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Dieses Thema hat 31 Antworten
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 Siebenjähriger Krieg (1756 bis 1763)
Seiten 1 | 2 | 3
Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

31.07.2009 11:32
#31 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Reichenbach

Die Schlacht bei Reichenbach war ein Gefecht des Siebenjährigen Krieges am 16. August 1762 zwischen Preußen und Österreich.

Ausgangslage

Die Preußen schlossen nach dem Gefecht bei Burkersdorf die Festung Schweidnitz ein, während sich die Österreicher unter Daun hinter das Eulengebirge zurückgezogen hatten. Anfang August wurde Friedrich II. gemeldet, dass Daun seine Hauptmagazine von Braunau nach Habelschwerdt verlege. Der König schloss daraus, dass die Österreicher den Entsatz von Schweidnitz versuchen wollten. Diese Annahme wurde durch die Meldung unterstützt, dass das österreichische Korps des Generals Beck aus Oberschlesien heranrückte und zur Hauptmacht Dauns stieß. Friedrich II. zog daraufhin die Truppen des Herzogs von Bevern heran. Am 13. August vereinigten sich die Preußen bei Peilau südwestlich von Reichenbach.

Friedrich II. traf nun Vorbereitungen, um einen Angriff der sich zwischen Wartha - Silberberg sammelnden österreichischen Kräfte abzuweisen. Er teilte seine Armee in zwei Gruppen: Gruppe des Herzogs von Bevern mit etwa 14 Bataillonen und Artillerie ostwärts von Nieder- und Mittel-Peilau mit linkem Flügel auf dem Fischerberg, Gruppe General von Möllendorff mit zehn Bataillonen und Artillerie bei Peterswaldau mit rechtem Flügel am Gebirge. Der König schloss sich der zweiten Abteilung an.

Die Stellung der beiden Gruppen bildete einen Winkel, dessen Spitze bei Reichenbach lag. Zur Sicherung und zur Verbindung zwischen den beiden Abteilungen wurde General von Werner mit etwa 30 Eskadronen südlich von Peterswaldau, mit Vortruppen auf dem Herrleinberg und Hutberg und mit Teilen bei Herrenvorwerk ostwärts Reichenbach, positioniert. General von Zieten mit 43 Eskadronen sicherte rückwärts bei Peiskersdorf die Gebirgsausgänge. Friedrich II. ordnete an, dass die zunächst angegriffene Abteilung sich auf Verteidigung beschränken, während ihr die andere Gruppe zu Hilfe eilen sollte.

Schlachtverlauf

Die Österreicher zogen am 15. August um Silberberg herum ihre Kräfte (ca. 47.000 bis 48.000 Mann) zusammen und traten am 16. August um 2 Uhr morgens in drei Kolonnen den Vormarsch zum Angriff auf den linken preußischen Flügel bei Peilau an. Rechte Kolonne unter Lacy marschierte von Schönwalde auf Habendorf, die mittlere Kolonne unter General Odonel von Schönwalde auf Langenbielau sowie die linke Kolonne unter Laudon auf Neubielau. Die Avantgarde unter General Brentano drängte nach harten Kämpfen die preußischen Kräfte aus Langenbielau und besetzte den Ort. Gegen Mittag marschierten die Österreicher in der Linie Habendorf-Herrleinberg auf und begannen mit dem Aufschlagen der Zelte. Der weitere österreichische Angriff schien auf den nächsten Tag verschoben.

Gegen 3 Uhr brachen die Österreicher jedoch ihre Zelte wieder ab und setzen sich abermals in Bewegung. Die Avantgarde und die mittlere Kolonne durchschritten Nieder- und Mittel-Peilau, wurden dann jedoch von preußischem Artillerie- und Infanteriefeuer vom Fischerberg her aufgehalten. Es entwickelte sich ein Artillerie-Duell zwischen den beiden Truppen. Gleichzeitig rückte der rechte österreichische Flügel unter General Lacy - durch Berge verborgen - über Ober-Peilau vor. Eine starke Abteilung unter General Beck umging unbemerkt die Preußen und griff den Fischerberg in Flanke und Rücken an.

Der Herzog von Bevern verteidigte seine Position, da er auf die Hilfe des Königs von Peterswaldau her erwartete. Die österreichischen Truppen unter Beck konnten zunächst auch vor dem morastigen Schobergrund aufgehalten werden. Feldmarschall Daun, der auf einer Höhe bei Habendorf das Gefecht verfolgte, gab jedoch um 5:30 Uhr nachmittags General Lacy den Befehl, den Angriff auf den Fischerberg einzustellen und sich zurückzuziehen, da ihm der Anmarsch starker preußischer Kräfte auf Reichenbach gemeldet wurde. Die Preußen unter Herzog von Bevern entkamen so der vollkommenen Umgehung.

Um 6 Uhr griff General von Werner in das Geschehen ein, indem er mit starker Kavallerie und der gesamten reitenden Artillerie (16 Kanonen) über Ernsdorf, Reichenbach rechts liegen lassend, vorstieß. Ihm folgten neun Bataillone des Generals von Möllendorff. Ziel der Attacke war die linke Flanke der aus Nieder- und Mittel-Peilau heraus angreifenden Österreicher. Das Vorgehen der Kavallerie-Einheiten wurde durch Artilleriefeuer gedeckt.

