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Dieses Thema hat 20 Antworten
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 2.Weltkrieg
Seiten 1 | 2
Cynredd ap Ifon Offline




Beiträge: 5.678

20.08.2009 00:21
RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

warst unglücklicherweise schneller als ich und nun muss ich hier das Vorwort posten
Zu Kriegsbeginn waren alle einsatzfähigen deutschen U-Boote auf See auf ihren Positionen mit versiegelter Order für den Kriegsbeginn!


Der Athenia-Vorfall

Wir schreiben den 3. September 1939. U-30 unter Oberleutnant Lemp schippert ca. 250 Seemeilen nördöstlich von Irland vor sich hin, als plötzlich die Brückenwache ein verdunkeltes Schiff im Zickzackkurs meldet. Offensichtlich handelt es sich um ein Passagierschiff. Aber das kann es nicht sein, da es nach Seekriegsordnung einem Passagierschiff untersagt war, zu verdunkeln.

Lemp schließt daraus, daß es sich wohl um einen bewaffneten Handelskreuzer, ein umgebautes Passagierschiff mit Bewaffnung, handeln müsse. Er bringt sich in Angriffsposition und feuert gegen 21.00 Uhr einen Zweierfächer. Das feindliche Schiff sinkt.

Leider war es ein Passagierschiff, die Athenia, die mit 1.100 Paasagieren auf dem Weg nach von Liverpool nach Montreal war. 112 Passagiere kommen bei dem Angriff ums Leben.

Lemp bemerkte seinen Irrtum und setzte keinen Funkspruch über die Versenkung ab. nach seiner Rückkehr wurde die entsprechende Seite im Kriegstagebuch geändert und die Besatzung zum Schweigen verpflichtet!
Die deutsche Propaganda leugnete den Zwischenfall und behauptete, die Engländer hätten die Athenia selbst versenkt.
(aus gutem Grund, denn es waren auch Amerikaner unter den Opfern und man wollte noch keinen Krieg mit Amerika)

[ Editiert von Administrator Gaius Julius Caesar am 20.08.09 20:54 ]


noch was gefunden dazu

[ Editiert von Administrator Gaius Julius Caesar am 17.09.10 23:00 ]

The Cynnide Chronicles

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Cynredd ap Ifon Offline




Beiträge: 5.678

20.08.2009 00:34
#2 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

Die Taktik des U-Boot-Krieges

Im 1. Weltkrieg versenkte die deutsche U-Boot-Flotte rund 11 Mjo. Tonnen Schiffsraum versenkt. Sie profitierte jedoch von der "Einzelkämpfer-Taktik" der Kapitäne. So standen sich im allgemeinen ein U-Boot und ein alliiertes Schiff gegenüber. Als die Allierten jedoch begannen, ihre Schiffe in Flotten zu organisieren (Geleitzüge) und diese mit Kriegsschiffen zu schützen, brach das deutsche System zusammen.

Daraus resultierend erfand der Oberbefehlshaber der U-Boot-Flotte, Karl Dönitz, zwischen den Kriegen die "Rudeltaktik": U-Boote sollten nur noch in begrenzten Planquadraten patroullieren, Sichtungen melden, sich an den Feind hängen und warten, bis sich ihnen andere U-Boote anschlossen. Der Angriff sollte dann bei Nacht koordiniert und durchgeführt werden.
nö, hat er nicht erfunden - eher wiederentdeckt und ausgebaut

Warum bei Nacht? Der Grund war der, daß die damaligen U-Boote im Grunde Überwasserkampfschiffe waren, die im Notfall abtauchen konnten. Tauchten sie jedoch unter Seerohrtiefe, waren sie mehr oder weniger ausgeschaltet. Bei Nacht waren sie jedoch kaum zu sehen und konnten sich teilweise in die Geleitzüge hineinschmuggeln.

Feuerte nun ein U-Boot seine Torpedos ab, tauchte es ab und wartete auf die Begleitschiffe, die natürlich mit Volldampf an die Explosionsstelle eilten. Und schon griff ein zweites, drittes....U-Boot an ganz anderen Stellen an.
es gab U-Boot-Asse, die nicht abtauchten nach dem Angriff , sondern sich in den Geleitzug "sacken" ließen und dann auftauchten und den Geleitzug von innen angriffen. Sie tauchten erst, wenn sie von einem Geleitschiff gesichtet wurden und eine flucht über Wasser nicht mehr möglich war.

[ Editiert von Administrator Gaius Julius Caesar am 20.08.09 21:00 ]

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Cynredd ap Ifon Offline




Beiträge: 5.678

20.08.2009 01:01
#3 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

Die "Holzschwerter"

Zu Dönitz leiser Verblüffung meldeten sich in den ersten Kriegsmonaten zurückkehrende U-Boot-Kommandanten, die sich über Torpedoversager beschwerten. So schoß Kapitänleutnant Zahn einen Dreierfächer auf das Schlachtschiff HMS Nelson ab....und hörte zweimal ein freudiges "Plonk". Lästig wurde es für ihn, als der dritte Torpedo, nachdem diesem der Treibstoff ausging, einfach explodierte und somit die Schutzschiffe alarmierte.

Zunächst glaubte man an falsche Torpedoeinstellungen der doch relativ unerfahrenen Kommandanten. Aber auch Günther Prien meldete vier Fehlversuche in Scapa Flow. Nun wurde man mißtrauisch.

Im 1. Weltkrieg verfügten die Torpedos über Aufschlagzünder, die allerdings ihre Sprengkraft nach hinten richteten. Zwischen den Kriegen wurden die Torpedos so konstruiert, daß sie nach vorne, in das Feindschiff hinein, explodierten. Darüber hinaus versuchte man sich an Magnetzündern, die das Schiff nicht unmittelbar treffen mußten. Nur, in der Praxis klappte nichts.

Am 9. April 1940 verlegt Dönitz seine U-Boot-Flotte vor die norwegische Küste....und ruft sie am 17. April wieder zurück, nachdem grade mal ein Transporter versenkt werden konnte!

Folgende Probleme stellten sich heraus:

- Der Aufschlagzünder sollte eigentlich bei einem Trefferwinkel von mindestens 21° explodieren. Er explodierte bei mindestens 50°. Dieses Problem wurde relativ schnell behoben.

- Der Magnetzünder funktionierte überhaupt nicht. Dieses Problem wurde während des Krieges nie gelöst!

Ein weiteres Problem: Die Torpedos neigten dazu, ca. 3 m tiefer als geplant zu schwimmen. Der Grund lag in Druckproblemen, die nach längerer Tauchfahrt im U-Boot entstanden. Der Druck war einfach höher als geplant.

Der Einsatz beim Norwegenfeldzug war ein Desaster für die deutschen U-Boote. Dönitz machte sich grosse Hoffnungen, aber durch die Torpedoversager wurden die U-Boote oft selbst zu Gejagten. Allein auf das britische Schlachtschiff "HMS Warspite" fuhren 5 U-Boote zu unterschiedlichen Zeiten einen Angriff - ohne Erfolg.

