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Dieses Thema hat 13 Antworten
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Centurio Classicus Offline




Beiträge: 6.850

17.07.2009 23:22
RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Akropolis von Athen



Im Jahre 448 v.Chr. beauftragte Perikles den Baumeister Iktinos und den Bildhauer Phidias mit dem Weiterbau des Parthenon-Tempels, gedacht war es wohl als sein Beitrag zur antiken "Vollbeschäftigung" für Arbeitskräfte. 10 Jahre nach Beginn der Bauarbeiten erhob sich auf dem Kalksteinfelsen im Süden Athens einer der größten Tempel der Antike, der den Höhepunkt der griechischen Klassik markiert. Statt sich an der prächtigen Kultstätte für die Schutzgöttin der Stadt, Athena Parthenos, zu freuen, überhäuften die Zeitgenossen den Staatsmann mit Vorwürfen und nannten ihn einen verschwendungssüchtigen Baumeister, der seine Stadt wie eine Prostituierte herausputzt. Trotz aller Kritik war der Tempel für die nachfolgenden Generationen ein Symbol der geistigen, kulturellen und politischen Größe Athens.
Im Mittelalter wurde der Parthenon in eine Marienkirche umgewandelt, später war er Sitz der fränkischen Kreuzfahrer. Nach dem Osmaneneinfall ließ der Sultan im Erechtheion seinen Harem einquartieren, während der venezianischen Belagerung 1687 explodierte ein Pulvermagazin, das die Türken im Parthenon untergebracht hatten. Wann das mit Elfenbein, Gold und Juwelen geschmückte Standbild der Athene verschwand ist heute nicht mehr zu klären.
Zu Beginn des 19. Jhd. ließ Lord Elgin den Großteil der weltbe- rühmten Skulpturen aus den Giebelfeldern, sowie die Metopen entfernen. Durch Verkauf kamen sie 1816 ins britische Museum, wo sie noch heute zu bewundern sind. Seit einigen Jahrzehnten verwandelt der saure Regen über Athen die Marmorblöcke langsam in weichen Mörtel. In den 20er Jahren des 20. Jhd. eingesetzte Eisen- klammern sind mittlerweile so stark verrostet und geschwollen, daß die Steine an vielen Stellen Risse haben. Aus der Antike sind uns 3 Tempel erhalten geblieben: der Parthenon, das Erechtheion, der Niketempel und ein prachtvolles Torgebäude, die Propyläen. Die Phantasie läßt eine Epoche lebendig werden als Athens Einwohner über den "Heiligen Weg" (Iera Odos), anlässlich des alle 4 Jahre stattfindenden Panathenäen-Festes, zum Hauptplatz, der Agora, zogen. Durch das Beulé-Tor betraten die Besucher die geweihte Stätte, in deren Zentrum der einst bemalte Parthenon stand, 69,5 m lang und 30,5 m breit, mit einer äußeren Säulenhalle (das Peristyl) die die Cella umschloß. Das Peristyl bestand aus 46 Säulen, 17 waren an den Längs-, 8 an den Frontseiten sichtbar. Die Vorstellung das griechische Tempel weiß waren ist schlicht falsch, sie hatten eine bunte, ja eher kitschige Bemalung. Während im dafür vorgesehenen Kultareal Opfertiere geschlachtet wurden, ertönten von überall her die Schreie der Eulen, den geheiligten Tieren der Athene. Auf dem Ostgiebel war die Geburt der Athene zu sehen: Hephaistos spaltet mit einer Axt Zeus' Schädeldecke und die rüstungtragende Jungfrau entsteigt diesem.
Der Siegesgöttin geweiht ist der zierliche Tempel der Nike, die hier anders als sonst als "Nike Apteros" keine Flügel trägt, der Sieg sollte nicht aus Athen davon fliegen. Der während der Türkenzeit stark beschädigte Fries zeigt Kampfszenen zwischen Persern und Griechen und ist damit für hellenische Tempel unüblich, sonst wurden eher mythologische Szenen gezeigt. Das Erechtheion, geweiht der Athena Polias, ihrem Widersacher Poseidon, sowie den beiden mythischen Urkönigen Kekrops und Erechtheus, hebt sich durch den eleganten Baustil von den übrigen Gebäuden der Akropolis ab. Da es als Begräbnisstätte vorgesehen war, erhielt es einen Vorbau mit Karyatiden, Säulen in Mädchengestalt, als Stützen. Im Inneren befand sich das Holzstandbild der Athene und der legendäre Ölbaum, den Athene aus dem Felsen zauberte, um im Kampf für die Unabhängigkeit Athens ihren Gegner Poseidon zu überflügeln. Schneller als erwartet werden die Besucher wieder zurück in die Gegenwart geholt. Etliche Gebäude auf der Akropolis sind seit Jahren eingerüstet und die Restaurierungsarbeiten werden sich wohl noch Jahre hinziehen.



aus www.raetsel-der-menschheit.de

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Centurio Classicus Offline




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17.07.2009 23:23
#2 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Meteora-Klöster in Griechenland



Meteora bedeutet "in der Luft schwebend" und die Meteora-Klöster befinden sich auch tatsächlich fast im Himmel. Auf erstaunlich unzugänglichen Felsnadeln in bis zu 300 m Höhe, am Rande des Pindosgebirges in Thessalien gelegen, blicken sie weit über das Peneiostal in Zentralgriechenland.
Bis 1920 mußten Besucher sie auf gefährlichen und wackeligen Leitern erklettern, die bei Gefahr einfach eingeholt wurden. Die Leitern waren 30 m oder länger und wurden am Felsen befestigt oder man zog Besucher ganz einfach in Netzen nach oben. Die Felsnadeln bestehen aus Konglomeratsand- stein, der vor 60 Mio. Jahren den Grund des Meeres bildete, das Thessalien damals bedeckte. Versorgungsgüter werden noch immer in Netzen nach oben transportiert, doch die Klöster können heutzutage über lange in den Felsen gehauene Treppen oder Brücken erreicht werden. Viele Mönche haben die Klöster verlassen um sich ihre Abgeschiedenheit zu bewahren, so daß sie heute eher Museen als Klostergemeinschaften gleichen. Gott an entlegenen und öden Orten zu verehren ist seit jeher ein zentrales Element der christlichen Religion, wie man es auch in Kappadokien sieht.
Bereits im 5. Jhd. besiedelten religiöse Asketen die z.T. 550 m hohen Felsen. Felsvorsprünge und -spalten boten Schutz vor den Naturgewalten, die steil abfallenden Felswände hielten ungebetene Besucher fern. An Sonn- und Feiertagen versammelte man sich in einer schlichten Kapelle am Fuße des Felsens Doupiani. Gegen Ende des 12. Jhd. waren sie schließlich zu einer losen Gemeinschaft zusammengewachsen, die die Regeln der Einsiedelei respektierte. 1360 siedelte sich der Begründer des Hauptklosters "Gegalo Meteoron", der Mönch St. Athanasios vom Berg Athos, dort an. Die Legende erzählt, das er zum Standort des heutigen Klosters von einem Engel oder Adler empor getragen wurde.
Sein Schüler Joasaph, ein Sohn des serbischen Königs, hat das Kloster 30 - 40 Jahre später weiter ausgebaut. Im 15. und 16. Jhd., als die Türken Thessalien erobert hatten, entstanden über 30 weitere Ordensgemeinschaften. Während des 17. und 18. Jhd. setzte ein langsamer und stetiger Niedergang ein, die meisten Meteoragemeinschaften haben sich nicht erhalten. Die Klöster selbst sind aus Stein erbaut, sie haben rote Ziegeldächer und hölzerne Galerien die sich über tiefen, schwindelerregenden Schluchten befinden. Im Kloster gibt es mehrere enge Zellen für die Mönche, eine Kirche und ein Refektorium für die gemeinsamen Mahlzeiten, in den Felsen gehauene Zisternen fangen das Regenwasser auf. Die meisten Klöster waren für Männer bestimmt, doch es gibt auch einige Nonnenklöster.
Heute werden nur noch 5 bewohnt: Meteoron, Agias Trias und Varlaam von Mönchen, Agios Stephanos und Roussanou von Nonnen. Leider hat der Tourismusboom des 20. Jhd. die Meteora-Klöster in ein Freilichtmuseum verwandelt.

