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 Siebenjähriger Krieg (1756 bis 1763)
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Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

30.07.2009 14:59
#16 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Minden

Die Schlacht bei Minden vom 1. August 1759 war eine militärische Auseinandersetzung während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) vor den Toren der Festung Minden im heutigen Nordrhein-Westfalen. Dabei trafen die Truppen einer Koalition aus Großbritannien, Preußen, Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) und Hessen-Kassel unter dem Befehl des Herzogs Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel auf ein französisch-sächsisches Heer unter dem Maréchal de France de Contades. Die Schlacht endete nach wenigen Stunden mit einem entscheidenden Sieg der alliierten Verbände und dem Rückzug der französischen Armeen. Damit verhinderte der Herzog von Braunschweig die drohende Eroberung des Kurfürstentums Hannover durch die Franzosen und trug so maßgeblich zum für Großbritannien erfolgreichen Ausgang des Krieges bei.

Vorgeschichte

Der Frieden von Aachen vom 18. Oktober 1748 setzte dem mehr als achtjährigen Österreichischen Erbfolgekrieg (1740–1748) ein Ende. Er beendete die Kampfhandlungen in den nordamerikanischen und indischen Kolonien Großbritanniens und Frankreichs und sprach in Europa die vormals österreichische Provinz Schlesien dem Königreich Preußen zu. Doch die grundsätzlichen Gegensätze blieben weiterhin bestehen. Diese spitzten sich ab dem Jahre 1755 wieder zu. Im Tal des Ohio River gerieten Großbritannien und Frankreich erneut aneinander, und auf Betreiben des österreichischen Staatskanzlers Graf Kaunitz (1711–1794) schlossen sich Österreich, Frankreich und Russland gegen Preußen zusammen. Im Mai 1756 brach der Krieg zwischen Frankreich und Großbritannien aus, dem im August 1756 der Ausbruch des mitteleuropäischen Krieges im Kurfürstentum Sachsen folgte. Seit der Konvention von Westminster (16. Januar 1756) waren Großbritannien und Preußen Verbündete. Dieser Vertrag sah vor, dass der Inselstaat das wirtschaftlich schwache Preußen mit Subsidien unterstützte, während dieses im Gegenzug den militärischen Schutz des Kurfürstentums Hannover garantierte. Hannover war das Stammland des britischen Königs George II. (1683–1760), der in Personalunion auch Kurfürst von Hannover war. Es war vor allem dieser Umstand, der Preußen in einen Krieg gegen Frankreich verwickelte. Die französische Strategie für den Krieg gegen Großbritannien war nämlich, das Kurfürstentum zu besetzen und als Faustpfand später bei Friedensverhandlungen gegen koloniale Erwerbungen eintauschen zu können.

Zum Schutz seiner westdeutschen Besitzungen und Hannovers stellten Preußen und seine Verbündeten aus dem Kurfürstentum Hannover, dem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, der Grafschaft Hessen-Kassel, dem Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel und kleineren Fürstentümern eine Observationsarmee unter dem Oberbefehlshaber Duke of Cumberland (1721–1765), dem Sohn des britischen Königs, auf. Diese wurde jedoch in der Schlacht bei Hastenbeck (26. Juli 1757) von den französischen Truppen geschlagen. Der Duke of Cumberland schloss daraufhin am 10. September die Konvention von Kloster Zeven und die Franzosen besetzten das gesamte Kurfürstentum Hannover. Die Konvention wurde jedoch von der britischen Regierung nicht anerkannt. Auf persönlichen Wunsch des britischen Königs wurde der preußische General Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel (1721–1792) mit dem Oberbefehl über die alliierten Truppen betraut. Dieser griff noch im Winter 1757/58 die französischen Truppen in ihren Winterquartieren an und warf sie bis an den Rhein zurück. Im Frühjahr 1758 überquerte er selbst den Strom und schlug die Franzosen in der Schlacht bei Krefeld (23. Juni 1758). Zwar musste er im weiteren Verlauf des Feldzuges zurückweichen, doch nach dem Eintreffen von etwa 10.000 britischen Soldaten gelang es ihm sich zu halten. Die französischen Truppen unter dem Maréchal Marquis de Condates (1704–1793) bezogen Winterquartiere am Rhein und vor allem am Main um die Festung Frankfurt herum. Für das Jahr 1759 plante Maréchal de Contades, verstärkt durch Truppen des Kurfürstentum Sachsen, wieder die Initiative zu ergreifen, um das Kurfürstentum Hannover erneut zu besetzen.

Operationen im Feldzug 1759

Im Frühjahr 1759 versuchten beide Seiten ihre Truppen aufzufrischen. Die alliierten Streitkräfte zählten bis Mitte März insgesamt wieder 72.000 Mann, die von Münster und Lippstadt aus operieren konnten. Ihnen gegenüber standen die französische Rhein-Armee unter dem Marquis de Contades mit 66.000 Mann und die Main-Armee unter dem Duc de Broglie (1718–1804) mit 31.000 Mann. Herzog Ferdinand von Braunschweig entschloss sich frühzeitig die Initiative zu ergreifen, um einer französischer Offensive zuvor zu kommen. Am 23. März 1759 leitete er einen Angriff gegen die Main-Armee des Duc de Broglie ein. Doch in der Schlacht bei Bergen erlitt er am 13. April 1759 eine Niederlage und musste sich zurückziehen.

Der Marquis de Contades ging daran diesen Erfolg auszunutzen und begann nun seinerseits die Alliierten zurück zu drängen. Er ging Anfang Mai 1759 bei Wesel über den Rhein, während die alliierte Armee in der Linie Hamm, Haltern, Dülmen und Coesfeld in Stellung ging. Maréchal de Contades umging diese Stellung jedoch indem er zur Armee des Duc de Broglie stieß und vom Main aus nach Hessen vorging. Schon bald stand die Armee de Contades' vor Korbach (10. Juni) und diejenige de Broglies vor Kassel. Über Stadtberge rückten die Franzosen weiter in Richtung Bielefeld vor, während ein weiteres französisches Korps unter dem Marquis d'Armentières (1711–1774) Münster belagerte und eroberte. Der Herzog von Braunschweig musste sich vor ihrer zahlenmäßig überlegenen Macht zurückziehen und sammelte seine Verbände am 8. Juli bei Osnabrück. Unterdessen näherte sich die französische Main-Armee der preußischen Festung Minden an der Weser. Der Bruder des Befehlshabers dieser Armee, der Comte de Broglie, führte mit 1.500 Infanteristen und 1.200 Kavalleristen einen Handstreich auf die Festung aus, die er dank des Verrats eines ortsansässigen Bauern am 10. Juli 1759 einnehmen und plündern konnte.

Nach der Einnahme Mindens standen die französischen Armeen vor der Grenze Hannovers. Sie hatten die alliierten Truppen zurückgedrängt und deren Magazine in Münster und Lippstadt erbeutet. Der Marquis de Contades entschied nun, vorerst bei Minden stehen zu bleiben und die Festung zu seiner Operationsbasis für die nächste Offensive gegen Hannover auszubauen. Er positionierte seine Hauptarmee südwestlich von Minden hinter der Bastau und de Broglies Armee auf dem rechten Ufer der Weser. Der Herzog Ferdinand von Braunschweig zeigte inzwischen Anzeichen einer Depression und musste von König Friedrich II. von Preußen (1712–1786) und seinem Privatsekretär und heimlichen Generalstabschef Philipp von Westphalen (1724–1792) dazu gedrängt werden, zum Gegenangriff überzugehen. Tatsächlich versuchte er ab Mitte Juli den Marquis de Contades aus seiner Stellung zu locken und zur Schlacht zu stellen, bevor dieser weitere Verstärkungen an sich ziehen konnte.

Nachdem sich Ende Juli einige kleinere Gefechte ereignet hatten und der Herzog von Braunschweig bereits das Korps des Generals Georg August von Wangenheim (1706–1780) als „Köder“ bis Todtenhausen vorgeschoben hatte, reagierte der Marquis de Contades noch immer nicht. Wangenheim verschanzte sich in seiner Stellung und wartete ab. Der alliierte Oberbefehlshaber entsandte deshalb ein Korps unter dem Kommando des Erbprinzen Karl Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel (1735–1806) mit 10.000 Mann gegen die rückwärtigen französischen Linien. Als diese Truppen Außenposten der französischen Armeen am 28. Juli bei Lübbecke überfielen, musste de Contades schließlich etwas unternehmen. Er entsandte den Duc de Brissac (1698–1780), um den Erbprinzen zu beschäftigen bis die Verstärkungen herangekommen waren. Dennoch war er sich bewusst, dass es durch diese Bedrohung seiner Nachschublinien doch nötig werden konnte, schon früher gegen die alliierte Armee vorzugehen.

Im Süden wurde das Schlachtfeld durch das steil abfallende und durch zwei Straßen zu überschreitende Wiehengebirge und die Bastau begrenzt, die parallel dazu fließt und bei Minden in die Weser mündet. Sie konnte damals nur auf Brücken überschritten werden, aber am nördlichen Ufer zog sich das Große Torfmoor bis fast bis zur Stadtgrenze, sodass dort nur wenig fester Boden zu finden war. Nördlich des Moores dehnte sich eine Ebene aus, die zur Weser hin nach Osten abfiel. Dort überhöhte der rechte Talrand des Flusses den linken. Die Fläche wurde durch die Dörfer Todtenhausen, Kuttenhausen, Stemmern und Holzhausen in zwei Teile geteilt. Der südliche war durch zahlreiche Gräben und Hecken eher unübersichtlich, doch zum Moor hin wurde er bei Hartum und Hahlen offener. Im Norden war die Ösper ein weiteres natürliches Hindernis, wenngleich ein zur Bastau wesentlich leichter zu überschreitendes. Herzog Ferdinand von Braunschweig kannte das Gelände recht gut, denn erst im Vorjahr hatte er das französisch besetzte Minden belagert und am 14. März 1758 eingenommen.


