kanonen würden es unmöglich machen, sie zu verteidigen. John Trumbull hatte Anfang des Jahres darauf hingewiesen, als General Horatio Gates das Kommando hatte. Gates hielt das jedoch für unmöglich. Nachdem Gates zum Kontinentalkongress abgereist war, erklärte Philip Schuyler die Bedenken ebenfalls für grundlos, so dass die Bedrohung ignoriert wurde. Gefangen in politischen Auseinandersetzungen mit Gates und Schuyler in der Frage um das Kommando über das Nördliche Departement der Kontinentalarmee, lehnte es St. Clair ab Schuylers Befehle zu übergehen, nachdem er mit dem Kommando allein gelassen worden war. Er behielt diese Position bei, obwohl Tadeusz Kościuszko Trumbulls Warnungen wiederholt hatte und Benedict Arnold mit seinem schlimmen Bein auf den Hügel geklettert war. Weil Gates nun Kościuszkos Rat gut hieß, wurde er von Schuyler und St. Clair ignoriert.

Burgoynes Streitkraft von etwa 8.000 Mann mit Artillerie und Marineunterstützung war groß genug, um St. Clairs Position zu überrennen. Schuyler befahl St. Clair mit seiner Streitmacht, die durch eintreffende 3.500 Milizionäre verstärkt worden war, so lange wie möglich auszuhalten, bevor er sich zurückzog, während zusätzliche Kräfte näher bei Albany zusammengezogen wurden. Anfang Juli traf die Burgoyne-Expedition in dem Gebiet ein.

Evakuierung und Fall

Britische Patrouillen entdeckten ebenfalls die strategische Lage von Sugar Loaf. Beginnend am 2. Juli 1777 nahmen sie die Höhe ein und errichteten befestigte Artilleriestellungen auf ihrer Spitze. Sie verbrachten außerdem mehrere Tage damit, einige ihrer schweren Kanonen mit Winden von Baum zu Baum die Böschung hinaufzuziehen. Am 4. Juli hielten die Amerikaner eine stille Feier mit Trinksprüchen zur Erinnerung an die im Vorjahr abgegebene Amerikanische Unabhängigkeitserklärung ab. Am Morgen des 5. Juli 1777 wachten sie jedoch auf und entdeckten die fertiggestellte britische Stellung, die den ganzen Tag über mit weiter eintreffenden Kanonen verstärkt wurde.

Ein Dauerfeuer würde das Fort in Schutt und Asche legen. Trumbull hatte bereits demonstriert, daß Schüsse aus den amerikanischen Kanonen die Hügelspitze nicht erreichen konnten. In der Nacht zog sich St. Clair mit seinen Truppen im Schutze der Dunkelheit zurück. Die Kanonen von Ticonderoga, der Großteil der Versorgungsgüter und einige Männer, die zu krank oder zu schwer verwundet waren, wurden den Briten zurückgelassen. Eine Handvoll Männer wurde mit geladenen Kanonen und brennenden Lunten im Fort Independence belassen, um die Pontonbrücke nach dem Rückzug zu beschießen. Aber sie machten sich über die Vorräte her und öffneten ein Fass Wein. Am nächsten Morgen nahmen britische Truppen sie gefangen und nahmen die Forts ein, ohne einen Schuss abgegeben zu haben. General Simon Fraser brach auf, um die fliehenden Amerikaner zu verfolgen.

Auswirkungen

Der Rückzug aus Fort Ticonderoga fand in Eile statt, war aber Teil der amerikanischen Verteidigungsstrategie, die von General Schuyler als Antwort auf den britischen Saratoga-Feldzug entworfen worden war. General Frasers Verfolgung führte zur Schlacht von Hubbardton, als er die Nachhut einholte. St. Clair schaffte es derweil, die meisten seiner Männer in Vorbereitung auf die Schlacht von Saratoga mit Schuylers Truppen bei Fort Edward zu vereinigen. Ticonderoga hielt Burgoynes Vormarsch nicht substanziell auf, aber er musste etliche Regimenter und einen Großteil seiner kanadischen Kräfte als Besatzung zurücklassen.

Der politische Einfluss der Kapitulation war viel stärker. Der Kontinentalkongress wurde angerufen und kritisierte sowohl Schuyler als auch St. Clair für den Verlust. Schuyler musste als Kommandeur des Nördlichen Departements der Kontinentalarmee zurücktreten und wurde durch General Horatio Gates ersetzt. Arthur St. Clair beharrte darauf, dass sein Handeln ehrenvoll gewesen sei. Er verlangte, dass seine Aktionen durch ein Kriegsgericht beurteilt würden, und nachdem dies geschehen war, wurde er vollständig freigesprochen.

Nach dem amerikanischen Sieg und Burgoynes Kapitulation nach der Schlacht von Saratoga zogen sich die britischen Kräfte nach St. John's zurück, und die Amerikaner nahmen das Fort ohne nennenswerte Verluste wieder ein.

Albrecht von Wallenstein Offline




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29.07.2009 17:00
#7 RE: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg antworten

Die Schlacht von Hubbardton

Nach dem Verlust von Ticonderoga zog sich St. Clairs Streitmacht geordnet zurück. Burgoyne sandte Kräfte aus seiner Haupttruppe aus, um sie zu verfolgen. Sie gerieten mindestens drei Mal mit den sich zurückziehenden Amerikanern in Kontakt. Der Hauptangriff wird als Schlacht von Hubbardton bezeichnet, während die anderen bei Fort Anne und Skenesboro stattfanden. Insgesamt kosteten diese Aktionen die Amerikaner nur etwas mehr als halb so viel Verluste wie die Briten. Wieder brachte St. Clair die meisten seiner Männer sicher hinaus, um sich mit General Schuyler bei Fort Edward zu vereinigen und die Amerikaner bewiesen, dass sie immer noch in der Lage waren, sich gegen die regulären britischen Truppen zu behaupten. Burgoynes Vorstoß nahm am 17. Juli Fort Anne ein, während die Hauptstreitkraft am 8. Juli bei Skenesboro landete.

Der Feldzug war bislang weitestgehend ein Erfolg für die Briten, aber nun begannen Dinge falsch zu laufen. Burgoyne hatte einige Verluste erlitten, und auch wenn die 220 getöteten oder verwundeten Männer nur eine Kleinigkeit für sein Vorhaben darstellten, schwächten sie die Invasion. Er hatte 400 Mann als Besatzung des Nachschublagers in Crown Point zurückgelassen und weitere 900, um Ticonderoga zu verteidigen. Er hätte nach Ticonderoga zurückkehren und dann nach Süden bis zum Ende des Lake George segeln können, aber das hätte wie ein Rückzug aussehen können. Er machte den fatalen Fehler, sich dafür zu entscheiden, weiter über Land nach Fort Edward zu ziehen. Er dachte, er würde Artillerie und Tross brauchen, um genügend Feuerkraft zu haben, um eine Wiederholung derartiger Verluste wie in der Schlacht von Bunker Hill zu vermeiden.

Schuyler und St. Clair entschieden inzwischen, einfach den Briten die Passage so schwierig wie möglich zu machen. Ihre Hauptwaffe in dieser Phase des Feldzuges könnte die Axt gewesen sein und sie waren in deren Anwendung überlegen. Es ist viel einfacher, große Bäume auf dem Weg des Feindes zu fällen, als sie beiseite zu schaffen, wenn sie gefallen sind. Die Truppen zogen sich in die Länge, ermüdeten und verbrauchten ihre Vorräte. Als Benedict Arnold sie am 24. Juli traf, unterstützte er dankbar ihren Plan, bevor er nach Westen geschickt wurde, um St. Leger bei Fort Stanwix zu stoppen. Die Taktik funktionierte gut, weil Burgoyne beginnen musste, eine Straße für seine Kanonen durch die Wildnis zu bauen. Sein Vorankommen wurde auf eine Meile pro Tag reduziert. Er nahm Fort Edward am 29. Juli ohne größere Kämpfe ein. Schuyler hatte sich nach Stillwater zurückgezogen und die Amerikaner waren darauf vorbereitet, die Verzögerungstaktik von Fort Edward nach Saratoga zu wiederholen.


Die Schlacht von Bennington

Die Schlacht von Bennington am 16. August 1777 war ein wichtiges Ereignis während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, in der britische Streitkräfte durch amerikanische Truppen geschlagen wurden. Wie bei vielen Schlachten wurde auch die Schlacht von Bennington nicht bei ihrem Namensgeber Bennington (Vermont) ausgetragen, sondern in diesem Fall ein paar Kilometer jenseits der Grenze in New York.

Der britische General John Burgoyne versuchte im Zuge seines Saratoga-Feldzugs, durch das nördliche Hudson River-Tal nach Albany vorzudringen. Nach mehreren britischen Siegen in Hubbardton und Fort Ticonderoga war Burgoynes Plan, die amerikanischen Kräfte in diesem Gebiet zu besiegen und dann von Albany aus weiter nach Süden zu ziehen, um die amerikanischen Kolonien in zwei Teile zu spalten.

Ende Juli hatte sich Burgoynes Vorrücken nach Albany bis auf ein Schneckentempo verlangsamt und seine Armeevorräte begannen zu schwinden. Burgoyne sandte von Fort Miller aus eine Einheit von 800 Männern unter dem Kommando des deutschen Oberstleutnant Friedrich Baum in das rund 60 km entfernte Bennington, um das dortige Vorratsdepot zu überfallen und falls möglich Pferde für seine abgesessen kämpfenden Dragoner zu erbeuten. Nach den Schätzungen der Briten wurde dieses von weniger als 400 Mann der Vermont-Miliz bewacht. Baums Truppen bestanden zur Hälfte aus deutschen und britischen Regulären und zur anderen Hälfte aus lokalen Loyalisten, Kanadiern und Indianern.

Am 13. August hörte Baum auf dem Weg nach Bennington vom Eintreffen von 1.500 Mann starken Milizen aus New Hampshire unter dem Kommando von General John Stark in diesem Gebiet. Baum befahl seiner Streitkraft am Walloomsac River, 6 km westlich von Bennington anzuhalten. Nachdem er die Bitte um Verstärkung nach Fort Miller gesandt hatte, nutzte Baum die Vorzüge des Terrains aus und stationierte seine Kräfte auf erhöhtem Grund. In strömendem Regen gruben sich Baums Männer ein und hofften, dass das Wetter die Amerikaner davon abhalten würde sie anzugreifen, ehe die Verstärkung eingetroffen wäre. Nur wenige Kilometer entfernt entschied Stark, Baums Stellungen auszukundschaften und zu warten, bis das Wetter sich aufgeklart hätte.

Am Nachmittag des 16. August klarte das Wetter auf und Stark befahl seinen Männern, sich für den Angriff fertig zu machen. Von Stark wird berichtet, dass er seine Männern mit den Worten anfeuerte: „Sie sind eure Feinde, die Rotröcke und die Tories. Sie gehören uns oder Molly Stark schläft heute Nacht als Witwe.“

Als er hörte, dass sich die Milizen in die Wälder begeben hätten, nahm Oberstleutnant Baum an, dass sich die Amerikaner zurückzögen oder woanders neu aufstellten. Stark jedoch hatte erkannt, dass Baums Streitkräfte ihm zahlenmäßig unterlegen waren und entschied sofort, sie von zwei Seiten einzukreisen, während gleichzeitig Baums zentrale Verteidigung angegriffen wurde. Starks Plan gelang, und nach kurzem Kampf an Baums Flanken flohen Loyalisten und Indianer. Baum und seine deutschen Dragoner eingekreist auf ihrer Höhe zurück. Die Deutschen kämpften tapfer, auch als ihnen das Pulver ausging. Die Dragoner unternahmen einen Angriff mit blankem Säbel und versuchten durch die sie umgebenden Streitkräfte zu brechen. Nachdem dieser letzte Angriff jedoch fehlgeschlagen und Baum tödlich verwundet war, ergaben sich die Deutschen.