Bei Interesse "to be continued"...

[ Editiert von Cynredd ap Ifon am 20.08.09 1:07 ]

[ Editiert von Administrator Gaius Julius Caesar am 20.08.09 21:07 ]

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Gaius Julius Caesar Offline



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20.08.2009 21:12
#4 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

Hallo alter Schotte
ich habe mir erlaubt, meine kommentare direkt in Deine Beiträge zu editieren, damit sie nicht aus dem Zusammenhang gerissen sind
wenn du nicht wieder mitten in der Nacht mehrere Beiträge hintereinander postest, kann ich auch in eigenem Beitrag antworten.
aber kannst ruhig weitermachen, wenn du willst


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Cynredd ap Ifon Offline




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21.08.2009 00:28
#5 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

Die "Eröffnung"

Dönitz ging davon aus, daß er für einen erfolgreichen Handelskrieg gegen eine Seemacht wie England rund 300 Atlantik-U-Boote (also Boote der Typen VII und IX) benötigte.

Die Schwierigkeit lag allerdings darin, daß die Admiralität ihr Augenmerk auf Schlachtschiffe richtete und daher nicht genug Ressourcen für den U-Boot-Bau zur Verfügung standen.

So waren bei Ausbruch des Krieges lediglich 57 U-Boote einsatzfähig, von denen jedoch nur 38 überhaupt für den Atlantik in Frage kamen. Die restlichen 19 Boote waren Typ II-Boote, deren Einsatzgebiet wegen der geringen Reichweite hauptsächlich in der Nordsee lag.

Da man allerdings davon ausgehen konnte, daß sich immer ca. ein Drittel der Boote zur Versorgung und Aufrüstung im Hafen sowie ein weiteres Drittel auf dem Weg vom bzw. zum Einsatzgebiet befanden, blieben bei Kriegsausbruch rechnerisch grade mal ein Dutzend U-Boote für den Krieg im Atlantik über.

Als sich die Polenkrise im Sommer '39 immer mehr zuspitzte, plante das Hauptquartier den U-Boot-Einsatz und schickte die ersten 14 Boote am 19. August in See. Weitere sollten innerhalb der nächsten Tage folgen, obwohl man bis zum Kriegsbeginn nicht wirklich mit einem Krieg gegen England rechnete. Als der Krieg am 3. September mit England tatsächlich begann, waren die U-Boote daher bereit.

U-Boote hatten im Grunde genommen nur ein Ziel: Handelsschiffe versenken, egal, ob diese beladen waren oder leer fuhren. Kriegsschiffe fielen Ihnen gelegentlich zum Opfer, dafür war allerdings Glück nötig, denn Kriegsschiffe waren einfach schneller als U-Boote.

Ein solcher Glücksfall ereignete sich 17. September 1939. Gegen Ende seiner Patroullienfahrt sichtet Schuhart auf U-29 plötzlich den Flugzeugträger "Courageous". Prinzipiell ein sehr interessantes Ziel, wenn Schuhart nicht einen Viertelkreis um den schneller laufenden Träger hätte schlagen müssen, um in Angriffsposition zu kommen. Da dreht sich auf einmal der Pott um 90° in den Wind, um Flugzeuge starten zu lassen.

Schuhart braucht nur noch feuern zu lassen. Innerhalb von 15 min. ist der Träger weg.

[ Editiert von Cynredd ap Ifon am 21.08.09 0:29 ]

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Gaius Julius Caesar Offline



Beiträge: 290

23.08.2009 14:10
#6 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

der Stier von Scapa Flow
U-47 war ein modernes U-Boot und brauchte auch jemanden der das zu schätzen wusste und damit umgehen konnte.

Die Wahl fiel auf Kapitänleutnant Günter Prien.
1938 erhielt Prien sein eigenes Kommando auf einem Unterseeboot. Er wurde in die Flottille Wedding eingeteilt. Prien war zu dieser Zeit Oberleutnant. Am 1.08.1938 wurde er zum Kapitänleutnant befördert. 1938 wurde das U-Boot 47 in der Germania-Werft in Kiel gebaut und Prien erhielt es als "sein" U-Boot. Er sollte in den nächsten Kriegsjahren zu den gefürchtetsten U-Bootmännern der deutschen Kriegsmarine gehören.

Scapa Flow
Ein Angriff auf Scapa Flow war also schon lange eine geistige Spielerei von Dönitz gewesen. Am 1. Oktober 1939 tat er den ersten Schritt um den Plan nun auch in die Tat umzusetzen. Korvettenkapitän Sobe, die Kapitänleutnant Wellner und Günter Prien hatten sich beim Führer der U-Boote (FdU) Karl Dönitz zu melden. Dort unterbreitete Dönitz Prien seinen Plan und ließ Wellner und Sobe ihre bei Feindfahrten gesammelten Informationen zu Scapa Flow vortragen. Die Entscheidung, ob Prien den Angriff auf Scapa Flow führen wollte hatte Dönitz Prien selber überlassen (was er häufig machte und eigentlich auch keiner seine "Vorschläge" ablehnte). Prien arbeitete sich zu Hause auf seinem Fußboden mit den gesammelten Karten und Informationen durch. Er kam zu dem Entschluß dass es zwar möglich sei hinein zu kommen, Schiffe zu versenken aber wieder heraus zu kommen schien ihm nicht für möglich. Trotzdem wollte er das Unternehmen durchführen.

