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Dieses Thema hat 34 Antworten
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 Nordamerika
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Tribunus Laticlavius Offline




Beiträge: 7.376

19.08.2009 02:06
#16 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Westliche Abenaki

Cowasuck

Die Cowasuck, auch Cowass, sind ein Algonkin sprechender Indianerstamm im nordöstlichen Nordamerika, der sprachlich und kulturell zu den Westlichen Abenaki gehört und die Mitglieder der Abenaki-Konföderation waren. Ihre Nachfahren findet man heute in der Cowasuck Band of the Pennacook-Abenaki People und leben in den Bundesstaaten Vermont, New Hampshire und Massachusetts, USA.


Ehemaliges Wohngebiet der Cowasuck

Name

Cowasuck stammt vom Abenaki-Wort Goasek und bedeutet Platz der weißen Kiefern, dem Namen eines Gebiets bei Newbury, New Hampshire. Die Angehörigen des Stammes hießen Goasi, Plural Goasiak, das Die Leute von den weißen Kiefern heißt. Varianten für den Ortsnamen sind in Französisch Koés und in Englisch Cohass, Cohoss oder Coos und für das Volk Cohassiac.


Wohngebiet

Ihr ehemaliges Wohngebiet lag am oberen Connecticut River mit dem Hauptdorf Cowasuck, dem heutigen Newbury, in den Bundesstaaten New Hampshire und Vermont. Der Wald des Flusstales bestand aus einer Mischung von Laubbäumen, Hemlocktannen und Weißkiefern, die gelegentlich von großen einzelnen Exemplaren überragt wurden und auf leichten Böden oder alten Feldern wuchsen. Auf den Hügeln und unteren Berghängen wuchsen bevorzugt nördliche Laubhölzer und Hemlocktannen und an den oberen Berghängen fand man vorwiegend Rottannen und nördliche Laubbäume. Die Dörfer waren typischerweise auf dem Rand einer Klippe angelegt, sowohl in der Nähe des zum Maisanbau geeigneten Schwemmlandes, als auch mit einer ausreichenden Wasserversorgung. Alle Dörfer lagen dicht an einem Fluss oder See, die zum Fischfang und als Reiseweg dienten. Ihre Wigwams waren rechtwinklig, mit Rinde bedeckt, hatten gewölbte Dächer mit einem Loch als Rauchabzug für jedes Feuer und boten Platz für mehrere Familien.


Geschichte

Die besten frühen Berichte von den Westlichen Abenaki stammen von den Franzosen, die sie als Konvertierte und Freunde kannten, doch die französische Hauptbeschäftigung bestand aus Missionieren und dem Kampf gegen die Engländer. Allerdings führte die französische Praxis, die Cowasuck, Penacook und Sokoki als Loup zu bezeichnen - ursprünglich der französische Name für die Mahican - zur Missverständnissen in ihren Berichten. Als Folge davon wurden die Stämme der Westlichen Abenaki nur mit ihren jeweiligen Dorfnamen, die als Stammesnamen angesehen wurden, bezeichnet.


Französische Missionare

Samuel de Champlain gründete 1608 mit Québec die erste Siedlung in Neufrankreich am Sankt-Lorenz-Strom. Kurz darauf wurde er der erste Gouverneur der neugeschaffenen Kolonie. Ihm folgten bald die Pelzhändler und Missionare. Die ersten französischen Priester des Jesuiten-Ordens kamen um 1611 nach Neufrankreich. Anders als die grau gekleideten Puritaner in Neuengland bestanden die Jesuiten in den schwarzen Roben (engl. Black Robes) nicht darauf, aus den Indianern Franzosen zu machen, sondern zunächst Christen. Aus mündlichen Überlieferungen der Abenaki weiß man, dass die französischen Missionare schon seit 1615 in Abenaki-Dörfern am Ufer des Lake Champlain tätig waren.

Jesuiten-Pater fungierten oft sowohl als militärische und politische Agenten der französischen Krone als auch als Diener Gottes. Sie brachten selbst große Opfer bei ihrer Aufgabe, Seelen zu retten und das Christentum zu verbreiten. Sie reisten allein im Indianerland, besuchten die Dörfer der Abenaki und nahmen teil am Leben der Ureinwohner. Einige von ihnen, wie Pater Sébastien Rasles, wurden intime Kenner der indianischen Kultur. Von ihm stammt ein ausgezeichnetes, umfangreiches Wörterbuch der Abenaki-Sprache. Sie lebten in Wigwams, ernährten sich wie ihre Gastgeber und beteiligten sich am saisonalen Zyklus - mit dem Kanu und auf Schneeschuhen. Sie erlernten die Sprache der Ureinwohner, übernahmen ihren Redestil und versuchten so weit wie möglich ihren Sitten und Gebräuchen zu folgen. Sie hatten am indianischen Land, an ihren Frauen und am Pelzhandel kein Interesse. Ihre Armut und Hingabe wurde respektiert und ihr Mut, sowie ihre offensichtliche Immunität gegen die schlimmen Krankheiten, denen die Schamanen hilflos gegenüber standen, wurde von den Indianern bewundert. Sie teilten das Leben der Ureinwohner und erwarben ihr Vertrauen, obwohl ihre missionarische Berufung von ihnen die Abkehr von indianischer Kultur, die Entmachtung der religiösen Führer und die spirituelle und soziale Revolution verlangte. Pater Jacques Bigot sagte einmal, dass er die Rolle eines Schamanen bei den Abenaki eingenommen hätte. Die Missionare waren die Anwälte der Abenaki und halfen ihnen dabei, die Gegensätze zwischen der indianischen und der europäischen Kultur besser zu überwinden. Manchmal vertraten sie auch die Indianer bei Verhandlungen mit den Engländern. Männer wie Sébastien Rasles wurden zentrale Figuren in der Abenaki-Geschichte. Schon bald bekamen die Abenaki den Ruf, die frömmsten Katholiken zu sein und zu den treuesten indianischen Freunden von Neufrankreich zu gehören.