Kurz nach dem Ende dieser Schlacht trafen, während die New-Hampshire-Miliz die deutschen Truppen entwaffnete, Baums Verstärkungen von etwa 500 Mann ein. Diese, unter dem Kommando von Oberstleutnant Heinrich von Breymann, sahen die Amerikaner in Unordnung und griffen sofort an. Nachdem diese sich hastig neu aufgestellt hatten, versuchten Starks Streitkräfte die Stellung gegen den deutschen Ansturm zu halten. Zum Glück für die New-Hampshire-Miliz trafen, bevor ihre Reihen durchbrochen wurden, mehrere hundert Vermont-Milizionäre ein, um Starks Truppen zu verstärken. Die Green Mountain Boys, kommandiert von Seth Warner, waren gerade in der Schlacht von Hubbardton von britischen Verstärkungstruppen besiegt worden und begierig, sich am Feind zu rächen. Zusammen wehrten die New-Hampshire- und die Vermont-Miliz von Breymanns Streitkräfte ab und besiegten sie letztendlich.

Die britischen und deutschen Gesamtverluste bei Bennington wurden mit 200 Toten und 700 Gefangenen beziffert, gegenüber 40 toten und 30 verwundeten Amerikanern. Starks Entscheidung, die angreifende Partei abzufangen und zu vernichten, bevor sie Bennington erreichen konnte, war ein ausschlaggebender Faktor für Burgoynes schließliche Kapitulation, weil es seiner Armee den Nachschub entzog.

Der amerikanische Sieg von Bennington stählte außerdem die Rebellen und beschleunigte die Kriegsbeteiligung Frankreichs.

Das Schlachtfeld ist heute als Bennington Battlefield State Historic Site zugänglich. 1891 wurde in Bennington das Bennington Battle Monument eingeweiht. Der 16. August wird in Vermont als „Bennington Battle Day“ als offizieller Feiertag begangen.


Die Schlacht von Saratoga

Die Schlachten von Saratoga werden von vielen Historikern als der Wendepunkt im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und die entscheidende Schlacht in der amerikanischen Geschichte angesehen. Eine Streitkraft von ungefähr 10.000 Männern – zumeist britische Reguläre – unter General John Burgoyne war im Sommer 1777 aus Kanada zu einem Feldzug vorgerückt. Ziel war es, Albany (New York) einzunehmen und durch Übernahme der Kontrolle im Hudson River-Tal New England vom Rest der Kolonien abzuschneiden. Im Frühjahr 1777 nahmen die Briten die kolonialen Forts in Crown Point (New York) und Ticonderoga ein. Die Amerikaner zogen sich zurück. Eine erfolgreiche koloniale Verzögerungstaktik durch systematisches Blockieren von Straßen, Zerstörung von Brücken und fortwährende Angriffe auf die britischen Truppen durch Scharfschützen verlangsamte den britischen Vormarsch jenseits der südlichen Enden des Champlain-Sees und des Lake George auf wenige Kilometer am Tag. Burgoynes Streitkraft wurde letztendlich durch koloniale reguläre Soldaten und Milizen unter General Horatio Gates in dem Gebiet im Norden der Hudson River-Tal-Stadt Saratoga (New York) aufgehalten. Im Verlauf des Sommers 1777 wuchs die koloniale Streitmacht auf ungefähr 15.000 Mann an.

Hintergrund

Die Briten verloren im Juli eine wichtige Schlacht in der Nähe von Bennington, Vermont und wurden daran gehindert, weiter das Connecticut River-Tal an Stelle des Hudson River-Tals hinab vorzurücken. Ein Versuch der Briten, auf Albany durch das Mohawk-Tal vorzurücken, wurde durch den erfolgreichen kolonialen Widerstand in Fort Stanwix in der Nähe des heutigen Rome (New York) verhindert.

Die Schlachten

Die Schlacht von Freemans Farm

General Burgoyne führte die Hauptexpedition des Saratoga-Feldzuges von Kanada nach Süden in Richtung Albany (New York). Auf seinem Weg hatte er alle Standorte und Streitkräfte besiegt. Der amerikanische Widerstand wurde stärker, als er 14½ km südlich von Saratoga (New York) an das Westufer des Hudson River übersetzte. Die Amerikaner hatten eine Erhebung namens Bemis Heights befestigt. Burgoynes zwei Versuche, sie beiseite zu fegen, wurden unter dem Namen Schlacht von Saratoga bekannt. Die Schlacht von Freemans Farm war der erste Versuch und die Schlacht von Bemis Heights drei Wochen später war der zweite.

Die Briten rückten in drei Kolonnen auf die Höhen vor, die mehr als 3 km südlich von ihnen lagen. Friedrich Adolf Riedesel führte die linke Kolonne auf dem Flussweg zusammen mit dem Hauptteil des Artillerie- und Schutznachschubs. General James Inglis Hamilton kommandierte das Zentrum, das die Höhen angreifen sollte. General Simon Fraser führte den rechten Flügel mit Leichten Infanterie- und Grenadier-Bataillonen, um den Amerikanern in die linke Flanke zu fallen. Die amerikanische Rechte war durch den Hudson River geschützt.

Die amerikanischen Streitkräfte waren weder sonderlich gut organisiert noch sonderlich gut auf das Gefecht vorbereitet. General Gates hatte gerade erst das Kommando des Nördlichen Departements der Kontinentalarmee übernommen, nachdem Burgoyne Fort Ticonderoga fast kampflos eingenommen hatte. George Washington hatte einige erfahrene Einheiten nach Norden geschickt, so dass die Schlachten von Saratoga auf beiden Seiten von ausgebildeten Soldaten geschlagen wurden. Zuvor hatte Burgoyne meist nur Milizen gegenüber gestanden.

Aber die amerikanische Kommandostruktur war gestört. Benedict Arnold hatte eigentlich das Kommando über den linken Flügel. Trotzdem hatte er nicht nur keine Befehle für die Schlacht, Gates wollte ihm auch nur eine Kundschaftermission genehmigen.

Beschreibung der Schlacht

Die Briten begannen nicht sehr früh. Sie hatten nur wenige Informationen über Stärke und Aufstellung der amerikanischen Streitkräfte und Morgennebel begrenzte die Sicht. Mittags löste dieser sich auf und die Briten marschierten los.

Benedict Arnold war inzwischen an die äußerste linke Flanke geritten und bat Oberst Daniel Morgans Männer, Simon Frasers Vormarsch zu stoppen. Morgan und Fraser bevorzugten einen Angriff während die Briten sich in Marschkolonnen durch den Wald bewegten. Arnold nutzte seine früheren Befehle, die ihm eine Erkundung mit der Truppe erlaubten, um Morgans und Henry Dearborns Leichten Infanterie-Bataillonen das Vorrücken zu befehlen. Als Morgans Virginia-Schützen eintrafen, um Freemans Farm zu stürmen, fanden sie Frasers vorrückende Marschkolonne vor. Die ersten Schüsse töten alle britischen Offiziere und schlugen die übrigen Truppen in die Flucht.

Als sie das sahen, stürmten Morgans Männer waghalsig vorwärts. Unter Dearborns Feuerschutz jagten sie Frasers Leichte Infanterie zu General Hamiltons Hauptkolonne zurück. Ihr Enthusiasmus wurde erst gebrochen, als sie in die Bajonette der Grenadierbataillone liefen. Aus dem amerikanischen Vormarsch wurde ein schneller Rückzug. Nach diesem Muster verlief auch der Rest der Schlacht.

Morgan arbeitete hart, um sein Regiment im Süden des Feldes wieder zu formieren. Wissend, dass Morgan in Schwierigkeiten war, befahl Arnold Enoch Poors Brigade aus New Yorker und New Hampshirer Soldaten und Connecticuter Milizen, die amerikanische Linke zu verstärken. Außerdem befahl er General Ebenezer Learned, mit vier Regimentern der Kontinentalarmee Morgan im Zentrum zu unterstützen. Burgoyne sah nicht tatenlos zu und befahl Fraser und Hamilton, sich auf den Äckern der Farm neu zu formieren.

Als die Briten sich auf dem Feld gesammelt hatten, trieb sie massives Feuer von Poors Regiment unter bedeutenden Verlusten zurück. Wiederum schlugen die Briten jedoch einen amerikanischen Angriff zurück. Arnold selbst führte einen Angriff mit fünf Regimentern auf das Zentrum an, konnte jedoch Frasers Flügel nicht von Burgoynes anderen Streitkräften abschneiden. Drei Mal ritt Arnold zurück in das Hauptquartier, um Gates zu bitten, anzugreifen oder ihm genug Männer zu geben, um die Briten zu schlagen. Seine einzigen Antworten waren ein Befehl, Alexander Scammels 3. New Hampshire Regiment als Bewachung des Hauptquartiers zurückzulassen und letztlich der Befehl an Arnold, sich aus der Schlacht zurückzuziehen.

Den letzten Schlag der Schlacht führten die Briten. Burgoyne befahl Riedesel eine leichte Wache bei der Marschkolonne zurück zu lassen und auf Freemans Farm vorzurücken. Riedesel führte seine Hessen mit Artillerieunterstützung durch eine Klamm, die die Amerikaner für unpassierbar gehalten hatten. Seine zusätzlichen Kräfte erlaubten den Briten, die Äcker und die Farm erfolgreich einzunehmen.

Nachspiel

Burgoyne hatte die Farm eingenommen, aber über 600 Mann dabei verloren, die meisten in Hamiltons Hauptkolonne. Die Verluste an Männern und Ausrüstung konnte er nicht ausgleichen, darüber hinaus hatte er die Initiative verloren. Die amerikanischen Verluste lagen bei 300 Toten und Schwerverwundeten. Die britischen und hessischen Streitkräfte errichteten auf der Farm Befestigungen und befestigten ihre ursprüngliche Hudson-Überquerungsstelle.

Am Ende der Schlacht hatten sich beide Seiten mehr als 3 km voneinander entfernt eingegraben. Burgoynes Streitkräfte waren auf 6.000 Kämpfer geschmolzen und hatten nur noch wenig Ausrüstung und Nahrung. Gates hatte immer noch 7.000 Männer und jeden Tag trafen neue Milizionäre ein.

Gates berichtete auf schnellstem Wege dem Kontinentalkongress und dem New Yorker Gouverneur. Während die Feldkommandeure und die Kämpfer einhellig Benedict Arnold den Sieg zuschrieben, gingen Gates’ größte Anstrengungen dahin, dass niemand außer ihm selbst den Ruhm einstrich. Arnolds Proteste galten vor allem dem, was er als eine Herabsetzung von Learned, Poor, Morgan und ihren Männer ansah. Der Bruch zwischen Arnold und Gates wurde tiefer, und Gates stellte sicher, dass Arnold keine Kommandogewalt hatte, als es zur Schlacht von Bemis Heights kam.