Verlauf der Schlacht

Beim Herzog Ferdinand von Braunschweig entstand im Laufe des 31. Juli der Eindruck, dass der Gegner sich bereit machte, um abzumarschieren, entweder zum Angriff oder einem anderen Manöver. Um darauf vorbereitet zu sein, gab er Befehl, dass Kavallerie und Artillerie um ein Uhr nachts bereit zum Abmarsch zu sein hätten. Die Infanterie sollte hingegen erst auf besonderen Befehl aufbrechen. Der Herzogs glaubte, dass der Gegner wohl zunächst das Korps Wangenheim, das vor Todtenhausen stand, angreifen würde. Für diesen Fall plante er, dem französischen Heer aus der Linie Hahlen-Stemmer in die Flanke zu fallen. Gleichzeitig sollte der Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig mit seinem Detachement die französische Truppe unter dem Duc de Brissac angreifen und die Brücke bei Gohfeld einnehmen, um so die französische Armee von Paderborn abzuschneiden.

Nachdem er erfahren hatte, dass das Detachement de Brissacs am 31. Juli bei Bünde auf das Korps des Erbprinzen gestoßen war, berief Maréchal de Contades am Abend dieses Tages um 18 Uhr einen Kriegsrat ein, in dem er seinen Offizieren mitteilte, dass er beabsichtigte, den Gegner am nächsten Tag überraschend anzugreifen. Die Armee sollte sich ab 22 Uhr zum Abmarsch bereit machen und in der Nacht über die Bastau gehen. Sie sollte dann zwischen Hahlen und Malbergen in Stellung gehen. Entgegen den taktischen Gepflogenheiten der Zeit sollte die Kavallerie nicht an den Flügeln, sondern in der Mitte der Aufstellung stehen, da dort das Gelände für ihren Einsatz günstiger schien. Das Korps Broglie erhielt den Auftrag, die Weser zu überqueren und am Morgen zusammen mit der Division Nicolay das alliierte Korps Wangenheim anzugreifen. Anschließend sollte es gegen die Flanke der alliierten Hauptarmee vorgehen, während diese durch die Hauptarmee in der Front gebunden würde.

Herzog Ferdinand von Braunschweig befehligte insgesamt über 43 Bataillone, 61 Schwadronen mit etwa 40.000 Soldaten und 107 schweren Geschützen. Der Marquis de Contades hingegen konnte auf 82 Bataillone, 85 Schwadronen und 86 Geschütze mit insgesamt 55.000 Mann zurückgreifen.

Aufmarsch

Die Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 1759 bezogen die französischen Truppen ihre zugewiesenen Stellungen. Das Korps Broglie ging in der Dunkelheit über die Weser und zog durch Minden in seine Ausgangsstellung zwischen Malbergen und dem Fluss. Da gleichzeitig ein heftiges Unwetter losbrach, wurden diese Bewegungen von den Alliierten nicht bemerkt. Gegen vier Uhr morgens befanden sich die Truppen des Duc de Broglie in ihren Stellungen. Als die Vorposten des Korps Wangenheim den Aufmarsch bemerkten, gaben sie Alarm, doch zunächst standen nur vier Bataillone zur Verteidigung bereit und auch die Artillerie war noch nicht eingetroffen. Um fünf Uhr eröffnete Broglies Artillerie das Feuer auf die Stellungen des Korps Wangenheim. Anstatt nun vorzugehen, zögerte der Duc de Broglie, da in seiner linken Flanke die Division Nicolay und die Hauptarmee noch nicht zu seiner Unterstützung bereit standen. So erhielten die Alliierten genug Zeit, um ihre Verteidigungsstellungen zu beziehen. Später zeigte sich ihre Artillerie überlegen und fügte den französischen Truppen im ersten Treffen erhebliche Verluste zu.

Im Hauptquartier Herzog Ferdinands von Braunschweig in Hille erfuhr man erst um halb vier Uhr durch zwei Überläufer vom Regiment Picardie vom Anmarsch des Feindes. Daraufhin befahl der Herzog den sofortigen Abmarsch der Truppen nach den Anweisungen, die er am Vortag gegeben hatte. Der Prinz von Anhalt, der die Vorposten befehligte, erhielt zu seiner Verstärkung eine englische leichte Batterie und den Auftrag, Hahlen zu besetzen. Dort war gegen fünf Uhr bereits die französische Brigade Champagne eingerückt. Zusammen mit den rechts anschließenden Brigaden du Roy, Condé und Aquitaine, bestehend aus insgesamt 16 Bataillonen, bildete sie das erste Treffen unter Lieutenant général Comte de Guerchy. Hinter ihm marschierte das zweite Treffen aus zwei sächsischen Brigaden, die aus 15 Bataillonen bestanden, unter Prinz Xaver von Sachsen (1730–1806) auf. In den bald beginnenden Kämpfen um Hahlen ging der Ort schnell in Flammen auf.


Angriff der Division von Spörcken

Als erstes traf gegen sechs Uhr früh die rechte Flügelkolonne unter General von Spörcken (1698–1776) nahe der Mühle ein. Sie bestand aus sechs englischen Bataillonen und den zwei Bataillonen des hannoveranischen Garde-Regiments unter Oberst von Goldacker. Während sich das erste Treffen der Division (Brigade Waldegrave) formierte, traf ein Befehl des Herzogs von Braunschweig ein: „Der Vormarsch soll, wenn es soweit ist, unter Trommelschlägen vorgenommen werden.“ Es ist unklar, ob der Befehl einfach falsch verstanden wurde, denn plötzlich rückte die Brigade vor. Daraufhin ließ der Herzog sie wieder anhalten. Zur gleichen Zeit sammelte sich das zweite Treffen der Division und die acht Bataillone standen in der Deckung eines Fichtenwaldes. Es ist ungeklärt, ob Herzog Ferdinand nun den Angriffsbefehl erteilte oder wieder Missverständnisse eine Rolle spielten. Jedenfalls begann die Division von Spörcken erneut ihren Vormarsch gegen das französische Zentrum, obwohl der Rest der alliierten Truppen ihren Aufmarsch, ebenso wie die Franzosen, noch nicht beendet hatten. Diesem Vorgehen schloss sich von der Nachbarkolonne noch das Bataillon Hardenberg an, sodass nun insgesamt 9 Bataillone zum Angriff antraten.

Die in Linie vorgehenden Bataillone hatten sechs Bataillone im ersten und drei im zweiten Treffen. Die Regimentsstücke kamen durch den Wald nicht so schnell nach und blieben zurück. Die Formationen mussten nun etwa 1500 Schritte offenen Geländes überwinden und gerieten schnell in das Kreuzfeuer der beiden französischen Batterien, die mit insgesamt 16 Geschützen bei Malbergen und nördlich von Hahlen aufgefahren waren. Dabei entstanden die ersten schweren Verluste. Während dessen ließ General von Spörcken die neun Geschütze der englischen leichten Artilleriebrigade auffahren, um die französische Artillerie niederzuhalten.

„Wir rückten mehr als eine Viertelmeile durch ein wütenden Feuer einer höllischen Batterie 18-Pfünder vor, welche erst vor unserer Front lag, dann mit unserem Vorgehen aber in unsere Flanke und schließlich unseren Rücken wirkte. Man könnte sich vorstellen, dass eine solche Kanonade die Regimenter unfähig machen würde dem Stoß frischen Truppen standzuhalten, die lange vorher auf dem Feld ihrer Wahl in Stellung gegangen sind, aber Festigkeit und Entschlossenheit überwinden fast alle Schwierigkeiten.“

– Lt. Hugh Montgomery (12th Regiment)

Das französische Zentrum bestand aus 63 Schwadronen Kavallerie (ca. 7.000 Mann) unter dem Duc de Fitzjames (1712–1787), das in drei Treffen formiert war. Als dieser das Vorgehen der gegnerischen Division beobachtete, befahl er 11 Schwadronen seines ersten Treffens zum Angriff. Warum er nur knapp die Hälfte der Schwadronen des Treffens einsetzte ist unklar, wahrscheinlich waren die übrigen jedoch noch nicht fertig aufmarschiert. Unter dem Lieutenant général Duc de Castries (1727–1800) erfolgte die Attacke, die bis auf etwa 10 Meter an die englisch-hannoveranischen Bataillone heranführte. Dann eröffneten diese jedoch das Feuer und gingen mit dem Bajonett zum Gegenangriff über, woraufhin sich die Reiter überstürzt und unter schweren Verlusten zurückziehen mussten. Inzwischen hatte der Duc de Fitzjames auch die Brigaden Royal Etrangèrs (8 Schwadronen) und Bourgogne (6 Schwadronen) des zweiten Treffens bereitgestellt und ließ diese den Angriff wiederholen. Doch auch diese wurden unter hohen Verlusten zurückgeschlagen.

Französische Gegenmaßnahmen

Lieutenant général Comte de Guerchy (1715–1767), der das erste Treffen des französischen linken Flügels befehligte, bereitete gerade einen Angriff in Richtung Hahlen vor, als er das Vordringen der Division von Spörcken bemerkte. Er beschloss, nicht gegen Hahlen vorzugehen und stattdessen die englisch-hannoveranischen Truppen in seiner Flanke aufzuhalten. Er drehte die beiden Brigaden Condé und Aquitaine aus seinem ersten Treffen mit insgesamt 8 Bataillonen nach rechts ab und ließ sie von Spörckens Truppen angreifen. Dieser musste die drei Bataillone seines zweiten Treffens herausziehen, um diesen Angriff abzuwehren, aber auch diese konnten dem Gegenangriff nicht dauerhaft gewachsen sein.

Von Spörckens Division drohte nunmehr die Umfassung. Herzog Ferdinand von Braunschweig erkannte diese Gefahr und leitete sofort Maßnahmen ein, um von Spörcken zu unterstützen. Er befahl die fünf Bataillone des Generalmajors von Scheele, die in der alliierten Schlachtordnung keinen Platz mehr fanden, an die rechte Flanke der Division von Spörcken. Da deren Entfaltung allerdings Zeit beanspruchen würde, sollte eine Kavallerie-Attacke der englischen Reiterei unter Lord George Sackville (1716–1785) die beiden französischen Brigaden zurückwerfen. Doch Sackville, dessen Truppen noch nicht auf dem Schlachtfeld eingetroffen waren, ließ sich nicht zum Vorgehen bewegen. So erhielten von Spörckens Truppen zunächst nur von der schweren hannoveranischen Artillerie-Brigade unter Major von Haase Unterstützung, die inzwischen nahe der Hahlener Mühle aufgefahren war.