In den frühen Morgenstunden des 13. Oktobers, einem Freitag (für die stets abergläubischen Seeleute ein durchaus in beide Richtungen zu deutendes Omen) bezieht U 47 seine Warteposition vor den Orkneyinseln. Das Wetter ist fast zu gut für einen Einbruch. Der Himmel ist nur schwach bewölkt und es weht nur ein schwacher Nordostwind. Prien legt das Boot auf Grund und schickt die entbehrlichen Mannschaften in ihre Kojen. Er selber schläft nur wenig und denkt an den Einbruch, der am Abend stattfinden soll.
Der Einbruch
In der folgenden Nacht ist es dann soweit. Prien bringt U 47 in die nördliche Zufahrt nach Scapa Flow. Der Himmel ist von einem Nordlicht hell erleuchtet. U 47, daß aufgetaucht seinen Einbruch versuchen muss wäre also ohne weiteres zu entdecken. Aber Prien lässt sich davon nicht sonderlich beeindrucken, schließlich wird ihn die unerwartete Helligkeit auch helfen das Boot sicher durch die Sperrschiffe zu lotsen. Prien wollte durch den am östlichsten gelegenen Zugang, dem Kirk Sound nach Scapa Flow eindringen. Der Kirk Sound ging wie der Skerry Sound vom Holm Sound ab und führte nordöstlich um die kleine Inseln namens Lamb Holm und war nur mit drei Speerschiffen blockiert. Der Skerry Sound führte zwischen der größeren Burray Insel und dem beiden kleineren Inseln Lamb Holm und Glims Holm durch, war aber im Bereich zwischen Glims Holm und Burray durch Untiefen für ein U-Boot nicht schiffbar und der Durchgang zwischen Glims Holm und Lamb Holm war durch vier Speerschiffe unpassierbar gemacht worden.
Durch ein eiliges Tauchmanöver vor einem nicht näher bestimmbaren Frachter in seiner Navigation gestört drehte Prien das Boot versehentlich zu früh auf Westkurs und fuhr dabei in den Skerry Sound ein, statt in den Kirk Sound. Es gelang aber noch gerade rechtzeitig den Fehler zu bemerken und durch eine schnelle Kurskorrektur doch noch planmäßig in den Kirk Sound einzulaufen. Nun musste sich U 47 durch die dort verankerten Sperrschiffe durchschlängeln. Dabei kam es gleich zweimal zu einer beinahe Katastrophe. Zum einen wurde das aufgetaucht fahrende U-Boot von einem Autofahrer entdeckt, der unverzüglich wendete um nach Scapa zurückzufahren und zum anderen lief das Boot während der Durchfahrt zwischen den Speerschiffen auf Grund. Beide Ereignisse blieben aber trotz ihres Potentials zur Katastrophe ohne jede Folge.
Der weitere Weg in die Hauptbucht nach Scapa Flow war nun frei und man machte sich zum Angriff auf die von der Luftwaffe gemeldeten Schlachtschiffe bereit. Aber die Suche blieb zunächst erfolglos. Beide Hauptankerplätze waren völlig verlassen. Erst in der Nordbucht entdeckte man einige dunkle Silhouetten von Kampfschiffen. Prien und die übrigen Männer im Ausguck glaubten zwei Schlachtschiffe erkennen zu können, die leicht gestaffelt hintereinander lagen. Prien, Endrass (1 WO) und v. Varendorff (2 WO) identifizierten die Schiffe als Repulse und ein weiteren Schlachtkreuzer. Nachdem U 47 bis auf 3.000 Meter an die beiden Ziele ran war, gab Prien um 0.58 Uhr den Befehl vier Torpedos abzufeuern. Doch durch einen sog. Rohläufer, also einem Torpedo der im Abschussrohr stecken geblieben war, waren nur drei Torpedos zu ihren Zielen unterwegs. Aber lediglich einer der drei Torpedos traf und verursachte eine gedämpfte Explosion auf dem weiter hinten gelegene Ziel. Frustriert über diesen Fehlschlag ließ Prien das Boot auf Gegenkurs wenden und die freien Rohre nachladen. Auch der aus dem Heckabschussrohr abgefeuerte Torpedo brachte keinen Erfolg.

Ob die Fehlschüsse auf ein Versagen der doch recht anfälligen Elektro-Torpedos zurückzuführen war oder es daran lag, daß Prien auf ein Geisterschiff gezielt hatte ist nicht zu klären. Tatsächlich fanden britische Taucher einige Tage später die beiden Blindgänger. Die Identität des zweiten Schiffes, das Prien und seine Leute als Repulse identifiziert hatten und auf das die drei Torpedos gezielt hatten ist bis heute unbekannt. Die Briten behaupten die Repulse wäre zur Zeit des Angriffes auf See gewesen und die HMS Pegasus, ein altes Flugzeugmutterschiff, bzw. das Ankertau bzw. ein Lagerraum der HMS Royal Oak wären getroffen worden. Die Unklarheit, was der einzelne Torpedo nun genau getroffen hatte spricht dafür, daß hier die Gerüchte schneller in Kraut schossen als es die Wahrheit konnte, oder das man die Wahrheit nicht ganz geglückt hatte verändern wollen. Die Repulse, ausgerechnet jenes Schiff, daß Prien ganz sicher zu erkennen glaubte, sollte nicht dagewesene sein.
Es gab zu dieser Zeit nur vier größere Kampfschiffe mit zwei Schornsteinen, die HMS Repulse, die HMS Renown, die HMS Hood (durch die Bismarck am 25.05.1941 versenkt, nur 3 Überlebende) und die HMS Iron Duke. Die HMS Renown war bereits in See um die Graf Spee im Südatlantik zu jagen und lag in Freetown. Von der HMS Repulse hieß es bei der britischen Admiralität nur knapp, sie wäre ebenfalls in See gewesen, später hieß es sie hätte zu dieser Zeit in Rosyth gelegen. Die HMS Hood, die zur Angriffszeit im Loch Ewe gelegen haben soll, wurde am 21. Oktober, also nur eine Woche später, beobachtet, wie sie sich nur mühsam und mit stark verminderter Fahrt durch die See schob. Ein Grund für einen solchen Schaden lässt sich ihrem Logbuch nicht entnehmen. Bliebe noch die HMS Iron Duke, die auch nach amtlichen Angaben in Scapa Flow lag, allerdings im Marinestützpunkt an der Ostküste von Hoy, gegenüber dem Switha Sound. Dort wurde sie drei Tage später von vier Ju-88 Bombern der I/KG 30 unter dem Kommando von Hpt. dennoch angegriffen und getroffen. Offiziell wurde sie durch die dicht neben ihr explodierten 500 kg Bombe versenkt. Eine solche Versenkung durch einen Nahtreffer macht aber nur dann einen Sinn, wenn das Schiff zuvor schon beschädigt gewesen wäre. Die Verlegung eines beschädigten Schiffe auf einen anderen Ankerplatz wäre durchaus möglich, ja sogar wahrscheinlich gewesen. Was von all diesen Vermutungen bleibt, ist, daß es eine Explosion gegeben hat. Diese hat sich nach meiner Sicht der Dinge im Bugbereich der HMS Royal Oak ereignet, da anders die von mehren Stellen gemeldete interne Explosion genau zu diesem Zeitpunkt nicht zu erklären ist. Eine dieser Meldungen stammt von dem Kapitän des Schiffes Capt. Benn, der noch nichts vom einem U-Boot-Angriff ahnte und der daher wohl kaum ein Interesse daran gehabt haben dürfte, zu diesem Zeitpunkt irgend etwas zu verschleiern. Wenn noch ein weiteres Schiff hinter der HMS Royal Oak lag, so ist es nicht getroffen worden. Prien und seine Wachoffiziere sind zweifelsfrei erfahrene Seeleute gewesen, die ein Schiff von einer häufig vorkommenden Schattenspiegelung zu unterscheiden wussten. Die britische Admiralität war dafür bekannt, daß sie nur ungern log und statt dessen lieber nur ein Teil der Wahrheit sagte. Sie hat den Treffer auf der HMS Royal Oak zugegeben. Von einem zweiten Schiff, zwischen der Royal Oak und der Pegasus hat sie aber nie etwas gesagt, allerdings auch nie bestritten, daß sich dort ein weiteres Schiff aufgehalten haben könnte.