Die österreichischen Verstärkungen für den linken Flügel kamen nicht mehr rechtzeitig. Die österreichische Kavallerie wurde von den Preußen "über den Haufen geritten" und in die Peile geworfen, so dass General Brentano seinen linken Flügel zurücknehmen muss. General Daun gab daraufhin den Generalen Lacy und Brentano den Befehl, das Gefecht abzubrechen und in die Stellungen bei Habendorf zurückzukehren. Auch General Beck musste wieder abrücken. Der schnelle Vorstoß Werners entschied das Gefecht für die Preußen.

Auswirkungen

Friedrich der Große verzichtete darauf, die Österreicher zu verfolgen, da er seine Hauptaufgabe in der Eroberung von Schweidnitz sah. Die Kolonne Möllendorff wurde daher an die Bevernschen Truppen herangezogen. Am Morgen des 17. August meldete die Aufklärung, dass Daun auf den Silberberg abmarschiert. Die Festung Schweidnitz fiel schließlich fünf Wochen später.

Bei den Preußen waren 138 Mann gefallen, 234 verwundet und 614 vermisst während bei den Österreichern ca. 800 verwundet und gefallen, bzw. 340 gefangen genommen wurden.


Quelle:
Wikipedia

Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

31.07.2009 11:37
#32 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Freiberg

Die Schlacht bei Freiberg in Sachsen am 29. Oktober 1762 war das letzte große Gefecht im Siebenjährigen Krieg.

Ausgangslage

1762, nach dem Tod der Zarin Elisabeth, schied Russland aus dem Krieg aus; Preußen war aus seiner inzwischen hoffnungslos erscheinenden Lage gerettet. Der Krieg war jedoch noch nicht entschieden, da Österreich und die Reichsarmee weiterhin die Kampfhandlungen fortführten.

In Sachsen operierte Prinz Heinrich von Preußen anfangs erfolgreich gegen die Reichsarmee. Durch die Niederlage des Generals Seydlitz bei Teplitz am 2. August 1762 geriet selbiger jedoch in eine schwierige Lage: es drohte der Verlust eines großen Teils Sachsens. Friedrich II. bestand jedoch darauf, dass Sachsen weitgehend in preußischer Hand blieb. Die besetzten Gebiete Sachsens sollten als Austauschobjekte für den künftigen Friedenskongress dienen.

Prinz Heinrich verfügte bei Freiberg über 24 Bataillone, 7 Frei-Bataillone und 72 Schwadronen (also 15.636 Mann Infanterie und 7.021 Mann Kavallerie, zusammen 22.657 Soldaten). Der Reichsarmee gehörten 45 Bataillone und 74 Schwadronen an (zusammen 31.000 Soldaten), zudem wurde das Korps des Prinzen Albert von Sachsen als Verstärkung erwartet.

Schlachtverlauf

Prinz Heinrich entschied sich zur Schlacht, um die Reichsarmee aus Sachsen zu vertreiben. In der Nacht vom 28. zum 29. Oktober rückten die Preußen in vier Abteilungen gegen den Feind vor, der ein befestigtes Lager errichtet hatte.

General von Belling führte den ersten Angriff, bei dem er eine Anhöhe nehmen konnte. Dort konnte eine Batterie aufgefahren werden, um den rechten feindlichen Flügel zu beschießen. Nun rückte die preußische Avantgarde über Wegefarth und Oberschöna vor. Sie vertrieb dort aufgestellte Husaren, um sich dann gegen die linke Flanke der Reichsarmee zu wenden. Die Reichsarmee entzog sich nicht dieser Umgehung, sondern führte nur ein Artilleriegefecht.

Die preußische Infanterie nahm mittlerweile die Zugänge zur feindlichen Stellung. Eine Attacke der preußischen Kavallerie unter General von Seydlitz warf schließlich die Infanterie der Reichsarmee zurück. Nach zwei Stunden war die Schlacht bereits beendet, obwohl sie von beiden Seiten hartnäckig geführt wurde. Die Reichsarmee musste über die Mulde zurückgehen.

Auswirkungen

Mit der Schlacht war der Feldzug in Sachsen beendet. Der König lobte seinen Bruder für die Siegesnachricht: „Die guten Botschaften haben mich um zwanzig Jahre verjüngt; gestern war ich sechzig, heute bin ich achtzehn Jahre alt. Sie leisten dem Staate so schwerwiegende Dienste, dass ich nicht genug danken kann und mir vorbehalte, dies persönlich zu tun.“ Zudem stellt er fest: „Durch diesen Sieg werden Sie den Ruhm für sich in Anspruch nehmen können, der österreichischen Hartnäckigkeit den letzten Stoß versetzt zu haben.“ Tatsächlich war die Lage der Reichsarmee und der Österreicher in Sachsen unhaltbar geworden. Der Schlachterfolg der Preußen führte auf allen Seiten zu Friedenswilligkeit. Nicht ohne Selbstkritik gestand Friedrich der Große seinem Bruder zu, der einzige General zu sein, der im Verlauf des Krieges keinen Fehler gemacht habe.


* Plan des Gefechts bei Freiberg

Quelle:
Wikipedia

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