Die Schlacht von Bemis Heights

Burgoynes Plan sah drei Vorstoßrichtungen vor. Brigadegeneral Simon Fraser sollte hinter die amerikanische Front vorstoßen und die Positionen für die Artillerie sichern. Weil er sich durch Waldgebiet bewegte, hatte er Leichte Infanterie, kanadische Milizen und Ranger und verbündete Indianer mit insgesamt 700 Männern zur Verfügung. Friedrich Adolf Riedesels Braunschweiger Truppen sollten den Hauptangriff ausführen und die amerikanische Linke einnehmen, wofür über 1.100 Männer und unterstützende Artillerie zur Verfügung standen. Währenddessen sollte Generalmajor William Phillips in einem linken Haken die amerikanische Linke von den amerikanischen Hauptkräften auf den Bemis Heights aus angreifen, die den Hudson River überblickten. Zu Phillips Streitkräften gehörten etwas mehr als 400 Mann eines Grenadier-Bataillons unter Major John Dyke Acland und die Königliche Artillerie unter Major Williams.

General Lincolns Männer hatten sich von Gates Befestigungen auf den Bemis Heights in Richtung Nordwesten ausgebreitet. Am linken (westlichen) Ende befanden sich Oberst Morgan und Oberst Dearborn mit mehr als 600 Mann. In seinem Zentrum stand General Learneds Brigade, verstärkt durch mehr als 1.800 Milizionäre. In der Hauptposition befand sich General Poors Brigade mit mehr als 1.400 Mann. Hinter Learned hielt Brigadegeneral Abraham Ten Broeck 1.200 New Yorker Milizionäre in Reserve.

Aus der Schlacht zwei Wochen zuvor lernend, begann der Angriff am frühen Nachmittag. Das sollte Burgoyne erlauben, sich bei Anbruch der Dunkelheit zurückzuziehen, wenn das notwendig werden sollte. Das Feuer wurde von vorrückenden Grenadieren zu Lincolns Rechter eröffnet. Poors Männer schossen nicht zurück und das Gelände machte das Feuer weitgehend wirkungslos. Als Major Acland einen Bajonettangriff auf ihre Positionen anführte, eröffneten auch die Amerikaner aus nächster Nähe das Feuer. Acland fiel mit Schusswunden in beiden Beinen und viele der Grenadiere gingen ebenfalls zu Boden. Ihre Kolonne war in totaler Auflösung und Poors Männer rückten vor, um die beiden Kommandeure gefangen zu nehmen und deren Artillerie zu erbeuten. Die, die entkommen waren, kehrten in die Befestigungen auf Freemans Farm zurück.

Am westlichen Ende standen die Dinge für die Briten auch nicht gut. Morgans Männer fegten die Kanadier und die Indianer beiseite, um Frasers Reguläre anzugreifen. Obwohl zahlenmäßig leicht unterlegen, schaffte es Morgan, mehrere Versuche der Briten sich nach Westen zu bewegen zu vereiteln. Inzwischen lauschte Benedict Arnold in Gates Hauptquartier nervös auf den Schlachtenlärm. Er war des Kommandos enthoben worden und Gates ließ ihn nicht zu sich. Letztendlich schnappte er sich sein Pferd und ritt in die Schlacht. Gates einzige Reaktion war, ihm Major Armstrong hinterher zu senden, mit dem Befehl, zurückzukehren, aber Armstrong konnte ihn nicht einholen.

Arnold ritt zuerst zu den leichten Bataillonen im Westen der Front. Als er sah, wie Fraser seine Männer wiederholt hinter sich scharte, sagte er Morgan, „dieser Mann ist so viel wert wie ein Regiment“. Morgan reagierte, indem er befahl, Fraser zu erschießen und ein Schütze namens Timothy Murphy tat es. Fraser fiel, tödlich verwundet und sein Vormarsch brach zusammen.

Als nächstes ritt Arnold zum Hauptkampfplatz. Learneds Männer hatten es schwer, das hessische Vorrücken zu bekämpfen und verloren an Boden. Arnold half, die Männer zu sammeln und zusammen mit Learned führte er den Gegenangriff an. Als Morgan, Dearborn und Poor begannen, sich von ihren Seiten her näher zu kommen, zogen sich die Hessen in ihre Ausgangspositionen zurück.

Nach etwa einer Stunde heftiger Kämpfe waren die Briten in ihre Ausgangspositionen zurückgekehrt. Nicht zufrieden, nur den britischen Vormarsch gestoppt zu haben, führte Arnold Learned und seine Männer zu einem Angriff auf deren erste Befestigung. Arnold erlitt eine Schusswunde im selben Bein, das während der Invasion von Kanada (1775) verwundet worden war, aber Learneds Brigade nahm die Befestigung ein.

Obwohl ihn seine Verwundung am kämpfen hinderte, ging Arnold zu Brigadegeneral John Patersons Brigade, um ihn zu ermuntern, die Attacken zu unterstützen. Hier jedoch holten ihn Gates Befehle ein und zogen ihn aus dem Kampf ab. Die Dunkelheit beendete die Schlacht und rettete Burgoyne vor weiteren Niederlagen.

Nachspiel

Burgoyne, bereits 3 zu 1 unterlegen, hatte 1.000 Männer verloren, während sich die amerikanischen Verluste nur auf etwas über 500 getötete und verwundete Männer beliefen. Er hatte mehrere seiner besten Kommandeure verloren. Nicht nur das Manöver war fehlgeschlagen, sondern seine Vorwärtsstrategie war gebrochen. In der Nacht ließ er in seinen verbliebenen vorgeschobenen Stellungen Feuer legen und zog sich im Schutze der Dunkelheit zurück. Am Morgen des 8. Oktober war er also wieder in den Stellungen, die er am 16. September besetzt hatte.

Aber er war schwächer als zuvor und hatte weniger Vorräte. Die amerikanischen Streitkräfte wuchsen gleichzeitig immer mehr an. Am folgenden Tag zog er sich weitere 12 km nach Saratoga (New York) zurück. Die Bühne für den finalen Akt der Schlacht von Saratoga und seine spätere Kapitulation war bereitet.

Burgoynes Kapitulation


General Burgoyne kapituliert in Saratoga

Die britische Streitmacht zog sich schließlich einige Kilometer nach Norden zurück, bis ihr Rückzug von kolonialen Streitkräften unter dem Kommando von Horatio Gates blockiert wurde. Umzingelt und zahlenmäßig unterlegen, 60 km südlich von Fort Ticonderoga, mit schwindenden Vorräten und den bevorstehenden Winter vor Augen hatte Burgoyne nur wenige Optionen. Er kapitulierte am 17. Oktober 1777.

Nachspiel

Burgoynes Truppen wurden entwaffnet und sollten eigentlich darauf vereidigt werden, nach Großbritannien zurückzukehren und sich nie wieder an einem Konflikt mit den Kolonien zu beteiligen – eine übliche militärische Praxis im 18. Jahrhundert. Stattdessen lehnte der Amerikanische Kongress die Ratifizierung der „Convention“ ab, jenes Dokuments, das die Bedingungen der Kapitulation ausführte, die zwischen Gates und Burgoyne ausgehandelt worden waren. Abgesehen von einigen britischen und deutschen Offizieren, die schließlich gegen gefangene amerikanische Offiziere ausgetauscht wurden, wurden die meisten der einfachen Soldaten der „Convention Army“, wie sie jetzt genannt wurde, in Lagern in New England, Virginia und Pennsylvania bis zum Ende des Krieges gefangen gehalten. Burgoyne selbst wurde in Unehre zurück nach England gesandt. Die Nachricht, dass die gesamte britische Armee nicht nur geschlagen, sondern mit all ihren Waffen gefangengenommen worden war, brachte den Aufständischen großes Vertrauen ein. Insbesondere Frankreich verstärkte seine Unterstützung der Unabhängigkeitsbewegung. Jahre später spielten französische Militär- und Marineeinheiten eine Schlüsselrolle bei der Kapitulation der zweiten britischen Armee in der Schlacht von Yorktown und bei der Beendigung des Krieges.

Albrecht von Wallenstein Offline




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29.07.2009 17:19
#8 RE: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg antworten

Kapitulation und die Convention Army

Als Convention Army (1777-1783) wurden die gefangenen britischen und alliierten Truppen des Saratoga-Feldzuges nach der Schlacht von Saratoga im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bezeichnet.


Lager der Convention Army in Charlottesville in Virginia. (Kupferstich von 1789)

Am 17. Oktober 1777 verhandelte der britische General John Burgoyne mit dem amerikanischen General Horatio Gates die Kapitulationsbedingungen für seine verbliebenen Streitkräfte aus dem Saratoga-Feldzug. Die Bedingungen wurden im Abkommen von Saratoga (Convention of Saratoga) festgehalten und legten fest, dass die Armee nach Europa zurückgesandt werden würde, wenn sie das Ehrenwort geben würde, nicht wieder in Nordamerika zu kämpfen. Gates schickte insgesamt mehr als 5.800 britische, braunschweig-wolfenbüttelsche und kanadische Truppen nach Boston.

Der Kontinentalkongress befahl Burgoyne, eine Liste und Beschreibung aller Offiziere zu liefern, um sicherzustellen, dass sie nicht zurückkehren würden. Als Burgoyne das ablehnte, annullierte der Kongress die Bedingungen das Abkommen. Im November 1778 war die Convention Army 1.127 Kilometer in Richtung Süden nach Charlottesville (Virginia) marschiert und wurde hier in kurzfristig errichteten Baracken (Albemarle Barracks, benannt nach Albemarle County, dem Gebiet um Charlottesville) bis 1781 festgehalten. In dieser Zeit war die Convention Army ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region (vor allem im Blue-Ridge-Gebiet).

Die zur Bewachung abgestellten Virginia-Truppen wurden generell besser ernährt und ausgerüstet als andere Truppen der Nordamerikaner, so dass in den Briefen der Gefangenen von einer starken Armee die Rede war. Geld, das von den Familien der Gefangenen aus Großbritannien und Deutschland gesandt wurde, lieferte harte Währung für das ländliche Gebiet von Charlottesville. Unter den Gefangenen waren hochrangige Offiziere, zum Teil auch deren Frauen und Kinder (z. B. Generalmajor Friedrich Adolf Riedesel). Sie waren während der Internierung in Charlottesville gern gesehene Gäste bei gesellschaftlichen Anlässen und wurden z. B. von Thomas Jefferson eingeladen.

1781, als die britischen Streitkräfte militärische Initiativen in Virginia starteten, wurde die Convention Army erneut verlegt und nach Norden nach Lancaster (Pennsylvania) überführt. Abgesehen von einigen ausgetauschten Offizieren blieben die Gefangenen bis 1783 interniert. Als der Krieg formell endete, wurden diejenigen, welche die Gewaltmärsche und den Typhus überlebt hatten, nach Hause geschickt.


Brandywine, 11. September 1777

Das britische Unternehmen mit dem Ziel, Philadelphia einzunehmen, lief Ende Juli 1777 an. Es stellte den zweiten Teil der königlichen Strategie dar. Unter dem Kommando von Howe segelten 15.000 Soldaten von New York aus an den Head of Elk (heute Elkton) in Maryland, wo ihre Landung einen Monat später (25. August) abgeschlossen war. Unterdessen hatte Washington mit seinen 11.000 Soldaten eine schwer befestigte, defensive Position am Chad's Ford an der Ostseite des Brandywine Creek eingenommen, um Howe am Einfallen in Pennsylvania zu hindern. Howe griff Washington am 11. September 1777 an, indem er General Cornwallis befahl, die amerikanischen Soldaten nach weitem Ausholen an der rechten Flanke anzugreifen, während seine hessischen Soldaten am anderen Flussufer zur Einschüchterung massiv manövrieren sollten. Die Soldaten des amerikanischen Generalmajors Nathanael Greene wehrten die drohende Umkreisung aller Truppen Washingtons allerdings mit einem Ausfallangriff ab. Nach der Schlacht zogen sich die Amerikaner schwer bedrängt, aber geordnet nach Chester, Pennsylvania zurück. Sie hatten knapp 1.200 Soldaten verloren. Demgegenüber standen englische Verluste von 576 Mann.


