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 Siebenjähriger Krieg (1756 bis 1763)
Seiten 1 | 2 | 3
Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

21.07.2009 13:10
RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Siebenjähriger Krieg

Im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763, auch Dritter Schlesischer Krieg genannt) kämpften mit Preußen, Großbritannien/Kur-Hannover auf der einen Seite und Österreich, Frankreich, Russland auf der anderen Seite alle europäischen Großmächte der Zeit. Viele mittlere und kleine Staaten waren ebenfalls beteiligt (siehe unten). Der Krieg wurde in Mitteleuropa, Nordamerika, Indien, der Karibik sowie auf den Weltmeeren ausgefochten. Für Großbritannien und Frankreich ging es hierbei um die Herrschaft in Nordamerika und Indien.

Vorgeschichte

Am 18. Oktober 1748 hatte der Frieden von Aachen den Österreichischen Erbfolgekrieg (1740–1748) beendet, ohne dabei das Konfliktpotential zwischen den Großmächten zu beseitigen. Daraufhin bestimmten folgende Ziele die außenpolitischen Handlungen der verschiedenen Staaten:

* Preußen hatte die österreichische Provinz Schlesien erobert und versuchte diese nun mittels eines Bündnissystems gegen eine mögliche Rückeroberung zu behaupten.
* Österreich verfolgte tatsächlich das Ziel der Rückeroberung Schlesiens. Um den Erfolg zu gewährleisten, versuchte der Kanzler Wenzel Anton Graf Kaunitz (1711–1794) zunächst den preußischen König Friedrich II. (1712–1786) außenpolitisch zu isolieren.
* Russland war unter der Herrschaft der Zarin Elisabeth (1709–1761) an einer Expansion nach Westen interessiert, wobei ihr Augenmerk auf Semgallen und das Herzogtum Kurland gerichtet war. Diese standen allerdings unter polnischer Oberhoheit. Elisabeth wollte Polen dafür mit Ostpreußen entschädigen. So kam ihr der Krieg gegen Preußen, für den Österreich Verbündete suchte, gerade recht.
* England sah in Frankreich seinen Hauptkonkurrenten und versuchte diesen vor allem in den Kolonien zu schwächen. Da Georg II. von England gleichzeitig auch Kurfürst von Hannover war, musste er zugleich versuchen, diese Herrschaft gegen einen möglichen französischen Angriff zu sichern.
* Frankreich sah seinerseits in England seinen Hauptgegner, wünschte jedoch einen Krieg noch hinauszuzögern, um sich besser vorbereiten zu können.

Im Jahre 1754 spitzte sich der englisch-französische Konflikt in Nordamerika zu, als es im Ohiotal zu ernsten Gefechten kam (→ Siehe: Franzosen- und Indianerkrieg). Die britische Regierung entsandte im Januar 1755 ein größeres Truppenkontingent unter General Edward Braddock (1695–1755) in die amerikanischen Kolonien, woraufhin im März auch eine französische Flotte auslief. Im Sommer des Jahres kam es zu einigen Schlachten in Nordamerika (→ Siehe: Schlacht am Monongahela) und auf See; im August begann man in England mit der Beschlagnahmung französischer Handelsschiffe.

Da der Krieg nunmehr unausweichlich schien, suchten sowohl die französische als auch die britische Regierung Verbündete in Europa. Frankreich wünschte einen gesamteuropäischen Krieg zu vermeiden, um sich vollkommen auf England konzentrieren zu können. Es bestand bereits ein Defensivbündnis mit Preußen, aber im August 1755 begann man auch Verhandlungen mit Österreich, um es aus dem beginnenden Krieg herauszuhalten. Dies kam den diplomatischen Bemühungen des Grafen Kaunitz sehr entgegen, dessen Ziel es war, Frankreich aus dessen Bündnis mit Preußen zu lösen. England schloss seinerseits am 30. September einen Subsidienvertrag mit Russland, um im Bedarfsfall russische Truppen zum Schutze Hannovers zu benutzen. Gleichzeitig verhandelte es jedoch auch mit Preußen. Am 16. Januar 1756 schlossen die beiden Mächte die Konvention von Westminster, in welcher beide Länder garantierten, Norddeutschland vor fremden Truppen zu schützen. Aus der Sicht Friedrichs II. stellte dieses Abkommen keinen Affront gegen Frankreich dar, weil er noch immer glaubte, dass Frankreichs Hauptgegner Österreich sei. Gleichzeitig meinte er, so dafür gesorgt zu haben, dass die russischen Truppen nicht gegen ihn handeln könnten, ohne ihre Verträge mit England zu verletzen. Für Georg II. von England bedeutete der Vertrag mit Preußen den Schutz seiner Stammlande.

Am Hofe Ludwigs XV. von Frankreich sah man in dem englisch-preußischen Zusammengehen jedoch ein Problem, denn damit war den französischen Truppen die Besetzung Hannovers versperrt. Das Kurfürstentum brauchte man jedoch dringend als Faustpfand in einem Krieg gegen England. Unter diesem Eindruck kam es am 1. Mai 1756 zum Abschluss eines Defensiv-Bündnisses zwischen Österreich und Frankreich, welches oft als „Umkehrung der Allianzen“ bezeichnet wird. Frankreich würde nun Preußen in einem Krieg gegen Österreich nicht mehr beistehen. Gleichzeitig hatten österreichische Diplomaten schon im März/April des Jahres Verbindungen zum russischen Hof geknüpft und dort die Bereitschaft für ein gemeinsames österreichisch-russisches Vorgehen gegen Preußen festgestellt. Somit war es der österreichischen Diplomatie gelungen, Friedrich II. von Preußen weitgehend zu isolieren. In einem für das Jahr 1757 geplanten Krieg zur Wiedergewinnung Schlesiens brauchte sich Österreich auf keinem anderen Kriegsschauplatz zu engagieren, konnte aber auf den Beistand von Russland und vielleicht auch von Sachsen rechnen.


Friedrich II. von Preußen; Portrait von Anton Graff (1781)

In den folgenden Wochen eskalierte der Konflikt. Schon im April 1756 hatte ein französischer Verband die britische Insel Menorca eingenommen und Truppen auf Korsika stationiert. Daraufhin erfolgte am 17. Mai 1756 die offizielle Kriegserklärung Englands an Frankreich, welche der französische Hof am 9. Juni mit einer eigenen Kriegserklärung beantwortete.

Verlauf

Im Juni 1756 erhielt Friedrich II. durch seine Spione an den europäischen Höfen Kenntnis von der Annäherung zwischen Frankreich und Russland sowie von russischen Truppenbewegungen. Außerdem bekam er Abschriften der Pariser und Petersburger Verträge, die die Allianz zwischen Österreich, Russland, Frankreich und Sachsen dokumentierten. Daraufhin befahl Friedrich die Mobilisierung seiner Regimenter in Ostpreußen und Schlesien, um dem drohenden Angriff von mehreren Seiten durch einen Einmarsch in Sachsen zuvorzukommen. Die Besetzung Sachsens hatte für Friedrich II. einen militärischen und einen wirtschaftlichen Hintergrund (siehe Ephraimiten). Militärisch gesehen versuchte Friedrich mit dem Erzgebirge und der Sächsischen Schweiz einen natürlichen Grenzwall zur österreichischen Provinz Böhmen zu gewinnen. Weiterhin konnte Friedrich durch die Besetzung die benötigten Kriegsmaterialien, wie Kanonen, Munition usw. die Elbe von Magdeburg hinauf transportieren. Wirtschaftlich sollte das wohlhabende Sachsen die Kriegskassen des preußischen Königs füllen. Nach der zügigen Besetzung Sachsens sah Friedrich II. vor, in Böhmen einzurücken. Dort sollte die Einnahme Prags die dauerhafte Unterbringung der preußischen Streitkräfte auf gegnerischem Territorium ermöglichen und Maria Theresia zu Friedensverhandlungen zwingen. Bei einem solchen Erfolg wäre dann nicht mehr zu erwarten, dass Russland im folgenden Jahr Preußen allein angreifen würde.

1756

Sachsen / Böhmen - Am 29. August 1756 überschritt die preußische Armee ohne vorherige Kriegserklärung die Grenze Sachsens. Die sächsische Armee unter der Führung von Graf Rutowski wurde überrascht und sammelte sich in einem Lager bei Pirna, wo die preußische Armee sie am 10. September einschloss. Am 9. September besetzte die preußische Armee bereits kampflos Dresden. Rutowski weigerte sich jedoch zu kapitulieren, weil er damit rechnete, dass ihn die österreichische Armee bald entsetzen würde. Als diese unter dem Kommando des Feldmarschall Browne tatsächlich Ende September nahte, zog Friedrich II. ihr mit der Hälfte seiner Armee entgegen (die andere belagerte weiterhin das sächsische Heerlager). Am 1. Oktober 1756 kam es zur Schlacht bei Lobositz in Böhmen. Die Schlacht endete mit einem preußischen Sieg, unter anderem, weil die Österreicher die eingeschlossenen Sachsen nicht mehr erreichen konnten. Daraufhin mussten die sächsischen Truppen am 16. Oktober 1756 kapitulieren. Sie wurden zunächst in preußische Dienste gepresst, desertierten jedoch größtenteils im folgenden Frühjahr. Somit war nur die Besetzung Sachsens erreicht worden, während das Konzept eines entscheidenden Schlages gegen Österreich gescheitert war.

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Nordamerika - Der britisch-französische Gegensatz in den nordamerikanischen Kolonien hatte bereits im Vorjahr zu größeren Kampfhandlungen geführt (→ siehe Hauptartikel: Franzosen- und Indianerkrieg). Im Jahre 1756 ergriffen die Franzosen unter Marquis de Montcalm die Offensive. Am 15. August 1756 eroberten sie das wichtige britische Fort Oswego und brachten somit das ganze Gebiet um den Ontariosee unter Kontrolle. Die regulären Verbände stellten die Besatzung der französischen Forts, so dass für weitere offensive Operationen nur die Milizen und Indianer zur Verfügung standen. Deshalb beschränkte sich das weitere französische Vorgehen auf den Kleinkrieg, während die Briten ihre Truppen sammelten, ohne jedoch selbst offensiv zu werden.