Im Hafen blieb es ungewöhnlich ruhig. Man hatte die einzelne Explosion wohl nicht als Torpedoangriff erkannt. Lediglich am Ufer wurden einige Suchscheinwerfer eingeschaltet. Scapa Flow war in den vergangenen Tagen gleich zweimal von Maschinen der Luftwaffe überflogen worden, ein Luftangriff war also nicht unwahrscheinlich. Als die vorderen Rohre nachgeladen waren, wendete Prien U 47 erneut und griff ein zweites mal an. Noch immer gab es keine nennenswerten Reaktion auf die Präsenz von U 47. Diesmal ging Prien dichter ran um einen erneuten Fehlschuss zu vermeiden. Hinter den beiden Schiffen war nun noch ein weiteres Schiff in Sicht gekommen. Ein Tanker oder das Flugzeugmutterschiff Pegasus, vermutete man auf U 47. Aus weniger als 1.500 m Entfernung gab Prien um 1.22 Uhr den Befehl die Rohre, 1, 2 und 4 abzufeuern. Diesmal trafen alle drei Torpedos. Das Ziel, daß Schiff das Prien bei der Dunkelheit nicht hatte identifizieren können, war die HMS Royal Oak gewesen. Den drei durch die Einschläge der Torpedos verursachten Explosionen folgten mehrere weitere Explosion im Inneren des Schiffes. Eine dieser inneren Explosionen ereignete sich in einer der Munitionskammern und zerriss das ganze Schiff, das binnen kürzester Zeit kenterte.

An Bord der HMS Royal Oak war man nicht im geringsten auf einen Torpedoangriff vorbereitet gewesen. Die erste Explosion um 1.02 Uhr Ortszeit (0.02 Uhr Deutscher Zeit) hatte man nach britischen Angaben für eine kleinere interne Explosion in einem der Vorratsräume des Schiffes gehalten. Der Schaden war offensichtlich nur gering. Als dann um 1.24 Uhr die nächsten drei Torpedos einschlugen war man völlig überrascht. Nun war zwar klar, was hinter der ersten Explosion steckte, aber es blieb keine Zeit mehr die Mannschaft zu alarmieren und schnell genug von Bord zu bringen. Erst jetzt begann man auch an anderer Stelle zu begreifen, daß sich ein Eindringling in Scapa Flow befand. Eiligst wurden die zur Sicherung eingesetzten Zerstörer und Wachboote ausgesandt um das feindliche U-Boote zu finden und zu versenken. Wie groß die Ungläubigkeit und Verwirrung war zeigte sich auch daran, daß ein Zerstörer nach Angaben der Besatzung von U 47 sie zwar auffasste, aber wohl für ein eigenes Depotschiff gehalten hatte, da er trotz unbeantwortet gebliebener Blinkkennung wieder abdrehte. U 47 entkam so fast unbehelligt auf dem gleichen Weg, wie es gekommen war. Ein Grund dafür mag auch sein, daß die Briten aus menschlich nur allzu verständlichen Gründen lieber ihren Kameraden in Not zur Hilfen kommen wollten, als einen abziehenden Feind zu versenken. In dieser Nacht fanden 833 Seeleute der HMS Royal Oak (29.000 BRT) den Tod.


Nachdem auch der Ausbruch gelungen war, brachte Prien U 47 auf Heimatkurs.

Auf der Heimkehr wurde U-47 das berühmte Turmsymbol gegeben :
"Der Stier von Scapa Flow"

Endrass bastelte eine Vorlage und eine Schablone aus einer alten Seekarte. Varendorff und Spahr hielten die Schablone fest und Endrass malte den Stier auf der Steuerbordseite an den Turm. Nach ein paar Verfeinerungen kletterte er wieder mit dem Farbtopf auf den Turm und im selben Augenblick kam Prien. Die Offiziere mußten sich ein Grinsen unterbinden und Prien fragte: "Warum haben Sie denn einen Farbtopf in der Hand ?"
Endrass wollte nun dem Kaleun sein Werk zeigen und antwortete: "Gehen Sie mal zum Geschütz vorne. Und dann drehen Sie sich um !" Prien ging zum 8.8 cm Flak und drehte sich um. Nun konnte auch er sich das Lachen nicht mehr verkneifen.


Seitdem hatte die 7. U-Flotille den Stier von Scapa Flow auf ihren Turm.

Prien entschied sich zum Tauchen, um nicht unnötigerweise auf dem Heimweg von der nun ohne Zweifel aufgeschreckten RN entdeckt du versenkt zu werden. Den Nachrichten der BBC entnahm Prien später, daß das gesunkene Schiff die HMS Royal Oak gewesen war. Von dem zweiten Schiff wurde nichts gemeldet. Trotzdem meldete er seine Beschädigung in seinem Kampfbericht über Funk an den BdU. Hitler war inzwischen informiert worden und hatte die gesamte Mannschaft in Abwesenheit mit dem Eisernen Kreuz bzw. Prien mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Als U 47 am 17.Oktober um 11.44 Uhr wieder wohlbehalten in Kiel festmachte, wurde Prien und seine gesamte Besatzung begeistert gefeiert.

Zur Zeit gibt es keinerlei genaue Informationen, wie U 47 verloren gegangen ist. Vor einigen Jahren wurde angenommen, dass der brt. Zerstörer "HMS Wolverine" U 47 am 08.03.1941 mit Wasserbomben versenkt hat aber er attackierte am 08.03.1941 U A unter FK Hans Eckermann.

Mögliche Gründe, wie U 47 verloren gegangen sind eventuell durch Wasserminen oder Selbstzerstörung beim Abschießen des eigenen Torpedos.


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Cynredd ap Ifon Offline




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26.11.2009 00:15
#7 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

Wie versenkt man ein U-Boot NICHT?

An dieser Frage versuchten sich die Engländer zu Beginn des Krieges durchaus erfolgreich. Unterstützt wurden sie dabei von technischen Fehlern sowie von komplett falschen Annahmen.

Die strategische Ausrichtung der Engländer war rein offensiver Natur: Ein U-Boot durfte gar nicht erst die Geleitzüge erreichen. Zu diesem Zweck wurden im ersten Schritt die wahrscheinlichsten U-Boot-Routen vermient. Dies brachte jedoch wenig Erfolg, da die U-Boote verzweifelt versuchten, gerade diese Routen zu vermeiden. So wurden in der Straße von Dover lediglich drei Boote durch Mienen versenkt. Allerdings wurden die U-Boot-Kommandanten natürlich dadurch gezwungen, mühsam um Großbritannien rum zu schippern, wenn sie in den Atlantik wollten.