Germantown, 4. Oktober, 1777

Nach ihrem Sieg bei Brandywine patrouillierten die britischen Streitkräfte unter Howe zwei Wochen lang in der Umgebung von Philadelphia. In dieser Zeit löschten sie eine zur Bewachung hinterlassene amerikanische Einheit unter General Anthony Wayne bei Paoli praktisch aus, bevor sie am 26. September 1777 die Stadt kampflos einnahmen. Howe richtete im nahegelegenen Germantown ein Hauptquartier ein und ließ ungefähr 9.000 Mann dort stationieren. Da Washington ein weiteres Befestigen der Engländer befürchtete, griff er den Stützpunkt in einer koordinierten Aktion der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober an. Zwei Kolonnen, die aus Milizsoldaten bestanden, nahmen jedoch gar nicht am Angriff teil, dennoch errangen die Kolonnen unter Greene und Divan beachtliche Erfolge. Am Morgen kam jedoch dichter Nebel auf, was bewirkte, dass sich die amerikanischen Soldaten zunächst gegenseitig beschossen, während sich die besser organisierten Briten neu formierten. Als bei den Kolonialeinheiten zusätzlich die Munition knapp wurde, begannen sie um knapp 9 Uhr mit dem Rückzug, der ungeordnet verlief. Howe verfolgte sie über einige Meilen hinweg, nutzte seinen Sieg aber nicht konsequent, indem er die verbleibenden amerikanischen Soldaten verschonte. Die amerikanischen Verluste lagen bei 673 Toten und bei knapp 400 Kriegsgefangenen, die britischen bei 521 Toten und Verwundeten.


Monmouth, 28. Juni 1778

Durch Abschluss des von Benjamin Franklin ausgehandelten amerikanisch-französischen Bündnisses am 6. Februar 1778[3] mussten die Briten eine neue Bedrohung in Form der starken französischen Flotte in Betracht ziehen. General Henry Clinton, der Howe am 8. Mai desselben Jahres seines Kommandos über Amerika entbunden hatte, entschloss sich dazu, den größten Teil seiner in Philadelphia stationierten Truppen näher an die Küste zu verlegen, wo es ihm einfacher erschien, Kontakt zur englischen Flotte zu halten. Infolge dieser Entscheidung befahl er diese Truppenverlegung für seine 10.000 Mann starke Garnison. Als sich diese durch New Jersey auf den Weg nach New York aufmachte, löste Washington das Lager auf und machte sich mit circa 13.500 Soldaten an die Verfolgung der Briten. Weit vorangeschrittene Truppenelemente der Amerikaner griffen die britische Kolonne an, als diese gerade den Ort Monmouth Courthouse, heute Freehold, New Jersey, durchquert hatten. Aus nicht vollständig geklärten Gründen nutzte der Amerikaner Lee früh erzielte Vorteile in der Schlacht nicht aus und ordnete beim Eintreffen britischer Verstärkungseinheiten den Rückzug an. Eine mögliche Erklärung stellt das extrem heiße Wetter an diesem Tag dar. Dies ermutigte Clinton, mit seiner Hauptarmee anzugreifen. Washington entlastete Lee mit eigenen Verstärkungen, übernahm aber auch das Kommando. Die Schlacht von Monmouth dauerte bis in die Abendstunden, ohne dass sich eine Kriegspartei zurückzog. Im Schutze der Dunkelheit entwichen die Briten den Amerikanern nach Sandy Hook, New Jersey, von wo aus ihre Flotte sie nach New York City brachte. Die Briten vermeldeten 65 Tote, 155 Verwundete sowie 64 Vermisste, Die Amerikaner 69 Tote, 161 Verwundete und 130 Vermisste. Infolge der Schlacht wurde General Lee vor das Kriegsgericht gestellt und wegen Ungehorsams und Pflichtverletzung suspendiert. Washingtons Armee zog in Richtung Norden weiter und bezog bei White Plains (New York) Stellung.




Savannah, 29. Dezember 1778/16. September bis 10. Oktober 1779

Bei der Kontinentalarmee werden diese beiden Schlachten bei Savannah, Georgia von einem einzelnen Banner wiedergegeben. In der ersten Schlacht landete eine britische Expeditionsstreitkraft unter General Archibald Campbell an einem Abschnitt des Savannah River nahe der gleichnamigen Stadt, und nahm sie bald ein. Im Laufe des folgenden Jahres kehrte D'Estaings französische Flotte aus der Karibik zurück und lud Truppen bei Beaulieu, 14 Meilen südlich von Savannah, aus, um bald darauf einen Angriff auf die Briten zu beginnen. Als die Vorbereitungen abgeschlossen waren belagerten 1.500 Amerikaner unter General Benjamin Lincoln und 5.000 Franzosen aus D'Estaings Flotte die knapp 3.200 Briten in der Stadt. Die Belagerer wurden jedoch zu einem schnellen Angriff gezwungen, da sich D'Estaing Sorgen um die Verwundbarkeit seiner Flotte machte. Mit 828 Verlusten wurden die Angreifer zurückgeschlagen. Die Engländer erlitten 103 Verluste.


Camden, 16. August 1780

Die Schlacht von Camden im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg fand am 16. August 1780 bei Camden in der Nähe von Columbia, South Carolina, in den USA statt. Das Gefecht endete mit einem vollständigen Sieg der britischen Truppen unter Lieutenant-General Charles Cornwallis über eine zahlenmäßig überlegene amerikanische Armee unter Major-General Horatio Gates.


Schlacht von Camden—Tod von De Kalb

Historischer und strategischer Zusammenhang

Im Verlauf des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges entwickelte sich in den nördlichen Kolonien ab 1778 eine Art Patt-Situation, die weder die Kontinentalarmee unter George Washington noch die britische Armee unter ihrem Oberbefehlshaber Lieutenant-General Sir Henry Clinton überwinden konnte. Als strategischen Ausweg entschied sich General Clinton dafür, die reichen südlichen Kolonien anzugreifen und für die britische Krone zurückzuerobern. Deshalb segelte er im Dezember 1779 mit 8.000 Mann von New York nach Süden und eroberte mit Unterstützung der Royal Navy unter Admiral Marriott Arbuthnot Charleston, die wichtigste Hafenstadt des Südens, deren über 5.000 Mann starke amerikanische Garnison unter General Lincoln am 12. Mai 1780 kapitulieren musste. Clinton kehrte nach New York zurück und überließ die weitere Befriedung der südlichen Kolonien seinem Stellvertreter Cornwallis.

Was nach der Einnahme Charlestons zunächst als reine Formsache erschien, wurde durch den hartnäckigen Guerilla-Krieg der South-Carolina-Milizen unter Anführern wie Francis Marion, Thomas Sumter oder Andrew Pickens erheblich erschwert. Um diese irregulären Truppen zu unterstützen, wurde General Horatio Gates vom Kongress zum amerikanischen Oberbefehlshaber im Süden ernannt und mit einer Kerntruppe von kontinentalen Truppen nach Süden in Marsch gesetzt. Cornwallis verteilte seine Truppen auf verschiedene befestigte Punkte im Hinterland, um die Kontrolle über die rebellische Kolonie zu erlangen und um den amerikanischen Loyalisten, die treu zur Krone standen, Rückhalt zu bieten. Eine dieser Garnisonen lag in Camden unter dem Kommando von Lieutenant-Colonel Lord Rawdon. Auf diesen Posten marschierte Gates nun zu und hoffte, die britische Armee zum erfolgreichen Kampf zu stellen. Lord Rawdon informierte seinen Vorgesetzten Cornwallis über die Annäherung der Amerikaner, woraufhin Cornwallis mit einem Teil seiner verfügbaren Truppen in Eilmärschen von Charleston nach Camden marschierte.

Beteiligte Kräfte

General Gates' amerikanische Armee war unterteilt in einen Kern aus etwa 1.500 relativ disziplinierten und gut ausgebildeten Kontinentaltruppen unter Brigadier-General Johann von Kalb (kontinentale Regimenter aus Maryland und aus Delaware, dazu Abteilungen von Pulaskis Legion) und eine schwer zu bestimmende Anzahl von Milizionären aus North Carolina, South Carolina und Virginia; erstere unter dem Kommando des ehemaligen Gouverneurs Richard Caswell. Gates hatte auf die Unterstützung durch bis zu 5.000 Milizionäre gehofft, vermutlich (obwohl genaue Zahlen nicht existieren) verfügte er am Tag der Schlacht aber nur über ca. 1.600-2.000 Milizionäre, womit sich die Gesamtstärke der Amerikaner auf mindestens 3.100 Mann belief. Es kam zu Spannungen zwischen den lokalen, gut versorgten Milizen und den kontinentalen Truppen, die unter Nachschubproblemen litten.

Die Britischen Kräfte unter General Cornwallis setzten sich aus der Camden-Garnison unter Lord Rawdon (die Volunteers of Ireland, die British Legion und zwei Regimenter der North Carolina Loyalists) und Cornwallis' Entsatztruppen (das britische 33rd Regiment und Teile der 23rd (Royal Welch Fusiliers) und 71st (Fraser's Highlanders) Regiments, sowie vier Kompanien leichter Infanterie) zusammen. Insgesamt verfügte Cornwallis über ca. 2.240 größtenteils erschöpfte Männer.

Schlachtverlauf

Am 14. August 1780 traf Cornwallis in Camden ein; er marschierte umgehend auf Gates zu und die Kavallerie-Truppen beider Armeen lieferten sich erste Scharmützel. Bei Sonnenaufgang des 16. August bereiteten sich die Hauptmächte auf die Schlacht vor. Das Schlachtfeld lag etwa sechs Meilen nördlich von Camden und wurde durch zwei Sümpfe begrenzt. General Gates positionierte seine verlässlicheren kontinentalen Truppen unter von Kalb auf seinem rechten Flügel, während die Milizen den linken Flügel übernahmen. Die Reserve wurde von Brigadier-General William Smallwood kommandiert. Cornwallis stellte den kontinentalen Truppen auf seinem linken Flügel die Loyalisten unter Rawdon gegenüber, während der britische rechte Flügel von den Elitetruppen der regulären britischen Regimenter unter Brigadier-General James Webster übernommen wurde. Die 71st Highlanders und die Kavallerie der British Legion behielt Cornwallis als Reserve zurück. Wegen der geringen Breite des Schlachtfeldes konnten die Amerikaner ihre zahlenmäßige Überlegenheit nicht ausspielen, während Cornwallis' Schlachtplan exakt aufging: Rawdons linker Flügel hielt die kontinentalen Truppen der Amerikaner auf, während die regulären britischen Truppen Websters die amerikanischen Milizen nach einem kurzen Feuergefecht in die Flucht schlugen. Somit brach der ganze amerikanische linke Flügel ein; die Milizen flohen in Panik. Die kontinentalen Truppen und die wenigen tapferen Milizionäre, die den Briten längeren Widerstand leisteten, wurden eingekreist und erlitten katastrophale Verluste, unter anderem General von Kalb. General Gates hingegen floh frühzeitig vom Schlachtfeld, gemeinsam mit einem großen Teil seiner Truppen. Die fliehenden Amerikaner wurden von der Kavallerie der British Legion unter Lieutenant-Colonel Banastre Tarleton verfolgt und weiter dezimiert. Insgesamt verloren die Amerikaner ca. 1000 Mann an Toten und Verwundeten, etwa die gleiche Anzahl an Gefangenen und zusätzlich eine große Menge an Männern durch Desertation während der verzweifelten Flucht. Lediglich etwa 700 Mann trafen in den folgenden Wochen beim Sammelpunkt der amerikanischen Armee in Hillsboro, North Carolina, ein. Die britischen Verluste beliefen sich auf lediglich 68 Tote und 256 Verwundete; hauptsächlich vom 33rd Regiment.