1757

Die Situation stellte sich für Friedrich II. zu Beginn des Jahres 1757 ungünstig dar. Am 17. Januar wurde der Reichskrieg gegen Preußen erklärt, da dieses durch den Angriff auf Sachsen Landfriedensbruch begangen habe. Die Reichstruppen würden also als weiterer Gegner Preußens auf den Plan treten. Nur Tage später, am 22. Januar, unterzeichneten Russland und Österreich einen Allianzvertrag, dem am 1. Mai ein französisch-österreichisches Offensivbündnis folgte. Zusätzlich zum schon lang erwarteten Angriff der Russen und dem Krieg gegen Österreich würden also auch Truppen Frankreichs, als Garantiemacht des Westfälischen Friedens, in Deutschland einrücken, um gegen Preußen vorzugehen und gleichzeitig Hannover als Faustpfand im Krieg gegen England zu gewinnen. Die Engländer befanden sich in Nordamerika und Indien unter Druck und konnten kaum wirksam für den Schutz Hannovers sorgen. Aus diesem Grund stellten die mit Preußen und England verbündeten deutschen Fürstentümer eine Armee auf, die sogenannte „Observationsarmee“, welche gegen die französischen Streitkräfte operieren sollte.

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Böhmen / Schlesien - Friedrich II. nahm sein strategisches Konzept des Vorjahres noch einmal auf, zunächst Prag einzunehmen und so einen entscheidenden Schlag gegen Österreich zu führen. Im April rückten die preußischen Truppen von mehreren Seiten in Böhmen ein, wo es am 6. Mai zur Schlacht bei Prag kam. Zwar siegten die Preußen, doch ein Großteil der österreichischen Armee rettete sich in die Festung. Während Friedrich nun mit der Belagerung derselben begann, zog von Süden her ein österreichisches Entsatzheer unter Feldmarschall Graf Daun heran. Friedrich II. stellte sich diesem mit der Hälfte seiner Truppen (die andere belagerte Prag) in der Schlacht von Kolín am 18. Juni entgegen, wurde dabei jedoch schwer geschlagen. Als Folge dieser Niederlage mussten die Preußen ganz Böhmen räumen und nach Sachsen zurückweichen. In den folgenden Monaten manövrierten die gegnerischen Heere ergebnislos um einander, bis Friedrich II. durch den Anmarsch der Reichsexekutionsarmee in Thüringen gezwungen war, mit einem großen Teil seiner Truppen dorthin zu eilen. Die nunmehr überlegenen Österreicher griffen die preußischen Truppen unter dem Herzog von Braunschweig-Bevern am 7. September in der Schlacht von Moys an und zwangen diese zum Rückzug. Nach einer weiteren Schlacht von Breslau am 22. November sowie der Einnahme der Festungen Schweidnitz und Breslau befand sich Ende November der größte Teil Schlesiens wieder unter österreichischer Kontrolle. In diesem Zeitraum gelang es dem österreichischen General Andreas Hadik von Futak auch mit einer Abteilung Husaren, für einen Tag (16. Oktober) Berlin zu besetzen, bevor er sich wieder zurückzog. Anfang Dezember traf jedoch die preußische Hauptarmee unter Friedrich II. wieder in Schlesien ein. Er griff die österreichische Armee in der Schlacht von Leuthen am 5. Dezember an und schlug sie entscheidend. Diese zog sich nach Böhmen zurück, während die Preußen bis zum April 1758 die schlesischen Festungen zurückeroberten. Damit war die Ausgangssituation vom Beginn des Jahres weitgehend wieder hergestellt.

Mitteldeutschland - Im Juni griffen auch die Franzosen an. Sie entsandten eine Armee nach Norddeutschland, welche die preußischen Länder am Rhein besetzte und anschließend gegen Hannover vorging. Am 26. Juli 1757 schlugen die französischen Truppen unter Führung des Marschalls d'Estrées die aus Kontingenten der deutschen Kleinstaaten bestehende Observationsarmee unter dem Herzog von Cumberland in der Schlacht bei Hastenbeck. Die Observationsarmee zog sich an die Nordsee zurück, wo sie sich in der Konvention von Kloster Zeven für neutral erklärte. Somit stand im Spätsommer für die Franzosen der Weg nach Berlin offen. Da sie aber kein Interesse daran hatten, Preußen gegenüber Österreich zu sehr zu schwächen, begnügten sie sich mit der Besetzung der mit Preußen verbündeten Fürstentümer. Marschall d'Estrées wurde nach einigen Intrigen in Versailles durch den Herzog von Richelieu ersetzt.

Gleichzeitig begann im August auch die Reichsexekutionsarmee mit ihren Operationen in Thüringen gegen das sächsische Gebiet. Die Armee bestand aus einem französischen Korps unter dem Prinzen von Soubise und den Reichstruppen unter dem Herzog von Sachsen-Hildburghausen, der auch den Oberbefehl führte. Gegen diese Armee rückte Friedrich II. von Schlesien her an und schlug sie am 5. November 1757 vernichtend in der Schlacht bei Roßbach. Die Reichsarmee trat in den folgenden Jahren nicht mehr als eigenständiger Verband in Erscheinung. Friedrich II. setzte sich mit der preußischen Hauptarmee wieder nach Schlesien in Bewegung, um dort dem österreichischen Vordringen zu begegnen (→ siehe oben).

Ostpreußen - Zur Verteidigung Ostpreußens hatte Friedrich II. den erfahrenen Generalfeldmarschall Johann von Lehwaldt mit 30.000 Mann vorgesehen. Am 1. Juli griff eine ca. 100.000 Mann starke russische Armee unter General Stepan Fjodorowitsch Apraxin an. Sie nahm nach kurzer Belagerung die Festung Memel am 5. Juli ein. Das nächste Etappenziel war Königsberg. Dabei stellte sich das preußische Korps des Generalfeldmarschalls Lehwaldt dem russischen Vormarsch entgegen. In der Schlacht bei Groß-Jägersdorf wurde es am 30. August geschlagen. Trotzdem war die russische Versorgungslage ohne den Hafen von Königsberg so schlecht, dass Apraxin sich wieder aus Ostpreußen zurückzog. Nur in Memel verblieb eine Besatzung.

Ostseeküste - Am 12. September griffen auch die Schweden von Stralsund aus Preußen an. Sie eroberten die schwach verteidigten Orte Pasewalk, Ueckermünde und Swinemünde. Daraufhin beorderte Friedrich II. das Korps des Generalfeldmarschalls Lehwaldt aus Ostpreußen heran (die Russen hatten sich bereits zurückgezogen), um gegen die Schweden zu operieren. Lehwaldt eroberte bis zum Jahresende Wollin, Anklam und Demmin, während sich die Schweden zurückzogen und nur Stralsund besetzt hielten.

Nordamerika - Marquis de Montcalm setzte seine Strategie fort, die wichtigsten britischen Forts zu zerstören, um so einer englischen Offensive von diesen Forts aus vorzubeugen. Ziel des Angriffs war Fort William Henry am Lake George. Die Briten kapitulierten nach einigen Tagen Belagerung am 9. August gegen freien Abzug. Die indianischen Verbündeten der Franzosen hielten sich nicht an die Vereinbarungen und überfielen die britischen Truppen, was als Fort William Henry-Massaker bekannt wurde. Die Briten sammelten unterdessen Truppen auf der Kap-Breton-Insel für einen Angriff auf die Festung Louisbourg, der jedoch verschoben wurde.

1758

Anfang des Jahres waren russische Truppen unter Graf von Fermor erneut in Ostpreußen und Pommern eingedrungen und versuchten anschließend, sich mit den Österreichern zu vereinigen. Dies konnte Friedrich in der Schlacht bei Zorndorf verhindern. Die Russen zogen sich bis Jahresende hinter die Weichsel zurück, hielten aber Ostpreußen. Unter Ausnutzung der Abwesenheit des preußischen Hauptkontingents gelang es österreichischen Truppen, fast ganz Schlesien zu besetzen.

Außerdem drangen im Spätsommer österreichische Truppen unter Graf Daun in Südsachsen ein, schlugen die Preußen in der Schlacht von Hochkirch und versuchten Dresden zu nehmen, was aber nicht gelang. Ende November zogen sie sich nach Böhmen zurück. Im Gegenzug drang eine preußische Armee in Mähren bis Olmütz vor und belagerte die Stadt. Durch die seit dem Österreichischen Erbfolgekrieg verstärkten Mauern konnte dieses Mal die Festung Olmütz, anders als im Jahr 1741, von den österreichischen Truppen erfolgreich verteidigt werden.

England sagte Preußen in einer Vereinbarung vom 11. April 1758 finanzielle Mittel von 4,5 Millionen Talern sowie die Aufstellung eines neuen Heeres in Kurhannover zu.[1] Herzog Ferdinand konnte die Franzosen in der Schlacht von Rheinberg und in der Schlacht bei Krefeld schlagen und kontrollierte zum Jahresende das gesamte rechtsrheinische Gebiet.

„Affaire de Meer“: In der Schlacht bei Rees Mehr (heute Hamminkeln-Mehrhoog) am 5. August 1758 schlugen die Preußen unter General v. Imhoff die Franzosen. Das Bataillon Stolzenberg traf die Franzosen in der Flanke. Heute noch erinnert an der Stelle ein Obelisk an diese Schlacht mit der Inschrift: „Deutschlands tapferen Kriegern, welche hier unter General v. Imhoff am 5. August 1758 die Franzosen schlugen. Errichtet am 5. August 1858 durch die Bewohner von Haffen und Mehr“. Hierdurch kam es zum siegreichen Ausgang der Schlacht bei Mehr, bei der 3000 Preußen fast 10000 Franzosen schlugen. Das französische Heer floh zurück in die von ihm besetzte Stadt Wesel.

1759

Durch den hohen Blutzoll der vorherigen Kriegsjahre war Preußen zu offensiven Aktionen nicht mehr in der Lage, vielmehr hatte es nun mit Angriffen auf das preußische Kernland zu kämpfen. Erneut versuchten die Russen unter Saltykow und Österreicher unter Leopold Joseph Graf Daun eine Vereinigung ihrer Truppen zu erreichen, um Friedrich gemeinsam zu schlagen. Diese Vereinigung gelang diesmal bei dem Ort Kunersdorf (östlich von Frankfurt (Oder)), nachdem die Russen aus Ostpreußen – ein preußischer Verband, der sich ihnen entgegengeworfen hatte, war am 23. Juli bei Kay geschlagen worden – und die Österreicher über Schlesien angerückt waren. Friedrich erlitt bei einem Angriff auf das Lager der nunmehr Verbündeten in der Schlacht von Kunersdorf (12. August) eine katastrophale Niederlage, das preußische Heer löste sich zwischenzeitlich auf.