In diesem kritischen Moment entschloss sich Maréchal de Contades dazu, auch das letzte Kavallerie-Treffen des Zentrums einzusetzen, um die Division von Spörcken, welche bereits unter schweren Artilleriefeuer lag und nun auch von zwei Infanterie-Brigaden angegriffen wurde, vollends zu zerschlagen. Dieses Treffen bestand aus den Regimentern Gens d'armes und Carabiniers mit insgesamt 18 Schwadronen (etwa 2.000 Mann), welche die traditionell elitärsten Einheiten des französischen Adels darstellten, unter Géneral Marquis de Poyanne. Die Reiter griffen von Spörckens erstes Treffen in der Front an, umfassten allerdings auch deren Flanke und Rücken. Das dritte Glied des englisch-hannoveranischen Treffens musste Kehrt machen, um sich der umfassenden Attacke zu erwehren. Der Angriff der Gens d'armes und Carabiniers wurde einige Jahre später in einem französischen Bericht folgendermaßen wiedergegeben:

„Das Feuer der gegnerischen Infanterie begann im Zentrum ihrer Formation und zog sich dann fortschreitend bis zu ihren Flügeln, und als wir nur noch 15 Schritte entfernt waren, versuchten die Pferde auszuweichen, indem sie sich nach links und rechts warfen. Die Kraft dieses gewaltigen Drucks wurde enorm. Die Männer waren nicht länger in Lage ihre Pferde zu kontrollieren und die Masse häufte sich so tief an, dass höchstens acht bis zehn Männer einer jeden Schwadron im Sattel blieben. Diese wurden sofort davon getragen, und auch wenn es einigen gelang in die gegnerischen Reihen einzubrechen, so waren sie doch zu wenige um dort eine Wirkung zu erzielen. Nur wenige Männer wurden durch das feindliche Feuer getötet, doch viele erlitten Quetschungen und gebrochene oder verrenkte Gliedmaßen, und andere erstickten oder wurden unter den Hufen der Pferde niedergetrampelt, nachdem sie aus dem Sattel gefallen waren.“

– M. Mottin de la Balme

Trotz der großen Verluste brachte der Angriff die Bataillone von Spörckens in arge Bedrängnis. Die Bataillone der hannoveranischen Garde und dasjenige des englischen 23. Regiments wurden sogar durchbrochen. Doch als diese ins Wanken gerieten, traf Hilfe in Form der größtenteils hessischen Division von Wutginau (1698–1776) ein. Zwei Bataillone dieser Division, nämlich von dem hannoveranischen Regiment Wangenheim und dem hessischen Regiment Garde, richteten nun ihr Feuer auf die Flanke der Gens d'armes und schlugen diese so zurück. Die französische Kavallerie verlor mehr als die Hälfte ihres Bestandes.

Die Brigaden Condé und Aquitaine erlitten derweil schon während ihres Vormarsches gegen von Spörcken durch die alliierte Artillerie große Verluste. Als die Kavallerie-Attacke scheiterte, brachten fliehende Reiter die Aufstellung der Verbände zusätzlich in Unordnung und rissen sie mit fort. Um den Zusammenbruch des Flügels zu verhindern, dirigierte Prinz Xaver von Sachsen, der das zweite sächsische Treffen kommandierte, drei Bataillone der Regimenter Kurprinzessin und Gotha gegen die Flanke der wieder vorgehenden Division von Spörcken. Die anderen sächsischen Bataillone schlossen sich links von ihnen nach Nordwesten gerichtet an, sodass hier die Linie wieder stabilisiert werden konnte.

Kämpfe bei Malbergen

Inzwischen beendeten im Zentrum der Alliierten die Division des Generals von Wutginau und die Division des Generals von Imhoff (1702–1768) (Hessen und Braunschweiger) südlich von Holzhausen ihren Aufmarsch. Südlich von Stemmer sammelte sich die Kavallerie unter dem Herzog von Holstein-Gottorp (1719–1763). Zwischen ihnen fuhr die schwere hannoveranische Artilleriebrigade unter Oberst Braun auf, die mit ihrem Feuer in die Masse französischer Kavallerie hielt, die der Duc de Fitzjames vergeblich südlich vom Malbergen zu sammeln versuchte. Gegen die neuen alliierten Formationen setzte der Marquis de Contades die Kavallerie-Brigade Colonel Général unter Lieutenant général Bogué ein, deren Angriff allerdings abgewiesen wurde.

Wieder sandte der Herzog Ferdinand von Braunschweig einen Befehl an Lord Sackville, seine Kavallerie zum Angriff in die breite Lücke anzusetzen, welche die vorangegangenen Kämpfe in das Zentrum der französischen Front geschlagen hatten. Auf diese Weise hoffte er die gesamte französische Armee vernichten zu können. Doch Lord Sackville zögerte. An diesem Tag trafen zwei Aide-de-camps bei ihm ein, die ihm Befehle des Herzogs von Braunschweig überbrachten. Sackville meinte, dass sich deren Anweisungen widersprachen und keineswegs dem am Vortag gefassten Schlachtplan entsprachen. Schließlich ritt er selbst zum Oberbefehlshaber, um sich zu erkundigen. Dieser teilte ihm mit, dass sich der Plan geändert habe, und forderte ihn auf die neuen Befehle zu befolgen. Lord Sackville kehrte zu seiner Kavallerie bei Hartum zurück. Dort war gerade Lord Granby (1721–1770), einer seiner Unterführer, dabei, die Kavallerie selbstständig zum Angriff zu führen. Sackville hielt ihn jedoch zurück und begann in aller Ruhe und größter Langsamkeit, die Schwadronen auszurichten und in Richtung des Schlachtfeldes zu führen. Später berichtete er über das Vorgehen seiner Kavallerie:

„[Ich] fand dauernd die größte Schwierigkeit die Intervalle oder aber das Aussehen einer Linie einzuhalten, mit der größten Aufmerksamkeit auf ihre Bewegung, und dem Anhalten bei den ersten Anzeichen von Unregelmäßigkeiten. Um mit Kraft und Geschwindigkeit anzugreifen muss man ohne Eile und Durcheinander vorrücken.“

– Lord Sackville

Als Lord Sackvilles 24 Schwadronen endlich auf dem Schlachtfeld eintrafen, war der Kampf bereits vorüber. Das Fehlen dieser Verbände fiel an diesem Tag noch oft ins Gewicht.

Maréchal de Contades traf unterdessen bei Malbergen ein und befahl den beiden Infanterie-Brigaden des ersten Treffens Touraine und Rouergue (8 Bataillone) unter Lieutenant général Beaupréau, gegen die alliierte Linie vorzugehen. Zur Unterstützung wurde auch die letzte Kavallerie-Brigade du Roy abgestellt. Doch dieser Angriff traf auf die beiden zahlenmäßig weit überlegenen Divisionen von Wutginau und von Imhoff, welche diesen Vorstoß erst ohne größere Mühe abwehrten und dann zum Gegenstoß ansetzten. Die hessischen Regimenter Toll, Gilsa, Prinz Wilhelm und Grenadiere versuchten nun ihrerseits Malbergen einzunehmen, welches von den französischen Grenadierregimentern Rogaux und de France sowie einer Batterie von acht Geschützen verteidigt wurde. Mehrere Angriffe wiesen die Franzosen ab. Auch das hannoveranische Leib-Cavallerie-Regiment setzte unter großen Verlusten zu einem Angriff auf die gegnerische Batterie an. Doch erst danach gelang es zwei hessischen Bataillonen, die Batterie mit dem Bajonett zu erstürmen, wobei fünf Geschütze erbeutet wurden.

Als die geschlagenen französischen Bataillone zurückfluteten, wurden sie von den 19 Schwadronen der alliierten Kavallerie unter dem Herzog von Holstein-Gottorp eingeholt. Viele Franzosen wurden gefangen genommen und neun weitere Geschütze erbeutet. Um den völligen Zusammenbruch zu verhindern, ritt die Brigade du Roy einen Gegenangriff, der örtliche Erfolge erzielte. Dann wurde aber auch diese Brigade zurückgeworfen. Nur zwei französische Brigaden des zweiten Treffens, Auvergne und Anhalt, standen dem Marquis de Contades im Zentrum noch zur Verfügung. Diese bezogen eine Auffangstellung bei Neuland, in der sie die alliierte Kavallerie schließlich aufhielt. Auch der Duc de Broglie schickte einen Teil seiner Kavallerie (10 Schwadronen) vom rechten Flügel zur Hilfe. Diese wurde bald in heftige Kämpfe mit der Kavallerie des Korps Wangenheim (16 Schwadronen) verwickelt, die bisher zwischen Stemmer und Kutenhausen gestanden und sich dem Angriff nun angeschlossen hatte.

Albrecht von Wallenstein Offline




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30.07.2009 15:00
#17 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Französischer Rückzug

Während das französische Zentrum eine Niederlage erlitt, hatte Prinz Xaver von Sachsen mit seinen sächsischen Bataillonen die Infanterie von Spörckens sogar etwas zurückgedrängt. Letztere erhielt nun aber die Unterstützung der Bataillone der hessischen Garde und Wangenheim, die schon bei der Abwehr des französischen Kavallerie-Angriffs geholfen hatten. Zusätzlich erschienen im Norden die fünf Bataillone der Division von Scheele und begannen ihrerseits die Umfassung der sächsischen und französischen Linie. Auch die alliierte Artillerie wirkte mit starkem Feuer gegen die Sachsen, sodass diese ihren Widerstand aufgaben. Hahlen wurde geräumt und der gesamte französische linke Flügel zog sich zur Bastau zurück. Zur Verfolgung stand den Alliierten hier keine Kavallerie zur Verfügung, um den Erfolg auszunutzen; wieder macht sich das Fehlen der 24 Schwadronen unter Lord Sackville bemerkbar.

Als Maréchal de Contades diese Entwicklung gegen neun Uhr morgens übersah befahl er den allgemeinen Rückzug der Armee. Die Aufgabe, das Absetzen zu decken, fiel auf den Duc de Broglie, dessen Korps noch in guter Ordnung war. Broglie hatte Contades zuvor bei Malbergen gesprochen, als dieser gerade Général Beaupréau zu dessen vergeblichem Angriff anwies. Er hatte berichtet, dass er wegen des schwierigen Geländes nicht in Richtung Todtenhausen angreifen könne. Der Oberbefehlshaber hatte ihm daraufhin befohlen, in seiner Stellung zu verbleiben. Auf dem rechten Flügel der französischen Armee war es zwischen den Korps Broglie und Wangenheim nur zum gegenseitigen Beschuss mit Artillerie gekommen. Hier zeichnete sich besonders der Graf Friedrich Wilhelm zu Schaumburg-Lippe (1724–1777) aus, der hier die alliierte Artillerie besonders wirkungsvoll einsetzte. Nun zogen sich die Truppen Broglies und die Division Nicolay geordnet zurück, wobei sie wiederholt anhielten, um Angriffe des Korps Wangenheim abzuweisen, das ihnen nachdrängte. Die Hauptarmee zog sich fluchtartig über die Bastau zurück und verbrannte hinter sich die Brücken. Das Korps Broglie besetzte bis elf Uhr Minden.