Folgen der Schlacht

Die Schlacht von Camden hatte zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Monaten zu einer vernichtenden Niederlage der amerikanischen Süd-Armee durch die Briten geführt. Die Reputation von General Gates war endgültig zerstört. General Nathaniel Greene wurde als sein Nachfolger ernannt und neue kontinentale Truppen mussten aus dem Norden abgezogen werden, um die Verluste von Camden zu ersetzen. Obwohl bei Camden zum wiederholten Male bewiesen worden war, dass die amerikanischen Truppen unter normalen Umständen der regulären britischen Armee nicht standhalten konnten, brachte dieser beeindruckende Sieg für Cornwallis hingegen keine dauerhaften Vorteile; der Guerilla-Krieg der amerikanischen Milizen nahm an Intensität zu und führte zu den britischen Niederlagen bei Cowpens und Kings Mountain, woraufhin Cornwallis mit einem Teil seiner Truppen nach Norden abmarschierte, um in Virginia eine Entscheidung gegen die Amerikaner zu suchen, bei Yorktown aber zur kriegsentscheidenden Kapitulation gezwungen wurde.



Cowpens, 17. Januar 1781

Die Schlacht von Cowpens (Cowpen: engl. Kuhweide oder Rinderpferch) fand während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges am 1. Januar 1781 bei Cowpens in South Carolina nahe der Grenze zu North Carolina statt. Auf der einen Seite standen amerikanische Truppen aus kontinentalen Soldaten und freiwilligen Milizen, bestehend aus Anhängern der politischen Gruppierung der sogenannten Patrioten unter Brigadegeneral Daniel Morgan. Sie errangen einen eindeutigen Sieg gegen die britische Kolonialmacht und die ebenfalls einheimischen Loyalisten.

Nach diesem Sieg der Amerikaner gab der britische Kommandeur Cornwallis seine Bemühungen auf, South Carolina zu befrieden. Die Schlacht von Cowpens stellt damit einen bedeutenden Wendepunkt in den militärischen Auseinandersetzungen der amerikanischen Revolution und den Entwicklungen dar, die letztlich zur Anerkennung der amerikanischen Unabhängigkeit durch das britische Empire führten.

Sie ging als Meisterstück der Taktik in die Militärgeschichte ein.


Battle of Cowpens (Ölgemälde von William Ranney, 1845)

Beteiligte Kräfte

Amerikanische Armee

Die amerikanischen Truppen standen unter dem Kommando des Brigadegenerals Daniel Morgan, der in seinem offiziellen Bericht angab, nur knapp über 800 Mann in die Schlacht von Cowpens geführt zu haben. Der Historiker Lawrence Babits, der die Schlacht eingehend untersucht hat, kommt zu folgenden Zahlen:

* Abteilungen der 1. und 3. Continental Light Dragoon, der amerikanischen berittenen Infanterie (82)

* Drei Abteilungen der State Dragoons (55)

* Eine Kompanie Dragoner der Milizen (45)

* Ein Bataillon amerikanische Infanterie (300)

* Drei Kompanien Infanterie aus den Staatsarmeen (etwa 150)

* Eine Brigade mit vier Bataillonen, ein weiteres Bataillon und mehrere Kompanien aus Milizen gebildete Infanterie (1.255-1.280)

Insgesamt ergibt sich daraus eine Truppenstärke zwischen 1.887 und 1.912 Mann an Offizieren und Mannschaften. Die Aufteilung auf die beteiligten Staaten ergibt etwa 855 Mann aus South Carolina, 442 aus Virginia, 290 bis 315 Mann aus North Carolina, 180 aus Maryland, 60 aus Georgia und 60 Mann aus Delaware.

Die Diskrepanz zwischen den Angaben Morgans und der tatsächlichen Truppenstärke kann unter anderem durch das Eintreffen von Freiwilligen erklärt werden, die nicht in Morgans Kampfverbänden organisiert waren. Die Nachricht von der zu erwartenden Auseinandersetzung hatte sich im Hinterland verbreitet. Neben den Truppen Pickens, der erst in der Nacht kurz vor der Schlacht bei Morgan eintraf, fanden sich etliche kleinere Gruppen kampfwilliger Männer nach dem Vorbild der „Overmountain Men“, der freiwilligen Kämpfer aus den Appalachen, unaufgefordert auf dem Schlachtfeld ein. Die amerikanischen Truppen Morgans bestanden überwiegend aus unerfahrenen freiwilligen Milizen. Daneben konnte er über einige kriegserfahrene Veteranen und einige wenige ausgebildete Milizen verfügen, die Erfahrung aus den Schlachten bei Musgrove Mill und Kings Mountain mitbrachten. Unter ihnen befanden sich auch einige der „Overmountain Men“ aus den Grenzregionen der Provinzen, die ebenfalls bei Kings Mountain gekämpft hatten.

Britische Armee

Unter der Führung von Colonel Banastre Tarleton kämpften bei Cowpens auf britischer Seite:

* Eine Legion Loyalisten: 250 Mann Kavallerie und 200 Mann Infanterie
* Eine Abteilung der 17. Light Dragoons (50)
* Eine Batterie der Royal Artillery (24) mit zwei 3-Pfündern bewaffnet.
* Das 7. Regiment, die Royal Fusiliers (177)
* Die Kompanie der leichten Infanterie des 16. Regiment (42)
* Das 71. Regiment, Fraser's Highlanders (334)
* Die leichte Kompanie des Prince of Wales's American Regiment (31)
* Eine Kompanie Aufklärer (50)

Insgesamt über 1.150 Offiziere und Mannschaften.

Davon gehörten 300 Mann zur Kavallerie und 24 zur Artillerie, während die übrigen Infanteristen waren (553 Soldaten, 281 Mann Milizen). Die Männer der Royal Artillery, des 17. Light Dragoons, des 16. und des 71. Regiments waren zuverlässige und gut ausgebildete Soldaten. Hingegen war die Abteilung des 7. Regiment gerade erst ausgehoben worden und sollte eigentlich zur Grundausbildung in die Garnison des Fort 96 gebracht werden, anstatt direkt in die Schlacht geführt zu werden. Tarletons eigene Einheit, die Britische Legion, galt als herausragend in der Verfolgung geschlagenen Feindes aber als unzuverlässig, wenn dieser sich entschlossen zur Schlacht stellte.

Auftakt der Schlacht

Morgans taktische Überlegungen

Morgan war klar, dass er das den Verteidiger begünstigende Gelände der Cowpens und die Zeit bis zur Ankunft Tarletons zu seinem Vorteil nutzen musste. Die mit Roteichen bewachsene, hügelige Landschaft der Cowpens bot einerseits Deckung, andererseits gab es durch die intensive Beweidung dort kein Unterholz, das Bewegungen behindert hätte. Weiterhin waren die Cowpens der Masse der amerikanischen Truppen vertraut. Morgan konnte davon ausgehen, dass sowohl freiwillige Milizen aus der unmittelbaren Umgebung als auch die nachfolgenden Truppen Colonel Pickens das gewählte Schlachtfeld ohne weitere Angaben aufsuchen würden, um zu ihm zu stoßen, da sich dort bereits ein Jahr zuvor die in der Bevölkerung sehr populären Overmountain Men vor der Schlacht von Kings Mountain gesammelt hatten. Darüber hinaus kannte er sowohl seine Männer als auch seinen Gegner, wusste, wie diese sich in bestimmten Situationen verhalten würden, und nutzte dieses Wissen. Die Stellungen, die er seinen Truppen zuwies, widersprachen den herkömmlichen taktischen Auffassungen jener Zeit. Sie lagen zwischen dem Broad und Pacolet River, wodurch ein Rückzug bei ungünstigem Gefechtsverlauf unmöglich wurde. Seine Gründe für diese Entscheidung waren offensichtlich: er wollte verhindern, dass die unerfahrenen, neuen Truppenteile die Veteranen im Stich ließen und beim ersten Schuss vom Schlachtfeld flüchteten, wie es in der Vergangenheit beispielsweise in Camden vorgekommen war.

Im Zentrum seiner Stellungen befand sich ein Hügel, auf dem er der kontinentalen Infanterie ihre Stellung zuwies. Dadurch bot er ganz bewusst seine ungeschützte Flanke dem Gegner an. Morgan ging davon aus, dass Tarleton ihn dort zuerst angreifen würde, und bereitete sich entsprechend darauf vor. Er ließ die Infanterie in drei Treffen aufstellen, voneinander unabhängigen aber auf Zusammenarbeit angewiesenen taktischen Körpern in linearer Aufstellung, die mit geringem Abstand von etwa Musketenschussweite hintereinander stehen sollten. Ins erste Treffen stellte er handverlesene Scharfschützen, dahinter Milizen und ins hintere Treffen wiederum Soldaten. Die 150 von ihren Kommandeuren ausgewählten Scharfschützen des ersten Treffens stammten aus der Provinz Carolina und Georgia und wurden von Major McDowell beziehungsweise von Major Cunningham kommandiert. Hinter dieses Treffen stellte er 300 Mann der Miliz unter dem Kommando von Andrew Pickens.

Ihm war bewusst, dass er sich in der Schlacht nicht auf die schlecht ausgebildeten Milizen des zweiten Treffens verlassen konnte, insbesondere fürchtete er eine Panik für den Fall einer britischen Kavallerieattacke. Er entschied deshalb, dass diese Milizen nur zwei Salven abfeuern und sich dann zurückziehen sollten, um sich unter dem Schutz der Reserve, der von William Washington kommandierten Kavallerie, hinter dem von erfahrenen kolonialen Soldaten gebildeten dritten Treffen neu zu formieren. In der Nacht vor der Schlacht ging er von Lagerfeuer zu Lagerfeuer, sprach seinen Männern Mut zu und erläuterte den Milizen die Bedeutung ihrer Aufgabe und die Überlegung, die dahinter stand. Dies war ein wesentlicher Schritt in Morgans psychologischer Vorbereitung seiner unerfahrenen Freiwilligen auf die Schlacht. In der zeitgenössischen und historischen Beurteilung Morgans, beispielsweise durch Baron von Steuben, begründete unter anderem dieses Vorgehen der Einbeziehung jedes einzelnen Mannes unabhängig seines Ranges in die Anlage der Schlacht seinen militärischen Erfolg.

Die Bewegung des zweiten Treffens sollte zudem die Briten vom dritten ablenken, das etwa 550 Mann umfasste. Dieses dritte Treffen bestand aus den Überresten der amerikanischen Truppen aus Delaware und Maryland und kampferfahrenen Milizen aus Georgia und Virginia. Colonel John E. Howard sollte die amerikanischen Truppen kommandieren, die Colonels Tate und Triplett die Milizen in die Schlacht führen. Der Zweck dieser Anlage des Gefechts war, den Angreifer, der das dritte Treffen hügelan angreifen würde, bereits vor dem eigenen Gegenangriff zu schwächen und zu desorganisieren. Howards Männer des dritten Treffens würden sich durch den erwarteten Angriff nicht demoralisieren lassen, und im Gegensatz zur unerfahrenen Miliz würden sie dem Angriff auch standhalten können. Das erste und zweite Treffen würde die angreifenden britischen Truppen bereits abgenutzt haben, bevor das dritte überhaupt zum Zug kam.