Die zweite Strategie war ein kompletter Fehlschlag: Die Eskort-Schiffe wurden von den Geleitzügen abgezogen, um aktiv Jagd auf die Boote zu machen. Dies mag sich gut anhören, hat allerdings einen gewaltigen Haken: Die Eskort-Schiffe befanden sich nämlich genau da nicht, wo ein U-Boot vermutet werden konnte: In der Nähe des Geleitzuges. Sollte tatsächlich mal eine Jagdgruppe versehentlich in die Nähe eines U-Bootes gelangen, konnte sich das U-Boot gemütlich von dannen machen, ehe die Engländer auch nur ahnten, was da passierte. Das Ergebnis war daher deutlich: Die paar Zerstörer, die die Geleitzüge überhaupt noch sicherten, versenkten bis Mitte 1940 neun U-Boote, die Jagdgruppen drei.

Die dritte Strategie war an sich erfolgversprechender, litt aber unter einem technischen Problem: Ähnlich wie auf See suchten die Engländer auch aus der Luft nach U-Booten. Wurde ein Flugzeug gesichtet, war es bereits etwas eng für das Boot, denn wenn die Flugzeugbesatzung nicht gerade pennte, war es mit ziemlicher Sicherheit bereits im Anflug. Den U-Booten standen dann nur zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Das Flugzeug abschießen - was ein sehr risikoreiches Verfahren war - oder Alarmtauchen. Hier wurde den Flugzeugen allerdings ihre Geschwindigkeit zum Verhängnis: Der Tiefenzünder eines Flugtorpedos war auf 15 m Wassertiefe eingestellt. So tief kam ein U-Boot in der Regel aber gar nicht, bevor der Torpedo einschlug. So gingen bis Ende 1942 gut geplante Luftangriffe schief, erst dann bekamen die Engländer das Problem in den Griff.

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Gaius Julius Caesar Offline



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04.12.2009 19:14
#8 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

jo, aber dann haben sie die Taktik geändert in
wie versenke ich ein U-Boot DOCH
Asdic und Radar wurden effektiv eingesetzt, die Begleitschiffe der Konvois wurden treffsicherer, die Luftüberwachung wurde ausgedehnt und nachdem sie die Enigma erbeutet hatten, konnten sie auch noch die Funksprüche mitlesen und die Geleitzüge umleiten.
Die deutschen "Wolfsrudel" hatten zwar noch einige Erfolge, wurden aber immer mehr zu Gejagten. Die "fetten Jahre" waren vorbei.
Einzig die Operation "Paukenschlag" brachte nochmal Versenkungserfolge für die deutschen U-Boote und Sondermeldungen für Göbbels.
Die Amis waren auf einen solchen massiven U-Boot-Angriff überhaupt nicht vorbereitet, obwohl sie von den Briten informiert waren. Dummerweise mochte der zuständige Admiral (mir fällt grad der Name nicht ein) die Briten nicht und ignorierte alle Warnungen.
Die Küste war beleuchtet, die Schiffe fuhren einzeln und nicht abgedunkelt. Für die U-Boote der 1. und 2. Welle war es das reinste Scheibenschiessen auf die Tanker, teilweise in küstennahen Gewässern.
Durch die mitgelesenen Funksprüche konnten die Treffpunkte festgestellt werden und alle "Milchkühe" (Versorgungs-U-Boote) wurden versenkt, U-Boot-Jagd-Gruppen wurden gebildet. Der Atlantik wurde langsam zum "nassen Grab" für deutsche U-Boot-Besatzungen. Dönitz war gezwungen, seine U-Boote zurück zu ziehen. Einsätze um Afrika und im indischen Ozean brachten noch einige Erfolge, aber die Lebenserwartung eines U-Boot-Fahrers sank gegen Null.


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Cynredd ap Ifon Offline




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01.03.2010 23:19
#9 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

So weit simmer noch nich. Erst mal feiern wir die Einweihung der U-Boot-Stützpunkte Brest, Lorient und St. Nazaire!

Nach der Niederlage Frankreichs im Sommer 1940 wurde die Arbeit der U-Boote durchaus leichter. Denn mit der Errichtung der U-Boot-Stützpunkte ersparte man sich den weiten Heimweg; damit waren zwangsläufig mehr U-Boote auf Patroullienfahrt als früher. Darüber hinaus fiel die französische Flotte aus, so daß für die Geleitzüge weniger Eskort-Schiffe zur Verfügung standen. Umso mehr, da die Engländer zusätzlich Zerstörer rund um England zurückbehielten, weil sie mit einer deutschen Invasion rechneten.

Zudem zog Dönitz mit seinem Stab nun nach Frankreich um und konnte so das Prinzip der Rudeltaktik nun auch in der Praxis testen. Vorher war neben der geringen Menge an Booten im Patroulliengebiet nämlich auch die Kommunikation zwischen Booten und Stützpunkt ein Problem. Von Frankreich aus lief der Funkverkehr wesentlich besser.

Das erste U-Boot, das einen Geleitzug sichtete, war der "Beschatter". Es funkte alle Informationen wie Größe, Geschwindigkeit, Kurs und Zusammensetzung an den Befehlshaber der U-Boot-Flotte (BdU). Von dort aus wurden dann alle Boote im Gebiet informiert und "auf Kurs gebracht". Der Beschatter seinerseits heftete sich dem Konvoi an die Fersen. Meldeten genug Boote ihre Ankunft in der Nähe des Geleitzuges, erteilte der BdU den Angriffsbefehl.

Der BdU koordinierte dann die einzelnen U-Boot-Angriffe, um Kollisionen der U-Boote unter einander zu vermeiden.

Idealerweise wurden die Angriffe in der Nacht durchgeführt. Nicht nur, daß die U-Boote über Wasser wesentlich manövrierfähiger waren als unter Wasser. Dazu kam noch, daß sie mit Überwasserangriffen das Unterwasserschallgerät (ASDIC) aushebelten. Im Sommer 1940 war es den Eskorten mit Hilfe des ASDIC nämlich möglich, ein getauchtes U-Boot zu orten, über Wasser in dunkler Nacht war es jedoch praktisch nicht zu entdecken. Die schmale Silhouette (schreibt man das so?) machte ein U-Boot nahezu unsichtbar.

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Gaius Julius Caesar Offline



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14.03.2010 11:38
#10 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

ach, wir sind noch in 1940?
gut dann pick ich mir mal den Oktober raus, der für die Briten tragisch endete