Als der Marquis de Contades versuchte, seine Truppen zu sammeln, erhielt er die Nachricht, dass auch das Detachement des Duc de Brissac, welches die Verbindungslinien schützen sollte, angegriffen und geschlagen (→ Gefecht bei Gohfeld) worden war. Dadurch war der französischen Armee der Rückzug über Paderborn versperrt, sodass de Contades sich entschließen musste, rechts der Weser zurückzugehen. Er ging ab 22 Uhr über den Fluss, wobei eine der beiden Schiffsbrücken zusammenbrach. Erst am nächsten Morgen war der Übergang beendet. In der von verwundeten Soldaten überfüllten Stadt Minden blieb nur eine kleine Besatzung von etwa 300 Mann unter Brigadier Dagien zurück.

Folgen der Schlacht

Am folgenden Tag kapitulierte Général Dagien vor dem alliierten Heer und übergab Minden. Insgesamt verloren die Franzosen in der Schlacht 479 Offiziere und 7.762 Mann. Von diesen waren allein 127 Offiziere und 4.151 Mann gefallen. Die anderen waren verwundet und anschließend zumeist gefangen genommen worden. Außerdem waren 22 Geschütze von den Alliierten erobert worden. Demgegenüber betrug der Verlust der Alliierten 151 Offiziere und 2.646 Mann, von denen 28 Offiziere und 590 Mann gefallen und die anderen verwundet worden waren. Allein 1.411 Mann, also mehr als die Hälfte der toten oder verwundeten Soldaten, entfielen als Verlust auf die sechs britischen Bataillone, die im Rahmen der Division von Spörcken im Mittelpunkt der Schlacht gestanden hatten.

Die französische Armee wandte sich auf Umwegen über Einbeck, Göttingen und Münden auf Kassel, wo sie am 12. August eintraf. Von hier aus hoffte der Maréchal de Contades, seine Armee erst wieder aufstocken und schließlich erneut angreifen zu können. Die alliierte Armee war der französischen zunächst nicht gefolgt. Sie lagerte den gesamten 2. August über bei Minden, stimmte ein Te Deum an und veranstaltete Freudenfeuer. Eine Verfolgung des geschlagenen Gegners, um den Sieg auszunutzen, unterließ Herzog Ferdinand von Braunschweig jedoch. Bald nach dem Sieg erhielt er Hilfegesuche von Friedrich II., der nach seiner Niederlage in der Schlacht bei Kunersdorf (12. August 1759) ernsthaft in die Defensive gedrängt war. Außerdem musste Münster zurückerobert werden, damit es den Franzosen im folgenden Jahr nicht als Basis für einen weiteren Angriff auf Hannover dienen konnte. Die Festung Münster kapitulierte erst am 22. November. So hatte der Herzog kaum die Möglichkeiten, gegen die französische Basis bei Frankfurt/Main zu operieren. Im November wurde der Marquis de Contades schließlich als Oberbefehlshaber durch den Duc de Broglie ersetzt. Auch diesem blieb ein weiterer Erfolg versagt, nachdem er noch einmal versucht hatte, die Initiative zu ergreifen, aber im Gefecht bei Fulda (30. November 1759) gescheitert war. So gingen die Heere im Januar 1760 in die Winterquartiere zwischen Frankfurt/Main und Neuwied.

Der Herzog Ferdinand von Braunschweig erhielt noch 1759 von George II. eine einmalige Zuwendung von 20.000 Pfund und wurde in den Hosenbandorden aufgenommen. Gegen Lord Sackville strengte der Herzog die Entlassung an. Tatsächlich wurde dieser am 10. September abberufen. Im Frühjahr 1760 wurde außerdem ein Kriegsgerichtsverfahren gegen ihn eingeleitet, welches mit seiner Entlassung aus der Armee endete. Im Urteil wurde festgehalten, er sei „unfähig, seiner Majestät in irgend einer militärischen Funktion zu dienen, die es gibt“.

Auch in den nächsten drei Jahren kam es auf dem westlichen Kriegsschauplatz noch zu Operationen, doch die Bedrohung des Fürstentums Hannover wurde nie wieder zu einer so akuten Bedrohung wie im Sommer 1759. Dies wirkte sich auf die Friedensangebote und die späteren Verhandlungen aus, die am 25. November 1759 von Großbritannien und Preußen an Frankreich und Österreich gemacht wurden. Frankreich zeigte sich den Angeboten gegenüber offen, da es nach den schweren Niederlagen, die es 1759 gegen Großbritannien erlitten hatte (→ Schlacht auf der Abraham-Ebene, Schlacht in der Bucht von Quiberon), finanziell am Ende seiner Kräfte war. Aber auch in Großbritannien hatte die Staatsverschuldung schon 1758 zu einer ernsten Finanzkrise geführt. Doch Österreich und Russland verweigerten sich einem Friedensschluss, da sie nach ihren letzten Erfolgen (→ Schlachten bei Kay, Kunersdorf, Maxen) für das Jahr 1760 einen Sieg über Preußen erwarteten.[40] Aber auch bei den späteren Verhandlungen zum Frieden von Paris (1763) erwies es sich als nachteilig für die französische Verhandlungsposition, dass es nicht gelungen war, das Kurfürstentum Hannover dauerhaft zu besetzen. So verfügten die französischen Diplomaten über keinerlei „Faustpfand“, den sie gegen die verlorenen Kolonien in Indien und Nordamerika eintauschen konnten. Dazu hatte nicht zuletzt der Sieg des Herzogs von Braunschweig bei Minden beigetragen.


Rezeption

Nachdem am 14. August 1759 das offizielle Dankschreiben des englischen Königs bei der alliierten Armee eingegangen war, erhielten neben dem Oberbefehlshaber auch zahlreiche andere Offiziere Geldzuwendungen für ihre Verdienste in der Schlacht. Die von den hannoveranischen Truppen eroberten neun Standarten wurden in der Garnisonskirche Hannover aufgehängt und dort eine Gedächtnistafel angebracht. In den Napoleonischen Kriegen aber wurden diese Standarten nach 1803 von französischen Truppen entwendet und zurück nach Frankreich gebracht.

Zum 100. Jahrestag der Schlacht wurde am 1. August 1859 ein Denkmal enthüllt, das auf Entwürfe des Mindender Baumeisters Wilhelm Moelle zurückging. Es hat das Aussehen eines gotischen Turms mit vier Eckfilialen. Da Minden eine preußische Stadt war, bedachte die Inschrift auch zuerst die preußischen Truppen: „Dem Andenken des von den vereinigten Truppen Preußens, Englands, Hannovers, Hessen-Cassels, Braunschweigs und Schaumburg-Lippes [...] erfochtenen Sieges ...“ An einer Seite war zudem das Bildnis Friedrichs II. angebracht, obwohl dieser in der Schlacht nicht zugegen gewesen war. Heute ist das Denkmal an der Straße von Minden nach Petershagen zu finden. Es steht gegenüber der Gaststätte Lohrmann. Jeden 1. August werden dort Kränze von der britischen Garnison, den Vertretern der „Minden Regiments“, der Bundeswehr und den Vertretern von Stadt und Landkreis niedergelegt. Im Museum von Minden ist ein Raum der Dokumentation der Schlacht gewidmet.

Besonders in den britischen Streitkräften wurde der Jahrestag der Schlacht feierlich begangen. Noch heute wird am so genannten “Minden Day” von jedem damals beteiligten Regiment den anderen “Minden Greetings” überbracht und morgens wird der “Minden March” gespielt. Alle Angehörigen befestigen an ihren Mützen rote und gelbe Rosen. Traditionell bringen außerdem die Feldwebel den Soldaten morgens Tee ans Bett. Selbst die Royal Navy erinnerte an die Schlacht und ließ am 23. Juni 1810 ein Linienschiff auf den Namen HMS Minden taufen.

Das noch im Jahr 1759 von Georg Philipp Telemann (1681–1767) aus Anlass der Schlacht verfasste Oratorium „Hannover siegt, der Franzmann liegt“ (TWV 13:20) wurde am 5. Dezember 2008 von der NDR Radiophilharmonie aufgeführt, nachdem es von Reinhard Goebel wiederentdeckt worden war.


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31.07.2009 09:05
#18 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Kunersdorf

Die Schlacht bei Kunersdorf fand während des Siebenjährigen Krieges am 12. August 1759 zwischen einer russisch-österreichischen und der preußischen Armee statt und endete mit einer Niederlage Friedrichs des Großen.

Im Sommer 1759 vereinigten sich russische und österreichische Heere östlich von Frankfurt (Oder) bei Kunersdorf. Die Allianz brachte 71.000 österreichische und russische Soldaten auf, die unter dem Oberbefehl von Feldmarschall-Leutnant Gideon Ernst Freiherr von Laudon und Feldmarschall Pjotr Semjonowitsch Saltykow standen. Die preußischen Truppen unter dem Oberbefehl Friedrichs II. kamen auf 49.000 Mann. Ihr Umgehungsmanöver zur Anwendung der schiefen Schlachtordnung schlug fehl und der Angriff der Preußen blieb in den gegnerischen Linien stecken. Eine entscheidende Attacke der russischen und österreichischen Kavallerie auf die abgekämpften preußischen Regimenter in den Abendstunden führte zu deren regelloser Flucht vom Schlachtfeld. Nur 3.000 Männer hatte Friedrich um sich, als er sich aus der Schlacht zurückzog.

Friedrich war angesichts seiner Niederlage in Depression verfallen und hatte das Kommando der Armee an den General Finck übergeben und seinen Bruder Heinrich zum Generalissimus bestimmt. Vier Tage später, als ihm die Untätigkeit seiner Feinde offenbar wurde und sich bereits 19.000 versprengte Soldaten in seinem Hauptquartier in Reitwein eingefunden hatten, nahm er diese bis dahin folgenlosen Maßnahmen zurück.