Morgan platzierte seine Männer in einer leichten Hinterhangstellung. Damit nutzte er eine bekannte Schwäche der Briten, in der Schlacht zu hoch zu zielen. Zudem erlaubte die Hinterhangstellung es Morgans Männern, gegen das Licht der aufgehenden Sonne zu feuern; die auf dem Hügelkamm stehenden Briten sollten mit ihren Silhouetten ein leichteres Ziel für seine Scharfschützen bieten. Mit einer Schlucht am rechten und einem Bach am linken Flügel waren Morgans Truppen gegen Flankenmanöver zu Beginn der Schlacht weitgehend geschützt. Morgan sagte dazu:

„the whole idea is to lead Benny [Tarleton] into a trap so we can beat his cavalry and infantry as they come up those slopes. When they've been cut down to size by our fire, we'll attack them.“

Der Historiker John Buchanan schrieb über die taktische Leistung Morgans, dieser sei vermutlich „der einzige General auf jedweder Seite der amerikanischen Revolution gewesen, der einen bedeutenden eigenständigen taktischen Gedanken gehabt hatte.“

Tarletons Ankunft und Aufstellung

Am 7. Januar 1781 ließ Tarleton seine Truppen um 2:00 Uhr morgens wecken und setzte seinen Marsch in Richtung Cowpens fort. Babits stellte fest, dass die britischen Truppen in den fünf Tagen vor der Schlacht erheblichen körperlichen Belastungen ausgesetzt wurden, deren Ausgleich Ruhe und entsprechende Ernährung erfordert hätten. Laut Babits gingen den Briten 48 Stunden vor der Schlacht die Nahrungsvorräte aus, und die Männer hatten weniger als vier Stunden geschlafen. Tarletons Brigade marschierte, teilweise im Laufschritt, über schwieriges Gelände, durch Sümpfe und über die nach heftigen Regenfällen stark angeschwollenen Flüsse. Aber Tarleton hatte den Sieg vor Augen und wollte keine Verzögerung dulden, als er das Schlachtfeld erreichte. Seine Späher hatten ihm von dem Gelände berichtet, in dem Morgan sich zur Schlacht stellen würde, und er war siegesgewiss. Immerhin waren Morgans Männer, überwiegend Milizionäre, zwischen der erfahrenen britischen Armee und einem Fluss eingekeilt.

Auf dem Schlachtfeld angekommen, stellte er seine Truppen direkt gegenüber der Kontinentalarmee auf. Siegesgewiss schickte er seine erschöpften Männer in die Schlacht. Sein Plan war einfach. Seine Kavallerie war mit drei zu eins deutlich überlegen und im Gegensatz zu den Amerikanern verfügte er über Artillerie. Er entschied sich für einen Frontalangriff mit der Infanterie und erfüllte damit Morgans Erwartungen. Die Masse seiner Infanterie stellte sich in einer Linie auf, um direkt gegen Morgan vorzugehen. Das Zentrum der Linie bildete die Britische Legion, die von je einer Kanone links und rechts flankiert wurde. Links von der Legion setzte Tarleton die Royal Fuseliers ein, rechts die leichte Infanterie. Die Flanken schütze Tarleton durch je eine Einheit von 50 Dragonern. Das 250 Mann starke Bataillon der schottischen Highlander unter Major Arthur MacArthur, einem lang gedienten und sehr erfahrenen Soldaten der Holländisch-Schottischen Brigade, bildete die Reserve. Außerdem behielt Tarleton die 200 Mann starke Kavallerie für die Verfolgung des geschlagenen Feindes in Reserve. Diese beiden Truppenteile befahl er etwa 140 Meter hinter seine Angriffslinie.

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29.07.2009 20:06
#9 RE: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg antworten

Verlauf der Schlacht

Morgans Plan funktionierte perfekt: Nach Tarletons Aufmarsch konnten die Scharfschützen aus der Deckung beim ersten Angriff der Briten 15 Dragoner verwunden oder töten, bevor sie sich auf die Höhe des zweiten Treffens zurückzogen. Die Briten zögerten kurz, marschierten aber weiter vor und trafen auf die Milizen, die auf Befehl zwei Salven in die britischen Reihen feuerten. Die Verluste der Briten betrafen zu 40% die Offiziere, worauf sich die britischen Linien überrascht und verwirrt vorübergehend zurückzogen. Sie formierten sich neu und drangen wieder auf die amerikanische Armee ein. Die Milizen unter Colonel Pickens schienen sich aus britischer Sicht aufzulösen und nach hinten zu fliehen. Tarleton reagierte darauf, indem er einem seiner Offiziere namens Ogilvie befahl, mit einigen Dragonern in die Reihen der seiner Ansicht nach geschlagenen Amerikaner einzubrechen. Seine Männer griffen in exerziermäßiger Formation an und wurden sofort vom Feuer der Musketen der Milizionäre erfasst ohne sich aber aufhalten zu lassen. Die Briten brachen erfolgreich durch die Reihe der Amerikaner und hielten sich bereits für siegreich. Aber nachdem sie bereits Schwung verloren und Verluste erlitten hatten, trafen sie auf eine weitaus stärkere Linie. Die tiefe Staffelung der amerikanischen Linien schwächte die Wucht des Angriffs. Nachdem die Briten den Rückzug der ersten beiden Treffen als Flucht missverstanden hatten, prallten sie auf die letzte Gefechtslinie der disziplinierten Berufssoldaten, die den Hügel hielten.


Schlacht von Cowpens, 17. Januar 1781

Trotzdem glaubte Tarleton, dass er die einzige für ihn sichtbare noch standhafte Reihe Amerikaner würde besiegen können, und schickte seine Infanterie in einen erneuten Frontalangriff. Die Highlander wurden an die Flanke der Amerikaner befohlen. Unter dem Befehl Howards schwenkten die Amerikaner zurück, um ein Umgehen der rechten Flanke durch die Briten zu verhindern. Den vermeintlichen Sieg vor Augen und völlig desorganisiert folgten ihnen die Briten, die den geordneten Rückzug der Truppen als Flucht interpretierten. Unerwartet wendete Howard seine Männer und feuerte eine Salve in die britischen Verfolger. Tripletts Musketiere attackierten ebenfalls mit verheerenden Folgen für die Briten, während die Kavallerie unter Washington und McCall zum Angriff überging. Von den Amerikanern gestellt, flohen die britischen Dragoner. Nachdem Washington die Truppen Ogilvies bezwungen hatte, ritt er ebenfalls gegen die britische Infanterie an. Als der britische Angriff endgültig zum Stehen gekommen war, schlug die amerikanische Kavallerie an der rechten Flanke und von hinten zu, während die wieder formierte Miliz hinter dem Hügel aus der Deckung erneut antrat. Sie hatte die gesamte amerikanische Stellung einmal umrundet, um die Briten in der linken Flanke zu treffen.

Der Schock über diesen plötzlichen Gegenangriff und das Wiederauftauchen der Milizen an den Flanken, an denen die erschöpften Männer Tarletons ihre eigene Kavallerie erwarteten, entmutigte die Briten so sehr, dass mehr als die Hälfte der britischen und loyalistischen Infanterie zu Boden fiel, ob verwundet oder nicht. Ein Vorgang, den der Historiker Lawrence Babits als Battle Fatigue (Shell Shock) diagnostizierte, der eine Form der akuten Belastungsreaktion in Kriegssituationen bezeichnet. Gefangen in einer doppelten Umfassung durch die amerikanischen Truppen gaben viele der Briten auf.


William Washington in der Schlacht (Stich von S. H. Gimber, 1781)

Nachdem der rechte Flügel und das Zentrum der britischen Formation zusammengebrochen war, kämpfte lediglich eine kleine Gruppe der Highlanders noch gegen einen Teil der Truppen unter Howard. Tarleton erkannte die aussichtslose Lage und ritt zu seiner einzig verbliebenen frischen Einheit, der Kavallerie, die er in Reserve behalten hatte. In einem verzweifelten Versuch, wenigstens noch etwas zu retten, organisierte er eine Gruppe Kavalleristen, um zumindest die Kanonen nicht in die Hände der Amerikaner fallen zu lassen. Als er erkannte, dass diese bereits erobert waren, kehrte er zurück auf das eigentliche Schlachtfeld. Nachdem er dort sofort von den Truppen Washingtons angegriffen wurde, entschloss er sich endgültig zur Flucht. Angeblich stellte ihn General Washington auf diesem Rückzug mit dem Säbel, aber Tarleton erschoss Washingtons Pferd und konnte fliehen

Die von den vorangegangenen Schlachten und der berüchtigten Grausamkeit Tarletons aufgebrachten Patrioten konnten von Morgan, gemeinsam mit Pickins und Howard, daran gehindert werden, den Briten „Tarleton’s quarter“ zu gewähren. Es kam dank der Führungsqualitäten Morgans zu keinen Übergriffen gegen die Gefangenen, der die Bedeutung dieses Sieges letztlich geschmälert hätte.

86% der Armee Tarletons wurde gefangen, verwundet oder getötet: Morgans Truppen nahmen 712 britische und königstreue Soldaten gefangen, 200 davon verwundet, 110 Briten waren gefallen. Daneben konnten 2 Kanonen, 2 Regimentsfahnen, 53 Karren, 100 Pferde, 800 Musketen, eine transportable Schmiede, 60 Sklaven und, wie Morgans Bericht an Greene besagte, “die gesamte Musik” erbeutet werden. Ein verheerender Schlag für die Briten, denn die verlorenen Truppen, insbesondere Tarletons Legion und die Dragoner, gehörten zu den besten Soldaten der Armee von Cornwallis. Wesentlich für den weiteren Verlauf des Krieges war jedoch nicht nur die Anzahl der Gefallenen und Gefangenen, sondern vor allem die Zerstörung der Kampfeinheiten in Tarletons Brigade und der Britischen Legion, eine der angesehensten Einheiten der britischen Expeditions-Armee.

Nach den Angaben Flemings wurden auf Seiten der Amerikaner 12 Soldaten getötet und 62 verwundet. Babits hingegen geht davon aus, dass die 73 Gefallenen aus dem offiziellen Bericht aus Morgans Feder nur die Toten seiner regulären Truppen umfasst haben, er konnte 128 getötete oder verwundete Amerikaner anhand ihrer Namen identifizieren. Darüber hinaus präsentiert er einen Eintrag in die Urkunden des Staates North Carolina, nach dem 68 Soldaten und 80 Milizionäre getötet wurden. Es scheint, als wären sowohl die Verluste als auch die Truppenstärke, die Morgan in seinem Bericht angab, etwa nur halb so hoch wie es tatsächlich der Fall war.

Daniel Morgan hatte eine Schlacht brillant geschlagen, deren Taktik der doppelten Umfassung mit der Schlacht von Cannae verglichen wurde. Seine Entscheidungen und seine Führungsqualitäten hatten es ermöglicht, mit einer überwiegend aus freiwilligen Milizen bestehenden Armee einen der eindeutigsten Siege des Krieges zu erringen.