20. Jahrhundert

Die Nachkommen der Cowasuck leben heute in kleine Gruppen verteilt überwiegend in den Bundesstaaten New Hampshire und Vermont. Doch weder New Hampshire und Vermont noch die Vereinigten Staaten haben jemals Landansprüche oder den Stammes-Status der dort lebenden Abenaki anerkannt. Die Cowasuck, heute organisiert in der Cowasuck Band of the Pennacook-Abenaki People, meldeten zahlreiche Besitzansprüche für Teile ihres alten Wohngebietes an, doch alle wurden bisher abgelehnt.

Quelle:
Wikipedia

Tribunus Laticlavius Offline




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19.08.2009 02:10
#17 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Westliche Abenaki

Missisquoi

Die Missisquoi, auch Missiassik, Mazipskoik, Misiskuoi, Missique oder Missico, sind ein Algonkin sprechender Indianerstamm im nordöstlichen Nordamerika und gehören sprachlich und kulturell zu den Westlichen Abenaki. Sie gehörten der Abenaki-Konföderation an. Ihre Nachfahren sind heute in der Abenaki Nation of Missisquoi organisiert und bemühen sich um die staatliche Anerkennung (engl. Federal recognation) durch die US-Regierung.


Ehemaliges Wohngebiet der Missisquoi

Name und Wohngebiet

Die Bezeichnung Missisquoi stammt von dem Abenaki-Wort Mazipskoik und bedeutet Am Feuerstein, bezogen auf einen Steinbruch in der Nähe von Swanton (Vermont). Die Bewohner hießen Mazipskoi, Plural Mazipskoiak, das heißt Leute vom Feuerstein. Einige Varianten sind Michiskoui, Misiskuoi, Missiscoui, Masiassuck, Missisassik, Missisque und Missisco.

Die Vermontküste des Lake Champlain war vermutlich seit vorgeschichtlicher Zeit von Westlichen Abenaki bewohnt. Bekannt sind Dörfer an der Mündung der Flüsse Wnooskoi, Lamoille und Missiquoi, auf Grand Isle im Lake Champlain und anderswo; aber im 18. Jahrhundert konzentrierte sich ihre Bevölkerung besonders am Missisquoi River, und der Stamm der Missisquoi wurde in den meisten Berichten Champlain-Valley-Abenaki genannt. Die Stämme in den Tälern des Lake Champlain, des Connecticut und des Merrimack scheinen in der historischen Periode immer friedlich gewesen zu sein. Sie waren oft miteinander verbündet; sie siedelten in denselben Flüchtlings- oder Missionsdörfern und es gibt weitere Beweise dafür, daß sie im Wesentlichen zu einem Volk gehörten.


Geschichte

Dummer's War

Um 1717 wuchsen englische Siedlungen schnell an der Küste Maines nach Norden und weiter in das Tal des Connecticut Rivers ins südlichen Vermont und nach New Hampshire hinein. Viele jesuitische Missionare wollten die Rechte ihrer konvertierten Abenaki und auch Frankreichs verteidigen und ermutigten die Abenaki, den Kampf um ihr Land wieder aufzunehmen. Der Wortführer der Jesuiten war Pater Sébastien Rasles. Verhandlungen zwischen den Briten und Abenaki 1717 und 1719 führten zu keinem Ergebnis und nach mehreren Ausbrüchen von Gewalt erklärte der Gouverneur von Massachusetts Samuel Shuttle den Abenaki 1721 den Krieg, der als Dummer's War (1721-1725), Lovewells Krieg oder Pater Rasles Krieg, bekannt werden und fünf Jahre lang dauern sollte. Im Jahre 1724 griff die Armee der Kolonisten Norridgewock an, ein Dorf der Östlichen Abenaki am oberen Kennebec River in Maine, brannte es nieder, tötete Pater Rasles und verstümmelte seinen Leichnam. Obwohl die Franzosen sich nicht direkt am Krieg beteiligten, waren ihre Sympathien eindeutig auf seiten der Abenaki, und die Reaktion auf die Umstände von Rasles Tod verursachten beinahe eine offene Rebellion unter der französischen Bevölkerung.

Nur 150 Kennebec-Flüchtlinge aus Norridgewock schafften die Flucht in das sichere Kanada. Nachdem auch die Pigwacket im folgenden Frühling geschlagen waren, brach der Widerstand der Abenaki in Maine zusammen. Im Dezember unterzeichneten sie einen Friedensvertrag mit Massachusetts.


