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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 422 mal aufgerufen
 das geteilte Deutschland
Ernesto Offline




Beiträge: 42

01.10.2010 11:53
RE: Die deutschen Farben Antworten

Sowohl die 1949 gegründete BRD als auch die DDR führten bis 1959 die schwarz-rot-goldene Fahne.

Meine Frage :

Wer legte diese Farben in den jeweiligen Zonen fest und worauf fußte dieses,dann dochzunächst, gemeinsame Entscheidung ?


Ernesto

„Wer einen Staat schützen will, muß ihn verteidigungswürdig machen. Die Bürger leben und sterben ungern für ein Fragezeichen.“
André Malraux

Centurio Classicus Offline




Beiträge: 6.850

01.10.2010 16:45
#2 RE: Die deutschen Farben Antworten

Die spätere Flagge der DDR wurde bereits in der Russischen Besatzungszone bereits am 18.05.1948 angenommen. Sie zeigte damals nur drei horizontale Streifen in Schwarz, Rot und Gold, also ohne Wappen. Sie sollte für das ganze Deutschland stehen und eine Neuauflage der deutschen Flagge von 1848 und 1919 sein.
In der Westlichen Besatzungszone wurde die gleiche Flagge am 23.05.1949 offiziell eingeführt. Auch sie sollte sollte für das ganze Deutschland stehen und eine Neuauflage der deutschen Flagge von 1848 und 1919 sein. Bei der Gründung der BRD wurde sie am 07.09.1949 als Flagge der BRD übernommen.
Nach der Gründung der DDR am 07.10.1949 wurde die in der Russischen Besatzungszone am 18.05.1948 angenommene Flagge ebenfalls beibehalten, so dass die DDR in der Russischen Besatzungszone die gleiche Flagge hatte wie die BRD in der Westlichen Besatzungszone.
Mit der sich abzeichnenden endgültigen Trennung der beiden deutschen Staaten musste eine besser unterscheidbare Symbolik geschaffen werden. Darum wurde am 01.10.1952 das Wappen der DDR eingeführt. Das Wappen stand für die Einheit derer, die in Industrie (Hammer), Wissenschaft (Zirkel) und Landwirtschaft (Ährenkranz) tätig sind. Per Gesetz vom 01.10.1959 wurde das Wappen in der Mitte der Flagge eingefügt.
Von 1959 bis 1973 hatte die DDR auch eine eigene Handelsflagge. Diese führte das Wappen in der Oberecke. Mehr als einmal war die Flagge aber "rein zufällig vom Seewind" mehrmals um die Flaggenleine gewickelt worden, das Emblem der DDR war nicht mehr zu erkennen, und die Flagge war nicht mehr von der der Bundesrepublik Deutschland zu unterscheiden. Das gefiel einigen Herren überhaupt nicht .... Die Flaggen der DDR wurden mit der Wiedervereinigung Deutschlands am 03.10.1990 abgeschafft.