Die Russen, Österreicher und Franzosen nutzten jedoch wegen wachsender Widersprüche innerhalb des Bündnisses nicht die Gunst der Stunde, um nach Berlin vorzurücken. Friedrich bezeichnete diesen Umstand, der dem preußischen Staat die Existenz rettete, in einem Brief an seinen Bruder Heinrich als das „Mirakel des Hauses Brandenburg“. Die Russen zogen sich im Herbst in ihre Ausgangsstellung zurück und die Österreicher rückten auf den sächsischen Kriegsschauplatz ab. Dort hatte im Sommer die Reichsarmee unter Ausnutzung der Abwesenheit preußischer Truppen fast ganz Sachsen inklusive Dresden besetzt. Nach Vereinigung der Reichsarmee mit den Österreichern kam es hier am 20. November zu einem Zusammentreffen mit einem preußischen Kontingent im Gefecht von Maxen, das zum Einschluss der preußischen Truppen führte. Der preußische General von Finck kapitulierte daraufhin einen Tag später und wurde mit rund 14.000 Mann gefangen genommen.

Auf dem westdeutschen Kriegsschauplatz blieb bis zum Jahresende der Status quo weitgehend erhalten, einen Vorstoß des Herzogs von Braunschweig zum Rhein wehrten die Franzosen bei Bergen ab (13. April). Der darauf folgende Vorstoß des französischen Hauptkontingents nach Hannover wurde von den preußischen Verbündeten in der Schlacht bei Minden (1. August) abgewiesen.

1760

Auch 1760 war Preußen angesichts der eigenen Schwäche vorrangig darauf bedacht, seine eigenen sowie die eroberten Gebiete zu halten. Österreich hingegen wollte zunächst Schlesien wiedergewinnen, zusammen mit den Russen aber letztlich die preußischen Kräfte vernichten. Dementsprechend fielen österreichische Truppen unter von Laudon in Schlesien ein, eroberten wichtige Festungen und schlugen ein preußisches Korps bei Landeshut vernichtend. Gleichzeitig versuchte Friedrich vergeblich, mit starken Kräften Dresden zurückzugewinnen, was zu erheblichen Zerstörungen in der Innenstadt führte.

Als österreichische Entsatztruppen unter Daun Dresden entgegenstrebten und Friedrich von den Entwicklungen in Schlesien alarmiert wurde, zog er dorthin ab und Daun folgte ihm. Beiden österreichischen Armeen, die am 15. August von Friedrich angegriffen wurden, gelang eine Vereinigung bei Liegnitz. Den preußischen Truppen gelang ein Sieg und damit die Verbindung zu Truppen unter Prinz Heinrich, der dadurch die russischen Kräfte auf Distanz halten konnte.

Diese Erfolge wurden schnell relativiert, denn den Gegnern Preußens gelang gleichzeitig die Besetzung Sachsens durch die Reichsarmee und die kurzzeitige Besetzung und starke Plünderung Berlins durch die Russen unter Tottleben und Tschernyschew und Österreicher unter Lacy. Friedrich gelang am 3. November in der Schlacht bei Torgau noch einmal ein Befreiungsschlag, indem er die ihm folgenden österreichischen Kräfte unter Daun besiegte und nach Sachsen zurückdrängte. Trotzdem war die Lage Preußens katastrophal, unter anderem waren Ostpreußen, Sachsen und Schlesien in der Hand des Gegners.

Im Laufe des Jahres gelang es französischen Kräften, bis tief in rechtsrheinisches Gebiet vorzustoßen und sich trotz eines Sieges der alliierten Truppen in der Schlacht bei Warburg in Hessen-Kassel zu behaupten. Schwedische Truppen setzten sich gleichzeitig im preußischen Teil Pommerns (ein Teil Vorpommerns war seit dem Dreißigjährigen Krieg schwedisch) fest. Im Herbst wurden alliierte Truppen bei der Schlacht bei Kloster Kampen von den Franzosen am Rhein geschlagen.

1761

Erneut war Schlesien Kriegsschauplatz. Gegen die anrückenden und sich vereinigenden Österreicher (unter Laudon) und Russen bezog das preußische Heer das Lager von Bunzelwitz, das den ganzen Sommer gegen die mit Versorgungsschwierigkeiten kämpfenden Verbündeten gehalten werden konnte. Die Russen zogen im September zermürbt ab, aber auch die Preußen, so dass die wichtige Festung Schweidnitz zusammen mit Oberschlesien in die Hände der Österreicher fiel.

In Hinterpommern eroberten die Russen Kolberg, aber in Vorpommern gelang es den Preußen, sich gegen die Schweden zu behaupten. Auf dem westdeutschen Kriegsschauplatz passierte wenig, was insbesondere an der schwindenden Kraft des französischen Staates lag.

So hatte Preußen auch in diesem Jahr Glück, dass die Alliierten zu keinem entscheidenden Schlag in der Lage waren. Dennoch war die Lage Preußens weiterhin kritisch. Hinzu kam noch, dass die britische Regierung nach dem Sturz Pitts im Dezember die Subsidienzahlungen einstellte.

Ein oft fälschlicherweise mit Friedrichs zu diesem Zeitpunkt zwei Jahre altem Zitat vom „Mirakel des Hauses Brandenburg“ in Zusammenhang gebrachtes Ereignis verschaffte Friedrich die benötigte Entlastung: Die Zarin Elisabeth starb am 25. Dezember und ihr Neffe Peter III. trat daraufhin die Nachfolge an.

1762

Nachdem er den preußischen Hohen Orden vom Schwarzen Adler verliehen bekam, schloss Peter III., ein Bewunderer Friedrichs, am 5. Mai in St. Petersburg einen Friedens- und Bündnisvertrag mit Preußen (und stellte diesem ein Kontingent zur Verfügung) (Frieden von Sankt Petersburg), dem sich Schweden am 22. Mai (Frieden von Hamburg) anschloss. Nach Peters Ermordung löste Katharina die Große das Bündnis auf, beließ es aber beim Frieden. Durch die frei werdenden Kräfte erstarkt, versuchte Friedrich die Österreicher aus Schlesien und Sachsen zu verdrängen. Es gelang ihm, Daun bei Burkersdorf zu schlagen und Schweidnitz zu besetzen. Bei Freiberg kam es schließlich zur letzten Schlacht zwischen Österreich und Preußen. Die Preußen unter Prinz Heinrich siegten, womit ihnen auch die Rückgewinnung Sachsens gelang.

Ein letztes Mal versuchten französische Truppen einen Vorstoß nach Hessen, der jedoch bei Wilhelmsthal und Lutterberg zurückgeschlagen wurde.

Der Krieg in den Kolonien

Unter Robert Clive eroberten die Briten die französischen Besitzungen in Indien. In Nordamerika begannen die Feindseligkeiten bereits 1754 (→ Franzosen- und Indianerkrieg). Nach anfänglichen Rückschlägen (französischer Sieg in der Schlacht am Monongahela 1755) eroberten die Briten erst das Ohiogebiet, stießen dann zu den Großen Seen vor und begannen schließlich die Invasion Kanadas. Durch die Vernichtung der französischen Flotte in zwei Seeschlachten wurde Québec von Europa abgeschnitten. Die Briten eroberten daraufhin 1759 Québec und 1760 Montreal.

Die Friedensverträge von 1763

Großbritannien und Portugal schlossen am 10. Februar den Frieden von Paris mit Frankreich und Spanien.

Am 15. Februar 1763 wurde der Frieden von Hubertusburg zwischen Preußen und seinen Gegnern geschlossen. Der Status quo ante bellum wurde wiederhergestellt.

Politische Folgen

Preußen hatte sich durch den Krieg als fünfte Großmacht im europäischen Mächtekonzert etabliert. Der mit den Schlesischen Kriegen begonnene Gegensatz zu Österreich blieb, von der Phase der gemeinsamen Gegnerschaft zu Napoléon abgesehen, bis zum Krieg von 1866 für die deutsche Politik grundlegend (Deutscher Dualismus) und mündete bald darauf in den Bayerischen Erbfolgekrieg.

Frankreich, das durch völlig unterschiedliche Kriegsschauplätze seine Ziele verfehlte, misslang der Erwerb der Österreichischen Niederlande (heute Belgien), die als Kompensation für die Hilfe bei der Wiedergewinnung Schlesiens durch Österreich zugesagt waren, verlor einen großen Teil seines Kolonialreiches (ganz Kanada, alle Teile Indiens), brannte auf Revanche an Großbritannien und geriet in immer tiefere Staatsverschuldung. Ersteres führte zu der französischen Unterstützung der rebellierenden Kolonien im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, der mit der Staatsverschuldung zu den wichtigsten Ursachen der Französischen Revolution wurde.

Großbritannien mischte sich seit dem Krieg verstärkt in die europäische Kontinentalpolitik ein. Der Sieg in Nordamerika wurde zur Ursache des Konflikts mit den Siedlern in den älteren Kolonien. Zum Schutz der im Krieg mit Großbritannien verbündeten Indianer wurden die neu erworbenen Gebiete zwischen Allegheny Mountains und Ohio beziehungsweise Mississippi nicht zur Besiedlung freigegeben, außerdem sollte die Kolonialbevölkerung durch verschiedene Steuern an den Kosten des Krieges beteiligt werden. Beides führte zu Konflikten. Die Miliztruppen der Kolonisten konnten Kampferfahrung sammeln, die sie eineinhalb Jahrzehnte später im Unabhängigkeitskrieg gegen das Mutterland Großbritannien erfolgreich einsetzten.

Wirtschaftliche Folgen

Für die Bevölkerung der beteiligten Staaten in den Kriegsgebieten hatte der Krieg zum Teil katastrophale Auswirkungen. Der Verlust an Soldaten war immens – so verlor allein Preußen 180.000 Mann. Auch die Zivilbevölkerung wurde dezimiert, insbesondere in den am stärksten betroffenen Gebieten wie Sachsen oder Pommern. Sachsen hatte als von Preußen besetztes Gebiet auch sehr stark unter Plünderungen, Zwangsrekrutierungen und Kontributionszahlungen zu leiden.

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Albrecht von Wallenstein Offline




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30.07.2009 13:51
#2 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Lobositz

Die Schlacht bei Lobositz (auch Lowositz) fand am 1. Oktober 1756 zwischen den preußischen und österreichischen Armeen statt.

Schlachtverlauf

Friedrich der Große besiegte dabei im Siebenjährigen Krieg die Österreicher unter Feldmarschall Browne, die den bei Struppen unweit von Pirna eingeschlossenen sächsischen Truppen zu Hilfe eilten.

Als Friedrich II. davon Kenntnis bekam, zog er ihnen entgegen. Die Österreicher zählten 35.000 Mann, die Preußen 28.000 Mann.[1] Bei Lobositz trafen beide Armeen zusammen. Der Angriff der preußischen Kavallerie, die unerwartet auf den Feind stieß, wurde zwar abgeschlagen, aber die Infanterie erstürmte Lobositz und zwang die Österreicher zum Rückzug.