Grey Lock

Allerdings ging der Konflikt mit den Westlichen Abenaki, der auch Grey Locks Krieg genannt wird, noch zwei Jahre lang weiter. Ein Häuptling der Pocumtuc namens Grey Lock hatte nach dem King Philip's War Zuflucht in Schaghticook in New York gefunden. Er war als junger Mann von weißen Siedlern im westlichen Massachusetts verwundet worden und hasste sie seitdem. Er verließ Schaghticook und ging zu den Westlichen Abenaki nach Missisquoi. Nach dem Ausbruch des Krieges wurde er 1722 Kriegshäuptling und aufgrund seiner erfolgreichen Überfälle gegen Siedlungen der Kolonisten im Tal des Connecticut Rivers hatte er großen Zulauf. Die Engländer waren nicht in der Lage, ihn in seinem Versteck in der Nähe von Missisquoi aufzuspüren, und ersuchten die Irokesen um Hilfe. Diese lehnten aber ab und boten dagegen eine Vermittlerrolle an.

Nachdem der Krieg in Maine 1725 mit der Niederlage der Östlichen Abenaki und dem Friedensvertrag beendet war, sandte Massachusetts im Herbst Geschenke und ein Friedensangebot an Grey Lock. Die Antwort kam in Form von weiteren Überfällen. New York, die Irokesen und die Penobscot unternahmen Vermittlungsversuche, doch Grey Lock ignorierte sie. Allerdings gelang es den Penobscot, dass die kanadischen Abenaki in Bécancour und St. Francis Frieden mit Neuengland schlossen. Grey Lock war nachweislich nicht anwesend, als der Friedensvertrag im Juli 1727 in Montreal unterzeichnet wurde - doch kurz darauf beendete er den Krieg, ohne jemals einen Vertrag mit den Engländern abzuschließen. Grey Lock wurde 70 Jahre alt und der höchste Berg Massachusetts trägt seinen Namen.


20. Jahrhundert

Wie die meisten anderen Westlichen Abenaki flohen auch viele Missisquoi nach Kanada und siedelten in Saint Francis und Bécancour, wo sie zum katholischen Glauben konvertierten und zum Teil neue Namen von Heiligen der christlichen Kirche annahmen. Einige Missisquoi sind in St. Francis und Bécancour geblieben, andere Gruppen haben diese Orte im Laufe der Jahre wieder verlassen. Heute sind Angehörige der Missisquoi in ganz Neuengland verstreut, viele gingen auch in die großen Städte, wie Boston und New York, leben dort und sehen aus wie die weißen Amerikaner.

Weder der Bundesstaat Vermont noch die Vereinigten Staaten haben jemals Landansprüche oder den Stammes-Status der dort lebenden Abenaki anerkannt. Die Missisquoi, heute organisiert in der Abenaki Nation of Missisquoi, meldeten zahlreiche Besitzansprüche für Teile ihres alten Wohngebietes an, doch alle wurden bisher abgelehnt. Auch der 1982 gestellte Antrag auf staatliche Anerkennung ist bis heute nicht entschieden.

Quelle:
Wikipedia

Tribunus Laticlavius Offline




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19.08.2009 02:33
#18 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Algonkin

Die Bezeichnung Algonkin oder Algonquin beschreibt ein aus mehreren Stämmen bestehendes Volk nordamerikanischer Ureinwohner, die der indigenen Algonkin-Sprachfamilie angehören und zu den First Nations of Canada, den indianischen Völkern Kanadas gezählt werden. Sie lebten ursprünglich als Jägervolk im Tal des Flusses Ottawa, der heute die Grenze zwischen den beiden kanadischen Provinzen Ontario und Québec bildet. Die einzelnen Stämme unterscheiden sich zum Teil sehr stark, haben jedoch neben der sprachlichen Gemeinsamkeit eine größtenteils gemeinsame Geschichte, Entwicklung und Religion.

Als die Algonkin im Jahr 1603 den ersten näheren Kontakt mit den europäischen Siedlern aus Frankreich hatten, bestand ihre Bevölkerungszahl aus schätzungsweise 6.000 Menschen. Heute leben etwa 8.000 Algonkin in Kanada in zehn verschiedenen Stämmen, neun davon in Québec, einer in Ontario. Die Algonkin pflegen ihre kulturelle Identität und geben ihre Sprache an ihre Kinder weiter.

Sprache

Zwischen den beiden Stämmen der Algonkin und die Algonkin-Sprachfamilie muss unterschieden werden, auch wenn sich die Zugehörigkeit zu der indigenen Bevölkerungsgruppe aus der Verwendung der Sprache ergibt. Zu der Sprachfamilie gehören Stämme auf dem gesamten nordamerikanischen Kontinent. Die Sprache des Stammes der Algonkin unterscheidet sich in vier wesentliche Dialekte, die sich zum Teil deutlich unterscheiden. Das heutige Verbreitungsgebiet der Sprache umfasst das südwestliche Quebec, den Nordwesten Ottawas und die angrenzende Gebiete Maniwaki und Golden Lake in Ontario. Algonkin wird tradiert und beispielsweise in Kindergärten und Schulen unterrichtet, es gibt Veröffentlichungen und Literatur in Algonkin. Etwa 10% des Volkes spricht ausschließlich die indianische Sprache, jedoch sprechen die meisten Stammesangehörigen (wie in Kanada üblich) mehrere Sprachen.