Während U 124 und U 47 weit im Westen Wetterpositionen besetzen, operieren U 48, U 101, U 93, U 100, U 46, U 99, U 28 zusammen mit den schon länger in See stehenden U 123 und U 38 in wechselnden Aufstellungen im Gebiet um die Rockall Bank und vor dem Nordkanal.
U-Boot-Operationen gegen alliierte Geleitzüge: U 103 (KKpt. Schütze) greift am 9.10. den Konvoi SC.6 (Sicherung durch den Sloop Enchantress) an, versenkt die griech. Dampfer Zannes Gounaris (4407 BRT), Delphin (3816 BRT) und beschädigt den brit. Dampfer Graigwen (3697 BRT). U 123 (Kptlt. Moehle) versenkt am 10.10. die durch U 103 beschädigte Graigwen. U 48 (Kptlt. Bleichrodt) versenkt am 11./12.10. aus dem Konvoi HX.77 die norw. Brandanger (4624 BRT), die brit. Port Gisborne (8390 BRT) sowie den norw. Tanker Davanger (7102 BRT). Am 12.10. versenkt U 101 (Kptlt. Frauenheim) den kanad. Nachzügler Saint Malo (5779 BRT), am 13.10. noch U 37 (Kptlt. Clausen) die brit. Stangrant (5804 BRT). U 93 (Kptlt. Korth) versenkt am 15.10. aus dem OB.227 die brit. Hurunui (9331 BRT), U 103 die Thistlegarth (4747 BRT). Am selben Tag gewinnt U 138 (Oblt.z.S. Lüth) Fühlung am OB.228, versenkt den brit. Dampfer Bonheur (5327 BRT) und beschädigt den brit. Tanker British Glory (6993 BRT). Am 16.10. kommt U 93 heran, verfolgt den Konvoi, der eine weite Ausweichbewegung nach Norden macht, bis zum 20.10. und versenkt am 17.10. die norw Dokka (1168 BRT) und die brit. Uskbridge (2715 BRT), am 18.10. versenkt U 48 noch den Nachzügler Sandsend (3612 BRT), alle anderen Boote stehen zu weit ab.

Und noch ein Konvoi gerät mitten in dieses "Schlachtfeld":
Am 17.10. sichtet U 48 (Kptlt Bleichrodt) den Konvoi SC.7 mit 30 Schiffen (4 Nachzügler) kurz nach der Aufnahme durch die Sloops Scarborough und Fowey und die Korvette Bluebell, versenkt den brit. Tanker Languedoc (9512 BRT) und den brit. Dampfer Scoresby (3843 BRT), wird dann aber durch Flugboote abgedrängt, Scarborough bleibt zurück. Auf die Meldung von U 48 bildet der B.d.U. einen Vorpostenstreifen mit U 101, U 46, U 123, U 99, U 100. In der Nacht zum 16.10. versenkt U 124 (Kptlt. Schulz) den kanad. Nachzügler Trevisa (1813 BRT). In der Nacht zum 18.10. greift U 38 (Kptlt. Liebe) den Konvoi zweimal an und torpediert den brit. Dampfer Carsbreck (3670 BRT), nachdem es am Vortag den griech. Nachzügler Aenos (3554 BRT) versenkt hat, wird aber von der gemeinsam mit Sloop Leith hinzustoßenden Korvette Heartsease abgedrängt. Am Abend läuft der Konvoi in den Vorpostenstreifen ein. Die beim Konvoi befindlichen Escorts Leith (Cdr. Allen), Fowey und Bluebell sind mit ihren »Asdics« gegen die bei Nacht in schneller Folge teils mehrfach angreifenden U 101, U 46, U 99, das im Konvoi fahrend schießt, U 123 und U 100 machtlos, der Konvoi wird völlig zersprengt. Erfolge: U 101 versenkt die brit. Dampfer Creekirk (3917 BRT), Assyrian (2962 BRT) und die niederl. Soesterberg (1904 BRT) und beschädigt den brit. Dampfer Blairspey (4155 BRT), U 46 versenkt den brit. Dampfer Beatus (4885 BRT), die schwed. Convallaria (1996 BRT) und Gunborg (1572 BRT), U 99 versenkt die brit. Empire Miniver (6055 BRT), Fiscus (4815 BRT) und Empire Brigade (5154 BRT), die griech. Niritos (3854 BRT) und Thalia (5875 BRT), die norw. Snefjeld (1643 BRT) und torpediert den brit. Dampfer Clintonia (3106 BRT), U 100 beschädigt die brit. Shekatika, die niederl. Boekelo und nochmals die schon von U 101 beschädigte brit. Blairspey (4155 BRT), U 123 versenkt die brit. Sedgepool (5556 BRT) sowie Shekatika, Boekelo und Clintonia – diese wurden zuvor durch U 99, U 100 und U 101 beschädigt. U 99, U 101 und U 123 müssen verschossen einlaufen. Aus dem SC.7 werden (einschl. der 4 Nachzügler) 21 Schiffe mit 79.592 BRT versenkt und 2 weitere Schiffe torpediert, Später wird man es "Nacht der langen Messer" nennen.

3 bekannte U-Boot-Asse waren daran beteiligt. Joachim Schepke (U 100), Günther Prien (U 47) und Otto Kretschmer(U 99) waren zu dieser Zeit die bekanntesten U-Boot-Kommandanren. Nur ein knappes halbes Jahr später (März 41) wurden alle 3 versenkt - nur Otto Kretschmer überlebte und geriet in Gefangenschaft.


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Cynredd ap Ifon Offline




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16.03.2010 00:11
#11 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

Nun war es für die Briten massiv an der Zeit, mal über ein paar Gegenmaßnahmen nachzudenken. Denn wenn die U-Boot-Erfolge so weitergingen, würden den Briten irgendwann die Schiffe ausgehen.

Neben den üblichen Maßnahmen wie Neubauten und Reparaturen beschloß die Admiralität, Schiffe von der "Home Fleet" abzuziehen und den Geleitzügen zuzuteilen. Außerdem schlossen die Briten mit den Amerikanern ein Abkommen, die den Engländern somit 50 alte Zerstörer zur Verfügung stellten.

Auch in der Organisation der Eskorten tat sich einiges. Während man zuvor wahllos Zerstörer in die Eskorten "würfelte", die grad greifbar waren, wurden nun permanente Eskorten gebildet. So erhöhte sich die Effizienz der Geleitschiffe beträchtlich, da sich die einzelnen Zerstörer sozusagen blind verstanden.

Außerdem wurden Flugzeuge und Eskorten nun verstärkt mit Radar ausgestattet. Auf den Zerstörern diente das Radar allerdings in erster Linie dazu, die eigenen Frachter in Position zu halten. Versenkungen von U-Booten aufgrund der Radarortungen waren anfangs eher noch die Ausnahme.

Schließlich setzten die Briten einen neuen Marinecode ein. So war es den Deutschen nicht mehr möglich, Funksprüche mitzulesen.

Im März 1941 zeigten diese Änderungen dann Wirkung: Innerhalb eines Monats wurden Günther Prien, Joachim Schepke und Otto Kretschmer, drei der führenden deutschen U-Boot-Kapitäne, versenkt.