Nach dem Sieg der Russen und Österreicher stand den verbündeten Armeen der Weg nach Berlin offen, doch verhinderte ihre Uneinigkeit eine strategische Ausnutzung des Sieges. In einem Brief an seinen Bruder Heinrich vom 1. September 1759 wunderte Friedrich sich über den überraschenden Abzug der Allianz in Richtung Sachsen: "Ich verkündige Ihnen das Mirakel des Hauses Brandenburg". Er hatte seine Armee inzwischen auf 33.000 Mann gebracht und eine Riegelstellung bei Fürstenwalde eingenommen. Somit blieb die größte Niederlage der preußischen Armee im Siebenjährigen Krieg ohne Folge für den Kriegsverlauf.

Sonstiges

König Friedrich II. wurden im Verlauf der Schlacht zwei Pferde unter dem Leib erschossen. Eine feindliche Kugel prallte an seiner dadurch legendär gewordenen Tabakdose ab. Nur die Kühnheit des Rittmeisters von Prittwitz rettete ihn vor der Gefangennahme. Unter den Gefallenen waren der General Puttkamer und der Dichter Ewald Christian von Kleist.


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31.07.2009 09:07
#19 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Seeschlacht bei Lagos

Die Seeschlacht bei Lagos fand am 18. August 1759 während des Siebenjährigen Kriegs (1756-1763) zwischen britischen und französischen Seestreitkräften vor Lagos (Portugal) statt und endete mit einem britischen Sieg.

Zur Seeschlacht bei Lagos kam es aufgrund von Bemühungen der Franzosen, ausreichend Schiffe in Brest zusammenzuziehen, um eine Invasion in Großbritannien durchführen zu können. Die aus 12 Linienschiffen und 3 Fregatten bestehende französische Mittelmeerflotte unter Admiral de la Clue brach aus Toulon aus, als das den Hafen blockierende Geschwader der Royal Navy unter Admiral Edward Boscawen in Gibraltar Wasser und Lebensmittel aufnehmen musste. Den Franzosen gelang es jedoch nicht, unerkannt an Gibraltar vorbeizukommen. Die Briten liefen sofort aus und nahmen mit einer überlegenen Flotte von 15 Linienschiffen, 10 Fregatten und 4 kleineren Schiffen die Verfolgung auf. Boscawen setzte seine Flagge auf der Namur (90 Kanonen). Fünf französische Linienschiffe und die drei Fregatten trennten sich am 17. und 18. August von der Hauptflotte und brachten sich im Hafen von Cádiz in Sicherheit. Am frühen Nachmittag des 18. August begann der Kampf mit Schusswechseln zwischen den führenden britischen und den letzten französischen Schiffen. Nach einem heftigen Gefecht wurde die Namur außer Gefecht gesetzt und musste aus der Gefechtslinie ausscheren. Das französische 74-Kanonen-Linienschiff Centaure strich die Flagge, nachdem es die Hauptlast des Kampfes getragen hatte und zum Wrack geschossen worden war. De la Clue versuchte, den Ausfall des gegnerischen Flaggschiffs zu nutzen, brach den Kampf ab und ließ alle Segel setzen, um den Briten zu entkommen. Boscawen wechselte auf die Newark und ordnete von dort aus eine allgemeine Verfolgung der Franzosen an. In der folgenden Nacht gelang es zwei französischen Schiffen, durch einen Kurswechsel zu entkommen, der Rest versuchte, unter den Kanonen der Festung Lagos im neutralen Portugal Schutz zu finden. Hierbei lief das französische Flaggschiff Océan (80 Kanonen) auf Grund, wurde von der Besatzung aufgegeben und von den Briten in Brand gesteckt. Admiral de la Clue war zuvor schwer verwundet an Land gebracht worden, wo er kurze Zeit später starb. Zerstört wurde ebenfalls die Redoutable (74 Kanonen), während die Téméraire (74 Kanonen) und die Modeste (64 Kanonen) kapitulierten und von den Briten übernommen wurden. Neben den Schiffen gerieten etwa 2.000 Franzosen in Gefangenschaft. Die weitgehende Vernichtung des Mittelmeergeschwaders spielte eine wichtige Rolle darin, die Franzosen zur Aufgabe ihres Invasionsplans zu bewegen. Die eroberten Schiffe wurden in die Royal Navy übernommen.


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31.07.2009 09:34
#20 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht von Hoyerswerda

Die Schlacht von Hoyerswerda war eine kleinere Schlacht des Siebenjährigen Krieges. Am 25. September 1759 besiegte die preußische Streitmacht unter Führung Prinz Heinrichs von Preußen den österreichischen General Wehla an der Schwarzen Elster bei Hoyerswerda.

Die von Osten in einem 50-stündigen Gewaltmarsch durch Feindesland heraneilenden Streitkräfte Preußens überraschten das Ungarische Infanteriekorps, das, von kroatischen Regimentern und Artillerie unterstützt, an der westlichsten Flanke der Nordwestfront stand und deshalb mit Angriffen kaum rechnete. Einheiten unter General Lentulus stießen durch einen Wald hindurch auf den Feind vor und griffen von vorn und von hinten an. 600 Österreicher fielen, ihre Armee wurde zerstreut. General Wehla wurde mit 28 Offizieren und 1.785 Mann gefangen gesetzt.

Ein Denkmal im Bleichgässchen in Hoyerswerdas Altstadt erinnert an diese Schlacht.


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31.07.2009 09:36
#21 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Quiberon Bay

Beitrag ist in Arbeit.

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31.07.2009 09:41
#22 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Gefecht von Maxen

Das Gefecht von Maxen am 20. November 1759 war eine Schlacht zwischen österreichischen und preußischen Truppen während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763), die mit der Niederlage der preußischen Truppen endete. Im diesem Gefecht trafen 32.000 Österreicher unter Leopold Joseph Graf Daun auf 15.000 preußische Truppen unter Friedrich August von Finck.

Verlauf

Die Armee von Daun operierte zunächst in Schlesien. Um das von Friedrich II. aufgegebene Dresden zu besetzen, griff die Armee das in seinem Rücken stehende Korps des preußischen Generalleutnants Finck an. Dieser hatte von Friedrich II. die Anweisung: "...kommt was Starkes oder hat der Feind nur eine gute Disposition, so könnt ihr solche passieren lassen..." bekommen. Durch diese Anweisung hoffte Finck in Falle eines Angriffes auf einen Entsatz durch den König und verschanzte sich auf den Anhöhen bei Maxen.

Am 19. November 1759 begann der österreichische Aufmarsch. Daun wollte die Preußen am anderen Morgen von drei Seiten zugleich, nämlich von Hausdorf, Dohna und Wittgensdorf angreifen. Finck erfuhr jedoch davon und zog sich auf eine Stellung in der Nähe von Hausdorf zurück, um bis zur erhofften Ankunft des Königs den Österreichern standhalten zu können. Am Morgen des 20. November 1759 begann der Angriff der Österreicher auf Maxen. Schnell gelang es den Österreichern Hausdorf zu erobern. Die preußischen Truppen zogen sich darauf hin auf die Höhen hinter Hausdorf zurück. Diese Anhöhen konnten aber durch die österreichischen Batterien unter Feuer genommen werden.

Der nachfolgende Angriff warf die Preußen bis Maxen zurück, wo sie wiederum unter starkes österreichischen Artilleriefeuer gerieten und sich weiter zurückziehen mussten. Alle preußischen Gegenangriffe blieben wirkungslos. Am Abend sammelte Finck seine zerstreuten Truppen hinter der Linie Falkenhain und Ploschwitz. Ein Rückzug in der Nacht über das Müglitztal konnte durch die Wachsamkeit der österreichischen Truppen verhindert werden. Der bei Dohna stehende preußische General Wunsch wurde ebenso eingeschlossen wie Finck. Am anderen Morgen kapitulierte das gesamte preußische Korps, insgesamt 13.741 Mann, darunter neun Generäle, 500 Offiziere und die ganze Artillerie. Die Österreicher hatten „nur“ 304 Tote und 630 Verwundete zu beklagen. Für die Gefangenen verlief die Sache schlecht, tausende starben an der roten Ruhr. Der preußische König Friedrich II. verzieh Finck die Kapitulation nicht: „…es ist ein ganz unerhörtes Exempel, dass ein preussisches Korps das Gewehr vor dem Feind niederleget…“. Nach dem Krieg wurde Finck deshalb von einem preußischen Militärgericht zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt.


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31.07.2009 09:43
#23 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Landeshut

Die Schlacht bei Landeshut (bei Landeshut in Schlesien) fand am 23. Juni 1760 im Zuge des Siebenjährigen Krieges statt. Eine preußische Armee unter General Fouqué mit insgesamt 12.000 Mann traf auf eine österreichische Armee unter General von Laudon (über 28.000 Mann). Die Preußen wurden besiegt und General Fouqué gefangengenommen.


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31.07.2009 09:51
#24 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Gefecht bei Emsdorf

Das Gefecht bei Emsdorf fand während des Siebenjährigen Krieges am 15. Juli 1760 zwischen der französischen und einer aus Hessen, Briten und Hannoveranern bestehenden alliierten Armee statt und endete mit einer Niederlage der Franzosen.

Verlauf

Am 16. Juli 1760 lagerten ca. 4.600 französische Soldaten unter dem Kommando des Generals von Glaubitz zwischen Stadtallendorf, Erksdorf und Emsdorf.

Ein aus Briten, Hannoveranern und Hessen bestehender Verband in Stärke von über 5.000 Mann unter dem Erbprinzen von Braunschweig stieß bei einem Vorstoß zur Zerstörung der französischen Feldbäckereien in Marburg auf die Franzosen.

Völlig unbemerkt von den nur 2 km entfernten Franzosen teilte der Erbprinz bei Speckswinkel seine Truppe und marschierte mit der Infanterie durch die Wälder nördlich von Hatzbach bis an den Waldrand bei Emsdorf. Hier griff er zwischen 13 und 14 Uhr die Franzosen überraschend bei der Verpflegungsausgabe an. Nachdem die bei Speckswinkel verbliebene Kavallerie den Gefechtslärm hörte, saß auch diese auf und attackierte das französische Feldlager bei Erksdorf. Obwohl der französische Widerstand bei Emsdorf und Erksdorf schnell zusammenbrach, zog sich der Kampf insgesamt über sechs Stunden hin, da beim Rückzug der Franzosen über Langenstein und dem Herrenwald bis nach Niederklein immer wieder Kämpfe aufflackerten. Bei Niederklein waren die Franzosen dann völlig erschöpft und ergaben sich den britischen leichten Dragonern.