Diese Schlacht war von allseitigen Missverständnissen geprägt: Der preußische Kavallerieangriff geschah gegen den Befehl Friedrichs,[2] daraufhin hatte er die Schlacht schon verloren gegeben und das Schlachtfeld verlassen. Als die Preußen Lobositz erstürmt hatten, glaubten sie, die Österreicher geschlagen zu haben, und Friedrich kehrte zurück. Allerdings war Lobositz nur von der österreichischen Vorhut besetzt, die Hauptarmee war noch unversehrt. Browne erkannte jedoch nicht, dass die Preußen schon „ihr Pulver verschossen hatten“, und zog sich zurück, obwohl er sie nun vermutlich hätte besiegen können. Jeder von beiden Gegnern hatte dabei ca. 2.900 Mann verloren.

An der Schlacht bei Lobositz nahm als Söldner auf preußischer Seite auch der Schweizer Schriftsteller Ulrich Bräker teil. In seinem autobiografischen Werk "Der arme Mann im Tockenburg" beschrieb er das Schlachtengetümmel später eindrücklich – nicht ohne zu erwähnen, dass er dasselbe zusammen mit anderen Soldaten zur Desertion nutzte.


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Albrecht von Wallenstein Offline




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30.07.2009 13:53
#3 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht von Prag

Die Schlacht bei Prag am 6. Mai 1757 war die zweite Schlacht im Siebenjährigen Krieg. Ihr Schlachtfeld lag östlich der Stadt zwischen dem Tal des Botič bei Vršovice und Žižkov, es erstreckte sich über Hrdlořezy bis Prosek.

Hergang

Als Friedrich II. Ende April 1757 mit seinem Heer in Böhmen einrückte und seinen Marsch auf Prag richtete, vereinigten die überraschten Österreicher unter dem Oberbefehl des Prinzen Karl Alexander von Lothringen rasch 60.000 Mann bei Prag und nahmen auf der Ostseite der Stadt, auf dem Žižka- und dem Táborberg, eine nach ihrer Meinung unangreifbare Stellung ein, da sie im Norden zur Moldau und Rokytka steil abfiel und im Osten durch eine feuchte, von Bächen durchschnittene Niederung gedeckt wurde.

Der König, der nach seiner Vereinigung mit Generalfeldmarschall Kurt Christoph Graf von Schwerin am Morgen des 6. Mai 64.000 Mann bei sich hatte, beschloss dennoch den sofortigen Angriff. Derselbe, von Schwerin befehligt, richtete sich vor allem gegen die rechte Flanke des Feindes. Zwar bot der sumpfige Boden dem Vordringen unerwartete Hindernisse; die österreichischen Batterien streckten die preußische Infanterie reihenweise zu Boden, und dieselbe wich zurück. Vergeblich stellte sich der 72-jährige von Schwerin mit der Fahne in der Hand an die Spitze seines Infanterieregimentes Nr. 24. Erst fiel sein Adjutant Graf von Platen und schließlich auch er selbst, von fünf Kugeln durchbohrt, und die Bataillone gingen abermals zurück. Aber auf der österreichischen Seite nahm man diesen Vorteil nicht wahr, da jede Oberleitung fehlte, Browne tödlich verwundet, der Prinz Karl aber wegen eines Asthmaanfalles die versäumten Dispositionen zur Schlacht nicht nachträglich geben konnte.

Als Friedrich jetzt einen neuen Angriff des zweiten Treffens befahl und den rechten Flügel der Österreicher warf, zugleich der Herzog von Bevern im Zentrum und die Prinzen Ferdinand von Braunschweig und Heinrich von Preußen auf dem rechten Flügel siegreich vordrangen, war die Schlacht zu Gunsten der Preußen entschieden, die Österreicher teils in die Stadt Prag, teils über die Sazawa gedrängt.

Letztere verloren 5.000 Gefangene, den größten Teil ihrer Bagage, 60 Kanonen und 12.000 Mann an Toten und Verwundeten. Der Verlust auf preußischer Seite belief sich auf wenigstens 12.500 Mann. Unter den Toten befanden sich der Feldmarschall Schwerin, Oberst Friedrich Prinz von Holstein-Beck und mehrere andere Generale. Auch die schwere Verwundung der hervorragenden Generale Fouqué und Winterfeldt sollten sich auf Kampfkraft und Motivation des preußischen Heeres negativ auswirken. Österreich verlor den Feldmarschall Maximilian Graf von Browne, der einige Tage später in Prag an seinen Wunden starb.

Friedrich II. hielt mit seinem nunmehr 50.000 Mann starken Heer Prag eingeschlossen und hoffte, es durch Hunger bald zu bezwingen, was wahrscheinlich die Niederlage Maria Theresias bedeutet hätte. Doch nachdem der österreichische Feldmarschall Daun in der Schlacht von Kolín am 18. Juni 1757 Friedrich geschlagen hatte, mussten die Preußen die Belagerung Prags aufgeben und sich nach Sachsen zurückziehen.

Verewigt wurden die Ereignisse von Prag unter anderem in zwei Gedichten von Theodor Fontane.


Quelle:
Wikipedia

Albrecht von Wallenstein Offline




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30.07.2009 13:58
#4 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht von Kolin

Als Schlacht von Kolin wird die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Preußen und Österreich am 18. Juni 1757 im böhmischen Kolín bezeichnet, in der der preußische König Friedrich II. der Große die erste Niederlage im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) erlitt. Sie forderte rund 22.000 Tote und Verwundete.

Vorgeschichte

Nach der Schlacht von Prag am 6. Mai 1757 wurde die Stadt von den preußischen Truppen belagert. Feldmarschall Graf von Daun war mit einem Entsatzheer aufgebrochen, um den eingeschlossenen Österreichern unter Prinz Karl von Lothringen zu Hilfe zu kommen. Friedrich II. brach daraufhin die Beschießung von Prag ab und stellte sich mit einem Teil seiner Truppen den anrückenden Österreichern entgegen.

Truppenstärken

In der Schlacht wurden auf preußischer Seite etwa 35.000 Mann aufgeboten, – davon etwa 21.000 Mann Infanterie, etwa 14.000 Mann Kavallerie sowie 90 schwere Geschütze. Ihnen standen auf österreichischer Seite etwa 54.000 Mann gegenüber, – davon etwa 35.000 Mann Infanterie, etwa 19.000 Mann Kavallerie und 154 schwere Geschütze.

Verlauf

Feldmarschall von Daun hatte die Hügelkette westlich von Kolin besetzt, wo König Friedrich II. am Morgen des 18. Juni 1757 ankam. Trotz schlechter Aufklärung und zahlenmäßiger Unterlegenheit griff er die Österreicher an. Doch seine Taktik der schiefen Schlachtordnung, die ihm später (insbesondere bei der Schlacht von Leuthen) oft den Sieg brachte, sollte scheitern: Der Versuch, die österreichische Front von einer Seite aufzurollen und den entgegenliegenden Flügel durch Scheinangriffe einiger Regimenter zu binden, misslang. Preußische Einheiten unter den Generälen von Manstein und Tresckow ließen sich durch das Geplänkel österreichischer Avantgardeeinheiten zu einem frühzeitigen Einbruch in die Höhenstellungen des Feindes provozieren, wodurch die beabsichtigte „Lücke“ nunmehr in der königlichen Armee klaffte. Bis Nachmittag hatten Dauns Truppen die zunehmend desorientierten Preußen in die Zange genommen und immer weiter zurückgetrieben. Lediglich bei der Deckung des Rückzuges zeichneten sich preußische Kürassiere unter Oberst von Seydlitz (der am selben Tag zum Generalmajor befördert wurde) sowie insbesondere das 1. Bataillon Garde unter General von Tauentzien aus, deren mutiges Widerstehen die Armee des Königs vor Schlimmerem bewahrte. Gegen 16 Uhr griffen die sächsischen Chevauxlegers und das Dragonerregiment de Ligne die linke Flanke der Preußen an, brachten sie zum Weichen und fielen dann im Verein mit den am rechten Flügel befindlichen österreichischen Kavallerieregimentern über die preußische Infanterie her, welche nach kurzem Kampf weichen musste. Die Verluste der Preußen in der Schlacht betrugen 13.733 Mann und 1.667 Pferde sowie 45 Geschütze, die der Österreicher betrugen 8.114 Mann und 2.745 Pferde.

Auswirkungen

Als Folge dieser schweren wie auch unerwarteten Niederlage mussten die Preußen die seit Mai des Jahres betriebene Belagerung von Prag aufgeben und sich unter vorübergehender Preisgabe Schlesiens nach Sachsen zurückziehen. Friedrich II. hatte fest mit einem Sieg gerechnet, der ihm weitere Vorstöße in Richtung Wien ermöglichen sollte, woraus er sich gute Chancen für einen von ihm avisierten Friedensschluss ausrechnete. Maria Theresia führte einen Revindikations-, der König einen - wenn auch präventiven - Verteidigungskrieg.

Die Hauptschuld für die Niederlage schoben sich der König und sein Armeeführer Prinz Moritz von Anhalt-Dessau wechselseitig zu. Tatsache ist, dass Moritz den vorzeitigen Einbruch seiner Regimenter in die österreichischen Stellungen zu verantworten hatte, der König sich jedoch das generelle Risiko zurechnen lassen musste, das er mit dem ungeduldigen Wunsch nach rascher Beendigung der Kampfhandlungen durch einen finalen Schlag (in einer ungünstigen räumlichen Situation) auf sich und seine Männer lud.


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30.07.2009 14:01
#5 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Hastenbeck

Die Schlacht bei Hastenbeck am 26. Juli 1757 war eine Schlacht des Siebenjährigen Krieges zwischen den in Personalunion verbundenem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg ("Kurhannover")/Großbritannien und Frankreich.

Ausgangslage

Im Mai 1757 hatte sich der französische Hof bereit erklärt, mit 105.000 Mann eine Offensive gegen Preußen und seine Verbündeten zu beginnen. Ende des Monats verfügte die Armee, die am Niederrhein stand, aufgrund österreichischer Kontingente bereits über 115.000 Mann. Der Rhein wurde Anfang Juni überschritten, danach wurden die westlichen Besitzungen Preußens besetzt. Am 20. Juli konnten die Franzosen Bielefeld erobern.

