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 2.Weltkrieg
Gaius Julius Caesar Offline



Beiträge: 290

19.07.2009 00:42
RE: Finnisch-Sowjetischer Winterkrieg antworten

Finnisch-Sowjetischer Winterkrieg

Finnisch-Sowjetischer Winterkrieg, Krieg zwischen Finnland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) 1939 und 1940 zu Beginn des 2. Weltkrieges. Die UdSSR hatte Finnland ultimativ zu Verhandlungen über eine Veränderung des Grenzverlaufs im Gebiet von Leningrad (heute Sankt Petersburg) zugunsten der UdSSR aufgefordert. Finnland lehnte ab, und am 30. November 1939 brach der Krieg aus, der bis zum 12. März 1940 dauerte.

Der sowjetische Angriff

Am 30. November, nach dem Abbruch aller diplomatischen Beziehungen zu Finnland und nach angeblichen Grenzverletzungen seitens Finnland, griff die UdSSR Finnland ohne Kriegserklärung an. Die sowjetische Luftwaffe bombardierte Helsinki und andere Städte, die sowjetische Flotte beschoss finnische Häfen, und die Rote Armee überschritt die Grenze. Die UdSSR setzten etwa 20 Divisionen an der 1 537 Kilometer langen Grenze ein. Finnlands stehendes Heer bestand bei Kriegsbeginn aus drei Infanteriedivisionen, einer Kavalleriebrigade, einer Panzerkompanie und Reservisten unter General Carl Gustaf Freiherr von Mannerheim. Die erste Offensive der Roten Armee erfolgte gegen eine Linie von Befestigungsanlagen und Bunkern, die so genannte Mannerheim-Linie, auf der Karelischen Landenge. Die Finnen hielten die Linie. Vier sowjetische Truppenverbände stießen Anfang Dezember nördlich der Mannerheim-Linie vor, aber bereits im Januar konnten die Finnen dank der Beweglichkeit ihrer Skitruppen und begünstigt durch die große Kälte die Nachschub- und Nachrichtenverbindungen der Roten Armee abschneiden und deren Vorauskolonnen zum Rückzug zwingen. An einigen Stellen konnten sie die Russen sogar über die Grenzen zurückdrängen.

Die finnischen Erfolge gegen die Rote Armee setzten sich fort: Die Finnen vernichteten eine sowjetische Division und eine Panzerbrigade sowie Teile weiterer Divisionen der Roten Armee. Aufgrund dieser Niederlagen wurde die sowjetische Militärführung umgebildet; Marschall Semjon Konstantinowitsch Timoschenko übernahm das Kommando über alle sowjetischen Operationen gegen Finnland, und sogleich änderte sich der Charakter des Krieges: Timoschenko zog etwa 300 000 Mann gegen die Mannerheim-Linie zusammen und unterstützte die Offensive durch Artillerie und aus der Luft.

Der Zusammenbruch der finnischen Verteidigung

Vom 1. bis 10. Februar 1940 lagen die Befestigungen an der Mannerheim-Linie unter heftigem Artilleriebeschuss mit bis zu 300 000 Granaten am Tag. Am 14. Februar führten die sowjetischen Truppen einen schweren Angriff gegen Summa und nahmen die Stadt am 16. Februar ein. Am 23. Februar stießen sie fast bis Wyborg vor, der wichtigsten Stadt an der Westflanke der Mannerheim-Linie. Die Finnen wichen nur langsam zurück, doch am 11. März drangen Vorausabteilungen der Roten Armee in die Stadt ein. Am 12. März 1940 endeten die Kampfhandlungen mit einem Friedensschluss.

Ergebnisse des Krieges

Die Friedensbedingungen, die Finnland von der UdSSR auferlegt wurden, zwangen die Finnen zur Aufgabe eines Gebiets von 41 888 Quadratkilometern, u. a. der Karelischen Landenge mit der Stadt Wyborg, der Bucht von Wyborg und deren Inseln, der West- und Nordufer des Ladogasees mit den Städten Käkisalmi (heute Priosersk), Sortavala und Suoyarvi. Außerdem mussten die Finnen noch weitere Zugeständnisse machen, u. a. der Verpachtung der Halbinsel Hanko (Hangö) und benachbarter Inseln zur Einrichtung einer sowjetischen Militärbasis zustimmen, den ungehinderten Transit von sowjetischen Staatsangehörigen und Waren durch die Provinz Petsamo (heute Petchenga) garantieren und die finnischen Streitkräfte reduzieren. Der Vertrag war für die Finnen das Ende der ersten Phase des 2. Weltkrieges. Laut einem offiziellen finnischen Kommuniqué beliefen sich die finnischen Opfer auf insgesamt 19 263 Gefallene und 43 500 Verwundete. Die sowjetischen Schätzungen der finnischen Verluste waren erheblich höher.

Die zweite Phase des 2. Weltkrieges begann für Finnland ein Jahr später. Im Juni 1941 stellte sich Finnland in der Hoffnung, die verlorenen Gebiete zurückzugewinnen, auf die Seite Deutschlands. 1944, als sich Deutschlands Niederlage bereits abzeichnete, bat Finnland die UdSSR um Frieden. In ihren Friedensbedingungen forderte die UdSSR u. a. fast 300 Millionen US-Dollar Kriegsentschädigung von Finnland.


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