aus www.raetsel-der-menschheit.de

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Centurio Classicus Offline




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17.07.2009 23:29
#3 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Angkor Wat,Kambodscha



Der Tempel von Angkor Wat ist einer der größten religiösen Komplexe der Welt, welcher ungefähr 2,5 km² bedeckt. Das Heiligtum wurde von 1113 - 1150 unter König Suryavarnam II. errichtet und war als dessen Grabstätte gedacht. Angkor Wat ist dem Gott Vishnu geweiht und stellt die hinduistische Kosmologie dar.

Die Könige des Khmer-Reiches betrachteten sich als irdische Inkarnation des Gottes und Angkor Wat war der himmlische Palast in dem sich der Geist der Könige aufhalten konnte.
Hier vermählten sich die Herrscher Nacht für Nacht mit einer neun- köpfigen Schlange und die Bauern des Landes schickten ihre schönsten Töchter als Tänzerinnen für das Heiligtum. Der Tempel selbst ist lediglich das Zentrum einer viel größeren Anlage von rund 200 km² Fläche und über 200 weiteren Tempeln. Von hier aus wurde ein Gebiet regiert, das neben dem heutigen Kambodscha auch Teile von Laos, Myanmar, Vietnam und Thailand umfasste.
Der große Tempel, von einem Festungsgraben umgeben, symbolisiert die Ozeane. Man gelangt zu ihm über einen 300 m langen Damm. Ein prächtiges Tor in der Außenmauer erlaubt den Zugang zu fünf konzentrischen und rechtwinkligen Höfen mit Türmen in Form von Lotosblüten. Der größte ist mehr als 60 m hoch. Die fünf zentralen Türme stellen die Spitze des Berges Meru dar, den Mittelpunkt des Universums.
Die Höfe sind untereinander durch Säulengänge mit wunderschönen Skulpturen und Flachreliefs verbunden. Es sind darauf lebhafte Szenen aus heiligen Hindu-Legenden dargestellt, üppige Götter und Göttinnen sind in erotischen Stellungen zu sehen. Die reichhaltige Ausschmückung steht in krassem Gegensatz zur streng geometrischen Anlage.

Erst 1860 wurden die Mauern und Türme des Tempels in der Wildnis von Kambodscha vom französischen Forscher Henri Mouhot wiederentdeckt.
Er beschrieb sie als gewaltiger als alles, was er an den antiken Stätten Griechenlands und Roms gesehen hatte.

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Centurio Classicus Offline




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17.07.2009 23:30
#4 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Borobudur,Java


Die Gewalt des Vulkanausbruches am Berg Merapi erschütterte den Tempel, dann fiel ein dichter Regen aus Tuff und Asche über das mitteljavanische Heiligtum der "Bergherren" und begrub das Königreich von Alt-Mararam unter Strömen glühender Lava. Bald nach dieser Naturkatastrophe im Jahre 1006 eroberte die Vegetation den Hügel und die Tempelanlage von Borobudur ("viele Buddhas") zurück. Borobudur, der nach Angkor Wat und der Schwedagon-Pagode drittgrößte hindu-buddhistische Tempel, versank daraufhin in einen 800jährigen Schlaf.
Heute im Rang eines Staatsheiligtums, entstand Borobudur in der Mitte des 8. Jhd., harmonisch eingefügt in die tropische Landschaft. Die durch den Reisanbau reich gewordenen Herrscher der Shailendra-Dynastie beschlossen hier den mythologischen Berg Meru nachzubauen. Auf dem Gipfel dieses Berges, so die Vorstellung, ruhte das gesamte Universum. Da dem hindu-buddhistischen Glauben zufolge jeder Tempelbau als Zeugungsakt gilt, ließen die Bauherren prüfen, wo die männliche Sonne mit dem fruchtbaren weiblichen Boden zusammentrifft. Nach unzähligen Horoskopen, Berechnungen und Besichtigungen stand fest, das dieser Ort sich auf einer kuppelförmigen Anhöhe in der Zentralregion Javas befindet. Auf den entsprechenden Koordinaten befahlen sie den Bau des Heiligtums, das bis heute nichts von seiner Ausstrahlung eingebüßt hat.
10'000 Arbeiter waren 80 Jahre lang damit beschäftigt, den Hügel mit einer neunstufigen Tempelanlage zu überbauen, wobei 56'640 m³ behauener Steine mörtellos übereinander geschichtet wurden. Dann war der ursprüngliche Berg vollkommen unter dem künstlichen verschwunden.

Die Gestaltung des Heiligtums wurde aber bald mehr vom Buddhismus als vom Hinduismus beeinflusst. Im Jahre 830 fertiggestellt bekam es den Namen Borobudur (viele Buddhas), da hunderte Buddhadarstellungen die neun Terrassen, in Form von Bronzestatuen und Steinskulpturen, säumen. Für die Pilger erschien der Tempelberg als religiöses Wunder. Beim Umwandern der 9 Stockwerke, durchquerte man die "3 Stufen des Seins", die von der irdischen in die geistige Welt führten. Vorbei an tausenden Reliefbildern, mit Szenen aus dem Leben Buddhas, führte der Weg bis zu den drei höchsten Plattformen des Tempels mit 72 Stupas, kleinen glockenförmigen Türmen, die jede einen steinernen Buddha enthielt. An der höchsten Stelle befand sich die größte Stupa, als einzige völlig leer, das Sinnbild der absoluten Ruhe, der Erleuchtung, des Nirwana. Ursprünglich war die Anlage überall mit leuchtenden Farben bemalt. Im Gegensatz zu Heiligtümern auf dem Festland, lösten sich die Künstler auf dem "Berg der Anhäufung der Tugend in den zehn Phasen des Bodhisattvas" durch ihre freizügige Gestaltung merklich vom strengen Stil der altindischen Gupta-Epoche. Bis Mitte des 10. Jahrhunderts blieb Borobudur die bedeutendste buddhistische Pilgerstätte des indonesischen Inselreiches.
Erst 1814 wollte der britische Gouverneur Sir Thomas Stamford Raffles wissen, was die behauenen Steine hinter den Ranken zu bedeuten hätten. In den folgenden Jahrzehnten wurden Teile von Borobudur freigelegt, doch erst ab 1907 wurde mit systematischen Restaurierungsarbeiten unter dem Holländer Theodor van Erp begonnen. Zwischen 1970 und 1980 folgten weitere Restaurations- arbeiten mit Unterstützung der UNESCO, doch aller Bemühungen zum trotz schreitet die Verwitterung an dem Bauwerk weiter fort. Seit 1991 zählt Borobudur zum Weltkulturerbe der Menschheit.
Derzeit erfolgte auch eine gründliche fotografische Dokumentation der Anlage, diese half Borobudur im letzten Jahrhundert wieder so herzustellen, wie es einmal war. Wie vor 1000 Jahren wird der Tempel wieder von Pilgern umrundet. Wem es gelingt, einen Arm in eine der rhombenförmigen Öffnungen zu stecken und den dort befindlichen Buddha mit den Fingern zu berühren, den erwartet nach dem Glauben der Wallfahrer großes Glück.