Folgen der Schlacht

Nach dem Debakel in der Schlacht von Camden war der überraschende Sieg bei Cowpens ein Wendepunkt für die psychologische Verfassung der Amerikaner. Er ermutigte nicht nur die Bürger aus dem Hinterland, sondern alle gegen die Briten rebellierenden Menschen in den südlichen Kolonien. Nach dieser Schlacht waren sie bereit, weiter um ihre Freiheit zu kämpfen, während die britischen und loyalistischen Truppen demoralisiert waren. Die Vernichtung eines so renommierten und wesentlichen Teiles der britischen Armee im Süden war gegen Ende des Krieges von entscheidender Bedeutung; nicht nur war Tarletons Britische Legion vollständig zerschlagen worden, sondern eine überwiegend aus freiwilligen Milizen bestehende Armee hatte den gut ausgebildeten britischen Soldaten diese Niederlage zugefügt. Gemeinsam mit dem Sieg in der Schlacht von Kings Mountain war Cowpens der entscheidende Schlag gegen Cornwallis, der wahrscheinlich einen Großteil des Widerstandes im Süden hätte niederschlagen können, wenn Tarleton in Cowpens gesiegt hätte. Stattdessen war die Schlacht Auslöser für eine Reihe von Ereignissen, die zum Ende des Krieges führten.

Nach John Marshall „hatte selten eine Schlacht, in der keine größeren Truppen beteiligt waren, zu solch wesentlichen Konsequenzen geführt, wie die von Cowpens“. Sie gab General Nathanael Greene in der Beurteilung des britischen Staatsmannes Sir G. O. Trevelyan die Möglichkeit, eine Kampagne mit für die Briten überraschenden Wendungen durchzuführen, die Cornwallis durch eine „ungebrochene Kette von Konsequenzen zu der Katastrophe von Yorktown führte, die letztendlich Amerika von der britischen Krone löste'“'.

Als unmittelbare Folge der Niederlage bei Cowpens gab Cornwallis seine Bemühungen auf, South Carolina zu befrieden. Er verfolgte Greenes Truppen nach North Carolina, um eine Entscheidungsschlacht im Süden zu erzwingen. Nach einer langen Verfolgungsjagd, dem sogenannten Race to the Dan, traf er in der Schlacht von Guilford Court House auf Greene und errang einen Pyrrhussieg, der ihn 500 Mann kostete, die zu ersetzen den Briten nicht gelang. Greene, der in der Schlacht 1300 Mann verloren hatte, konnte diesen Verlust verschmerzen und im Rücken des nach Norden ziehenden Cornwallis machte er dessen Eroberungen im Süden zunichte. Cornwallis Armee war so geschwächt, dass er sich nach Yorktown zurückziehen musste, um seine Truppen ausruhen zu lassen. Cornwallis wurde abgeschnitten, wodurch George Washington gemeinsam mit dem verbündeten französischen Generalleutnant de Rochambeau die Chance bekam, eine Entscheidungsschlacht herbeizuführen. Sie stellten die Briten in der Schlacht von Yorktown mit 15.000 Mann. Am 17. Oktober 1781 bat Cornwallis um einen Waffenstillstand und übergab sein Kommando und knapp 8000 Soldaten am 19. Oktober 1781. Diese Niederlage führte dazu, dass die Briten ihre Versuche aufgaben, die amerikanischen Kolonien wieder zu erobern und Nordamerika zu halten. Die Friedensverhandlungen begannen 1782 zwischen den Briten und ihren ehemaligen Kolonien; im Jahre 1783 im Frieden von Paris erkannte Großbritannien schließlich die Unabhängigkeit der dreizehn Kolonien an.

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29.07.2009 20:08
#10 RE: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg antworten

Pensacola, 9. März bis 8. Mai 1781

Die Schlacht von Pensacola, vom 9. März bis 8. Mai 1781, stellte den Höhepunkt der spanischen Rückeroberung Floridas von den Briten während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges dar.


Spanische Grenadiere und Milizionäre aus Havanna stürmen Fort

Bernardo de Gálvez y Madrid, Gouverneur des spanischen Louisiana und Stratege hinter dem erfolgreichen Feldzug gegen die Briten, führte eine aus Kriegsschiffen und Landstreitkräften bestehende Streitmacht, die die Schwächen in den äußeren, britischen Verteidigungsstellungen Pensacolas ausnutzte, und am 9. März 1781 eine durch die Infantería de Marina geführte Land- und Seebelagerung der Stadt begann. Die spanischen Kräfte umfassten 580 Offiziere und Mannschaften des Regimiento de Hibernia, eines der drei Regimenter der Irischen Brigade Spaniens. Der britische Generalmajor John Campbell klammerte sich an die Verteidigungsstellungen des Fort George, bis das spanische Artilleriefeuer um 9 Uhr 30 morgens am 8. Mai 1781 das britische Pulvermagazin entzündete. Die Explosion tötete und verletzte über 100 britische Soldaten und riss eine Lücke in die Redoute. Durch diese drangen die Spanier und zwangen Campbell um 15 Uhr zur Kapitulation.


Guilford Court House, 15. März 1781

Die Schlacht bei Guilford Court House im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg fand am 15. März 1781 in der Nähe der Stadt Greensboro in North Carolina statt. Das Gefecht endete mit einem verlustreichen Sieg der britischen Truppen unter Lieutenant-General Charles Cornwallis über Major-General Nathanael Greenes zahlenmäßig mehr als doppelt so starke amerikanische Armee.

Historischer und strategischer Zusammenhang

Der zunehmend intensive und brutale Guerilla-Krieg in South Carolina sowie die vom Maßstab her bescheidenen, doch empfindlichen, Niederlagen bei Kings Mountain und Cowpens brachten den britischen Oberkommandierenden im Süden General Cornwallis zu der Überzeugung, nur durch eine Entscheidungsschlacht gegen die amerikanische Süd-Armee General Greenes die britische Position im Süden retten zu können. Daher begann er Ende Januar 1781 die Verfolgung der Amerikaner mit einem Teil seiner Truppen; den Rest ließ er in den Garnisonen des Südens (v. a. Charleston und Savannah) zurück. Greene wich dieser Entscheidungsschlacht jedoch aus, zog sich nach Norden zurück und in den folgenden Wochen lieferten sich verschiedene britische und amerikanische Armeeteile eine Verfolgungsjagd durch South- und North Carolina.

Dabei ging Cornwallis für die Kriegführung seiner Zeit äußerst unkonventionell vor, indem er das umfangreiche Gepäck seiner Armee verbrennen ließ, um schneller voranzukommen. Somit marschierten die britischen Truppen zwar schneller und es gelang ihnen mehrmals beinahe, die Amerikaner einzuholen, doch diese Eilmärsche durch Feindesland (die erhoffte Unterstützung durch Loyalisten in North Carolina blieb fast völlig aus) schwächten die britischen Einheiten sehr. Greene hingegen erhielt Verstärkungen und Nachschub aus Virginia und fühlte sich stark genug, um Cornwallis am 17. März 1781 in der Nähe von Guilford Court House die Schlacht anzubieten.

Beteiligte Kräfte

General Greenes amerikanische Armee bestand aus etwa 1.500 Kontinentaltruppen unter den Brigadier-Generals Isaac Huger und Otho Williams und einer großen Anzahl Miliztruppen aus Virginia (unter den Brigadier-Generals Edward Stevens und Robert Lawson) und North Carolina (unter John Butler und Thomas Eaton); dazu ein kleines Kavallerie-Kontingent unter William Washington und Harry Lee sowie Scharfschütze unter Charnles Lynch. Insgesamt verfügte Greene über etwa 4.500 Mann. Teile der Armee, vor allem die Kontinentaltruppen und die Kavallerietruppen, waren recht erfahren, doch die Milizen waren von insgesamt sehr mäßiger Kampfkraft.

Die britische Armee des Generals Cornwallis bestand aus den britischen 23rd (Royal Welch Fusiliers), 33rd und 71st (Fraser´s Highlanders) Regiments, zwei Teil-Bataillonen der britischen Garde-Regimenter (unter Brigadier-General Charles O´Hara), dem hessischen Regiment von Bose, Banastre Tarletons British Legion, sowie einigen Elite-Kompanien leichte Infanterie (inklusive deutscher Jäger) und Grenadieren. Durch Verluste, Krankheiten und den anstrengenden Marsch waren sämtliche Einheiten stark zusammen geschrumpft und umfassten insgesamt nicht mehr als 1.900 einsatzfähige Männer, zum größten Teil kampferprobte Veteranen.

Schlachtverlauf

General Greene wählte das Schlachtfeld sorgfältig aus; es bestand hauptsächlich aus Wald mit einigen Lichtungen um das Gerichtsgebäude von Guilford herum. Er versuchte, die erfolgreiche Schlachtaufstellung Daniel Morgans bei Cowpens, eine Art gestaffelte Verteidigung, zu kopieren, indem er eine Linie aus North Carolina–Miliz (unterstützt durch Kavallerie und Scharfschützen) in vorderster Front aufstellte, gefolgt von einer Linie Virginia–Miliz und schließlich seinen besten (Kontinental-) Truppen in der dritten Linie. Allerdings waren diese Truppenteile zu weit voneinander entfernt, um sich – wie bei Cowpens – optimal zu unterstützen und auch General Greene selbst fehlte Daniel Morgans Geschick auf dem Schlachtfeld.

Earl Cornwallis griff diese komplizierte amerikanische Schlachtordnung mit all seinen Truppen frontal an; seine linke Brigade aus Leichter Infanterie, dem 33rd und dem 23rd wurde von Brigadier-General James Webster, die rechte Brigade mit dem 71st und dem Regiment Bose von Major-General Alexander Leslie kommandiert. Als Reserve behielt Cornwallis die Grenadiere, Tarletons Kavallerie und die Garde unter O´Hara zurück.


Schlachtaufstellung

Die Schlacht wurde äußerst erbittert geführt; die erste amerikanische Linie wurde von den Briten in die Flucht geschlagen, allerdings hielten amerikanische Kavallerie und Scharfschützen an den Flanken die Briten auf. Auch die zweite Linie aus Milizen wurde von den Briten zurückgedrängt; doch wurde dabei General Webster tödlich verwundet. Schließlich trafen die erschöpften und dezimierten britischen Truppen auf die besten amerikanischen Truppen in der dritten Schlachtreihe. Die ersten unkoordinierten Angriffe wurden zurückgeschlagen, Cornwallis schickte die Garde unter O´Hara nach vorne und es entwickelte sich ein unübersichtlicher Kampf, in dem die zahlenmäßig überlegenen Amerikaner die Briten zu überwältigen drohten. Earl Cornwallis traf in diesem Moment eine kaltblütige Entscheidung, als er seine Artillerie mitten in das Handgemenge feuern ließ.

Greene, der eine zweite Niederlage wie die von Horatio Gates in der Schlacht von Camden vermeiden wollte, ließ seine Truppen geordnet abmarschieren. Die Briten waren aufgrund ihrer hohen Verluste nicht in der Lage, eine effektive Verfolgung zu organisieren.

Folgen der Schlacht

Angesichts der hohen britischen Verluste auf dem Schlachtfeld (etwa 100 Tote und 400 Verwundete von 1900 Mann) wird Guilford Court House oft als britischer Pyrrhussieg bewertet. Cornwallis´ Plan, Greenes Armee in einer Entscheidungsschlacht zu schlagen und somit auszuschalten, war nicht aufgegangen. Die amerikanischen Verluste (offiziell um 80 Tote und 200 Verwundete sowie 1.000 Vermisste) waren durch Milizen relativ schnell auszugleichen, während Cornwallis in Anbetracht seiner Situation auf seine gefallenen Veteranen eigentlich nicht verzichten konnte.