Name

Die Herkunft der Algonkin ist ungeklärt. Der Name bedeutet "die, die Bäume essen" - sie verwendeten Moose und Baumrinde in ihrer alltäglichen Ernährung. Es scheint, dass sie nur Namen für ihre einzelnen Unterstämme kannten, aber nicht für die Gesamtheit ihres Volkes. Sie nennen sich selbst, ebenso wie die mit ihnen verwandten Ojibwa, Ottawa und Potawatomi, ihre Anishnabe oder Anishnabek. Ansonsten verwenden sie um sich als Volk abzugrenzen ebenfalls den Ausdruck Algonkin. Einige Untersuchungen vermuten den Ursprung in dem Maliseet-Wort für Verbündete, andere in dem Micmac-Wort algoomeaking das in deutsch etwa: „Ort an dem Fische vom Bug des Kanus mit Speeren erlegt werden“ bedeutet. Die plausibelste Erklärung ist das Maliseet-Wort allegonka für „Sie sind gute Tänzer“, das Samuel de Champlain möglicherweise als Volksnamen missverstanden hat, als er 1603 einen Siegestanz der vereinigten Algonkin, Maliseet, und Innu beobachtete. Die Algonkin-Stämme am Ottawa River wurden von einem Nachbarvolk der Irokesen, den Mohawk, abfällig Adirondack genannt, was so viel bedeutet wie „sie essen Bäume“, ein Name den sie allerdings auch für eine Reihe von Algonkin-Stämmen südlich des Sankt-Lorenz-Stroms benutzten.

Der erste der Algonkin-Stämme auf den die Franzosen im frühen 17. Jahrhundert stießen war der Kichesipirini-Stamm, den die Franzosen La Nation de l'Isle nannten, weil ihr Dorf auf einer Insel im Ottawa-Fluss lag. Anfangs wurde der Name Algonkin nur für einen anderen Stamm benutzt, die Weskarini. Bis zum Jahr 1615 hatte sich der Name jedoch für alle Algonkin-Stämme entlang des Ottawa River durchgesetzt. Die Algonkin selbst unterschieden die dauerhaft siedelnden Stämme im oberen Tal des Ottawa River - die sie Nopiming daje Inini (Inländer) nannten, von den Stämmen, die im Sommer an den Sankt-Lorenz-Strom wanderten.


Geschichte

Die Algonkin gehen davon aus, dass sie selbst um 1400 in das heute bekannte Siedlungsgebiet einwanderten, dabei ist unbekannt, ob die Algonkin-Stämme von den Irokesen oder den Wyandot (Huronen) stammen. Als Jacques Cartier 1534 das erste Mal den Sankt-Lorenz-Fluss besuchte, lebten seiner Auskunft nach irokesisch sprechende Menschen in der Region zwischen Quebec und Montreal. Jahrzehnte später, als Samuel de Champlain in der Region eintraf und in Tadoussac die erste dauerhafte französische Siedlung gründete, waren diese Stämme verschwunden und es lebten nur noch Algonkin in der Region. Ob die Algonkin die Irokesen während eines Krieges vertrieben oder assimiliert haben ist unklar.

Die Algonkin unterhielten zu den Neuankömmlingen aus Europa gute Handelsbeziehungen und tauschten mit den französischen Kolonialisten vor allem Felle gegen Feuerwaffen. Nach anfänglicher Monopolstellung und einer erfolgreichen gemeinsamen Vertreibungsaktion gegen die im Sankt-Lorenz-Tal lebenden Irokesen in den ersten Jahren, verbündeten sich die Franzosen auch mit den Wyandot. Die Irokesen verbündeten sich mit den Niederländern und versuchten wiederholt wieder Kontrolle über die verlorenen Gebiete im Lorenz-Tal zu erhalten. Der Konflikt eskalierte und führte zu den sogenannten „Beaver Wars“, die mit dem Angriff der Mohawk auf eine Handelsniederlassung der Algonkin-Montagnais bei Sillery 1629 begannen und erst um 1700 wieder beendet wurden.

Im Verlauf der Konflikte mit den Irokesen und aufgrund mangelnder militärischer Unterstützung durch die alliierten Franzosen wurden die Algonkin weitgehend aus Ottawa vertrieben, aber als Volk nicht zerstört. Mit der französischen Missionierung und der Einrichtung von Handelsstationen blieb der Einfluss auf den Norden des Ottawa-Tals erhalten und während des Franzosen- und Indianerkriegs zwischen 1754 und 1763 blieben die Algonkin mit den Franzosen gegen die neu ins Land drängenden Briten verbunden. Nachdem diese im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Rebellen verloren und den Einfluss auf die Dreizehn Kolonien in den neu gegründeten Vereinigten Staaten verloren, zogen viele königstreue Briten aus dem Süden in das Gebiet der Algonkin, obwohl ihnen diese Gebiete im Pariser Frieden 1763 zugesprochen wurden. Die Algonkin verloren in den nachfolgenden Jahren durch die britische Siedlungspolitik und die aufkommende Holzindustrie weitere Gebiete, bis ihr ehemals riesiger Lebensraum auf die heute noch vorhandenen Stammesgebiete geschrumpft war.