Preußen konnte gegen die französische Armee nur 5.000 Soldaten abstellen. Die Hauptlast schulterten daher preußische Verbündete, zu denen vor allem Kur-Hannover, aber auch andere protestantische Reichsfürsten gehörten. Die aus den anderen Kontingenten gebildete Observationsarmee verfügte über 47.000 Mann mit 22 schweren Geschützen (27.000 Kur-Hannoveraner, 12.000 Hessen-Kasseler, 6.000 Braunschweig-Wolfenbütteler, 1.200 Schaumburg-Lipper und 800 Sachsen-Gothaer). Oberbefehlshaber war William Augustus, Duke of Cumberland. Er war der Sohn Georgs II., des Kurfürsten von Braunschweig-Lüneburg und Königs von Großbritannien. Sein Hauptziel war die Verteidigung Kur-Hannovers gegen eine französische Besetzung. Doch trotz seiner Bemühen konnten die Franzosen unter Marschall d'Estrées am 16. Juli 1757 die Weser überqueren.

Schlachtverlauf

Um die französischen Truppen wieder hinter die Weserlinie zu drängen, stellte sich Cumberland am 26. Juli bei Hastenbeck zur Schlacht, obwohl das Terrain ihm nur oberflächlich bekannt war. Da Marschall d'Estrées, der seinen Truppen bereits den Rückzugsbefehl gegeben hatte, geistesgegenwärtig erkannte, dass der Herzog von Cumberland ebenfalls den Abmarsch antrat, ging die Schlacht für die Observationsarmee verloren. Die französische Armee hatte Verluste von 2300 Mann erlitten, während auf Seiten der Alliierten die Verluste nur 1.400 Mann betrugen.

Auswirkungen

Die Folgen der verlorenen Schlacht waren weitreichend. Cumberland zog die Observationsarmee hinter die Aller zurück. Die Franzosen unter ihrem neuen Oberbefehlshaber Louis Armand du Plessis, Herzog von Richelieu, besetzten nun weite Teile des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburgs und des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel. Schließlich wurde die Observationsarmee, die die preußischen Kontingente abgegeben hatte, im Raum Stade zusammengedrängt und vom Nachschub aus Hamburg und Bremen abgeschnitten.

Dänemark vermittelte daraufhin Verhandlungen zwischen Cumberland und Richelieu über eine Neutralitätserklärung. Am 8. und 10. September 1757] wurde der Vertrag von Kloster Zeven, dem der englische König Georg, der als Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg mit Österreich und Frankreich Frieden schließen wollte, ausdrücklich zustimmte, unterzeichnet. Die kur-hannoverschen Truppen sollten im Raum Stade verbleiben, während Frankreich Hannover besetzte und sich die Kontingente der anderen deutschen Fürsten auflösen sollten.

Mit dem Vertrag von Kloster Zeven stand keine Armee mehr den Franzosen auf ihrem möglichen Weg nach Magdeburg und Berlin entgegen. Richelieu fühlte jedoch zunächst nur in Richtung Halberstadt vor, der eigentliche Feldzug sollte erst 1758 erfolgen.

Die Ereignisse um die Schlacht und ihre Folgen sind Gegenstand des Romans Hastenbeck von Wilhelm Raabe (1899).


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30.07.2009 14:04
#6 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Groß-Jägersdorf

Die Schlacht bei Groß-Jägersdorf am 30. August 1757 war eine Schlacht des Siebenjährigen Krieges zwischen Russland und Preußen.

Ausgangslage

Zur Verteidigung Ostpreußens hatte Friedrich II. den erfahrenen Generalfeldmarschall von Lehwaldt bestellt. Ihm standen 30.000 Mann zur Verfügung. Gegen ihn trat eine fast 100.000 Mann starke Armee unter General Apraxin an. Ende Juni 1757 rückten die Russen frontal in Ostpreußen ein. Vielfach kam es zu Verwüstungen und Plünderungen. Die Festung Memel fiel am 5. Juli. Die drei russischen Kolonnen vereinten sich dann am 13. August in Insterburg, die so gebildete Streitmacht betrug allerdings nur noch 55.000 Mann und litt vor allem an der mangelhaften Versorgungssituation. Apraxin wollte den russischen Nachschub über den Seeweg sicherstellen und wandte sich daher am 23. August gen Königsberg. Die Preußen wollten die Einnahme dieser Stadt unter allen Umständen verhindern.

Lehwaldt verfügte über 22 Bataillone, 50 Schwadronen und 55 Geschützen (zusammen 24.700 Mann). Die russische Armee bestand aus 89 Bataillonen, 40 Grenadier-Kompanien, 46 Schwadronen, 119 Sotnien Irreguläre sowie 263 Geschützen (zusammen etwa 54.800 Mann).

Schlachtverlauf

Am 30. August 1757 stand Lehwaldt den Russen bei dem Dorf Groß-Jägersdorf gegenüber. Obwohl Apraxin eine feste Stellung eingenommen hatte, welche im Rücken und in den Flanken durch natürliche Hindernisse gesichert war, entschied sich auf Befehl Friedrichs des Großen der preußische Generalfeldmarschall zum Angriff. Lehwaldt richtete seinen Stoß vornehmlich auf den feindlichen linken Flügel. Die russische Kavallerie und die erste Linie der Infanterie wurden geworfen, drei Batterien erobert. Aber das überlegene Kartätschenfeuer der russischen Artillerie erschütterte die Reihen der Angreifer. Als Graf Rumjanzew 20 frische Bataillone auf dem bedrohten linken Flügel ins Gefecht führte, konnte Lehwaldt das Schlachtfeld nicht behaupten. Nach zehn Stunden Kampf zogen sich die Preußen in guter Ordnung über den Fluss Pregel zurück. Ihr Verlust belief sich auf 4.600 Tote und Verwundete, zudem gingen 28 Geschütze verloren. Die Russen büßten 7.000 Mann ein.

Auswirkungen

Die Russen konnten ihren Sieg nicht ausnutzen, um weiter nach Westen vorzudringen. Aufgrund von Versorgungsschwierigkeiten mussten sie sich rückwärts nach Polen zurückziehen. Ostpreußen blieb trotz der Niederlage Lehwaldts zum Jahreswechsel in preußischer Hand.


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30.07.2009 14:08
#7 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht von Moys

Am 7. September 1757 kam es während des Siebenjährigen Krieges zur Schlacht bei Moys zwischen Preußen und Österreich.

Ausgangslage

Beim Rückzug der preußischen Armee nach deren Niederlage in der Schlacht von Kolin stellten ihnen die Österreicher unter Führung von Karl Alexander von Lothringen und Leopold Joseph Daun bis nach Sachsen nach.

Das Hauptheer der Preußen unter dem Kommando von Herzog August Wilhelm bezog Stellung an der Landeskrone bei Görlitz in der Oberlausitz. Ein Korps, womit General von Winterfeldt die Verbindung zwischen Schlesien und Sachsen offen hielt, hatte den Holzberg (Jäckelsberg) beim Dorf Moys am rechten Ufer der Lausitzer Neiße besetzt.

Die Veranlassung für das kommende Gefecht war die Ankunft des Grafen Wenzel Anton Kaunitz im österreichischen Hauptlager bei Jauernick, der mit den Oberbefehlshabern die weiteren Operationspläne erörtern wollte.

Schlachtverlauf

Am 7. September 1757 griff General von Nádasdy mit 20.000 Mann und 24 schweren Geschützen die preußische Vorhut bei Moys an. Er nutzt den Umstand, dass sich General von Winterfeldt zu diesem Zeitpunkt im eine halbe Meile entfernten Lager bei Görlitz befand. Als diesen die Nachricht des österreichischen Angriffs erreichte, eilte er seinen Truppen mit fünf Bataillonen zur Hilfe. Trotz der Übermacht schlug er die Österreicher zunächst zurück. Da aber weitere Verstärkungen durch Herzog August Wilhelm ausblieben, konnte von Nádasdy die Preußen umgehen und im Rücken angreifen. Von Winterfeldt erlitt eine tödliche Verwundung und verstarb einen Tag später; an ihn erinnert noch heute ein Gedenkstein. Sein Korps musste sich schließlich zurückziehen.

Auswirkungen

Herzog August Wilhelm fehlte durch den Tod Hans Karl von Winterfeldts ein fähiger Berater. In den nächsten Wochen zog er sich beständig zurück, während ihn die Österreicher mit fast 90.000 Mann verfolgten und den Nachschub der Truppenversorgung abschnitten. Der Rückzug der Preußen ging durch die Lausitz und Schlesien bis an die Tore von Breslau. Es sollte im November 1757 der Verlust der Festung Schweidnitz und die Schlacht von Breslau folgen.


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30.07.2009 14:11
#8 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht von Roßbach

In der Schlacht bei Roßbach in der Nähe von Reichardtswerben im Kurfürstentum Sachsen (heute Sachsen-Anhalt) am 5. November 1757 besiegte der preußische König Friedrich der Große die Franzosen unter dem Prinzen von Soubise (1715-1787) und die mit ihnen koalierende Reichsexekutionsarmee unter dem Kommando des Reichsgeneralfeldmarschalls Prinz von Sachsen-Hildburghausen. Die Schlacht markiert einen der Wendepunkte im Siebenjährigen Krieg: Seither beschränkte sich die Konfrontation mit Frankreich auf die westdeutschen Gebiete, erst 50 Jahre später unter Napoleon sollten französische Truppen wieder so weit nach Deutschland vordringen.

Die Schlacht wurde, obwohl ihre Auswirkungen im gesamtstrategischen Kontext hinsichtlich des europäischen Kriegsschauplatzes eher als gering zu qualifizieren sind (Hauptgegner war und blieb Österreich mit seiner energischen Kriegsherrin Maria Theresia), zu einem Identifikationsereignis mit der preußischen Sache für ganz Deutschland. Die Niederlage der Franzosen erweckte ein spätestens seit der Tragödie des Dreißigjährigen Krieges verblichenes gesamtdeutsches Nationalbewusstsein wenigstens (aber nicht ausschließlich) auf protestantischer Seite wieder zum Leben.

Dabei blieb der Siegestaumel nicht auf Deutschland beschränkt: In England und Nordamerika wurde Friedrich nach dem Gefecht, das er selbst eher nüchtern als überheblich als „Spaziergang“ bezeichnet hatte (in der Tat stellte das französische Heer in seinem damaligen desolaten finanziellen und moralischen Zustand keine besonders schwere Hürde für die kampf- und sieggewohnten preußischen Bataillone dar), als Idol verehrt, wenn nicht vergöttert, Straßen und Wirtshäuser wurden nach ihm benannt, sogar im feindlichen Paris artikulierte sich der lange gehegte Unmut der oppositionellen Intellektuellen um Voltaire und andere (unter ihnen nicht wenige Vertreter der höheren und höchsten Aristokratie) in enthusiastischen Sympathiebekundungen für den preußischen Monarchen. Voltaire schrieb neue Elogen auf seinen königlichen Freund, in ganz Europa feierten Huldigungsgedichte den König als neuen Caesar. Das Schlüsselerlebnis des nie erwarteten Triumphes eines aus Pommern, Märkern und Brandenburgern bestehenden Heeres über die Vormacht des Kontinents fand seine dem Massenempfinden adäquate Äußerung in Versen wie:

Und kömmt der große Friederich und klopft nur auf die Hosen, So läuft die ganze Reichsarmee, noch mehr als die Franzosen.