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Centurio Classicus Offline




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17.07.2009 23:33
#5 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Chinesische Mauer, China (nicht zu verwechseln mit deutscher Mauer!

Die Chinesische Mauer, auch Große Mauer genannt, gilt als eines der größten bautechnischen Bravourstücke aller Zeiten.
Mit der Errichtung der ersten Abschnitte wurde unter Kaiser Qin Shi Huangdi im Jahre 220 v.Chr. begonnen. Die in einer 10 Jahre dauernden Bauzeit errichtete Mauer bestand anfangs nur aus Erdwällen, aufgeschichteten Felsbrocken und Palisadenwänden. Einige Teilabschnitte existierten bereits, errichtet von kleineren konkurrierenden Königreichen, und man erneuerte und verband diese unter Qin Shi Huangdis Herrschaft miteinander. Die Mauer war als Bollwerk gegen die kriegerischen mongolischen Nomaden aus dem Norden geplant und sollte auch die Macht und Herrlichkeit des Kaisers demonstrieren. Dafür beauftragte der Kaiser seinen erfolgreichsten General Meng-Tian mit dem Bau.


Von nun an wurde die Mauer wesentlich solider gebaut. Sie steht auf steinernen Fundamenten und ist mit Erde und Ziegeln errichtet. Nur die äußere Verkleidung besteht aus Bruchsteinen, die bis zu einem Meter dick ist, der Zwischenraum wurde mit Geröll, gestampfter Erde und anderen Materialien aufgefüllt. Von den Wachtürmen konnten in bis dato nie erreichter Geschwindigkeit Nachrichten mittels Flaggen, Rauchzeichen und nachts durch Feuer übermittelt werden. Ergänzt wurde das Grenz- sicherungssystem durch den Bau von Soldatenunterkünften und die Anlage befestigter Forts an strategisch wichtigen Stellen. Wenn Sie ihrer Länge nach besetzt war, war die militärische Bedeutung der Mauer enorm. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie dennoch vernachlässigt und verfiel allmählich.
Eine Legende besagt, daß Kaiser Qin Shi Huangdi von einem Magier weisgesagt wurde, die Mauer werde erst dann fertig sein, wenn "Wan" oder 10000 Menschen in ihr begraben sind. Nach langer Suche fand der Kaiser schließlich einen Mann namens Wan, ließ ihn töten und einmauern.
Wahrscheinlich wurden auch viele tausend Arbeiter die bei den Bauarbeiten starben in der Mauer beerdigt, was zu dem Namen "Mauer der Tränen" oder auch "längster Friedhof der Welt" führte.
Im Jahre 446 n.Chr. berief Taiping Zhenjun 300000 Arbeiter zum Bau eines weiteren Abschnittes ein. Tian Bao preßte 555 n.Chr. 1,8 Millionen Bauern zu weiteren Bauarbeiten an der Mauer. Ab 607 n.Chr. wurde sie unter der Sui-Dynastie rekonstruiert, bis zu 1 Million Arbeiter sollen während dieser Bauperiode beteiligt gewesen sein, wovon die Hälfte starb. Die heutige Gestalt erhielt die damals massivste Verteidigungsanlage der Welt während der Ming-Dynastie (1368-1644). Sie verläuft, beginnend in der Nähe des Bo-Hai-Sees, nordöstlich von Peking über Nordchina in die Wüste Gobi. Angaben zur Gesamtlänge der Mauer variieren, sie windet und krümmt sich im Gelände und es gibt parallele Schutzwälle die mitgezählt werden können. Die Luftlinie zwischen den Endpunkten beträgt 2450 km, mit allen Biegungen und Abzweigungen liegt ihre Länge zwischen 6000 km und 6500 km.
Die Große Mauer diente nicht nur als Schutzwall, sondern auch als Straßen- verbindung. Bei einer Breite von 5,5m an der Mauerkrone, konnten 10 Infanteristen nebeneinander marschieren oder 5 Kavalleristen nebeneinander reiten. Die Höhe schwankt je nach Geländeprofil zwischen 3m und 8m, die Beobachtungs- türme erreichen 12m. Auf der gesamten Länge wurde die Mauer in 9 militärische Zonen eingeteilt, jede mit einem General und einem Hauptquartier in einer Stadt längs der Mauer oder einem wichtigen Fort. Bei einem Angriff wurden die Generäle dem Kriegsminister unterstellt.
Entgegen immer noch verbreiteten Gerüchten, ist die Mauer nicht vom Mond aus zu sehen, wohl aber aus dem All, wenn auch nur als dünne Linie.
Ungeachtet aller militärischer Aspekte stärkte die Chinesische Mauer, dadurch das sie die Menschen im Land hielt, auch das national geprägte Zusammengehörigkeitsgefühl der Chinesen und gehört ohne Zweifel zum Kulturerbe der Menschheit.


aus www.raetsel-der-menschheit.de

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Centurio Classicus Offline




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17.07.2009 23:34
#6 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Cristo Redentor - Christusstatue - Brasilien
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Die schwerste Entscheidung des Tages für einen Carioca: "Soll ich rechts zum Strand oder links zur Arbeit gehen?"
Jene, die nach oben blicken, finden schnell die Antwort. Vom Corcovado kommt sie, denn im Volksmund heisst es: "Solange Christus seine Arme ausbreitet, braucht man nicht zu arbeiten. Erst wenn er seine Hände faltet, packen wir´s an!"