Stämme

Historische Stämme

Aus der Zeit um das Jahr 1630 herum sind folgende Algonkin-Stämme überliefert:

* Iroquet - auch Atonontrataronon oder Ononchataronon genannt, lebten entlang Ontario's South Nation River.
* Kichesipirini Völker des großen Flusses - größte und mächtigste Algonkin-Gruppe, auch bekannt unter folgenden Namen: Algoumequins de l'Isle, Allumette, Big River People, Gens d l'Isle, Honkeronon (Huron), Island Algonkin, Island Indians, Island Nation, Kichesippiriniwek, Nation de l'Isle, Nation of the Isle, und Savages de l'Isle. Der Siedlungskern war die Morrison (Allumette) Insel.
* Kinounchepirini (Keinouche, Kinonche, Pickerel, Pike) - siedelten entlang dem Unterlauf des Ottawa-Fluss unterhalb der Allumette Insel.
* Matouweskarini (Madawaska, Madwaska, Matouchkarine, Matouashita, Mataouchkarini, Matouechkariniwek, Matouescarini) - siedelten am Madawaska River im oberen Ottawa Tal.
* Nibachis (Otaguottaouemin, Kotakoutouemi, Outaoukotwemiwek) - siedelten am Muskrat Lake im oberen Tal des Ottawa River.
* Otaguottaouemin (Kotakoutouemi, Outaoukotwemiwek)
* Quenongebin
* Sagaiguninini - (Saghiganirini)
* Saginitaouigama - (Sagachiganiriniwek)
* Weskarini - (Algonkin Proper, La Petite Nation, Little Nation, Ouaouechkairini, Ouassouarini, Ouescharini, Ouionontateronon (Huron), Petite Nation) - siedelten nördlich des Ottawa-Flusses am Rivière la Lièvre und Rivière rouge in Quebec.
Nach den Algonkin ist das Algonkium benannt worden. Auch die Abitibiwinni-Indianer werden zu dieser Sprachfamilie gezählt.


Aktuelle Stammesgruppen

Heute zählen folgende anerkannte Stämme in der kanadischen Provinz Quebec zu den Algonkin:

* Kitigan Zibi Anishinabeg, Kitigan Zibi, Quebec (2.600 Stammesmitglieder)
* Algonquins of Pikwàkanagàn First Nation, Golden Lake, Ontario (1.871 Stammesmitglieder)
* Timiskaming First Nation, Notre-Dame-du-Nord, Quebec (1.553 Stammesmitglieder)
* Nation Anishinabe du Lac Simon, Lac-Simon, Abitibi-Témiscamingue, Quebec (1.459 Stammesmitglieder)
* Abitibiwinni First Nation, Pikogan, Quebec (814 Stammesmitglieder)
* Eagle Village First Nation, Témiscaming, Quebec (676 Stammesmitglieder)
* Long Point First Nation, Winneway River, Quebec (652 Stammesmitglieder)
* Algonquins of Barrière Lake, Lac Rapide, Quebec (616 Stammesmitglieder)
* Anicinape Community of Kitcisakik, Val-d'Or, Quebec (384 Stammesmitglieder)
* Wolf Lake First Nation, Témiscaming, Quebec (262 Stammesmitglieder) — gebildet aus den historischen Stämmen:
- Dumoine Lake Band of Algonquin (hist.)
- Grassy Lake Band of Algonquin (hist.)
- Lac des Quinze Band of Algonquin (hist.)

Nur teilweise Algonkin:
* Matachewan First Nation, Matachewan, Ontario (527 Stammesmitglieder)
* Temagami First Nation, Temagami, Ontario (668 Stammesmitglieder)
* Wahgoshig First Nation, Black River-Matheson Ontario (250 Stammesmitglieder)

Zu den nicht-anerkannten Stämmen gehören:
* Ardoch Algonguin First Nation, bestehend aus 11 kleineren Stämmen:
- Big Rideau Algonquin First Nation
- Bob’s Lake Algonquin First Nation
- Calabogie Algonquin First Nation
- Eagle Lake Algonquin First Nation
- Eel Lake Algonquin First Nation
- Fall River Algonquin First Nation
- Golden Lake Algonquin First Nation (hist.), bestehend aus zwei Gruppen:
- Algonquins of Pikwàkanagàn First Nation (anerkannt)
- Bonnechere Algonquin Community, (nicht anerkannt)
- Mattawachen Algonquin First Nation
- Ottawa Algonquin First Nation
- Sharbot Lake Algonquin First Nation
- Tay River Algonquin First Nation
- Beaverhouse Algonquin First Nation
- Kichesipirini Algonquin First Nation
- Temagami Lake Band of Algonquin, (hist.)
- Washagami Lake Band of Algonquin, (hist.)

Kultur und Lebensweise

Die Algonkin lebten als Halbnomaden in den nördlichen Klimaregionen Kanadas, die für den Ackerbau nur begrenzt geeignet waren. Sie zogen als Jäger und Sammler durch die Region und lebten von Beeren, Früchten, Wurzeln, Samen sowie Fleisch und Fisch. Sie bauten Kanus aus Birkenrinden und benutzen im Sommer die Wasserläufe der Region um sich fortzubewegen, während sie im Winter Schlitten und Schneeschuhe verwendeten. Die Kleidung wurde aus Fellen und Leder der erlegten Tiere gefertigt, die zeltartigen Behausungen, sogenannte Wigwams wurden Schutz vor dem Wetter häufig mit Birkenrinde bedeckt.