Eine andere Version dieses Verses lautet:

Und kommt der große Friederich, und klopft nur auf die Hosen, dann läuft die ganze Reichsarmee, Panduren und Franzosen.

Vor allem aber wurde Roßbach – wie es sich auch in Goethes Dichtung und Wahrheit belegt findet – zum Zeichen einer neuen deutschen Mentalität. Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl waren die Devise der heranwachsenden Generation. Die Überwindung des alten Partikulardenkens wie auch die Begeisterung für die aufblühende deutschsprachige Literatur fanden ihren Bezugspunkt, ihre Symbolfigur in der Gestalt des siegreichen deutschen Königs von Preußen. Mit Goethe „fritzisch“ gesinnt zu sein hieß, „die deutsche Idee wieder hochzuhalten“ – eine Entwicklung, als deren Auslösungsakt die Schlacht bei Roßbach rückblickend begriffen werden kann.

Die Schlacht selbst dauerte nur wenige Stunden und brachte eine eindeutige Entscheidung. Über zehntausend Mann an Verlusten bei den Franzosen und der Reichsarmee (insbesondere zahlreichen Gefangenen) standen kaum einhundert preußische Gefallene und vielleicht fünfhundert Verwundete gegenüber. Bedeutenden Anteil am Sieg hatte die Kavallerie unter dem Kommando des jungen Generalleutnants von Seydlitz, der sich bei dieser Gelegenheit dauernden Ruhm erwarb. Dem massierten Angriff von 6.000 preußischen Kürassieren konnte die französische Front nicht lange widerstehen, nachdem bereits der preußische Infanterieangriff, insbesondere die Attacke des Infanterieregiments Nr. 5 Alt-Braunschweig, die gegnerischen Linien schwer ins Wanken gebracht hatte. Unmittelbare Folge des preußischen Sieges war der chaotische Rückzug der französischen Truppen in Richtung Westen. Die Reichsarmee sammelte sich wieder und nahm auch fernerhin am österreichischen Kampf gegen Friedrich teil (so einen Monat später bei Leuthen), konnte aber keinen bedeutenden Beitrag zur militärischen Entwicklung des Krieges leisten, was nicht zuletzt mit ihrer miserablen wirtschaftlichen Konstitution zusammenhing, wenngleich man als Hauptgrund sicher die mangelhafte Motivierung der Truppe anführen muss: Das Gros der Soldaten entstammte dem protestantischen Milieu (so vor allem Sachsen und Württemberger) und empfand deshalb heimlich Sympathie mit dem allgemein als Vertreter der evangelischen Sache in Europa anerkannten preußischen Monarchen. Auch der Nimbus der siegreichen preußischen Armee, ihre modernere Ausbildungs- und Verpflegungssituation trugen vielfach zu massenhaften Desertationen besonders von Reichsarmeeangehörigen zu den preußischen Fahnen bei.

In Frankreich selbst wurden die Stimmen lauter, die für eine Beilegung des Konfliktes mit Preußen eintraten. Insbesondere der frühere Fürsprecher der Kriegspartei, der Außenminister François-Joachim de Pierre de Bernis, erkannte die Aussichtslosigkeit weiterer Interventionen auf deutschem Boden und sprach sich für einen Friedensschluss aus, was indes seiner Karriere am französischen Königshof ein rasches Ende bereiten sollte.


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30.07.2009 14:13
#9 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht von Breslau

Am 22. November 1757 kam es während des Siebenjährigen Krieges zur Schlacht bei Breslau (auch Schlacht an der Lohe) zwischen Preußen und Österreich.

Ausgangslage

Während der preußische König Friedrich II. 1757 noch in Sachsen operierte, sollte der Herzog von Braunschweig-Bevern mit 32.000 Mann Schlesien decken. Dies stellte sich bald als schwierige Aufgabe heraus, musste er sich doch einer österreichischen Übermacht stellen. Prinz Karl und Leopold Joseph Graf Daun führten die Hauptarmee mit 54.000 Mann. Zudem konnte noch das Korps unter Franz Leopold von Nádasdy mit 28.000 Mann herangezogen werden. Die Österreicher wollten trotz ihrer Überlegenheit zunächst eine Schlacht vermeiden. Vielmehr sollte die Hauptarmee die Preußen binden, damit Nádasdys Truppen die Festung Schweidnitz erobern konnten. Schweidnitz war eine Schlüsselstellung, um den Nachschub von Böhmen nach Schlesien zu sichern.

Nachdem das Korps Nádasdy auf 43.000 Mann verstärkt wurde, schlossen die Österreicher Schweidnitz am 14. Oktober ein. Zur Übergabe kam es dann bereits am 13. November. Bislang hatte Bevern die österreichische Hauptarmee in Schach gehalten. Diese wurde nun durch die Vereinigung mit dem Korps Nádasdy erheblich verstärkt.

Aufgrund dieser Verstärkung gab die österreichische Heeresleitung ihre defensive Haltung auf und entschied sich für einen sofortigen Angriff auf die Preußen. Breslau sollte also vor dem Eintreffen der preußischen Hauptmacht genommen werden, damit diese nicht ihr Winterquartier in Schlesien beziehen könnte.

Die Preußen verfügten über 40 Bataillone und 102 Schwadronen (zusammen 28.400 Mann). Die österreichische Armee bestand aus 96 Bataillonen, 93 Grenadier-Kompanien, 141 Schwadronen und 228 Geschützen (zusammen 83.606 Mann).

Schlachtverlauf

Karl Alexander von Lothringen griff die preußischen Truppen am 22. November vor den Toren Breslaus zwischen den Dörfern Kosel und Gräbschen an und eröffnete die Schlacht mit einer Kanonade. Die Preußen hatten sich in den umliegenden Dörfern verschanzt, wurden dann an drei Punkten angegriffen. Nachdem die Österreicher die ersten Dörfer erobern konnten, besetzten sie sie mit Haubitzen und intensivierten ihre Kanonade noch. Der Herzog von Braunschweig-Bevern sammelte noch einmal zehn Regimenter und startete einen Gegenangriff. Es begann ein zähes und blutiges Ringen um die Dörfer, wobei die Preußen gegen die österreichische Übermacht durchaus Erfolge zu verzeichnen hatten. Ob Bevern sich nicht eines erneuten Angriffs am nächsten Tag aussetzen wollte oder ob der plötzlich einsetzende Rückzug ohne Befehl geschah, wurde nie geklärt; jedenfalls wurde Prinz Karl das Schlachtfeld überlassen. Die Preußen gingen über Breslau nach Glogau zurück.

Die fast den ganzen Tag dauernde Schlacht kostete die Österreicher 5.723 Mann, die Preußen 6.350 Mann.

Auswirkungen

Nach dem Abzug der preußischen Armee blieben 10 Bataillone unter General Johann Georg von Lestwitz in der Festung Breslau zurück. Die Österreicher richteten sich sofort auf die Belagerung ein; die Leitung der Operation übernahm General Nádasdy. Die österreichisch gesinnte Stadtbevölkerung Breslaus erschwerte die preußische Verteidigung. So bedrängten Bürger Lestwitz, die Festung zu räumen; zudem halfen sie preußischen Fahnenflüchtlingen.

Die Moral der Preußen war aufgrund der Niederlage in der Feldschlacht und dem hohen Anteil zum Dienst gepresster Soldaten sehr gering. Die Disziplin löste sich nahezu auf. Lestwitz kapitulierte daher in der Nacht zum 25. November gegen freien Abzug. Von den 4.227 preußischen Soldaten traten jedoch nur 599 Mann den Marsch gen Glogau an, der Rest entfloh dem verhassten Militärdienst.

Friedrich II. musste seine Feldzugpläne aufgrund dieser Ereignisse vollkommen ändern. Er blieb jedoch entschlossen, die österreichische Armee anzugreifen, um ihr Schlesien wieder zu entreißen. Preußen war auf die finanziellen Leistungen Schlesiens sowie auf das Menschenpotenzial für künftige Rekrutierungen angewiesen, um den Krieg weiterhin fortführen zu können.


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30.07.2009 14:17
#10 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht von Leuthen

Die Schlacht von Leuthen fand am 5. Dezember 1757 während des Siebenjährigen Krieges bei Leuthen in Schlesien statt. In ihr schlug der preußische König Friedrich II. das österreichische Heer unter der Führung des Prinzen Karl Alexander von Lothringen.

Vorgeschichte

Friedrichs Feldzugsplan für 1757 sah vor, den Hauptgegner Österreich in Böhmen schnell zu schlagen, so dass es keine Hilfe von Frankreich und Russland bekommen könne. Nach mehreren Niederlagen befand er sich im Herbst 1757 jedoch in einer Defensivposition. In der Schlacht von Roßbach am 5. November 1757 hatte er allerdings einen überragenden Sieg gegen eine französische und eine Reichsexekutionsarmee errungen und diese aus Thüringen vertrieben. Von dort zog Friedrich nach Böhmen und vereinigte auf dem Weg seine Truppen am 2. Dezember mit den Resten der „Schlesischen Armee“ unter seinem Schwager, Fürst August Wilhelm von Braunschweig-Bevern, die in der Schlacht von Breslau am 22. November vernichtend geschlagen worden war. Friedrichs Ziel war es, durch einen gezielten Vorstoß den Besitz der strategisch und wirtschaftlich wertvollen Provinz Schlesien, insbesondere der Hauptstadt Breslau, zu gelangen. Die überragende Bedeutung dieses Ziels legte er in einer Ansprache an seine Generäle kurz vor der Schlacht im Feldlager in Parchwitz dar. Operativ ging es Friedrich darum, den Truppen Karl Alexanders das Winterquartier in Breslau zu verwehren.

Verlauf

Bei Leuthen bezogen die Österreicher auf einer Breite von fast neun Kilometern Stellung und ließen die Preußen quer heranrücken. Das Schlachtfeld bestand aus einem offenen, flachen Gelände mit Hügeln im Westen.