Beteiligte Verbände

Alliierte

Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover)
Infanterieregiment von Behr (No. 5-B)
Infanterieregiment von Marschalk (No. 4-B)
Hessische Jäger unter dem Kommando von Oberst von Freytag
Luckner'sches Husaren-Corps von Luckner

Hessen-Kassel
Infanterieregiment Zweite Garde (No.6)[1]
Infanterieregiment von Mansbach (No.8)

Großbritannien
leichtes Dragonerregiment Elliot


Franzosen

Frankreich
Deutsches Infanterieregiment Anhalt (Fremdenregiment) - 2 Bataillone
Deutsches Infanterieregiment Royal-Bavière (Fremdenregiment) - 3 Bataillone
Husarenregiment Bercheny mit dazugehörigem Jägerbataillon



Sonstiges

* Die schwersten Verluste hatte das englische leichte Dragonerregiment Elliot, dass bei Emsdorf seine Feuertaufe erhielt. Das Regiment existiert heute noch als Teil des Regiment Light Dragoons mit Garnison in Newcastle-upon-Tyne. Auf den Fahnen des Regiments steht auch heute noch ganz oben der Name Emsdorf über einer Reihe weiterer berühmter Schlachten. Im 18. Jahrhundert trugen die Dragoner einen Helm mit der Aufschrift Emsdorf.
* Die Kriegskasse des General von Glaubitz ging bei dem Gefecht verloren. 1762 wurden zwei Einwohner von Langenstein festgenommen, weil sie einen Schatzfund auf dem Schlachtfeld von Emsdorf unterschlagen hatten.
* In Emsdorf gibt es die auf dieses Gefecht gründende Sage vom Franzosenbaum.
* Das Gefecht fand vor allem in Großbritannien wegen der Tapferkeit der Eliott-Dragoner, die eher als kaum ausgebildete Rekruten zu bezeichnen waren, große Beachtung.


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31.07.2009 09:58
#25 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Warburg

Die Schlacht bei Warburg – in der preußischen Geschichtschreibung meist nur Gefecht bei Warburg – fand am 31. Juli 1760 während des Siebenjährigen Krieges bei Warburg im Fürstbistum Paderborn statt. Eine Hauptarmee aus Kur-Braunschweig-Lüneburgischen, Braunschweig-Wolfenbütteler, Hessen-Kasseler und britischen Truppen mit zusammen 24.000 Soldaten kämpfte gegen eine französische Reservearmee mit 21.500 Soldaten. Die alliierte Seite verlor 1.500 Soldaten und die französische Seite 8.000 Soldaten. Die siegreichen Alliierten gaben anschließend die Stadt zur Plünderung frei. Der Heinturm auf dem Heinberg bei Ossendorf erinnert an die Schlacht.

Befehlshaber

Auf alliierter Seite hatte Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel das Kommando unterstützt vom Kronprinzen von Hessen-Kassel. Herzog Ferdinand gilt als einer der hervorragendsten Generäle des Siebenjährigen Krieges.

Die französischen Truppen standen unter der Führung von Generalleutnant Louis Nicolas Victor de Félix d’Ollières „Le Chevalier du Muy“, einem späteren Marschall von Frankreich. Er stand unter dem Oberbefehl von Victor-François Duc de Broglie.

Adaptionen

Die Schlacht bei Warburg wurde literarisch verarbeitet durch William Makepeace Thackeray (1811–1863) in seinem Roman „The Luck of Barry Lyndon“ (1844). 1975 adaptierte Stanley Kubrick in seinem oscarprämierten Film „Barry Lyndon“ den Roman. Kubrick stellt unter anderem eine Szene aus der Schlacht von Warburg und den Aufenthalt des Romanhelden in Warburg frei nach.


* Plan der Schlacht bei Warburg zwischen den Franzosen und den Alliierten
* Plan der Schlacht bei Warburg zwischen den Franzosen unter du Muy und den Alliierten unter Prinz Ferdinand von Braunschweig


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31.07.2009 10:12
#26 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Liegnitz (1760)

Die Schlacht bei Liegnitz vom 15. August 1760 war eine militärische Auseinandersetzung während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) im damaligen Schlesien. Dabei trafen preußische Truppen unter dem Befehl des Königs Friedrich II. auf ein österreichisches Heer unter dem Feldmarschall Gideon Ernst von Laudon. Die Schlacht endete nach nur wenigen Stunden am frühen Morgen mit einem Sieg der preußischen Truppen. Damit entkam Friedrich II. der Umklammerung seines Heeres, erreichte die Vereinigung mit dem Heer des Prinzen Heinrich von Preußen und eroberte Teile Schlesiens zurück.

Vorgeschichte

Die Operationen des Jahres 1760 begannen erst im Juni. Fiedrich II. ließ einen Teil seiner Truppen in Schlesien zurück, um diese Provinz gegen die Österreicher zu decken. Eine weitere Teilarmee unter dem Bruder des Königs Prinz Heinrich von Preußen stand östlich der Oder, um dort die russischen Truppen zu beschäftigen. Mit seiner Hauptarmee wandte sich Friedrich II. gegen das Kurfürstentum Sachsen, das von der Reichsarmee und einem österreichischem Korps bedroht war. Während er dort operierte und vergeblich versuchte Dresden einzunehmen ging eine starke österreichische Armee unter Gideon Ernst von Laudon gegen Schlesien vor, schlug die dort stehenden preußischen Truppen (→ Schlacht bei Landeshut) und eroberte die Festung Glatz. Friedrich II. brach deshalb die Operationen in Sachsen ab, um nach Schlesien zu eilen. Dabei folgten ihm allerdings die österreichische Hauptarmee unter Leopold Joseph von Daun und das Korps Lacy. Schließlich sah sich das preußische Heer mit etwa 24.000 Mann im Raum Liegnitz an der Katzbach Mitte August von den mehr als 90.000 Mann zählenden Kräften Dauns, Lacys und Laudons blockiert.

Verlauf

Feldmarschall Daun fasste den Plan in der Nacht vom 14. auf den 15. August 1760 über die Katzbach zu gehen und die preußischen Truppen einzuschließen. Seine Hauptarmee sollte die Preußen südlich umgehen, Lacys Korps hatte den Auftrag weiter nach Westen ausholend den peußischen Rückzugsweg zu sperren während Laudon die Preußen im Nordosten umgehen sollte. Ziel des Planes war es, die preußische Hauptarmee einzuschließen und aufzureiben um somit den Krieg zu beenden.

Friedrich II. hatte allerdings selbst bereits beschlossen die Nacht zu einem Abmarsch nach Norden an die Oder zu verwenden, um so die österreichische Stellung zu umgehen. Am Abend gegen 20 Uhr brach das preußische Heer auf und marschierte in mehreren Kolonnen entlang der Katzbach nach Nordosten. Dabei trafen bereits kurz nach Mitternacht Kavallerie-Einheiten auf die Truppen Laudons, die gerade zu ihrem Umgehungsversuch ansetzten. Die preußischen Reiter wurden zwar zunächst zurückgeschlagen, sie sammelten sich jedoch später wieder. Die preußische Infanterie und Artillerie marschierten während dessen in Schlachtordnung auf und bei Sonnenaufgang gegen 4 Uhr begann der eigentliche Kampf zwischen etwa 14.500 Preußen (die anderen deckten den Rücken gegen Dauns Truppen) und dem etwa 32.000 Mann starken Korps Laudon. Die preußische Infanterie griff die österreichische Aufstellung an und durchbrach deren Linien. Nach nur etwa zwei Stunden war die Schlacht bereits vorüber und Laudon befahl den Rückzug.

Die Truppen Lacys hatten im Dunkel ihren Weg nicht gefunden und waren nur sehr langsam vorwärts gekommen. Die Truppen Dauns verfolgten die Preußen nur zögerlich. Zunächst war deren Abmarsch gar nicht bemerkt worden, weil sie ihre Lagerfeuer hatten brennen lassen. Erst gegen 7 Uhr erfuhr Daun von Laudons Niederlage.

Ergebnis

Die Veluste der Schlacht werden von den Zeitzeugen sehr unterschiedlich angegeben. In der Fachliteratur sind am häufigsten folgende Angaben zu finden: Die Preußen hatten 92 Offiziere und 3.302 Soldaten verloren. Die Verluste der Österreicher beliefen sich allein an Gefangenen auf 88 Offiziere, 4.646 Soldaten sowie 80 erbeutete Geschütze. Zusätzlich hatten sie an Toten und Verwundeten 6 Generäle, 203 Offiziere und 3.594 Soldaten verloren.

Im Ergebnis der Schlacht gelang es Friedrich II. sich der drohenden Umfassung zu entziehen. In den folgenden Tagen gelang die Vereinigung mit den Truppen des Prinzen Heinrich. Einige Zeit lang operierte Friedrich II. noch in Schlesien, doch Ende September zwang ihn ein russisch-österreichischer Angriff auf Berlin wieder zum Abmarsch. Wichtig ist jedoch auch die moralische Wirkung dieses ersten preußischen Schlachterfolges nach mehreren Niederlagen seit der Schlacht bei Hochkirch 1758.


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31.07.2009 10:14
#27 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Kloster Kampen

Die Schlacht bei Kloster Kamp, oder Kloster Camp, in der Literatur meist Kloster Kampen, eigentlich von der Bedeutung Gefecht war ein taktischer Sieg der französischen über britisch-alliierte Truppen im Siebenjährigen Krieg bei Kamperbruch. Die Alliierten wurden entscheidend geschlagen.

Vorgeschichte

Im Herbst 1760 suchte der alliierte Oberbefehlshaber Ferdinand von Braunschweig eine Bedrohung Kur-Hannovers durch französische Truppen zu verhindern. Er zog 20.000 Mann zusammen, um die Franzosen nach Westen zu drängen. Der französische Befehlshaber der preußischen Festung Wesel bereitete seine Verteidigung vor, in dem er an der Lippe-Mündung die Rhein-Brücke nieder brennen ließ. Generalleutnant Charles Eugène Gabriel de La Croix, Marquis de Castries eilte unterdessen mit zusätzlichen Kräften heran, um die Weseler Garnison zu schützen.