Die Gesellschaftsstruktur war patriarchal, auch das Jagdrecht in einer bestimmten Region wurde von Vater zu Sohn vererbt. Die Religion der Algonkin war schamanistisch, sie glaubten, dass Schamanen Krankheiten heilen und mit den Geistern kommunizieren könnten. Der Glaube basierte auf einem „Grossen Geist“, einem übergeordneten Wesen, und untergeordneten Geistern, die die Elemente kontrollierten, sowie böse und gute Geister, die für Krankheit und Pech beziehungsweise Glück und Gesundheit verantwortlich waren. Die Traumdeutung nimmt in der Stammesreligion eine wichtige Rolle ein. In ihrer Religion ist der Gedanke an ein Leben nach dem Tod sowohl für Tiere als auch für Menschen verankert.

Eine Vorstellung von der früheren Lebensweise und ihrem Umfeld geben der Algonquin Provincial Park und das Ausgrabungsgebiet um das historische Dorf Kabeshinàn.

Quelle:
Wikipedia

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19.08.2009 02:48
#19 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Kichesipirini

Die Kichesipirini (auch Kichesippirini oder Kitchesipirini) sind eine der First Nations in der kanadischen Provinz Québec. Sie gehören zur Gruppe der Algonkin und lebten ursprünglich auf Morrison Island im Ottawa-Fluss, auf der Isle-aux-Allumettes und in der Pontiac Regional County Municipality östlich von Morrison Island.

Der Name bedeutet „Leute vom Großen Fluss“. Die Morrison-Insel nannten sie Kitcisìpi

Heute leben die meisten Kichesipirini im nahe gelegenen Pembroke.

Geschichte

Samuel de Champlain traf in Tadoussac die ersten Vertreter von Algonkin-Stämmen, die zusammen mit Innu und Etechemins (Malecite) einen Sieg über die Irokesen feierten. Im diesem Sommer 1603 traf er mit Häuptling Tessouat zusammen und besuchte sein Dorf 1613. 1620 schickte er Jean Nicollet zu den Kichesipirini, um unter ihnen zu leben. Um diese Zeit war es dem Stamm gelungen, ein Handelsmonopol entlang des Ottawa zu errichten, da ihr Wohnort an strategisch überaus wichtiger Stelle lag. Mit dem Verlust Québecs an die Briten verloren sie kurzzeitig ihre Bedeutung, doch fünf Jahre später dominierten die französischen Pelzhändler wieder die Region. 1636 versuchten die Kichesipirini eine Koalition mit Huronen, Algonkins und Nipissings gegen die Irokesen zusammenzubringen, doch Nipissings und Bear Nation verweigerten die Unterstützung. Noch im Frühjahr 1636 verstarb Tessouat.

Champlain nannte die Stammesgruppe noch Algoumequins. Deren Sprache war eine umfassende Händlersprache, deren Bezeichnung schließlich auf alle Stämme dieser Sprachfamilie übertragen wurde. Möglicherweise zogen die damaligen Bewohner es vor, ins Hinterland abzuziehen, nachdem die Irokesen um 1650 die Huronen besiegt hatten.

Die Kichesipirini folgten, wie die meisten Algonkin-Gruppen jahreszeitlich bedingten Wanderungen, so dass ihre materielle Hinterlassenschaft gering war und sich auf leicht zu transportierende Dinge bezog. Dabei zerstreuten sich die Familiengruppen, so, dass nur während des Sommers, wenn der Stamm zusammenlebte, von einer Häuptlingschaft über Familiengrenzen hinweg die Rede sein konnte. Außer im Ottawatal war der Raum für den Anbau von Mais, Kürbis und Bohnen wenig geeignet. So dienten Pflanzen eher der Baustoff- und Werkzeugherstellung, Tiere waren als Nahrungsmittel unerlässlich. Aber auch ihre Knochen, Haut, Pelz, Geweih dienten als Grundstoffe für Werkzeuge und Schmuck. Pelze wiederum interessierten vor allem die Franzosen und Engländer, mit denen ein intensiver Handel bestand. Das Wort atawe, handeln, gab den Ottawa sogar ihren Namen. Diesen Handel kontrollierten die strategisch äußerst günstig wohnenden Kichesipirini auf Morrison Island. Als Zwischenhändler bewahrten sie sich größte Unabhängigkeit.

Die Kichesipirini sind nicht als Indianerstamm anerkannt. Dennoch nennt sich die Pembroke-Gruppe heute Kichesipirini Algonquin First Nation, ihr Häuptling (Sachem) ist Paula LaPierre. Zusammen mit der York University in Toronto erarbeitete sie eine Studie und sammelte Befragungen von Elders, um die aktuellen Bedingungen und den Zustand der Verwandtschaftsverhältnisse (Lineages) zu dokumentieren.

Algonkin-Stämme der Umgebung leben am Golden Lake, in River Desert (Maniwaki), bei Temiskaming und zwischen Ottawa und Temiskaming: am Lac Quinze, Mattawa, Kipawa, Lac Dumoine und Rivière Coulogne. Dazu kommen Gruppen im Norden von Ontario und in Quebec in Abitibi, am Grand Lac Victoria, am Lac Simon und am Lac Barrière.

Quelle:
Wikipedia

Tribunus Laticlavius Offline




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19.08.2009 03:00
#20 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Anishinabe

Die Anishinabe (Das erste Volk; auch Ojibwa oder Chippewa) sind ein Indianervolk Nordamerikas. Sprachlich gehören sie zur Algonkinsprachgruppe (siehe auch Ojibwe (Sprache)). Ihre Sprache ist in mehrere Dialekte untergliedert und mit der der Ottawa-Indianer nahe verwandt. Ihr traditionelles Siedlungsgebiet erstreckt sich über Kanada und die nördlichen USA.