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Centurio Classicus Offline




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24.03.2010 23:43
#12 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

Zitat
Gepostet von Cynredd ap Ifon
Nun war es für die Briten massiv an der Zeit, mal über ein paar Gegenmaßnahmen nachzudenken. Denn wenn die U-Boot-Erfolge so weitergingen, würden den Briten irgendwann die Schiffe ausgehen.
sind wir jetzt in 1941? Da fingen die Amerikaner an, die Liberty-Frachter zu bauen. Und die konnten sie schneller bauen, als, die Deutschen Schiffe versenken konnten

Neben den üblichen Maßnahmen wie Neubauten und Reparaturen beschloß die Admiralität, Schiffe von der "Home Fleet" abzuziehen und den Geleitzügen zuzuteilen. Außerdem schlossen die Briten mit den Amerikanern ein Abkommen, die den Engländern somit 50 alte Zerstörer zur Verfügung stellten.
und sich als Gegenleistung englische Kolonien einverleibten

Auch in der Organisation der Eskorten tat sich einiges. Während man zuvor wahllos Zerstörer in die Eskorten "würfelte", die grad greifbar waren, wurden nun permanente Eskorten gebildet. So erhöhte sich die Effizienz der Geleitschiffe beträchtlich, da sich die einzelnen Zerstörer sozusagen blind verstanden.
anfangs wurde alles eingesetzt, was sich über Wasser halten konnte - umgebaute Trawler, Korvetten etc.

Außerdem wurden Flugzeuge und Eskorten nun verstärkt mit Radar ausgestattet. Auf den Zerstörern diente das Radar allerdings in erster Linie dazu, die eigenen Frachter in Position zu halten. Versenkungen von U-Booten aufgrund der Radarortungen waren anfangs eher noch die Ausnahme.
da die U-Boote aber hauptsächlich über Wasser angriffen, gewann es immer mehr an Bedeutung. Ein geortetes U-Boot wurde zum Tauchen gezwungen und dann mit Asdic geortet

Schließlich setzten die Briten einen neuen Marinecode ein. So war es den Deutschen nicht mehr möglich, Funksprüche mitzulesen.

Im März 1941 zeigten diese Änderungen dann Wirkung: Innerhalb eines Monats wurden Günther Prien, Joachim Schepke und Otto Kretschmer, drei der führenden deutschen U-Boot-Kapitäne, versenkt.
du liest aber schon, was ich schreibe?

dann werd ich mal noch ein wenig klugsch
Scheppke wurde bekannt als "Lochkriecher Scheppke" weil er in den Anfangsmonaten Minen vor England gelegt hat
Kretschmer durch seine Versenkungserfolge, er hatte zuerst 300000 BRT
und Prien war der "Stier von Scapa Flow"
die Versenkung von Prien wurde noch lange Zeit geheim gehalten, was zu den wildesten Gerüchten in Deutschland führte

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Cynredd ap Ifon Offline




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25.03.2010 20:43
#13 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

Da mein Beitrag mit März 1941 schließt, könnte der Verdacht naheliegen, daß wir im März 1941 sind...

Demnach ist Radar noch nicht so ausgefeilt, wie es später wurde.

Außerdem lese ich sehr wohl, was Du schreibst. Allerdings fehlte mir eine Erklärung dafür, warum die drei versenkt wurden. Deshalb habe ich es nochmal aufgegriffen.

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Centurio Classicus Offline




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25.03.2010 20:47
#14 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

"Platzhalter"

ok

da die 3 dann nicht mehr auftauchen ( schönes Wortspiel) schreib ich zu Scheppke und Kretschmer hier noch was
Prien hab ich ja oben ausführlich beschrieben

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Gaius Julius Caesar Offline



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19.05.2010 20:32
#15 RE: Der deutsche U-Boot-Krieg 1939-1945 antworten

Otto Kretschmer

U-Boot-Kapitane waren im Zweiten Weltkrieg angewiesen, aus einer Entfernung von rund 3 000 Metern eine Salve von vier bis sechs Torpedos auf ihr Ziel abzufeuern. Kretschmer hatte seine eigene Taktik entwickelt. Sein Motto war:
'Ein Torpedo, ein Schiff.'