Ferdinand von Braunschweig begann die Belagerung von Wesel durch den Bau von zwei Ponton-Brücken über den Rhein. Schließlich traf er auf Castries Armee in der Nähe von Kloster Kamp westlich des Flusses.

Generalmajor George Augustus Eliott kommandierte die Avantgarde, bestehend aus zwei Eskadrons preußischer Husaren, den 1. königlich britischen Dragonern, den 6. Inniskilling Dragonern, dem 87. Regiment zu Fuß (Keith's Highlanders) und dem 88. Regiment zu Fuß (Highland Volunteers). Die Hauptkräfte umfassten 2 Bataillone Grenadiere, das 20. Regiment zu Fuß, die 23. Königlich Waliser Füsiliere, das 25. Regiment zu Fuß (King's Own Scottish Borderers), zwei kurhannoversche Bataillione und zwei hessen-kasselsche Bataillone.

Hinter der Hauptarmee war eine Kavallerieeinheit, die 10. Dragoner and 10 Eskadrons kurhannoverscher und hessen-kasselscher Kavallerie. Eine Reservertruppe des 11. Regiments und des 33. Regiments sowie das 51. Regiment und 5 hessen-kasselsche Bataillone lagen einige Meilen hinter dem Hauptteil der Armee.

Schlacht

Die Schlacht begann in der Nacht, als die alliierte Vorhut französische Truppen aus dem Kloster Kamp herausdrängte und eine Brücke über dem Kanal einnahm. Das Geschützfeuer der französischen Verteidiger alarmierte ihre Hauptarmee. Der Morgen brach an, als die alliierten Fußregimenter eingriffen. Die schottischen Highlander-Regimenter schafften es, die Flanke der französischen Armee zu umgehen und sie zurückzudrängen.

Der Marquis von Castries brachte nun neue Truppen in das Gefecht und gemeinsam mit den zurückgedrängten Einheiten begann er eine Konteroffensive gegen die alliierten Fußtruppen. Sie konnten die alliierten Truppen wieder über den Kanal zurückdrängen. Auch wenn die alliierten Reserveeinheiten herannahten, waren sie doch zu weit entfernt, um den französischen Angriff zu stoppen.

Am westlichen Kanalende konnte Eliott mit drei britischen Kavallerie-Regimentern den französischen Vormarsch unterbrechen, was den Fußtruppen erlaubte, das Nordufer wieder zu gewinnen. Die Reserve erwirkte eine Pufferzone, die den zurückgedrängten Truppen den Übergang über den Rhein ermöglichen sollte. Allerdings war die Pontonbrücke inzwischen unbrauchbar geworden, so dass es zweier Tage bedurfte, dass die Truppen über den Rhein setzen konnten. Zum Glück für die Alliierten setzten die Franzosen nicht konsequent nach. Die Alliierten konnten sich so vollständig retten.


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31.07.2009 10:16
#28 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Torgau

Die Schlacht bei Torgau war am 3. November 1760 die letzte große Schlacht des Siebenjährigen Krieges.

Sachsen war von der Reichsarmee besetzt. Die Österreicher unter Feldmarschall Leopold Joseph Daun wollten bei Torgau Anschluss an die Reichsarmee finden. Daun hatte sich auf den Süptitzer Höhen mit ca. 33.000 Mann und ca. 400 Kanonen festgesetzt. Der Ort war gut gewählt. Waldungen, Verhaue, Gräben, Teiche und Moräste machten jeden Angriff schwierig und verlustreich.

Friedrich II. brauchte aber Sachsen als Drehscheibe für den Nachschub und als Winterquartier für seine Armee. Friedrich II. versuchte hier eine neue Taktik. Um seinen Plan durchführen zu können, teilte er seine Truppen auf. Er führte drei Korps durch die Wälder, um die Höhe zu umgehen und von Norden die Österreicher anzugreifen.

Währenddessen marschierte Hans Joachim von Zieten mit dem 4. Korps auf den Süden der Höhe zu. Der Angriff der Truppen vom Norden und vom Süden sollte gleichzeitig beginnen.

Zieten griff zu früh an und stieß auf das Kavalleriekorps St. Ignons, welches gefangen genommen wurde. Dieser frühe Angriff wäre fast zur Katastrophe geworden. Friedrich griff jetzt auch die Höhe an, obwohl der größte Teil seiner Korps noch nicht angekommen war.

Als die Kavallerie endlich eingriff, wurde sie von den Österreichern zurückgeworfen. Der zweite Angriff war erfolgreicher. Die österreichische Infanterie wurde auseinandergesprengt. Die österreichischen Reiterei machte den Erfolg aber wieder zunichte.

Inzwischen versuchte Friedrich II. von Norden her mit zehn Bataillonen einen Angriff, der blutig endete. Das Kanonenfeuer von 400 österreichischen Kanonen verursachte innerhalb einer Stunde den Verlust von 5.000 preußischen Grenadieren.

Nach dem Eintreffen der Hauptkolonne griff Friedrich ein zweites Mal vergebens an. Daun setzte jetzt seine Kavallerie ein, die die Preußen in die Wälder zurücktrieb.

Zwischenzeitlich war Daun am Fuß verwundet worden und ließ sich in Torgau behandeln. Das Kommando der kaiserlichen Armee wurde von General Adolf von Buccow übernommen. Friedrich II., dem zwei Pferde unter dem Leib weggeschossen worden waren, war ebenfalls verwundet und glaubte, da er keine Nachricht von Zietens Kampfhandlungen erhielt, die Schlacht verloren. Daun sandte durch seinen Generaladjutanten von Rothschütz eine voreilige Siegesdepesche an Kaiserin Maria Theresia nach Wien.

Aber in der Dämmerung wendete sich das Blatt. Zietens Kolonne eroberte um 18 Uhr die große Batterie der Österreicher. Zieten ließ die Kanonen wenden und beschoss die Österreicher. Zwei Versuche, die Kanonen zurückzuerobern, scheiterten.

Der Sieg der Preußen stand gegen 21 Uhr fest. Aber es war ein teurer Sieg. Mit 16.751 Mann verloren die Preußen fast 40 % ihrer Armee, die Österreicher mit 15.200 Mann nur 31 %. Die Schlacht war die modernste und die blutigste Massenschlacht des 18. Jahrhunderts.

Der Torgauer Marsch erinnert an den Sieg.


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31.07.2009 11:28
#29 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Vellinghausen

Die Schlacht bei Vellinghausen war ein Gefecht des Siebenjährigen Krieges am 15./16. Juli 1761 zwischen den Alliierten und Frankreich.

Ausgangslage

Im Februar und März 1761 startete Herzog Ferdinand von Braunschweig überraschend eine Offensive gegen die französische Armee. Deren Oberkommando war durch diesen Vorstoß zunächst überrascht, erst im Sommer konnte man sich zu einer Gegenoffensive durchringen. Charles de Rohan, Prince de Soubise vereinte daher seine Truppen mit dem Korps Victor-François de Broglies. Mit dieser Streitmacht von 140.000 Soldaten, welche eine erhebliche Übermacht bildete zu den alliierten Truppen, wollten die Feldherren Herzog Ferdinand vernichtend schlagen. Dieser hatte sich mit seinen Truppen in einem festen Lager bei Vellinghausen eingerichtet.

Am 10. Juli unternahm Broglie zusammen mit seinem Bruder eine Erkundung der Stellungen Ferdinands, bei der er beinahe von einer preußisch-englischen Abteilung gefangen genommen worden wäre. Ein preußischer Husar konnte lediglich den Hut und das Fernrohr Broglies erbeuten.

Schlachtverlauf

Am Nachmittag des 15. Juli begann der französische Angriff. Broglies Truppen griffen von Osten her an, während Soubise zunächst nur weiter heranmarschierte und am nächsten Tag von Süden aus angreifen sollte. Das Gefecht zog sich am ersten Tag bis ca. 22.00 Uhr hin, bevor Dunkelheit und Erschöpfung der Kombattanten weitere Kampfhandlungen unmöglich machten. Herzog Ferdinands Armee war es im Verlauf des Gefechtes immer wieder gelungen, die Vorstöße der französischen Truppen zurückzuschlagen.

Mit Tagesanbruch des 16. Juli wurden die Gefechtshandlungen wieder aufgenommen. Broglie übernahm mit seinen Kräften den rechten Flügel und Soubise den linken. In Verlauf des Tages scheiterten die offensiven Bemühungen der Franzosen abermals. Nachdem die Truppen Herzog Ferdinands eine wichtige Anhöhe einnehmen konnten, lösten sich die französischen Truppen schließlich auf und zogen sich fluchtartig zurück. Aufgrund des Geländes konnte Ferdinands Kavallerie die Unordnung des französischen Rückzuges nicht ausnutzen, dies ersparte den französischen Kräften weitere und schwerere Verluste.

Die Franzosen büßten ca. 5.000 Mann, fünf Fahnen und neun Kanonen ein, die Verbündeten unter Herzog Ferdinand von Braunschweig beklagten ca. 300 Tote und 1.000 Verwundete.

Auswirkungen

Die Schuld an der Niederlage schoben sich Victor-François de Broglie und Charles de Rohan, Prince de Soubise gegenseitig zu. Die abermals auftretende Uneinigkeit der französischen Führung verhinderte weitere Operationen für den Rest des Jahres.

Bericht eines Teilnehmers

Nachstehender Bericht stammt aus der Feder des Oberst Ernst-Christoph von Heinemann (18. Mai 1734 – 27. Dezember 1785), seinerzeit Kommandeur des herzoglich-braunschweigischen Artilleriecorps.