Stammeswappen der Anishinabe

Zwei der größten Stämme der Anishinabe:
* Saulteaux
* Mississauga

Heute leben etwa 200.000 Anishinabe in Nordamerika, von denen noch etwa 30.000 die Anishinabe-Sprache sprechen.


Kei-a-gis-gis, eine Frau der Ojibwa, Gemälde von George Catlin, 1832

Geschichte

Zusammen mit den Ottawa und den anderen Potawatomi gehörten sie einst zum mächtigen Rat der drei Feuer, der nahe der Ostküste der USA und dem Sankt-Lorenz-Strom lebte und sogar der Irokesenliga widerstand. Die Völker des "Rates" wanderten später vom Atlantik in das Gebiet der Großen Seen ein. Der Legende nach folgten sie einem geheiligten Objekt, der sogenannten "Miigis"-Muschel, die dem Ozean entsprungen war und von der Geisterwelt den Auftrag erhalten hatte, ihr erwähltes Volk in sein neues Land zu führen. Nach ihrer Ankunft zeigte sich die Muschel den Anishinabe zum letzten Mal und ist seitdem nicht wieder gesichtet worden. Der Ort dieses letzten Erscheinens wird meist mit Mooningwanekaning (Madeline Island) im Anishinaabe Gichigami (Oberer See) angegeben.

Historiker nehmen im allgemeinen an, dass die Anishinabe im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert aus ihrem ursprünglichen Lebensraum in die Gegend westlich des Huronsees migrierten. Dort spalteten sich die Potawatomi, die sich auf der unteren Halbinsel des Bundesstaats Michigan ansiedelten, und die Ottawa, die sich am Lake Nipissing im nördlichen Teil der Provinz Ontario niederließen, von den Anishinabe im engeren Sinne ab. Die beiden letzteren werden heute als eigenständige Stämme angesehen.

Die Anishinabe zogen weiter westwärts und vertrieben gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Dakota aus dem heutigen Bundesstaat Minnesota. Ab 1840 hatten sie sich in der Gegend nördlich des Oberen Sees und des Huronsees sowie in Teilen von Minnesota, North Dakota, Wisconsin, Manitoba, und Saskatchewan niedergelassen. 1850 bis 1923 schlossen die Briten eine Reihe von Landnutzungs-Verträgen mit Anishinabe-Stämmen in Kanada. Der Großteil der Anishinabe in den USA lebt heute in sieben Reservaten in Minnesota, fünf Reservaten in Wisconsin und einem Reservat in North Dakota sowie in mehreren Großstädten, besonders Minneapolis und St. Paul.


Dorf der Ojibwa bei Sault Sainte Marie 1846, Gemälde von Paul Kane

Bis heute haben die Anishinabe einen Großteil ihres Reservatslandes verloren. Besonders vom Landverlust betroffen sind die Leech-Lake-Anishinabe in Minnesota, die heute weniger als sieben Prozent ihres vertraglich festgeschriebenen Landes besitzen. Das ehemalige Anishinabe-Land wird von den Weißen vor allem zur Stromproduktion (Damm) und zur Holzwirtschaft verwendet.

Die Herkunft des Wortes “Ojibwe” ist noch nicht eindeutig geklärt. Edmund Danziger (1978) behauptet, es sei ein von einem benachbarten Stamm gegebener Name und bedeute soviel wie “die, die Piktogramme machen”, wohingegen Frances Densmore (1979) die eher anerkannte Interpretation vertritt, es handele sich um eine Alternative zu “Anishinaabeg” und komme von einem Verb, das soviel wie “rösten, bis es sich kräuselt” bedeute (ein Verweis auf eine besondere Art und Weise, auf der die Nähte von Mokassins hergestellt werden). Fehlerhaftes Aufschreiben durch Missionare und Händler führte später zum Entstehen des Wortes “Chippewa,” das bis heute als offizielle Bezeichnung von der amerikanischen Regierung verwendet wird.

Die Anishinabe sahen (und sehen) sich nicht als Mitglieder eines großen Stammes an und hatten keine Tendenz, eine Stammeseinheit zu beschwören. Ihr wichtigster Bezugspunkt war die Familie. Aufgrund der langen, schweren Winter in Kanada und den nördlichen USA und der Notwendigkeit, weite Landstriche auf der Suche nach Nahrung zu durchqueren, waren einzelne, abgeschiedene Haushalte, die nur mit den nächsten Nachbarn Kontakt hielten und in denen mehrere Generationen unter einem Dach lebten, die Norm. Im Sommer bildeten solche Haushalte manchmal kleine Dörfer, die aus 10 bis 12 Familien bestanden, und mehrere Dörfer taten sich oft zur besseren Ausnutzung von Naturschätzen zu Gruppen von 300-400 Personen zusammen. Was diese Gruppen zusammenhielt, waren zum einen die verschiedenen Fähigkeiten, die die einzelnen Gruppenmitglieder in die Gemeinschaft einbrachten, zum anderen die gemeinsame Sprache.