Friedrich ließ den linken Flügel des preußischen Heeres zunächst Scheinangriffe ausführen, worauf Karl Alexander seine Reserven an diese Stelle beorderte. Friedrich ließ darauf seinen rechten Flügel, hinter Hügeln versteckt und von der österreichischen Aufklärung überhaupt nicht wahrgenommen, als Hauptmacht nach Süden abmarschieren. Südlich des linken österreichischen Flügels und südsüdwestlich von Leuthen schwenkte die preußische Armee in die Schiefe Schlachtordnung ein. Der rechte Flügel stellte dabei den stärksten Teil der Armee: Die Kavallerie unter Hans Joachim von Zieten wurde dort eingesetzt, geschützt durch drei Bataillone als Vortreffen und unterstützt durch eine Batterie schwerer zwölfpfündiger Kanonen. Der Großteil der Infanterie bildete den linken Flügel und sollte den österreichischen Gegenangriff abfangen. Mit dieser Formation war es Friedrich gelungen, an einer Stelle des Schlachtfeldes trotz insgesamter Unterzahl die zahlenmäßige Überlegenheit zu gewinnen. Zudem besaß er durch das verdeckte Verschieben seiner Truppen den Vorteil der Überraschung und den Preußen gelang im weiteren Verlauf das damals noch ungewohnte Manöver eines Stellungswechsels der Artillerie während des Gefechts. Gegen Mittag ließ Friedrich den österreichischen Südflügel angreifen, der bei dem Ort Sagschütz gruppiert war.

Als der Sturm auf den linken Flügel der Österreicher begann, war deren Front durch die Verzettelung im Norden schon dergestalt auseinandergerissen, dass auch die Gegenwehr einiger Kavallerieeinheiten unter General Franz Leopold von Nádasdy dem überraschenden und massierten Vordringen des rechten preußischen Flügels keinen Einhalt gebieten konnte. Die Österreicher wichen bis in den Ort Leuthen zurück, während sie versuchten, eine neue Front gegen den preußischen Angriff aufzubauen.

Erst kurz vor der Ortsgrenze konnten sie den schiefen Vorstoß der Preußen in einer Geraden Schlachtordnung abfangen, wurden aber weiter bis in das bebaute Gebiet zurückgedrängt. Nach dem Durchbruch des dritten Bataillons Garde unter Hauptmann Wichard von Möllendorff gegen das sich zäh wehrende Regiment fürstbischöflich Würzburger Reichstruppen im Kirchhof von Leuthen wollte der österreichische Kavalleriegeneral Lucchese die Schlacht wenden, indem er mit rund 70 Schwadronen die vermeintlich ungedeckte linke Flanke der preußischen Infanterie angriff. Diese Attacke nutzte seinerseits der preußische Generalleutnant Driesen, der seinen aus 50 Schwadronen bestehenden linken preußischen Kavallerieflügel bis dahin verdeckt gehalten hatten.

Ohne höheren Befehl stieß er um 17 Uhr in die ungedeckte rechte Flanke der österreichischen Kavallerie. Die Schwadronen Luccheses wurden gegen die eigene Infanterie gedrängt, die im gleichen Moment unter einem preußischen Bajonettangriff stand. Dieser Vorgang führte zur endgültigen Auflösung der österreichischen Schlachtordnung, worauf Lothringen die Schlacht verloren gab und das Feld räumte. Beim Rückzug erlitten die Österreicher noch einmal erhebliche Verluste.

Fürst Moritz von Anhalt-Dessau, der gemeinsam mit Friedrich die Armee geführt hatte, wurde am selben Abend zum Generalfeldmarschall ernannt.

Anekdoten

Berühmt geworden sind zahlreiche Anekdoten um das Geschehen bei Leuthen. Besonders bekannt ist die Szene gegen Abend des 5. Dezember, als Friedrich der Große, wie zufällig und ohne ausreichende Bedeckung in das mit österreichischen Offizieren überfüllte Schloss Lissa geriet, die ihm, anstatt ihn als Feind zu betrachten und gefangen zu nehmen, ehrfürchtig ihre Reverenz erwiesen. Nach der Schlacht lagerten sich die 25.000 erschöpften Kämpfer der preußischen Armee und sangen den protestantischen Choral "Nun danket alle Gott" (als „Choral von Leuthen“ in die Geschichte eingegangen).


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30.07.2009 14:19
#11 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Krefeld

Als Schlacht bei Krefeld oder Schlacht an der Hückelsmay wird eine Schlacht des Siebenjährigen Krieges bezeichnet, die am 23. Juni 1758 zwischen alliierten und französischen Truppen stattfand und den Höhepunkt des Krieges von 1756-1763 im Rheinland darstellte.

Auf dem Felde an der Hückelsmay auf dem Gebiet des heutigen Forstwald, eines Stadtteils von Krefeld, trafen im Siebenjährigen Krieg am 23. Juni 1758 alliierte Truppen unter dem Kommando des Prinzen Ferdinand von Braunschweig und ein französisches Heer unter der Führung des Grafen von Clermont am südlichen Stadtrand von Krefeld zusammen. Die in Fischeln stationierten Franzosen hatten bereits mit 47.000 Mann vor der Landwehr am Durchlass bei der Hückelsmay Stellung bezogen und rechneten mit einem Angriff Ferdinands von Norden her, welcher mit insgesamt 32.000 Mann zwischen Kempen und Hüls lagerte. Prinz Ferdinand befahl jedoch einen Angriff von Süden her, nachdem die französischen Stellungen über Vorst und Anrath umgangen worden waren. Die Franzosen wurden von der Armee des Prinzen überrascht und nach Osten in die Zange zwischen der Landwehr im Norden und einem Wassergraben im Süden gedrängt und dort aufgerieben. Die französische Reserve konnte nichts mehr ausrichten und musste sich nach heftigen Gefechten mit weiteren berittenen preußischen Truppen, die über die Landwehr von Norden her in das Schlachtgeschehen eingriffen, noch weiter nach Osten zurückziehen. Am späten Abend war die Schlacht entschieden und die Franzosen zogen sich vorerst über Osterath nach Neuss zurück.

Diese Schlacht bei Krefeld ging in die Geschichte ein. Trotz ihrer großen Übermacht wurden die Franzosen besiegt. Einen Monat später verlegte Prinz Ferdinand fast fluchtartig sein Heer auf die andere Rheinseite und überließ die Stadt, die nur noch von 12 Hannoveranern verteidigt wurde, den Franzosen. Ein Gedenkstein an der Hückelsmay erinnert heute noch an die 2.867 Gefallenen, die dort begraben liegen, und die 2.719 verletzten und gefangenen Soldaten beider Parteien.

Zur Erinnerung an die siegreiche Schlacht an der Hückelsmay haben die Krefelder Prinz Ferdinand von Braunschweig eine Straße gewidmet, die Prinz-Ferdinand-Straße.

In einem Raum des Landgasthofes Hückelsmay in Krefeld, unmittelbar neben dem einstigen Schlachtfeld, betreut der Bürgerverein Forstwald ein kleines Museum, in dem auf einer Fläche von ungefähr 10 m² ein Diorama einen Ausschnitt der Schlacht an der Hückelsmay zeigt.

1758 fertigte der niederländische Kartograf Isaak Tirion im Auftrag Friedrichs von der Leyen eine Karte mit dem Verlauf der Schlacht an.


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30.07.2009 14:22
#12 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht von Zorndorf

In der Schlacht bei Zorndorf im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) kam es am 25. August 1758 erstmals zum bewaffneten Aufeinandertreffen der preußischen Hauptarmee und der russischen Streitkräfte unter ihrem Oberbefehlshaber Graf Wilhelm von Fermor.

Vorgeschichte

Nach der Besetzung Ostpreußens 1757 durch Fürst Stepan Fjodorowitsch Apraxin stand im Sommer 1758 die Zukunft der brandenburgisch-preußischen Monarchie auf dem Spiel. Während von Süden her die Österreicher unter Leopold Joseph Daun anrückten, stand der russischen Armee das Tor nach Brandenburg offen. Kurz vor der Schlacht hatte das Bombardement der Oderfestung Küstrin durch Artillerie begonnen, der Einfall in das Kernland des Königreichs stand unmittelbar bevor. In dieser Situation mussten sich die Truppen von König Friedrich II. in Zorndorf (polnisch Sarbinowo) nahe Neudamm (polnisch Dębno) einer überlegenen feindlichen Streitmacht zum Kampf stellen.

Die Schlacht

Die Schlacht zog sich den ganzen Tag über in glühender Sommerhitze hin. Entgegen der bisherigen Erfahrung konnte der erprobte preußische Infanterieangriff auf Anhieb keine Bresche in die gegnerische Front schlagen. Lange Zeit wogte der Kampf unentschieden hin und her, der linke preußische Flügel wich zurück, auch Feldmarschall Moritz von Anhalt-Dessau konnte die Lage nicht wenden. Der König selbst zeichnete sich durch den Einsatz seines eigenen Lebens aus, als er vom Pferd stieg, die Fahne des Infanterieregiments Nr. 46 von Bülow ergriff und seine fliehenden Haufen wieder dem Feind entgegenführte. Dennoch standen die Zeichen auf Niederlage, bis am späten Nachmittag General Friedrich Wilhelm von Seydlitz auf dem rechten Flügel durch eine massierte Kavallerieattacke mit über fünfzig Schwadronen die Entscheidung herbeiführte: Entgegen dem ausdrücklichen und mehrfach wiederholten Befehl des Königs, zur Entlastung des Zentrums einzugreifen („er haftet mit seinem Kopf für die Bataillie“), wartete der erfahrene und klarsichtige junge Reitergeneral den Augenblick ab, in dem er im Rücken der weit in die preußischen Linien vorgedrungenen russischen Hauptmacht stand. Dann gab er im zugleich günstigsten und äußersten Augenblick den Befehl zum Angriff, überrumpelte die nunmehr eingekesselten Russen und wendete in einer fulminanten Kavalkade die Schlacht zu Gunsten Preußens.

Friedrich selbst honorierte die taktische Meisterleistung seines ebenso eigenwilligen wie genialen Generals, indem er ihn dem auf dem Schlachtfeld anwesenden verbündeten britischen Gesandten Sir Andrew Mitchell nach dem russischen Rückzug mit den Worten vorstellte: „Ohne diesen hier stünde es heute schlecht um uns.“

Folgen

Der Sieg von Zorndorf gab Friedrich die Möglichkeit, sich auf den Kampf der nach Westen vorrückenden Österreicher zu konzentrieren, während Fermor sich nach Osten zurückzog. Die Verluste waren auf beiden Seiten hoch, insgesamt fielen über 30.000 Mann, die Verwundeten und Gefangenen nicht eingerechnet. Trotz des preußischen Sieges hatte der Waffengang an der Oder eher die Wirkung eines Unentschieden, eine weitere Konfrontation war nur eine Frage der Zeit, was auch den Kriegstheoretiker Carl von Clausewitz zu einem eher gespaltenen Urteil über die Schlacht kommen ließ.


