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 Stehende Heere der Frühen Neuzeit
Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

20.07.2009 19:43
RE: Geschichte der British Army bis 1803 antworten

Geschichte der British Army bis 1803



Die Geschichte der British Army spannt sich über drei Jahrhunderte und zahlreiche europäische, koloniale und globale Kriege. Obwohl sich diese Dominanz vor allem auf die Stärke der britischen Seestreitkräfte, der Royal Navy, begründete, spielte die British Army doch eine wichtige Rolle dabei.

In Friedenszeiten unterhielt Großbritannien generell nur eine kleine Landstreitkraft, die sich aus Freiwilligen zusammensetzte; nur in Kriegszeiten wurde sie um die benötigte Menge erweitert. Dies erklärt sich vor allem durch Großbritanniens traditionelle Rolle als Seemacht. Seit 1745 hatte die British Army nur eine kleine oder gar keine Rolle in der britischen Innenpolitik gespielt, und wurde, außer in Irland, selten für interne Konflikte eingesetzt.

Entstehung (1661–1774)

Vor dem Englischen Bürgerkrieg 1642, gab es kein stehendes Heer in England oder Schottland. Die Truppen wurden vom König erhoben falls er sie benötigte; eine Entwicklung aus dem Lehnswesen, in welchem ein Adliger verpflichtet war, gegebenenfalls eine gewisse Anzahl von Rittern, Landsknechten und Bauern auszuheben und dem König zu unterstellen. Während des Bürgerkrieges sollte sich diese Praxis jedoch als fatal erweisen, da es Oliver Cromwell gelang, viele Soldaten für das Parlamentsheer zu gewinnen. Nach dem Bürgerkrieg und der Einführung der Republik, übernahm das Parlament die Kontrolle über das Militär. Die ersten Regimenter der Armee basierten auf Oliver Cromwells New Model Army. König Karl der Zweite sah nach seiner Einsetzung ein geschlossenes, beständiges und einheitliches Heer unter sich und stellte weitere Regimenter in den Dienst der Krone. Am 26. Januar 1661 unterzeichnete Karl II. die offizielle Gründungsurkunde der British Army.

1689 begrenzte das Parlament den Einfluss des Monarchen auf das Militär. Es lehnte ein stehendes Heer in Friedenszeiten ab, da es dem Monarchen auch als innenpolitisches Machtinstrument dienen könnte. Durch die Bill of Rights 1689 durfte ein stehendes Heer nur mit Zustimmung des Parlaments existieren. Bis heute muss das Parlament jährlich das Bestehen des Heeres genehmigen, wobei es sich inzwischen aber um einen rein formalen Akt handelt. Forderungen, dem Monarchen die Kontrolle über die Armee komplett zu entziehen, konnten nicht durchgesetzt werden, so dass er bis heute der alleinige Oberbefehlshaber der British Army ist. Der letzte König, der seine Truppen in die Schlacht führte, war George der Zweite in der Schlacht von Dettingen.

Die Einheiten wurden ursprünglich nach ihren Colonels benannt, so zum Beispiel Sir John Mordaunt's Regiment of Foot, aber 1751 wurde ein Nummernsystem eingeführt, bei der jedes Regiment eine Nummer erhielt, die dem Rang des Kommandantanen in der britischen Gesellschaft entsprach. So wurde aus John Mordaunts Regiment das 47th Regiment of Foot. Zwischen 1661 und 1774 wurde die British Army stetig vergrößert, während den vielen Kriegen gegen ihre europäischen Rivalen an denen sie teilnahmen, so zum Beispiel der Siebenjährige Krieg (1755–1763), einer der ersten Kriege den man als Weltkrieg bezeichnen könnte. Während diesem Krieg fand eine der wichtigsten Eroberungen der British Army statt, die Einnahme von Québec.


Schlacht bei Québec, 1759

Amerikanische Revolution und Koalitionskriege

Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg begann 1775, als die 13 nordamerikanischen Kolonien gegen die wirtschaftliche Fremdbestimmung durch das britische Mutterland aufbegehrten. In den 13 Kolonien gab es damals aber auch viele Amerikaner, die für einen Verbleib im Vereinigten Königreich, teilweise auch bewaffnet, eintraten. Sie wurden als Loyalisten bezeichnet. Zwischen 1776 und 1778 wurden fünf amerikanische Regimenter zur British Army hinzugefügt, bekannt als das sogenannte American Establishment. Neben den Anglo-Amerikanern dienten auch viele Indianerstämme unter britischen Kommando, wenngleich diese nicht regulär in die Armee eingebunden wurden. Ebenso zahlreich waren auch deutsche Söldner aus Braunschweig und Hessen in der British Army vertreten.

Nachdem den amerikanischen Truppen und ihren französischen Verbündeten im Oktober 1781 mit der erfolgreichen Belagerung von Yorktown der entscheidende Schlag gelingt, endet der Krieg. Viele Loyalisten waren gezwungen, nach Kanada zu fliehen, wo etliche danach in der British Army Dienst leisteten. Dennoch, von den vielen Einheiten, die von der Army während des Krieges aufgestellt wurden, um den schnellen Ersatz von Garnisonen sichern zu können, wurden alle bis auf drei Regimenter unmittelbar nach dem Krieg aus dem Dienst entlassen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann die British Army neue Technologien und Taktiken in ihre Reihen aufzunehmen. Die wohl wichtigste Erneuerung war die Einführung von Gewehren mit spiralförmig geriffeltem Lauf, die gegenüber der Muskete mit ihrem glatten Lauf eine höhere Treffsicherheit und stärkere Durchschlagskraft aufwiesen, sowie die Bildung ganzer Regimenter aus Leichter Infanterie und Scharfschützen, die sogenannten Riflemen. Diese Erneuerung gab der British Army die Möglichkeit, beweglicher und schneller zu agieren, als dies im damals üblichen Formationskrieg der Fall war. Die ersten Leichtinfanterie-Regimente waren das 43rd und das 53rd Foot im Jahre 1803, die aber noch mit Musketen bewaffnet waren. Bereits drei Jahre zuvor stellte man das erste Scharfschützenregiment zur Probe auf, das sogenannte Experimental Corps of Riflemen, das im Jahre 1802 als 95th Regiment of Foot in die Armee eingeführt wurde. Es war komplett mit dem Baker Rifle bewaffnet und hob sich von anderen Regimenten durch die grüne Farbe seiner Uniformen ab, dem sogenannten rifle green. Dieses Regiment wurde sehr oft eingesetzt; vor allem während des spanischen Unabhängigkeitskrieges in gebirgigen Regionen.


Quelle:
Wikipedia

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