Die "Erlöser-Statue - Cristo Redentor" ist neben dem Zuckerhut das bekannteste Symbol Rio de Janeiros. Die Statue des Cristo Redentor befindet sich auf dem Corcovado 710m.ü.M.
Ursprünglich war das Monument als nationales Denkmal zum 100jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit von Portugal konzipiert worden.
Entworfen wurde die Statue von dem brasilianischen Architekt Costa Silva im Jahre 1921, wobei die ersten Entwürfe gekreuzte Arme vorsahen, die Bevölkerung entschied sich aber für die weit geöffneten Arme. Da die Stadt kein Geld hatte, um das Projekt zu finanzieren, verzögerte sich der Bau um zehn Jahre und erst durch eine Geldspritze der Erzdiözese von Rio und des Vatikans, sowie der Unterstützung Frankreichs, wurde die Statue im Jahre 1931 durch den franzosischen Bildhauer Paul Landowski gebaut und am 12. Oktober auf dem Corcovado eingeweiht. Bei ihrer Einweihung durch den damaligen Präsidenten Getúlio Vargas wurden markige Worte gesprochen. Von Kardinal Sebastião Leme stammte der fromme und bis heute ungehört gebliebene Bittspruch an die gewaltige Betonfigur, "das Land zu leiten und von allen Übeln zu befreien". Doch selbst der nicht-religiöse Besucher wird ergriffen sein von der schlichten Erhabenheit dieses Monuments. Die Beleuchtung der Statue wurde von Marconi (dem Erfinder des Radios) von Italien aus, ferngesteuert in Betrieb genommen.
Das Baumaterial ist Beton, der mit einer Specksteinschicht überzogen ist. In ihrem 8m hohen Sockel befindet sich eine Kapelle für 150 Personen.
Das weltberühmte Bauwerk, das jährlich bis zu eine Million Besucher aus der ganzen Welt anlockt, wurde mit Geldern der Roberto Marinho Foundation und zahlreichen internationalen Sponsoren aufwendig modernisiert. Das Gesamtinvestitionsvolumen für die komplette Modernisierung der Touristenattraktion betrug ca. vier Millionen US Dollar. Ein Grossteil der eingesetzten Fördertechnik stammte aus Deutschland. Bisher war die Aussichtsplattform nur über Fusstreppen erreichbar. Im Mai 2002 wurden die Installationsarbeiten abgeschlossen und die Touristenströme können nun mit der neuen Fördertechnik schnell und komfortabel zum Monument befördert werden.

Der Corcovado liegt inmitten des Nationalparks Tijuca. Man kann mit einem Auto oder einem Taxi dorthin gelangen. Mehr Spass bereitet jedoch die Fahrt mit der Zahnradbahn hinauf. Während der Auffahrt sollten Sie versuchen, einen Sitz auf der rechten Seite zu bekommen. Vor dort hat man die beste Aussicht. Abfahrt ist in der Station in der Avendia Cosme Velho 513 in Cosme Velho. Dorthin gelangt man mit einem der Busse vom Centro sowie von Gloria und Flamengo - auf den Bussen steht als Ziel "Rua Cosme Velho". Der Corcovado kann von 09:0 bis 18:00 Uhr besucht werden.

Die Masse von Cristo:

* Gesamthöhe: 38m - davon 8m Sockel und 30m Statue
* Gesamtgewicht: 1.145 Tonnen
* Spannweite: 28m - Distanz zwischen den Händen
* Länge der Hände: 3,20m
* Gewicht der Hände: 8 Tonnen
* Höhe des Kopfes: 3,75m
* Gewicht des Kopfes: 30 Tonnen

Wikipedia hat nicht genug hergegeben, also hab ich mich hier:www.brasilien.de bedient

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17.07.2009 23:35
#7 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Amphitheatrum Flavium - Kolosseum - Italien


Das Amphitheatrum Flavium, so der eigentliche Name, wurde erst später so genannt, weil es sich neben einer von Nero aufgestellten Kolossalstatue befand.
Es war das größte Amphitheater der Antike und ist heute noch eines der Wahrzeichen Roms. Fast vier Jahrhunderte lang wurde im Colosseum zerfleischt, gekämpft und gestorben. Ein Schandmal nannten es deswegen Historiker, so viel wie hier wurde wohl an keinem anderen Ort der Welt gestorben. Wir kennen keine genauen Zahlen, Schätzungen reichen bis hin zu 500.000 Menschen, die hier ihr Leben verloren.
Die Bauarbeiten an dem in mancher Hinsicht revolutionären Bau begannen unter Vespasian wohl um das Jahr 70. Der alternde Kaiser wollte sich damit selbst ein Denkmal setzten, seinen Namen verewigen und wie wir wissen gelang das Kunststück.
Weil ihm zwischendurch das Geld ausging, belegte er die öffentlichen Latrinen mit einer Steuer. Aus jener Zeit stammt das geflügelte Wort Geld stinkt nicht (pecunia non olet). Die Fertigstellung erlebte er freilich nicht mehr. Erst zehn Jahre später wurde das Colosseum von Titus mit einem gewaltigen, einhundert Tage währenden Spektakel eingeweiht.
Das mag rekordverdächtig gewesen sein, ließ sich aber noch überbieten. Zumindest im Bezug auf die Dauer sicherte sich den Rekord Trajan (knapp 30 Jahre später). In einem 123 Tage währenden Schauspiel schickte der insgesamt 10.000 Gladiatoren und 11.000 wilde Tiere in die Arena.
Der Bau selbst war ein Unikum. Im Gegensatz zu früheren Amphitheatern wurde das Kolosseum nicht in einen Berghang hineingebaut, sonder war eine völlig freistehende Konstruktion aus Stein und Beton. (Das Wissen um den Baustoff Beton ging mit den Römern verloren. Erst im späten 18. Jahrhundert wurde er wiederentdeckt!)
Vom ingenieurtechnischen Standpunkt ist es eine Meisterleistung. Die fast 50 Meter hohe und 188 Meter lange Anlage fasste bis zu 55.000 Zuschauer. Die besten Plätze waren für Senatoren und Ehrengäste reserviert, das gemeine Volk wurde auf die "billigeren" Ränge verdrängt.
Der Eintritt war natürlich umsonst, im Kolosseum wurde Politik gemacht. Panem et circenses (Brot und Spiele) hieß die Zauberformel, wollte man es in der Politik zu etwas bringen.
Unter der eigentlichen Arena erstreckte sich ein riesiges Netz von Gladiatorenschulen, Tierkäfigen und Vorratskammern. Verbunden waren sie durch ein System von Gängen und Falltüren, die sich schleusenähnlich über Hebel und Flaschenzüge in Sekundenschnelle öffnen oder verschließen ließen.
Ganze Heerscharen von Gladiatoren und Tieren konnten in kürzester Zeit durch das komplizierte Geflecht von Gängen geleitet werden. Mindestens 28 Lifte waren in Gebrauch, "Fracht" von einer in die andere Ebene zu befördern.
Mindestens zwei verschiedene Systeme waren in Gebrauch. Große Hebel erlaubten es, ganze Bühnenbilder auf Kommando aus dem Boden wachsen zu lassen. Die Tiere wurden in der Regel im Untergeschoss in Käfige gesperrt, über Flaschenzüge ins zweite Geschoss gehoben, von wo aus man sie über Rampen in die Arena trieb. Alternativ konnten sie per Hebebühne offenbar auch direkt in die Arena gehievt werden, wo sie dann wie aus dem Nichts erschienen.
"Angetrieben" wurden die Türen, Lifte und Hebel von einem Heer von Sklaven. Unter den härtesten Bedingungen arbeiteten sie im Zwielicht dieser Unterwelt, immer in der Gefahr, selbst ein Opfer der Bestien zu werden, lief irgend etwas schief.
Das Programm reichte von morgendlichen Tierhatzen über Hinrichtungen im Mittagsprogramm bis hin zum eigentlichen Höhepunkt: den Gladiatorenkämpfen. Um die Sensationsgier der Massen zu befriedigen, wurden immer vollkommenere Szenarien ersonnen.
Hartnäckig hält sich auch die These, dass die Arena unter Wasser gesetzt werden konnte und sich so richtige Seeschlachten inszenieren ließen. Untersuchungen ergaben, dass die Bausubstanz durchaus eines solches Szenario unterstützen würde.
Alle möglichen Arten von "wilden Bestien", Elefanten, Nashörner, Löwen, Krokodile, Bären, Stiere wurden aufeinandergehetzt, solange bis die Provinzen praktisch leergejagt waren. Die Preise für Nachschub stiegen ins Astronomische.
Verurteilte Kriminelle, Schwerverbrecher wurden zur Erheiterung der Massen in die Arena gejagt, um dort von hungrigen Löwen und Bären zerrissen zu werden. Der Appetit nach Blut kannte keine Grenzen. Die Sensationsgier des Pöbels trieb die Veranstalter zu immer perversern Grausamkeiten.
Von immerhin fünf Kaisern ist bekannt, dass sie selbst ins Geschehen eingriffen. Ein Risiko gingen sie dabei zumeist nicht ein. Ihre Gegner waren mit Holzschwertern bewaffnet, der Sieg des Caesar stand von vornherein fest. Von Commodus sagt man, er habe mit eigener Hand Nilpferde erlegt.
Obwohl als Tempel des Bösen verdammt, fand die letzte Tierhatz erst im Jahre 523 statt, einer Zeit als das Christentum längst Staatsreligion Römische Reich war. Die meisten Zeitgenossen, hatten an den Spektakeln nichts auszusetzen. Vergebens sucht man in den Quellen nach kritischen Bemerkungen der großen Zeitgeister.