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30.07.2009 14:24
#13 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht von Hochkirch

In der Schlacht von Hochkirch überfiel am 14. Oktober 1758 die österreichische Armee unter dem Kommando der Feldmarschälle Leopold Joseph Graf Daun und Ernst Gideon von Laudon in einem Nachtgefecht das preußische Heerlager nahe Bautzen (Hochkirch liegt 6 km östlich der Stadt in Richtung Görlitz) in Sachsen. Diese Schlacht des Siebenjährigen Krieges ist als zweite persönliche Niederlage Friedrichs des Großen in die Geschichte eingegangen; ihr für Preußen unglücklicher Ausgang wird mit einigem Recht zum großen Teil der mangelnden Vorsicht des Königs bei Auswahl des Lagerplatzes zugeschrieben.

Schlachtverlauf

Der König, dessen Hang zum "Bataillieren" nicht nur bei seinem Bruder und schärfsten Kritiker Prinz Heinrich von Preußen auf Widerwillen stieß (Mitte des 18. Jahrhunderts galt angesichts der engen logistischen Verhältnisse schon eine Abfolge von fünf größeren Schlachten binnen Jahresfrist als rasch und ungewöhnlich), verfolgte den Plan, im Anschluss an die Vertreibung der Russen aus der Mark (Schlacht von Zorndorf) so schnell wie möglich eine Entscheidung gegen die Österreicher herbeizuführen. Hierauf führen einige Historiker einigermaßen plausibel die äußerst riskante Standortwahl in der Nacht vor Hochkirch zurück: Der König wollte seinerseits die Österreicher überrumpeln, rechnete aber nicht damit, dass sie - vor allem auf Betreiben des fähigen und engagierten Gideon von Laudon - seinem Angriff zuvorkommen könnten. Dass das preußische Feldlager zudem direkt zwischen den Österreichern und dem Magazindepot Görlitz lag, machte einen österreichischen Präventivschlag nur noch wahrscheinlicher.

In der Nacht auf den 14. Oktober, gegen fünf Uhr morgens, begann der Überraschungsangriff österreichisch-ungarischer Panduren auf die preußischen Stellungen. Hunderte lagen noch im Schlaf, als Teile des Lagers von feindlichen Soldaten überrannt wurden. Die rasch improvisierte Verteidigungslinie der Preußen kann nur vorübergehend Gegenwehr bieten - vor allem den Kavalleriegeneralen Hans-Joachim von Ziethen und Friedrich Wilhelm von Seydlitz ist die Bewerkstelligung eines halbwegs geordneten Rückzuges zu verdanken (sie dringen, entgegen dem königlichen Wunsch, darauf, die Pferde ihrer Einheiten auch nachts gesattelt zu lassen, wohl in Vorahnung der drohenden Gefahr; Seydlitz selbst soll vor der Schlacht gesagt haben, die Österreicher verdienten gehenkt zu werden, griffen sie die Preußen in so einer günstigen Situation nicht an). Indessen kämpfen zahlreiche Einheiten, so insbesondere die Infanterieregimenter Prinz von Preußen, Prinz Heinrich, von Geist und von Anhalt, um das nackte Überleben. In der Dunkelheit entfaltet sich eine heftige Kanonade, die Teile der preußischen Infanterie gegen den Friedhof von Hochkirch drängt. Hier leistet das II. Bataillon des Infanterieregimentes Nr. 19 Markgraf Karl unter seinem Kommandeur Major von Langen erbitterten Widerstand - Friedrich selber wird dem elf Tage nach der Schlacht seinen zahlreichen Verletzungen erlegenen Bataillonskommandeur nach dem Kriege ein ehrendes literarisches Denkmal setzen. Nach mehrstündiger verzweifelter Gegenwehr muss sich das zusammengeschmolzene Bataillon dem einbrechenden Feind ergeben, Marschall Daun sieht angesichts nicht unerheblicher eigener Verluste von der Verfolgung der schockierten Gegner ab.

Die Schlacht bei Hochkirch brachte Preußen zwar nicht in unmittelbare existenzielle Gefahr - die Österreicher unterließen vorerst eine Weiterverfolgung ihrer Offensive, wohl auch deshalb, weil die preußische Hauptmacht für einen finalen Vernichtungsschlag noch zu kampfkräftig und umfangreich war -, sie markiert dennoch einen weiteren Wendepunkt im Kriegsverlauf: von nun an wurde Friedrich mit seinen Grenadieren endgültig vom Jäger zum Gejagten, die Gefahr einer beiderseitigen Umklammerung durch die Russen im Norden und die Österreicher im Süden war allgegenwärtig und jeder Erfolg konnte nur als Ausgangsposition für eine neue Defensivaktion genutzt werden.

Hinzu kam, dass die Schlacht zwei bedeutende Heerführer das Leben gekostet hatte: Generalfeldmarschall James Keith, schottischer Emigrant und enger Freund des Monarchen, war beim österreichischen Angriff tödlich verwundet worden. Generalfeldmarschall Fürst Moritz von Anhalt-Dessau geriet schwerverwundet in Gefangenschaft; zwar entließ man ihn im folgenden Jahr wieder in die Freiheit, eine durch die Verletzung an seiner Hand hervorgerufene Infektion fesselte ihn jedoch fortan ans Krankenbett, bis er 1760 nach langem Siechtum starb, ohne vorher in den Dienst zurückgekehrt zu sein.


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Albrecht von Wallenstein Offline




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30.07.2009 14:25
#14 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Bergen

Die Schlacht bei Bergen war eine Schlacht des Siebenjährigen Krieges am 13. April 1759 zwischen Frankreich und Preußen.

Herzog Ferdinand eröffnete mit seiner Armee (37.000 Mann) den Feldzug des Jahres 1759. Seine Ausgangslage war nicht vielversprechend: Die französische Hauptmacht (66.000 Mann) unter Marschall von Contades drohte vom Niederrhein her auf das kur-braunschweigisch-lüneburgisches Land vorzudringen. Zudem hatte der Herzog von Broglie seine Truppen (31.000 Mann) bei Frankfurt am Main konzentriert. Daher beabsichtigte Ferdinand, die beiden feindlichen Armeen nacheinander zu schlagen. Am 13. April 1759 traf er bei Bergen auf die Truppen des Herzogs von Broglie. Unverzüglich wurde der Angriff befohlen. Die Stellungen der Franzosen erwiesen sich jedoch als zu stark, dreimal wurden die Preußen und ihre Verbündeten abgewiesen. Um seine Armee in ihrer Gesamtheit nicht zu gefährden, brach Ferdinand daher die Schlacht unter dem Verlust von 2.373 Mann ab. Obwohl sie siegreich waren, mussten die Franzosen den Verlust von fast 4.000 Mann hinnehmen.


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Albrecht von Wallenstein Offline




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30.07.2009 14:27
#15 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Kay

Die Schlacht bei Kay am 23. Juli 1759 war eine Schlacht des Siebenjährigen Krieges zwischen Preußen und Russland.

Ausgangslage

Als sich die österreichische Armee unter Graf Leopold Joseph Daun Ende Juni 1759 in Bewegung setzte, um den Feldzug zu eröffnen, hatte sie die feste Absicht, möglichst bald Verbindung zur russischen Armee aufzunehmen. Sie drang daher in Schlesien ein. Friedrich II. wollte die Vereinigung der beiden feindlichen Heere verhindern, verlegte Daun den Weg und bezog bei Schmottseifen (nahe Strehlen) Lager. Allerdings kam Daun diese Situation sogar entgegen. Nun konnte er die preußische Hauptarmee binden und gleichzeitig ein Korps unter Gideon Ernst von Laudon mit etwa 20.000 Mann der russischen Armee entgegenschicken.

Im Juni 1759 war Pjotr Semjonowitsch Saltykow zum Oberbefehlshaber der russischen Armee bestellt worden. Mitte Juli sammelten sich die Russen im Raum Posen, um dann eine Vereinigung mit den Österreichern anzustreben.

Dem preußischen Korps Dohna war es nicht gelungen, den Vormarsch der Russen zu behindern. König Friedrich II. setzte den Kommandeur daraufhin ab und berief am 22. Juli den jungen Generalleutnant Carl Heinrich von Wedel zum neuen Befehlshaber. Doch auch Wedel scheiterte an der Aufgabe. Klare Befehle des Königs machten nun eine Schlacht unvermeidlich.

Die Preußen verfügten über 30 Bataillone, 63 Schwadronen und 56 schwere Geschütze (zusammen 27.400 Mann). Die russische Armee bestand aus 54 Bataillonen mit 46 Grenadier-Kompanien, 58 Schwadronen und 3.900 Kosaken sowie 188 schweren Geschützen (zusammen etwa 52.300 Mann).

Schlachtverlauf

Am 23. Juli warf sich von Wedel bei dem Dorf Kay in der Nähe von Züllichau der russischen Armee entgegen. Die Russen waren aber durch Sümpfe und Moraste vorteilhaft geschützt, die preußische Infanterie wurde bei ihren Angriffen von verheerendem Artilleriefeuer empfangen. Vorstöße der Kavallerie wurden durch russische Gegenattacken zurückgeworfen. Da zu wenige Kanonen vorhanden waren, um die Russen ernsthaft zu gefährden, zog sich von Wedel bei Einbruch der Dunkelheit über die Oder zurück.

Die Preußen büßten 6.800 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen ein, die Russen hingegen verloren nur 4.800 Mann. Negativ wirkte sich bei den Preußen fehlende Aufklärung aus. Zudem klebte die Kavallerie zu sehr an der Infanterie, die selber nur verzettelt und unkonzentriert eingesetzt wurde. Die preußische Artillerie kam kaum zur Wirkung.

Auswirkungen

Die neue Lage nutzte von Laudon aus, um die preußischen Stellungen zu umgehen und am 29. Juli Verbindung mit der russischen Armee herzustellen, die auf Frankfurt (Oder) vorging. Friedrich II. war zum Handeln gezwungen. Er übergab seinem Bruder Heinrich den Oberbefehl gegen die Truppen Dauns. Das bislang besetzte Sachsen mussten die Preußen nun fast völlig entblößen.

Mit den übrigen Truppen rückte der preußische König vor, um sich am 6. August bei Müllrose mit der Armee Wedels zu vereinen. Nachdem die Preußen am 11. August die Oder überquert hatten, zeichnete sich die nächste Schlacht, die Schlacht bei Kunersdorf, bereits ab.


Quelle:
Wikipedia

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