Den teuer erkauften Erfolg auf dem Schlachtfeld standen kaum zählbare Vorteile für die weitere Gestaltung des Krieges gegenüber. Zwar kontrollierte Cornwallis von Hillsborough aus nun auch North Carolina, aber seine Position war weiterhin unsicher und er marschierte bald zurück zur Küste, um seine Truppen zu verstärken und auszurüsten. In der Folge marschierte er – größtenteils unbelästigt von den nun noch vorsichtiger gewordenen Amerikanern – in Virginia ein und führte dort den Feldzug, der zur Kapitulation bei Yorktown führen sollte. General Greenes amerikanische Armee marschierte südwärts und versuchte, die von Cornwallis zurückgelassenen geschwächten britischen Truppen in South Carolina zu besiegen.

Albrecht von Wallenstein Offline




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29.07.2009 21:44
#11 RE: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg antworten

Yorktown, 28. September bis 19. Oktober 1781

Ab 1778 hatte sich das Augenmerk der Briten vor allem auf die südlichen Kolonien gerichtet, da sie versuchten, hier ihren Einfluss zurückzugewinnen. Sie kamen aber bis 1781 zur Einsicht, dass dies so lange unmöglich sei, solange von Virginia amerikanische Operationen ausgingen. Also sandte Clinton den amerikanischen Überläufer Benedict Arnold mit 1.600 Untergebenen zum Feldzug den James River hoch. Bis Ende Mai gelang es den Briten, 7.200 Mann zu sammeln, welche auch die verbliebenen Truppenteile von Cornwallis beinhalteten, die aus Wilmington gekommen waren. Cornwallis erhielt den Oberbefehl über alle Truppen in Virginia und führte Angriffe bis ungefähr Mitte Juni. Zunächst konnten sich ihm nur in Zahlen überlegene amerikanische Truppen unter dem Marquis de Lafayette entgegenstellen, die Mitte Juni aber von stärkeren Truppen unter Brigadegeneral Anthony Wayne und Friedrich Wilhelm von Steuben, dem Chefinspekteur und oberstem Ausbilder der Kontinentalarmee, verstärkt wurden. Cornwallis zog sich daraufhin nach Yorktown an der Küste zurück, um Kontakt mit Clinton in New York halten zu können.

In der Zwischenzeit war Washingtons vorläufiger Aufbau einer Nordarmee angelaufen, die kurz zuvor von 4.800 von Generalleutnant Jean B. de Rochambeau kommandierten Franzosen für einen bevorstehenden Angriff auf New York verstärkt worden war. Washington verwarf seinen Plan jedoch, als er erfuhr, dass ihm 3.000 weitere Franzosen des Admirals de Grasse zur Verfügung gestellt wurden. Der Admiral hatte sein Operationsgebiet Karibik verlassen und stellte Washington die Soldaten bis Mitte Oktober in der Chesapeake Bay zur Verfügung. Daraufhin entschloss sich Washington mit einem Großteil seiner Armee, welcher auch Franzosen umfasste, nach Virginia aufzubrechen. Er überquerte den Hudson vom 20. bis 26. August, zwang Clinton mit einer Finte dazu, in New York zu bleiben, und drang über New Jersey und Pennsylvania nach Maryland vor. Unterdessen erreichte de Grasses Flotte die Küste bei Yorktown und lud die 3.000 Soldaten aus, die Lafayette verstärkten. Der Admiral wurde beim Auslaufen am 5. September von Thomas Graves überrascht und kämpfte daraufhin die Seeschlacht von Chesapeake, nach der sich Graves zwecks Reparaturen nach New York zurückziehen und seinem französischem Gegner die Kontrolle über die Chesapeake-Bucht überlassen musste. Dies erlaubte Washington und Rochambeau mit ihren insgesamt über 15.500 Soldaten, am 28. September die Belagerung von Yorktown einzuleiten.

Als Schlacht von Yorktown, auch die deutsche Schlacht, wird der Sieg der französischen-amerikanischen Truppen unter dem Befehl von Comte de Rochambeau und dem von George Washington gegen die britische Armee unter General Lord Charles Cornwallis bei Yorktown im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1781 bezeichnet. In Folge der Schlacht erkannte Großbritannien die Unabhängigkeit der ehemals britischen Kolonien an.

Britische Armee (Cornwallis)

* Brigade der Foot Guards (O’Hara)
* Light Infantry Brigade (Abercrombie)
* 1. Brigade (Yorke)
* 2. Brigade (Dundas)
* Loyalisten
* Deutsches Kontingent
* Ansbach-Bayreuth (von Voigt)
* Hessen-Kassel (von Fuchs)

Gesamtstärke: ca. 8.500

Französische Armee (Comte de Rochambeau)

* Admiral de Grasses Flotte
* 28 Schiffe
* Baron de Viomenils Division (Baron de Viomenil)
* Brigade Bourbonnois (de Laval)
* Vicomte de Viomenils Division (Vicomte de Viomenil)
* Brigade Soissonois (Marquis de St. Maime)
* Marquis de St. Simons Division (Marquis de St. Simon)
* Brigade Agenois (Marquis d’Audechamp)
* Brigade Touraine (Vicomte de Pondeux)

Gesamtstärke: 8.800

Amerikanische Armee (Washington)

* Leichte Division (Marquis de Lafayette)
* 1. Brigade (Muhlenberg)
* 2. Brigade (Hazen)
* 2. Division (Lincoln)
* 1. Brigade (Clinton)
* 2. Brigade (Dayton)
* 3. Division (Baron von Steuben)
* 1. Brigade (Wayne)
* 2. Brigade (Gist)
* Virginia-Miliz (Nelson)
* 1. Brigade (Weedon)
* 2. Brigade (Lawson)
* 3. Brigade (Stevens)

Gesamtstärke: 9.500

Die Belagerung

Vom 28. September 1781 an belagerten die verbündeten Franzosen und Amerikaner die britischen Truppen. Am 30. September gaben die Briten die äußeren Verteidigungen auf, um sich näher um die Stadt zu konzentrieren. Die aufgegebenen Stellungen wurden von den Verbündeten eingenommen und erweitert. Am anderen Ufer des York River siegten am 3. Oktober die Alliierten im Gefecht von Gloucester Point.

Ab dem 6. Oktober trieben die Alliierten ihre Laufgräben immer näher an die britische Verteidigungslinie heran. Bis zum 13. Oktober waren diese dann nah genug heran getrieben für den Angriff. Dieser erfolgte durch das französische "deutsche" Fremdenregiment Royal Deux-Ponts des Zweibrücker Herzogs Christian IV., Baron de Viomenil’s Division und Truppen aus Lafayettes Light Division. Am 14. Oktober gelang es, die beiden wichtigsten Redouten zu stürmen.

Am Abend des 14. Oktober versuchte Cornwallis seine Armee zu retten, indem er sie mit 16 Booten über den York River, nach Gloucester Point, übersetzte. Das schlechte Wetter beendete das Übersetzen aber ab 2 Uhr nachts. Am nächsten Morgen bat Cornwallis deshalb um eine Feuerpause, um die Kapitulationsbedingungen auszuhandeln. Am 18. Oktober wurde die Kapitulation beschlossen und die Briten marschierten in Gefangenschaft.

In Folge der Schlacht von Yorktown erkannte Großbritannien im Frieden von Paris (1783) die Unabhängigkeit der ehemals britischen Kolonien an und beendete damit formal den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Die deutsche Schlacht

Der Kampf um Yorktown wird auch die deutsche Schlacht genannt, weil ein hoher Anteil der Soldaten Deutsche waren. Die Briten bedienten sich dabei 2.500 Mann deutscher Truppen aus Hessen, Ansbach und Bayreuth. Ähnlich groß war die Zahl der Deutschen im französischen Kontingent. Dazu zählte auch das deutsche Regiment Royal Deux-Ponts. In der amerikanischen Armee dienten in der Division von Steubens zahlreiche deutsche Auswanderer.

Aufgrund der herausragenden Rolle des Regiments Royal Deux-Ponts in der Schlacht, besteht seit 1981 eine rege Städtepartnerschaft zwischen den Städten Yorktown und Zweibrücken. Diese wurde anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums der Schlacht im Jahr 1981 begründet. Die Schlacht wurde im Sommer 1981 unter der Beteiligung mehrerer tausend Soldaten authentisch nachgestellt. Neben dem damaligen US-Präsident Ronald Reagan nahm an dieser Feierlichkeit auch eine Abordnung des Zweibrücker Stadtrates teil.

Zusammenbruch der britischen Streitkräfte und Friedensschluss

Der entscheidende Schlag gelang den amerikanischen Truppen und ihren französischen Verbündeten im Oktober 1781, als nach der Belagerung von Yorktown, Virginia, eine britische Armee kapitulierte. Im Frieden von Paris (1783) erkannte Großbritannien die Unabhängigkeit der ehemals britischen Kolonien an. England verzichtete auf alle Gebiete bis zum Mississippi River. Die Vereinigten Staaten dehnten ihre Nordgrenze bis an die Großen Seen aus, Florida fiel wieder an Spanien.

Die Rolle der "Hessen"/Deutschen

m Allgemeinen wurden die deutschen Soldaten auf britischer Seite als "Hessen" bezeichnet. In der Tat hatte sich nach einem Subsidienvertrag vor allem Hessen-Kassel verpflichtet, der britischen Krone insgesamt 12.000 Soldaten für den Einsatz in Amerika zur Verfügung zu stellen. Da nach dem Vertrag gefallene, nicht mehr einsatzfähig verwundete und desertierte Soldaten zu ersetzen waren, kamen insgesamt rund 20.000 Soldaten aus der Landgrafschaft im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zum Einsatz. Da auch fast alle anderen, der von den Briten angeworbenen Söldner aus dem deutschsprachigen Raum stammten, wurden die Hessen zum Synonym für die nicht-britischen, aber für die Briten kämpfenden Truppen. Die „Hessen“ waren vor allem wegen der hohen Kampfkraft bekannt, weshalb man sich vor dem Klang der „Trommeln der Hessen“ fürchtete, durch den diese schnell zu identifizieren waren. Nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges blieben viele der - oft zwangsweise in die Armee gepressten - Soldaten aus Hessen-Kassel in Amerika, sodass unter Einbeziehung der Gefallenen nur etwa die Hälfte der „verkauften“ Soldaten in die Heimat zurückkehrte.[4]

Weniger bekannt ist, dass auch das kleine Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel sowie die in Personalunion miteinander verbundenen Fürstentümer Ansbach und Bayreuth sowie Anhalt-Zerbst und Hessen-Hanau Truppen für Großbritannien stellten. Über 4000 braunschweig-wolfenbüttelsche Soldaten nahmen an den Kämpfen vor allem in Kanada teil, zusätzlich ein Regiment aus dem Fürstentum Waldeck und Pyrmont. 5 Regimenter des in Personalunion mit der britischen Krone verbundenen Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg wurden zur Entlastung der Briten in Nordamerika in Gibraltar eingesetzt.


Uniform eines hessischen Soldaten im Regiment Lossberg während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges

Auf der amerikanischen Seite standen ebenfalls Deutsche. Neben zahlreichen Einzelpersonen in höheren und niederen militärischen Rängen beteiligte sich das französische Fremdenregiment Royal Deux-Ponts aus Zweibrücken unter Marschall Rochambeau an den letzten Feldzügen des Krieges (Schlacht von Yorktown).


Quellen:
Wikipedia.de

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