Quelle:http://www.kristian-buesch.de/weltwunder/kolosseum.htm

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17.07.2009 23:37
#8 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Felsenstadt Petra in Jordanien

Die Wurzeln von Petra, der Stadt im Felsen, gehen auf über 9000 v. Chr. zurück und ist eine der ältesten Siedlungen im Mittleren Osten. Petra liegt auf halben Weg zwischen dem Roten Meer und dem Toten Meer am Rande der arabischen Wüste in den Bergen von Edom. Die Stadt lag an der Kreuzung von mehreren Karawanenwege und konnte sich durch den Handel zu einer wohlhabenden Stadt entwickeln. Die Blütezeit der Stadt begann etwa im 2. Jahrhundert v. Chr. als Petra Hauptstadt des Nabatäer Reiches war, das bis Damaskus und kurz vor Jerusalem reichte und die beeindruckenden in den Felsen gehauenen Fassaden entstanden. 106 n. Chr. besiegte Kaiser Trajan die Nabatäer und besetzte Petra. Zu dieser Zeit hatte die Felsenstadt Petra etwa 30.000 Einwohner, aber durch Änderungen der Handelswege, die von den Römer beschlossen wurden begann der Niedergang der Stadt.
Nach zwei Erdbeben und der Eroberung der Region durch die Araber wurde die Stadt verlassen und es entstand der Mythos von der verschollenen Felsenstadt. 1812 wurde Petra vom Schweizer Johann Burckhardt wieder entdeckt. Der legendären Ruf von Petra ist auf die kunstvollen bis zu 40 Meter hohen Fassaden und Häuser die direkt in den Fels gehauen wurden begründet. Am meisten abgebildet wird das Schatzhaus von Petra, das in einer Indiana Jones Verfilmung der Standort des heiligen Grals war. Heute ist Petra eine der bedeutendsten und meistbesuchten Sehenswürdigkeiten im Nahen Osten.

Quelle: http://www.weltwunder-online.de/neuzeit/petra.htm

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17.07.2009 23:38
#9 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Hagia Sophia,Türkei

Die Hagia Sophia, die Kirche der heiligen Weisheit in Konstantinopel (heute Istanbul), wird am 27. Dezember 537 im Beisein von Justinian I. (482-565, Kaiser seit 527) und dem Patriarchen Menas geweiht. Sie ist unter der Leitung der Baumeister Anthemios von Tralles und Isidoros von Milet in einer Bauzeit von nur fünf Jahren und zehn Monaten errichtet worden. Diese Staatskirche des byzantinischen Reiches bleibt in ihrer monumentalen Größe (Gesamthöhe: 55,6 Meter) innerhalb der christlichen Antike und des Mittelalters ein einmaliges architektonische Zeugnis.

Vorgängerbauten
- unter dem römischen Kaiser Konstantin I. (280-337), dem Großen, Bau einer "großen Kirche" (Megale Ecclesia) in Konstantinopel
- Weihe 360 unter Kaiser Konstantius II., 404 niedergebrannt
- Neubau, Fertigstellung 415, fünfschiffige Basilika mit westlicher Vorhalle
- 532 während des Nika-Aufstandes zerstört

Kaiser Justinian I.lässt nach der Zerstörung der alten Basilika deren Trümmer sorgfältig planieren. Er beauftragt die Architekten Anthemios von Tralles und Isidorus von Milet mit dem Bau der Hagia Sophia . Sie zeichnen sich vor allem als Mathematiker und Theoretiker aus. Als Kaiser Justinian bei der Weihe der Kirche das Mittelportal durchschreitet, ruft er in seiner Begeisterung über den Bau aus: "Preis und Ehre sei Gott, dem Allerhöchsten, der mich für würdig hielt, ein solches Werk zu vollenden. Salomo, ich habe dich übertroffen."
Tralles und Isidorus haben mit der Hagia Sophia einen neuartigen Bautypus geschaffen, der durch die Kombination von Zentral- und Langhausbau und vor allem durch die gewaltige Zentralkuppel eine einzigartige Licht- und Raumwirkung erzielt. Zwar haben die Architekten den Bau aufgrund sorgfältiger Berechnungen errichtet, zugleich jedoch alles getan, um die statische Funktion der einzelnen Bauglieder und das Konstruktionsprinzip zu verschleiern. Das Erlebnis der "göttlichen Weisheit" - so die Übersetzung des griechischen Hagia Sophia - soll durch das Bauwerk auf geheimnisvolle, nicht durchschaubare Weise gesteigert werden.
Der mystische, unwirkliche Eindruck, der sich auch einem heutigen Besucher beim Betreten des Bauwerks aufdrängt, beruht, wie erwähnt, auf durchaus rationalen Bauprinzipien:
Der Hauptraum, in den man durch zwei Vorhallen gelangt, ist von einer Kuppel gekrönt, die mit einem Durchmesser von 33 Metern und einer Höhe von 13,8 Metern gewaltige Ausmaße erreicht und den quadratischen Zentralraum überwölbt. Sie erhebt sich auf einem Band von 40 Fenstern und scheint so über dem Zentralraum fast zu schweben. Tatsächlich wird die Hauptkuppel in der West-Ost-Hauptachse durch zwei Halbkuppeln abgestützt, die auf drei kleineren Halbkuppeln aufruhen

558 stürzt bei einem Erdbeben die Kuppel der Hagia Sophia ein. Unter Leitung von Isidorus dem Jüngeren wird sie wieder aufgebaut. Er nimmt dabei einige für die Statik bedeutsame Änderungen vor: Die tragenden Pfeiler werden verstärkt, und die ursprünglich sehr flache Kuppel erhält nun einen sechs Meter höheren Scheitelpunkt. Am 24. Dezember 563 unter Justinian I. wird die Hagia Sophia neu geweiht. Das Tragesystem der Kuppel hat sich seitdem als sicher erwiesen. Es kommt zwar im 10. und 14. Jahrhundert zu Teileinstürzen, diese beruhen jedoch darauf, dass die Unterkonstruktion nachgibt.