Die Farbkombination Schwarz, Rot und Gold geht weit in die Geschichte des Deutschen Reiches zurück. Das Wappen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zeigte einen schwarzen Adler auf goldenem Grund, dessen Fänge und Schnabel ab dem 13./14. Jahrhundert rot eingefärbt wurden. Ältestes Zeugnis dafür ist die um 1300 geschaffene "Heidelberger Liederhandschrift Manesse".
Bereits im Jahre 1184, auf dem Hoftag zu Mainz, sollen die Farben Schwarz, Rot und Gold als die "Deutschen Farben" bezeichnet worden sein.
Als der Staufer Friedrich I. "Barbarossa" im Jahre 1152 in Frankfurt zum Deutschen König gekrönt wurde, soll der Weg zum Ort der Krönung auf Wunsch der Staufer mit einem eigens dafür angefertigten Teppich in Schwarz, Rot und Gold ausgelegt worden sein. Nach der Krönung soll der Teppich in kleine Teile zerschnitten und als Andenken im Volk verteilt worden sein.
Im Jahre 1212 krönte Erzbischof Siegfried III. von Epstein im Dom zu Mainz den Staufer Friedrich II. zum Deutschen König. Dabei trug Friedrich einen Krönungsmantel in den Farben Rot, Schwarz und Gold. Dieser Mantel wurde für die meisten Krönungen der Deutschen Könige und Kaiser bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (1806) verwendet.
Im Deutschen Bauernkrieg, einer antifeudalen Erhebung in den Jahren 1524/1525, versammelte sich in der Landgrafschaft Stühlingen im Schwarzwald eine Schaar von 800 Bauern zum Kampf unter eine Fahne in den Farben Schwarz, Rot und Gold.
In den Freiheitskriegen gegen Napoléon gründete Ludwig Adolf Wilhelm Freiherr von Lützow (1782–1834), ein preußischer Offizier im Range eines Majors, im Februar 1813 das Lützowsche Freikorps, auch "Lützower Jäger" oder "Schwarze Schar" genannt. Diese militärische Einheit wurde aus nichtpreußischen Freiwilligen rekrutiert, bestand also aus freiwilligen Kämpfern aus vielen deutschen Staaten, und galt somit als Avantgarde eines national inspirierten Volksheers. Leider waren dieser Truppe keine militärischen Erfolge vergönnt. Karl-Theodor Körner (1791–1813) feierte das Korps jedoch in seinem Gedicht "Lützows wilde, verwegene Jagd", und machte ihre schwarze Uniform mit den roten Aufschlägen und goldenen Knöpfen, mit den schwarzen Mützen und der schwarz - rot - goldenen Kokarde darauf, sehr populär.
Später trugen in der thüringischen Stadt Jena viele ehemalige Lützower ihre Waffenröcke als studentische Bundeskleidung ihrer Burschenschaft. Die Burschenschaft benötigte eine Flagge, und so schuf Amalia Nitsche im Jahre 1816 eine Flagge, welche, von der Kleidung der Studenten inspiriert, erstmals die Farben Schwarz, Rot und Gold zeigte. Die Flagge zeigte drei waagerechte Streifen in den Farben Rot, Schwarz und Rot, und der schwarze Mittelstreifen trug ein goldenes Eichenlaub. Die Farben Schwarz, Rot und Gold gingen allmählich über die studentische Verbreitung hinaus und standen in ganz Deutschland für nationale und republikanische Kreise, welche die deutsche Kleinstaaterei und ihre Monarchien überwinden wollten. Beim noch von Studenten geprägten Wartburgfest im Jahre 1817 (durchgeführt zur Erinnerung an die Reformation und die Völkerschlacht bei Leipzig) und beim Hambacher Fest im Jahre 1832, welches nun schon von breiten Kreisen der Bevölkerung getragen wurde, wurden erstmals schwarz - rot - goldene Flaggen gezeigt, jedoch in unterschiedlichen Anordnungen der Streifen.
Als es im Jahre 1848 in Deutschland zur bürgerlichen Revolution kam, wurde die waagerecht gestreifte schwarz - rot - goldene Flagge von der Frankfurter Nationalversammlung als deutsche Nationalflagge angenommen, und ebenfalls von vielen Staaten des Deutschen Bundes anerkannt und als eigene Staatsflagge übernommen. Nach dem Scheitern der Revolution und der Auflösung der Nationalversammlung wurde die Flagge im Jahre 1850 als gesamtdeutsches Symbol vom preußischen König verboten, obwohl sie noch 1864 im deutsch-dänischen Krieg auf österreichischer Seite zum Einsatz kam.
Die Initiativen zur Einigung des Reiches gingen seit dem Sieg Preußens im preußisch-österreichischen Krieg (1866), auch Bruderkrieg genannt, von Preußen aus, so dass der Norddeutsche Bund, und später auch das Deutsche Reich keine schwarz - rot - goldene, sondern eine schwarz - weiß - rote Flagge führte. Erst nach der erfolgreichen bürgerlichen Revolution des Jahres 1918 kam die schwarz - rot - goldene Flagge wieder zu Ehren, und wurde am 11.08.1919 als Nationalflagge des Deutschen Reiches eingeführt. Am 13.03.1933 wurde die schwarz - rot - goldene Flagge durch die Nationalsozialisten wieder abgeschafft.

aus http://www.flaggenlexikon.de/

"Libenter homines id, quod volunt, credunt."
Die Menschen glauben gerne das, was sie wollen.

Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler.
(Ingeborg Bachmann)

Ernesto Offline




Beiträge: 42

02.10.2010 21:31
#3 RE: Die deutschen Farben Antworten

Zitat
Gepostet von Centurio Classicus
[b]Die spätere Flagge der DDR wurde bereits in der Russischen Besatzungszone bereits am 18.05.1948 angenommen.



Schon mal besten Dank für die Antwort.Was viele nicht wissen, zunächst setzte die sowjetische Regierung auf die Nationalfarben schwarz-weiß-rot.Diese wurden in den Farben der Armbinden des Nationalkomintees Freies Deutschland getragen. NkFD

Ernesto

„Wer einen Staat schützen will, muß ihn verteidigungswürdig machen. Die Bürger leben und sterben ungern für ein Fragezeichen.“
André Malraux

Gaius Julius Caesar Offline



Beiträge: 290

02.10.2010 22:46
#4 RE: Die deutschen Farben Antworten

gut, dann gehör ich zu den vielen
wusste ich nicht


"Libenter homines id, quod volunt, credunt."
Die Menschen glauben gerne das, was sie wollen.

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