Im Jahre 1930 in die Kriegsmarine eingetreten, absolvierte Seekadett Kretschmer die Marineschule, mehrere Bordkommandos sowie die Torpedoschule, ehe er zum Leutnant zur See befördert wurde. 1936 war er II.WO auf U-35 unter dem späteren Ritterkreuzträger und BdU West Hans-Rudolf Rösing. Nach seiner Beförderung zum Oberleutnant zur See übernahm Kretschmer 1937 als Nachfolger von Korvettenkapitän Godt - späterer Konteradmiral und Chef der Operationsabteilung des BdU - U-23, mit dem er unmittelbar nach Kriegsbeginn in die Ostsee auslief. Seine beiden damaligen Wachoffiziere sollten später ebenfalls Karriere machen - I.WO Hans-Dietrich von Thiesenhausen erhielt 1942 als Kapitän von U-331 das Ritterkreuz und versenkte u.a. das britische 31.000-BRT-Schlachtschiff Barham. II.WO war Adalbert Schnee, der später als Kommandant von U-201 das 105. Eichenlaub erhalten und zuletzt U-2511 (Typ XXI) kommandieren sollte. Beide überlebten den Krieg. Am 4. Oktober 1939 konnte Otto Kretschmer mit dem kleinen Frachter Glen Farg (870 BRT) seinen ersten Erfolg verbuchen, bis Ende des Jahres folgten noch zwei weitere Schiffe mit 5.400 BRT. Im Februar konnte Kretschmer ausserdem den britischen Zerstörer Daring (1.400 BRT) torpedieren. Mit der Übernahme des atlantiktauglichen U-Bootes U-99 (VIIB) begann Kretschmers steile Karriere, zu dieser Zeit trug er bereits beide Klassen des Eisernen Kreuzes.
Ab April 1940 lief Oberleutnant z.S. Kretschmer zusammen mit seiner erstklassigen Besatzung wiederholt auf Feindfahrt in den Nord- und Mittelatlantik aus. Und er war gleich im ganz großen Stil erfolgreich - nicht weniger als 11 alliierte Handelsschiffe und Tanker sanken alleine während der ersten Feindfahrt! Kretschmer war als echter "Scharfschütze" bekannt - seine Torpedos trafen aus jeder Abschusslage stets genau mittschiffs. Ende Juli gelangen u.a. vier Erfolge gegen einen Konvoi im englischen Nordkanal, darunter die große Aukland Star mit 13.000 BRT. Nach einem solchen Erfolg hatte die Besatzung einmal eine 12stündige Wasserbombenverfolgung mit über 120 Detonationen zu überstehen.
Im August 1940 nahm Kretschmer an der Geleitzugsschlacht gegen HX-72 teil, wobei er die Strinda (11.000 BRT), Licerna (6.500 BRT) und Alexia (8.000 BRT) versenken konnte. In diesem erfolgreichen Monat erhielt Otto Kretschmer als erst 6. U-Boot-Offizier das Ritterkreuz verliehen. Bis Mai 1945 sollten insgesamt 145 Angehörige der U-Bootwaffe diese begehrte Tapferkeitsauszeichnung erhalten - 37 davon blieben auf See.
Aufgrund seiner hervorragenden Friedensausbildung, seinen als Drahtseilen gerühmten Nerven und seiner auf die Mannschaft übergehenden Ruhe gelang es Kretschmer immer wieder, sich an stark bewachte Geleitzüge heranzuschleichen, die Torpedos zielsicher abzufeuern und sich schnellstens aus dem Staub zu machen. Sein lakonischer Kommandostil brachte ihm bei seinen Männern hierbei den respektvollen Spitznamen "der ruhige Otto" ein.
Im Herbst 1940 griff U-99 wiederholt Geleitzüge an und versenkte so die Empire Miniver (6.055 BRT), Fiscus (4.800 BRT) und Clintonia (3.100 BRT).
Während der berühmten Geleitzugsschlacht gegen SC-7, die unter dem Namen "die Nacht der langen Messer" in die Seekriegsgeschichte einging, versenkte U-99 in beispiellosen Angriffen in einer Nacht sechs britische Handelsschiffe, darunter die großen Hilfskreuzer Laurentic (18.800 BRT) und Patroclus (11.300 BRT).
Am 4. November 1940 erhielt Kretschmer für die Versenkung von 200.000 Bruttoregistertonnen als 6. Offizier und 2. U-Boot-Kommandant das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Einen Tag später stimmte der BdU einem Antrag Kretschmers zur Ritterkreuzverleihung an Stabsobersteuermann Heinrich Petersen zu, der während der letzten Feindfahrt als III.WO einen feindlichen Kriegsschiffverband entdeckt und rechtzeitig Alarm geschlagen hatte. Petersen blieb bis Kriegsende einer von nur neun Unteroffizieren der U-Bootwaffe, die derart hoch ausgezeichnet wurden. Kretschmers damaliger I.WO, Oberleutnant z.S. Klaus Bargsten, sollte diese Auszeichnung 1943 als Kommandant von U-521 erhalten.
Im Dezember gelang die Torpedierung des 16.400-BRT-Frachters Forfar. In wenigen Feindfahrten war der zum Kapitänleutnant beförderte Kretschmer zum erfolgreichsten deutschen U-Boot-Kommandanten geworden und war bereits viermal im Wehrmachtsbericht genannt worden. Er führte sein Boot in allen Aktionen äußerst überlegt und zeigte hervorragende taktische und seemännische Kenntnisse. Mit sicherem Auge verstand er es ausserdem immer die "fettesten" Brocken als Ziel auszuwählen.
Am 07.03.41 konnte Kretschmer das riesige, im Geleitzug OB-293 fahrende, umgebaute Walfangmutterschiff Terje Viken (20.600 BRT) torpedieren.
Ab 16.03. attackierte er zusammen mit anderen U-Booten unter Anwendung der Rudeltaktik den alliierten Großkonvoi HX-112 (41 Handelsschiffe und etwa 9 Sicherungsfahrzeuge). In den ersten Anläufen konnte U-99 durch hochpräzise und eingespielte Angriffe drei Tanker und zwei Dampfer versenken. Doch beim letzten Angriff wurde das aufgetaucht fahrende Boot durch die mit Asdic-Radarortung ausgerüsteten britischen Zerstörer Vanoc und Walker entdeckt und unter Beschuss genommen. Die beiden Schiffe gehörten bei Kriegsende zur erfolgreichsten U-Jagdgruppe der Royal Navy.
Durch das brandneue Ortungssystem überrascht, war Kapitänleutnant Kretschmer nicht mehr in der Lage, dem spät erkannten Angriff auszuweichen, U-99 wurde in voller Fahrt von einem Zerstörer gerammt und schwerst beschädigt! Kretschmer gab seiner Mannschaft den Befehl, das Boot aufzugeben und von Bord zu gehen. Währenddessen bereitete er mit seinem L.I. die Selbstversenkung von U-99 vor. Dieser Schritt war notwendig, um die wertvollen Geheimunterlagen (Karten, Logbücher, Codebücher u.ä.) nicht in Feindeshand fallen zu lassen.
Zusammen mit dem Großteil seiner Besatzung, darunter auch ein neu an Bord gekommener Kommandanten-Schüler im Range eines Kapitänleutnants, wurde Otto Kretschmer von den Engländern gerettet und in ein Kriegsgefangenenlager nach England, später Kanada, gebracht. Der letzte beim BdU eingegangene, noch hastig abgesetzte Funkspruch lautete: "Zwei Zerstörer - Wasserbomben - 53.000 BRT - Gefangen - gez. Kretschmer"
Obwohl so bereits 1941 "aus dem Verkehr" gezogen, blieben die von Kretschmer versenkten 44 Schiffe mit 277.000 BRT und ein Zerstörer (auf 16 Feindfahrten) bis Kriegsende ungeschlagen. Kretschmers letztes Opfer war der 7.400-BRT-Frachter J.B. White gewesen.
Im selben Monat wie U-99 gingen auch die erfolgreichen Boote U-47 unter Günther Prien und U-100 unter Joachim Scheppke im Kampf gegen Geleitzüge verloren. Beide waren mit dem Eichenlaub ausgezeichnet worden und hatten zusammen mit Kretschmer die Elite der deutschen U-Boot-Waffe gebildet. Das Entsetzen der Marineleitung, innerhalb weniger Tage alle drei Top-Kommandanten verloren zu haben, war natürlich unbeschreiblich.
Während Kretschmer bereits in Kanada inhaftiert war, erhielt er nachträglich die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen. Die hohe Auszeichnung wurde ihm wenig später durch einen Vertreter des Schweizer Roten Kreuzes ins Gefangenenlager überbracht. Während seiner Gefangenschaft ließ Otto Kretschmer dem BdU durch verschlüsselte Stellen in seinen privaten Briefen nach Hause Erkenntnisse und wichtige Meldungen von gerade eingetroffenen Mitgefangenen zukommen (z.B. neuen Taktiken des Gegners, Verlustgründe).
In Kriegsgefangenschaft wurde das U-Boot-As zum Korvetten- und später auch noch zum Fregattenkapitän befördert. Ende 1947 konnte der "ruhige Otto" schließlich nach Deutschland zurückkehren. Später trat er wieder in die Bundesmarine ein und wurde 1958 Admiralstabsoffizier beim Flottenkommando. Zwischen 1959 und 1962 dann Kommandeur der Amphibischen Streitkräfte, wechselte Flottillenadmiral Kretschmer später in den Kommandostab der NATO. Neuer Kommandeur der Amphibischen Streitkräfte wurde Erich Topp, der während des Krieges ebenfalls die Schwerter erhalten hatte. Ferner war Kretschmer auch einige Zeit Präsident des Deutschen Marinebundes. Im September 1970 schied er nach einer farbigen und erfolgreichen Karriere aus dem Dienst aus.
In Folge war Kretschmer lange Zeit Abteilungsleiter im Amt für Wehrkunde sowie wertvoller Berater für die deutsche Werftindustrie. Er verstarb im Sommer 1998 während einer Urlaubsreise an den Folgen eines schweren Sturzes, wobei er testamentarisch militärische Ehrungen durch die Bundeswehr verbot, sondern die Einäscherung und anschließende Seebestattung in der Nordsee vorzog.


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