Nach der Eroberung der Stadt durch die Osmanen 1453 erhält der Bau zunächst eins, bald zwei Minarette und eine neue Innenausstattung und dient über Jahrhunderte als Hauptmoschee von Istanbul, wie Konstantinopel nun heißt. So werden mittels einer schräg eingebauten Gebetsnische die Apsis nach Südosten gen Mekka ausgerichtet und eine Freitagskanzel vor dem entsprechenden Pfeiler der Halbkuppel aufgestellt.
Der durch seine Moscheenbauten bekannte Architekt Sinan nimmt ab 1573 umfangreiche Sicherungsarbeiten am Außenbau vor und lässt vier neue Minarette an den Ecken des Zentralraums errichten. Im Inneren werden vier Tribünen für Koranleser und eine schlanke Kanzel aufgestellt.
Die an den Pfeilern angebrachten großen Rundschilde mit arabischen Schriftzeichen, welche die Namen Allahs, Mohammeds und der vier ersten Kalifen Abu Bakr, Othman, Omar und Ali darstellen, stammen in der heutigen Form wohl aus dem 19. Jahrhundert, gehen aber auf Vorgänger aus dem 17. Jahrhundert zurück. Sie sind bis heute ein prägendes Element des Raumeindrucks.

Unter der Herrschaft von Kemal Atatürk, der sein Land gegenüber dem Westen öffnete, wird die Hagia Sophia 1934 zum Museum erklärt. Die während der Nutzung als Moschee verputzten und übertünchten christlichen Mosaike des Innenraums werden wieder freigelegt. Seitdem steht das Gebäude nicht nur Christen und Muslimen, sondern allen Besuchern zur Besichtigung offen.

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17.07.2009 23:40
#10 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Chichén Itzá - Mexiko

Chichén Itzá gehört zu den bedeutendsten und größten Städten der Mayas. Die Ruinenstadt wurde mit Hilfe von staatlichen Geldern aufwändig restauriert und zieht heute Besucher aus aller Welt an. Die einstige Hochburg der Maya, heute ein phänomenales Zeugnis einer vergangenen Hochkultur, liegt auf der Halbinsel Yucatán, etwa 120 km östlich von Mérida. Seit 1988 werden die Ruinen von Chichén Itzá zum Weltkulturerbe gezählt.
Archäologische Funde deuten darauf hin, dass Chichén Itzá bereits um 450 n. Chr. von Zuwanderern aus dem südlichen Teil des Landes gegründet wurde. Ihre Blütezeit begann jedoch erst einige Jahrhunderte später, gegen Ende des Klassikums um 800 n. Chr. Während andere bedeutende Mayastätten zu diesem Zeitpunkt verlassen wurden, geriet Chichén Itzá immer mehr unter den Einfluss zentralamerikanischer Emigranten, die die Stadt zu einer glanzvollen postklassischen Renaissance führten.
Die aus Tula vertriebenen Tolteken ließen sich um 1000 n. Chr. in Chichén Itzá und der Umgebung nieder. Die bis dahin friedlich lebenden Maya wurden mit den kriegerischen Tolteken konfrontiert, die schon bald die Herrschaft der Hohenpriester ablösten. Um 1300 n. Chr. musste Chichén Itzá ihre Führungsrolle auf Yucatán an Mayapán abgeben. Das einst so prächtige Reich der Maya zerfiel mehr und mehr in kleine, kriegerische Fürstentümer. Chichén Itzás allmählicher Untergang war besiegelt. Die spanischen Eroberer hatten somit leichtes Spiel: Chichén Itzá war zum Zeitpunkt ihres Eintreffens bereits weitgehend verlassen.

Sehenswürdigkeiten in Chichén Itzá:
Hauptattraktion in Chichén Itzá ist zweifellos das Castillo, die Pyramide des Kukulkán. Das Bauwerk erhebt sich auf einem quadratischen Grundriss mit 55 m Seitenlänge an der Basis auf eine Höhe von 24 m. Zu der Plattform führen jeweils eine Treppe an jeder Seite der Pyramide. Ihre je 91 Stufen ergeben mit der Plattform 365 Stufen, eine für jeden Tag des Jahres. Die Treppe an der Nordseite ist kunstvoll mit Schlangenköpfen verziert. Beim Sonnenstand der Tag- und Nachtgleiche scheint sich ein riesiges Ungeheuer um das Bauwerk zu schlängeln, ein Zeugnis meisterhafter architektonischer und astronomischer Leistung. Das Castillo ummantelt eine kleinere Pyramide, deren Inneres durch einen Tunnel zugänglich ist. Sie beherbergt einen guterhaltenen Tempel, in dem man eine Chac-mool-Figur sowie den berümten Jade-Jaguar fand.
Wie das Castillo ist auch der östlich gelegene Kriegertempel (Templo de los Guerreros) eine Überbauung einer kleineren Pyramide.

Über eine steile Treppe gelangt man zu der 11,5 m hoch gelegenen Tempelplattform. Heute erinnern Säulen an lang gestreckte Hallen, die den Kriegertempel an zwei Seiten umgaben.
Die Heilige Cenote (Cenote Sagrado) ist ein mit Wasser gefüllter Erdfall mit steilen Wänden. Sie misst einen Durchmesser von 60 m. Auf ihren Grund, in etwa 40 m Tiefe, fand man zahlreiche Opfergaben, neben Keramik, Edelsteinen und Edelmetallen auch 50 menschliche Skelette. Vermutlich wurden in Notzeiten hier dem Regengott Chac Menschen geopfert.
Der 168 m lange und 70 m breite Ballspielplatz wird an Seinen Längsseiten von zwei 8 m hohen Mauern begrenzt. Kunstvoll verzierte Steinbänke bilden die "Tribüne". Besonders bemerkenswert ist das Relief an einer der mittleren Bänke, das prachtvoll gekleidete Spieler zeigt, deren erster den abgeschlagenen Kopf eines Gegners in Händen hält. An den beiden Enden stehen auf Plattformen etwas erhöhte Tempel, an dem der östlichen Längswand der Jaguartempel. Im Inneren des Jaguartempels befinden sich noch die Reste von Wandmalereien mit Darstellungen vom Verlauf der Spiele.
Über einen schmalen Gang , der sich um die Mauern des Schneckenhauses (Caracol) schmiegt, gelangt man zu dessen Obergeschoss. Aller Wahrscheinlichkeit nach diente der runde Turm den Priestern einst als astronomisches Observatorium.
Das Nonnenhaus (Edificio de las Monjas) ist ein höchst eindrucksvoller Komplex im Puuc-Stil. Seine Fassaden sind prunkvoll mit Chac-Masken verziert.