Aktion bei Wellinghausen (Vellinghausen a.d.Lippe), den 15 ten und 16 ten Juli 1761

Das Korps des Gen.Lieut. Granby (hannover-u braunschweigische Truppen) kampierte auf der Anhöh bei Süd-Denkeren (Süd-Dinker); der rechte Flügel stieß an obengenannten Ort und der linke nach Wellinghausen, doch so, daß dieses Wellinghausen hinter dem linken Flügel lag. Die Fronte war mit couchirtem (unübersichtlichem) Terrain, als Büschen und Gruben und dem Fluße Aes (Ahse, linker Zufluss der Lippe), welcher mit den hessischen Jägern besetzt war, gedecket. Am linken Flügel auf dem Anger nach Heintrop standen die Husaren und noch weiter links ein Bataillon von Penz aus der Legion Britanique. Unsere Commandos und piqueter (von pique = Lanzen, franz. Militärsprache = Vorposten) standen dicht hinter denen Husaren postiret. Den 12 ten Juli des Nachmittags um 4 Uhr repoussirten (jmd. zurückdrängen) die Feinde unsere leichten Truppen und waren bereits bis an unsere piqueter avancieret und charmuzirten (vorrücken und scharmützeln/plänkeln) hiermit. Es wurde im Lager gleich Lärm und Alles setzete sich unters Gewehr; ein Bergschottisches Bataitillon, so den linken Flügel ausmachte, mußte sogleich zum soutiens (Verstärkung) der piqueter nebst 2 Canons von uns auf unserer Flanque sich aufschließen und formiren; wir thaten einige Canon-Schüsse unter die Feinde, worauf sich selbige sogleich wieder zurückzogen; doch hatten die Bergschotten auch 1 Capitain und 30 Mann dabei verloren.

Am 13 ten und 14 ten war und blieb Alles sehr ruhig. Den 15 ten July um 3 Uhr nachmittags aber kam auf einmahl das Lermen. Der Feind rückte auf unseren linken Flügel an, wir erhielten daher Ordre, sogleich zum Ausrücken parat zu sein; es mußten auch 2 Stück 6- pfündige Canons nach dem linken Flügel fahren, es wurde aber sogleich alles wieder ruhig und die Canons kehrten nach ihrem parc wieder zurück[1]. Um 5 Uhr aber, da Alles in Ruhe, hörten wir auf einmahl hinter unserem linken Flügel ein heftiges kleines Feuer (Gewehr-Schießen), so uns ganz nahe und bereits bei den piquetern war. Alles lief hierauf sogleich zu Gewehr und setzten uns in Marsch, um uns auf unserer Flanque auf der Anhöhe hinter den Busch zu formiren und zu postiren. Wir waren aber kaum auf diesem Platz angelangt und die Regiments-Canons postiret, so hatten wir auch schon ganz nahe vor uns, etwa 500 Schritt, 1 feindliches Bataillon gehabt aufmarchiret – und wenige Canon-Schüsse hatten wir getan, so erhielten wir schon die feindliche Canonade, ohngeachtet wir fleißig feyerten und die Munition meistens verschossen, so wurden die Feinde uns doch gar baldt in der Anzahl der Canons als deren Größe überlegen und dies machete unseren großen Verlust, welcher unendlich grösser sein müssen, wenn wir nicht eine Anhöhe und sie aber einen Grund (Tal) gehabt, daß dadurch die mehrsten Kugeln über (uns) weggingen. Unter dieser Zeit wurde unser Lager durch Zurückgelassene abgebrochen und die Bagage sodann weggeschicket; dabei aber geschah es, daß die Canon Kugeln, so über uns wegpaßireten, unser Lager erreichten und daselbst noch Leute getödtet hatten. Die feindliche Infanterie zog sich immer rechts, um uns die linke Flanque abzugewinnen und das kleine Feuer fing an unserem linken Flügel bei der Legion Britanique bereits stark an. Wir hatten also etwa 1 ½ Stunden diesen Posten behauptet, so mußten wir uns etwas zurück von der Anhöhe nach dem Lager hinter dem Busch (Wald) ziehen und, da die Feinde sich mehr und mehr links zogen und allda durchbrechen wollten, so mußte unser Regiment links in`s Holtz, um die Feinde allda abzuhalten oder zu delogieren (zu vertreiben). Das kleine Musquetenfeuer ging daselbst auf das entsetzlichste an und dauerte auch bis zur Dunkelheit der Nacht; fast alle Munition hatte die Infanterie verschossen und war auch nicht capable (fähig) gewesen, die Feinde wieder aus dem Holtze zu delogiren. Das Regiment hatte sich also aus dem Holze heraus auf ein Camp gezogen, davor herdurch ein kleiner hohler Weg ging. Der linke Flügel stand an Wellinghausen, welches Schloß mit 100 Mann besetzt war. Auf der anderen Seite von Wellinghausen standen die Bergschotten und Legion Britanique. In dieser Stellung blieben wir durch die Nacht, welche durch ihre Dunkelheit nur allein eine Pause im Feuern machte. Das Wutgenauische Corps stieß die Nacht an unseren linken Flügel, um die große Straße nach Hamm zu vertheidigen, wo auch die Nacht durch immer gefeuert wurde und wo die Feinde am heftigsten anrückten.

In dieser Nacht nun waren die Feinde bis auf die Anhöhe, die wir verlassen, vorgerückt, hatten daselbst schwere Canons placiret und wie der Tag des 16 ten July nur etwas an zu grauen fing, so erhielten wir daher die heftigste Canonade und da dies recht auf unsrer Flanque war, so hatten wir das heftigste Canon und Cartätschenfeuer en flanque.Von dem Regiment würde ohne Zweifel wenig überblieben sein, wenn man sich nicht des Vortheils der Situation bedient und sich in den kleinen hohlen Weg, so nur einige Schritte vor der fronte war, gelegt hätte. En fronte brachte uns der Feind auf 350 Schritte nahe 10 Pfund und 16 Pfund-Canons, womit er uns trefflich fassen und föllig zu Grunde richten konnte, es aber nicht so sehr that, weil wir ihm ziemlich verdeckt standen. Wir behaupteten also unseren Platz immer noch. Das kleine Feuer fing hierauf links hinter Wellinghausen bei dem Wutgenauischen Corps immer stärker an und wurde daselbst unsererseits durch die heftigste Canonade unterstützet. Der Feinde ihre Hauptabsicht war also,auf diesem Weg nach Hamm durchzudringen und uns von der Lippe zu coupiren (abzuschneiden); Sie macheten daher die heftigsten attaquen daselbst hintereinander und ließen ein Regiment hinter einem anderen vor uns vorbei dahin marchiren, welchen wir dann auch nichts aus unseren Canons schenketen, also daß unsere Regiments-Canons alle Kugeln verschossen hatten. Das Feuer continuirte (dauerte an) also auf das heftigste bis etwa 8 Uhr, da das Corps des Generallietenants von Spörken noch zu unserem Flügel ankam und der General Braun mit einer Brigade Artillerie dem Feinde auf das heftigste zusetzte, daß wir dem Feind also überlegen wurden.

Der Durchlauchtigste Prinz Friedrich (von Braunschweig) brachte dann endlich mit dero Regiment und anderen Regimentern vom Wutgenauischen Corps den Feind zum Weichen durch dero muthiges Vorrücken. Die Feinde haben in der Gegend durch das Artillerie-und das kleine Feuer terrible verloren. Die Feinde mußten auf 300 Schritt ihre retraite (Rückzug) vor uns vorbei nehmen und wir säumeten nicht, diesen aus unseren Regiments-Canons mit Cartätschen und wieder erhaltenen Kugeln den Vorbei-Pass recht heiß zu machen, folgten auch mit dem Regiment sogleich nach. Sie lieffen aber so entsetzlich, daß nur Cavallerie sie hätte einholen können, wenn solche so nahe gewesen und in den Büschen etwas hätte ausrichten können, Die Feinde wurden also bis auf 1 starke Stunde nach Höltrop (Hultrop) durch das ganze Corps verfolgt, ein ganzes französisches Regiment wurde durch die englischen Grenadiere coupiret (abgeschnitten) und gefangen gemacht und wir bekamen 2 Canons, so die Feinde auf der Retraite verlassen. Die Defilees (Engstellen, militärisch gesehen also gut zu verteidigende Stellen im Gelände) hinter Höltrup, so die Feinde besetzet hatten, hinderten wohl, ihn weiter zu verfolgen und wir marschiereten also um 1 Uhr Mittags wieder nach dem vor der Affaire gehabten Lager zurück.



* Plan der Schlacht bei Vellinghausen zwischen den Alliierten und den Franzosen


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Albrecht von Wallenstein Offline




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31.07.2009 11:29
#30 RE: Siebenjähriger Krieg Antworten

Schlacht bei Burkersdorf

Bei der Schlacht bei Burkersdorf am 21. Juli 1762 im Siebenjährigen Krieg verstand es Friedrich II., die russischen Truppen unter General Sachar Tschernyschew in die Schlachtaufstellung einzubinden und so die österreichischen Truppen zu täuschen. Die erst am 30. Juni mit Preußen verbündeten russischen Truppen, sollten sich nach dem Sturz von Zar Peter III. aus allen Gefechten heraushalten. Friedrich II. konnte aber Tschernyschew wohl mit Bestechung und mit dem Hinweis, er müsse noch für ihren Nachschub sorgen, überzeugen zu bleiben.[1] Der österreichische Oberbefehlshaber Feldmarschall Leopold Joseph Graf von Daun erkannte die Zuschauerrolle der Russen nicht und schwächte dadurch seine Kampfkraft.

Friedrich baute heimlich in der Nacht zum 21. vor den von den Österreichern besetzten Anhöhen eine große Batterie auf. Gleichzeitig formierte sich die preußische Armee in Schlachtordnung um am frühen Morgen anzugreifen. Das Hauptziel der ersten Kanonade war die österreichische Kavallerie. Diese ergriff die Flucht und überrannte das eigene Fußvolk und riss es mit in die Flucht.

Die preußische Infanterie rückte sofort nach, eroberte die Stellungen und erbeutete mehrere Kanonen. Die Österreicher sahen sich zum Abzug genötigt und verloren die Schlacht mit mehr als 1.000 Gefallenen und 2.000 Gefangenen.

Im Ergebnis der „Schlacht bei Burkersdorf“ folgte die preußische Rückeroberung des niederschlesischen Schweidnitz, der früheren Hauptstadt eines selbstständigen Herzogtums.

Die Kämpfe waren für die Entwicklung der Lineartaktik bedeutungsvoll, weil die preußische Armee auch hier, wie schon bei Krefeld und Torgau von der geschlossenen Formation abging, und jeweils in drei großen Kolonnen angriff.

Burkersdorf, ein Dorf im ehemaligen preußischen Regierungsbezirk Breslau, heißt heute Burkatów und liegt in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien.


Quelle:
Wikipedia

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