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 amerikanischer Bürgerkrieg
Gaius Julius Caesar Offline



Beiträge: 290

21.07.2009 21:12
RE: Persönlichkeiten dieser Zeit antworten

Lieutenant General Thomas „Stonewall” Jackson

Er gehörte zu den brillantesten Heerführern der amerikanischen Militärgeschichte. Schon zu Lebzeiten von Freund und Feind anerkannt, ist er bis heute unvergessen.
Thomas Jonathan Jackson wurde am 21. Januar 1824 in Clarksburg, West-Virginia, als Sohn eines Rechtsanwalts geboren. Als er drei Jahre alt war, starb sein Vater, worauf die Familie verarmte und die Berufspläne des Jungen - er wollte Offizier werden - in weite Ferne rückten. Ein Kongreßabgeordneter aus Virginia bürgte schließlich für Thomas Jackson, der sich daraufhin, fast mit völlig leeren Taschen, per Kutsche und zu Fuß nach Washington aufmachte und sich um Aufnahme in die Militärakademie von West Point bewarb. Er graduierte 1846. Aus seiner Klasse gingen später insgesamt 24 Generäle des amerikanischen Bürgerkrieges hervor.

Als Leutnant zog er in den Krieg gegen Mexiko, wo der äußerlich unscheinbare Mann sich so auszeichnete, daß er mit dem Titularrang eines Majors heimkehrte. Das mexikanische Klima hatte seiner schwächlichen körperlichen Konstitution jedoch derart zugesetzt, daß er 1852 die Armee verließ und Professor am Virginia Military Institute wurde. Er führte ein zurückgezogenes Gelehrtenleben und unterrichtete in seiner Freizeit eine Klasse mit Negerkindern.
1861, als Siebenunddreißigjähriger, entschied Jackson sich für den Eintritt in die konföderierte Armee. Zunächst Colonel eines Milizregiments und Kommandant von Harpers Ferry, wurde er am 17. Juni 1861 zum Brigadegeneral ernannt und gehörte zu den Offizieren, die sich in der ersten Schlacht von Bull Run in besonderer Weise auszeichneten. Hier erhielt er seinen Spitznamen, als der konföderierte General Bee seine Soldaten mit Hinweis auf den Mut und die Geschlossenheit von Jacksons Truppen anfeuerte: „Seht die Soldaten Jacksons! Sie stehen wie ein Steinwall!”link zur Schlacht

Der kleine, unscheinbare Professor bewies in steigendem Maß enorme Führungsstärke, taktisches und strategisches Geschick und gewaltige organisatorische Begabung, so daß er sehr schnell zu den bedeutendsten Militärführern des Südens zählte. Seine Shenandoah-Kampagne, mit der er die Versorgungskammern der Nordarmee zerstörte, machte Militärgeschichte. Er störte nachhaltig das Konzept der Nordarmee, die gegen Richmond vorstieß und schlug am 8. Mai 1862 die Unionstruppen unter General Fremont bei Staunton, Virginia. Statt das Shenandoah Valley zu verlassen, kehrte er um und trieb die Unionsarmee unter General Banks vom 23. - 25. Mai in Gefechten bei Front Royal und Winchester über den Potomac-Fluß. Im Norden wurde ein Angriff von Jacksons Korps auf Washington befürchtet. Eine Armee unter General Shields marschierte von Osten gegen ihn, während General Fremont ihn von Westen attackierte.

Mit einem glanzvollen taktischen Manöver wich Jackson der Zange, in die er geraten sollte, aus und schlug Fremont am 8. Juni bei Cross Keys und Shields am 9. Juni bei Port Republic, trieb sein Korps dann in Eilmärschen zurück nach Richmond und traf rechtzeitig ein, um die Entscheidung für den Süden in der „Schlacht der 7 Tage” (25. Juni -1. Juli 1862) mit herbeizuführen. Eilmärsche wurden zu einem Charakteristikum von Jacksons Armeekorps. Der Feind sprach von „Jacksons Fußkavallerie”.
Er bereitete den Sieg der zweiten Schlacht am Bull Run für den Süden vor, nahm dem Norden Harpers Ferry wieder ab und griff in die Schlacht von Antietam ein, wo Lee von McClellan überrascht worden war. Am 10. Oktober 1862 wurde er zum Generalleutnant befördert und übernahm das Kommando des 2. Korps in der neuorganisierten Armee von Nord-Virginia.

Der Sieg von Fredericksburg sah ihn als Kommandeur des rechten Flügels. Den Glanzpunkt seiner Karriere erreichte er in der Schlacht von Chancellorsville:
Im April 1863 hatte die Nordarmee eine neue Offensive eröffnet. Mehr als 130´000 Unionssoldaten überquerten den Rappahanock-Fluß und bildeten eine Front bei Chancellorsville in einem dschungelartigen, sumpfigen Landstrich, der „Wilderness”, in dem Robert E. Lee mit wenig mehr als 60´000 Mann stand. Am 2. Mai begann Lee mit Scheinangriffen auf die zu langgezogene, dünne Front der Nordarmee. Währenddessen marschierte „Stonewall” Jackson mit 20´000 Mann zum schwächsten Punkt der Unionslinie, dem rechten Flügel. Dieser Flankenmarsch gehört zu den bedeutendsten Ereignissen des Amerikanischen Bürgerkrieges. Mit einem wuchtigen Überraschungsangriff rollte Jackson die gesamte Unionsfront auf. In heilloser Flucht zogen sich die Nordstaatler zurück. Es war der vielleicht größte Sieg der Südstaatenarmee.

Für Jackson war es der letzte Sieg: Am Abend des 2. Mai war Jackson bis zu seinen Vorposten hinausgeritten und wurde in der Dämmerung irrtümlich von einem seiner Soldaten aus dem Sattel geschossen. Er wurde sofort ins Hinterland gebracht, sein rechter Arm wurde amputiert.
Eine Lungenentzündung bedeutete schließlich das Ende: Jackson starb am 10. Mai 1863.

übernommen von http://www.bigcountry.de/


"Libenter homines id, quod volunt, credunt."
Die Menschen glauben gerne das, was sie wollen.

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