Quelle: http://www.xago.org/index.htm

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17.07.2009 23:41
#11 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Terrakottaarmee, Xian, China



Die Ausgrabung der Tonarmee sorgte nicht nur in China für Überraschung und Aufsehen, sondern in der ganzen Welt.
1987 schrieb der ehemalige französische Premierminister Jaques Chirac nach der Besichtigung ins Gästebuch:
Es gibt sieben Weltwunder, (Wer die Pyramiden nicht gesehen hat, kennt Ägypten nicht und wer das
' 8. Weltwunder ' nicht sah, dem ist das Reich der Mitte verloren.) die Terrakotta Armee ist das Achte.


Es war 1974 im Dorf Xiyang in der Provinz Shaanxi als Bauern beschlossen einen neuen Brunnen zu graben,
um ihre Felder bewässern zu können. Am fünften Tag der Ausschachtungsarbeiten stieß man auf eine Schicht
aus hartem gebranntem Ton. Bei dem Fund handelte es sich um den gepanzerten Rückenbereiches eines
Tonkriegers.
Die Nachricht von dem Fund verbreitete sich sehr schnell bis in die Provinzhauptstadt Xi'an. Im Juli 1974
traf ein Archäologenteam der Provinz Shaanxi am Fundort ein und führte in den folgenden Jahren
zahlreiche Testbohrungen und -grabungen durch. Bei der größten archäologischen Entdeckung des 20. Jahrhunderts handelt es sich um eine gewaltige Ansammlung von Tonkriegern und Tonpferden, die zur Grabanlage des Shi Huang Di gehört.

Die Grabanlage des ersten Kaisers der Qin-Dynastie,Shi Huang Di, liegt im Ostteil des Kreises Lintong in der
Provinzstadt Shaanxi, 7,5 Kilometer von der Kreisstadt entfernt. Die Grabanlge liegt zwischen dem Berg Li im
Süden und dem Fluß Wei im Norden. Der Grabhügel wächst majestätisch aus der umgebenden Landschaft.
Shi Huang Di hatte den Ort gewählt, weil es ganz in der Nähe, im Berg Li, reiche Gold- und Jadevorkommen
gab. Die Grabanlage ist inzwischen eines der wichtigsten Objekte das staatlichen
Kulturdenkmalschutzes und steht darüber hinaus, als einziges in China, auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

Die Bauarbeiten fanden 246 v. Chr. ihren Anfang und dauerten 38 Jahre an.
Die berühmteste Schilderung der Bauzeit und Beschaffenheit der Grabstätte stammt von Sima Qian, dem größten Historiker Chinas. Er schrieb, dass zum Zeitpunkt höchster Bautätigkeit 700 000 Menschen an der Anlage arbeiteten.
Der Grundriss der Grabstätte ist rechteckig und misst von Osten nach Westen 345 und von Süden nach Westen 350 Meter. Die Anlage aus gestampfter Erde hatte ursprünglich Pyramidenform.
Die Seitenlänge der inneren Mauer von Süden nach Norden betrug 1355 und von Osten nach Westen 580 Meter.
Die Gruben mit der Tonarmee liegen ca. 1,5 km östlich des Grabhügels. Die erste nimmt eine Fläche von 14
260 m² ein und war mit 6000 Soldaten sowie 40 hölzernen Kampfwägen bestückt.
Die zweite Grube liegt nordöstlich von der ersten und nahm ursprünglich eine Fläche von 6000 Quadratmetern ein. Nach Testgrabungen geht man davon aus, dass sich dort über 350 Wagenpferde, 116 Reitpferde, rund 900 Soldaten und vermutlich 89 Kampfwagen befinden.
Die dritte Grube besaß eine Grundfläche von 500 Quadratmetern und die Form eines "U". Hier wurden 66 Soldaten,
4 Wagenpferde und die Reste eines Kampfwagens gefunden. Ebenso stieß man hier auf Opfergaben, bestehend
aus Hirschgeweihen und Tierknochen, die den Sieg fördern sollten. Im chinesischen Altertum setzte sich eine Armee aus drei Teilen plus den Gefechtsstand zusammen.

Grube Nr. 1 und 2 repräsentieren zwei dieser Teile, Grube Nr. 3 ist nach einhelliger Meinung der Gefechtsstand gewesen. Der dritte Teil der Armee fehlt offensichtlich. Eine Testgrabung sorgte für den Fund einer weiteren Grube, die die gleiche Tiefe aufwies, wie die anderen Gruben. Allerdings war diese nur mit Erdreich gefüllt. Man geht davon aus, dass der Bauernaufstand ausgebrochen ist, bevor der dritte Teil der Armee fertiggestellt werden konnte. Interessant ist, dass es sich bei den Waffen der Soldaten um echte Kampfinstrumente handelt.
Sie wurden mit einer Chromsalzlösung behandelt, um sie vor dem Zerfall zu schützen. Dies ist ein Beweis, dass man diese Technik in China bereits vor
2000 Jahren kannte!

aus: Terrakottaarmee.de

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17.07.2009 23:42
#12 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

Die Prager Burg, Tschechien



Niederschriften lassen den Schluss zu, dass die Prager Burg das größte Burggebiet in der Welt ist. Ihre 3 Schlosshöfe und einige großartige Gebäude bedecken zusammen 7 Hektar, seien Sie also darauf gefasst, dass es viel zu sehen und zu erlaufen gibt. Abhängig von Ihrem Interesse und davon, wie viel Zeit Sie haben, können Sie sich für verschiedene Innenarchitekturen entscheiden, die es zu besichtigen gibt.
Die Prager Burg (Pražský hrad) wurde um 880 herum vom Prinzen Bořivoj aus dem Geschlecht der Premysliden gegründet. Das erste Steingebäude innerhalb des Burggebietes war die Kirche der Jungfrau Maria, von der heute aber nur noch die Überreste zu sehen sind. Im 10ten Jahrhundert wurde die St.-Georgs-Basilika errichtet und das erste tschechische Kloster wurde dort gegründet - St.-Georgs-Kloster, das heute einer Ausstellung Raum bietet. Die St. Veit Rotunda, ebenfalls aus dem 10ten Jahrhundert, wurde im 11ten Jahrhundert durch die St. Veit Basilika ersetzt. Heute steht hier jedoch der St. Veitsdom.
Beginnend im 10ten Jahrhundert diente die Prager Burg als Sitz für die tschechischen Prinzen und später auch Könige, und als Amtssitz des Prager Bischofs.
Die Prager Burg erlebte eine ihrer Blütezeiten während der Regentschaft von Karl IV (1346 - 1378) als sie zum Regierungssitz des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches wurde. Der königliche Palast wurde wieder aufgebaut, die Verteidigungs-anlagen ausgebaut und die Errichtung des St. Veitsdom begann, ganz im gotischen Stil der französischen Kathedralen der damaligen Zeit.
Die Expansion der Prager Burg hielt auch während der Herrschaft seines Sohnes, Wenzel IV, an, aber die Hussiten Kriege (1419 - 1437) und die folgenden Dekaden, in denen die Burg verlassen wurde, führten zu ihrem Verfall.
König Wladislaw Jagellon zog nach 1483 in die Burg und der Komplex begann noch einmal zu wachsen. Neue Verteidigungsanlagen und Schutztürme wurden errichtet (der Pulverturm, der Neue Weiße Turm und Daliborka). Der Königspalast wurde weiter umgebaut und erweitert mit der grandiosen Wladislaw-Saal, einem der ersten Beispiele des neuen Renaissancestils in den tschechischen Landen.
Damals übernahm die Habsburger Dynastie auch die tschechische Krone im Jahre 1526, die Renaissance war in vollem Gange in Europa. Der Sitz der Macht wechselte nach Wien und die Prager Burg diente mehr und mehr nur noch zu Erholungs- und Unterhaltungszwecken. Der Königsgarten wurde gebaut und verschiedene Unterhaltungseinrichtungen wurden im 16ten Jahrhundert hinzugefügt, so z.B. das Belvedere und Ballhaus. Der St. Veitsdom und der Königspalast wurden nochmals modelliert. Neue Wohngebäude wurden westlich des Alten Königlichen Palastes errichtet.

Die Rekonstruktion der Burg gipfelte in der Regierungszeit des Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Rudolf II der im Jahre 1575 tschechischer König wurde und seinen Hof wieder nach Prag verlegte. Er wollte die Burg in ein elegantes Zentrum der Macht verwandeln, ein Zentrum, dass fremde Künstler, Wissenschaftler und Diplomaten anziehen sollte. Der nördliche Flügel des Palastes und der Spanische Saal wurden zusätzlich errichtet um Raum zu schaffen für die umfangreiche Kunst- und Wissenschaftskollektion des Herrschers.
Der Prager Fenstersturz im Jahre 1618 führte zu einer langen Periode der Kriege in deren Verlaufe auch die Prager Burg beschädigt und geplündert wurde. Vom einstigen Sitz der Macht war wenig übrig geblieben.
Die letzte große Rekonstruktion der Burg fand in der zweiten Hälfte des 18ten Jahrhunderts statt als sie im Landhaus Stil verändert wurde. Der Regierungssitz war allerdings wieder in Wien und die Burg verfiel weiter.
1848 zog Kaiser Ferdinand V in die Prager Burg. Die Kapelle des Heiligen Kreuzes auf dem Zweiten Schlosshof wurde wieder aufgebaut und der Spanische Saal und die Rudolf-Galerie wurden umgebaut.
Mit dem Fall des Königreichs Österreich-Ungarn im Jahre 1918 konnte die Prager Burg den ersten Präsidenten der unabhängigen Tschechoslowakei begrüßen, Tomáš Garrigue Masaryk. Nötige Umbauarbeiten wurden dem slowenischen Architekten Josip Plečnik übertragen. Die Konstruktion des St. Veitsdom wurde 1929 beendet.
Nach 1989 wurden etliche Gebiete der Burg zum ersten Mal in der Geschichte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, so der Königsgarten, das Ballhaus, die südlichen Gärten und der Kaiserlicher Pferdestall. Heute ist die Prager Burg Sitz des tschechischen Präsidenten und des bedeutendsten nationalen Kulturmonument von Tschechien. Eine Anzahl von unbezahlbaren Kunstreliquien, historischen Dokumenten sowie die tschechischen Kronjuwelen werden hier aufbewahrt.

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17.07.2009 23:43
#13 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

passend dazu leg ich noch einen drauf

die Karlsbrücke, Tschechien

Die Karlsbrücke ist eine der ältesten Steinbrücken Europas.
Sie ist eine steinerne gotische Brücke, die die Altstadt mit der Kleinseite verbindet. In den ersten Jahrhunderten wurde sie eigentlich die Steinerne Brücke (Kamenný most) genannt. Ihre Errichtung wurde durch den tschechischen König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Karl IV, initiiert und begann im Jahre 1357. Leitender Architekt war Petr Parléř der auch für der St. Veitsdom verantwortlich zeichnete. Es wird erzählt, dass damals Eidotter in den Mörtel gemischt wurde um die Konstruktion der Brücke zu verstärken.
Die Karlsbrücke ist eines von vielen Monumenten die während der Regierungszeit von Karl errichtet wurden, aber sie ist nicht die erste Brücke die die Prager Ufer der Moldau verband. Vor ihr stand bereits eine andere Brücke an ihrer Stelle: die Judith-Brücke, diese war die erste Steinbrücke über den Fluss. Gebaut wurde jene im Jahre 1172, jedoch im Rahmen der Flut von 1342 weggespült.
Anders als ihre Vorgängerin überlebte die Karlsbrücke schon viele Fluten, erst neuerdings im August 2002 als das Land die schlimmste Flut seit 500 Jahren erlebte - der Eidotter scheint also eine gute Idee gewesen zu sein.
Auf jeder Seite der Brücke steht ein Turm. Sowohl der Staroměstská věž auf der Seite der Altstadt als auch der Malostranská věž auf der Kleinseite können bestiegen werden für einen schönen Ausblick auf Prag und die Brücke von oben.
Im 17ten Jahrhundert platzierte man barocke Statuen (nun sind es bereits 30) auf beiden Seiten der Karlsbrücke. Heute sind viele von ihnen nur noch Kopien, die Originale können im Lapidarium bewundert werden. Die bekannteste Statue ist wahrscheinlich die des St. Johannes von Nepomuk, einem tschechischen Märtyer und Heiligen, der während der Herrschaft von Wenzel IV hingerichtet wurde und von der Brücke in die Moldau gestoßen wurde. Die Namensplakette der Statue scheint hell und klar dank der vielen tausend Leute, die sie über die Jahrhunderte berührt haben. Die Statue zu berühren soll Glück bringen und eine Rückkehr nach Prag versichern.
Die Karlsbrücke ist auf der Spitze einer jeden "Sehenswürdigkeiten, die man in Prag gesehen haben muss" Liste. Sie ist aber auch ein beliebter Treffpunkt tschechischer Künstler, Musiker und Souvenirverkäufer, deren Stände die Brücke das ganze Jahr über zu beiden Seiten säumen. Die Abendstunden bieten einen atemberaubenden Blick auf die voll erleuchtete Prager Burg gegen einen dunklen Abendhimmel. Heute ist die Brücke eine Fußgängerzone (obwohl sowohl Bahn- als auch Autoverkehr in der Vergangenheit erlaubt war) und eigentlich immer gefüllt mit Leuten. Wenn Sie die Brücke mal wirklich "für sich" haben wollen, kommen Sie spät nachts oder sehr früh am Morgen.

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20.09.2009 19:21
#14 RE: die vergessenen Weltwunder antworten

eigentlich Blödsinn, alles doppelt zu posten
das Thema "vergessene Weltwunder" pflege ich hier

"Libenter homines id, quod volunt, credunt."
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