Quelle:
Wikipedia

Tribunus Laticlavius Offline




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19.08.2009 03:09
#21 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Beothuk

Die Beothuk waren ein vermutlich Algonkin sprechendes indianisches Volk auf der Insel Neufundland vor der Ostküste Nordamerikas. Die letzten Beothuk lebten zu Beginn des 19. Jahrhunderts und sind möglicherweise nach Norden zu ihren indianischen Verbündeten in Labrador, den Montagnais, gezogen. Sie gelten seit 1829 als ausgestorben.


Ehemaliges Wohngebiet der Beothuk

Name

Der Name Beothuk taucht vor dem Ende des 18. Jahrhunderts nicht auf, bis Wörter aus ihrer Sprache von gefangenen Indianern gesammelt wurden. Bis dahin und sogar noch nach dieser Zeit waren die Beothuk wegen ihres großzügigen Gebrauchs von rotem Ocker nur als Red Indians bekannt. Die Schreibweise war unterschiedlich und umfasste Bethuk, Beothuk, Beothuc, Beothuck, Beothick, Boeothuck, Boeothick, Boethick, Behathook und Beathook. Die heutige Schreibweise ist Beothuk oder Beothuck. Beothuk war ihr Eigenname; der Ethnologe Albert S. Gatschet vermutet Verbindungen mit dem Begriff Körper oder Bauch.


Sprache und Wohngebiet

Durch das isolierte Wohngebiet der Beothuk unterschied sich ihre Sprache von ihren Nachbarn auf dem Festland. Eine entfernte Verwandtschaft könnte zum Algonkin-Dialekt der Naskapi und Montagnais in Québec und Labrador bestanden haben. Das Wissen über ihre Sprache basiert auf vier kurzen Wörtersammlungen, die von gefangenen Beothuk stammen. Diese umfassen insgesamt mehr als 400 lexikale Begriffe. Die Qualität und Anzahl der Aufzeichnungen lässt keine Schlüsse auf eine Standard-Orthographie für Beothuk-Wörter zu.

Obwohl sich die Beothuk einst das gesamte Neufundland bewohnt hatten und auch Verbindungen zu Labrador unterhielten, stammen die meisten Informationen von einer Gruppe, die sich während des 18. und frühen 19. Jahrhunderts am Exploits River aufhielt. Dieses Volk bewohnte während des Herbstes und frühen Winters das östliche Ende des Red Indian Lake und verteilte sich für den Rest des Jahres am nahegelegenen Ostufer des Sees. Vom See aus war es leicht möglich, auf verschiedenen Routen zur Ostküste und auch zur Süd- oder Westküste zu kommen.


Beziehungen zu Nachbarn und Europäern

Bevor sie Kontakt zu Europäern hatten, waren die Beothuk die Herren ihrer Insel. Sie hatten eine besondere Abneigung gegen Eskimos, die sie als Vierpfoten (engl. Fourpaws) verspotteten und es bestand eine traditionelle Feindschaft zwischen den Beothuk und den Labrador-Eskimos.

Die Beothuk fürchteten die Abenaki und Micmac aus dem Westen und die Montagnais aus dem Norden aufgrund ihrer kämpferischen Fähigkeiten. Gleichwohl pflegten sie freundschaftliche Beziehungen zu den Montagnais (allerdings nur zu diesen), von denen sie Steinäxte und andere Werkzeuge übernahmen und beide Gruppen besuchten sich gegenseitig. Man vermutet, dass die letzten überlebenden Beothuk sich den Montagnais in Labrador angeschlossen haben könnten.

Die Ankunft der Weißen störte das Gleichgewicht zwischen den Stämmen der Region empfindlich, als die Micmac mit Feuerwaffen ausgerüstet wurden. Die Beothuk vermieden den Kontakt zu den Weißen, deshalb blieben sie auch weitgehend von europäischen Krankheiten verschont, von denen die meisten anderen Stämme in regelmäßigen Abständen heimgesucht wurden. Im späten 17. Jahrhundert kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Franzosen setzten Prämien für die Köpfe von Beothuk aus, weil sie über deren Diebstähle erbost waren. In der Nähe der St. George's Bay entdeckten die Beothuk eine Gruppe von Micmac im Besitz derartiger Beothuk-Köpfe und brachten sie um. Den nachfolgende Krieg zwischen beiden Stämmen konnten die Micmac aufgrund ihrer Feuerwaffen siegreich beenden und zwangen die Beothuk, sich in das Innere der Insel zurückzuziehen. Am Ende des 18. Jahrhunderts fand man die Beothuk nur noch im südlichen und westlichen Teil der Insel. Auch das Landesinnere bot keine Sicherheit mehr, weil Expeditionen der Europäer sie am Red Indian Lake aufspürten. Danach verliert sich die Spur der letzten Beothuk, die vermutlich die Insel verließen und zu den Montagnais zogen.

Kultur

Lebensunterhalt

Das Klima auf Neufundland ließ keinen Maisanbau zu, deshalb waren die Beothuk Halbnomaden und lebten hauptsächlich vom Fischfang und von der Jagd. Die Beothuk verbrachten den Sommer in Lagern an der Küste, wo sie fischten, jagten und andere Nahrung sammelten. Im Winter zogen sie in das Landesinnere, doch es gab auch Gruppen, die die das ganze Jahr über an der Küste lebten.

Auf Neufundland gab es nicht viele Landtiere, das wichtigste davon war das Karibu, das mit Speeren erlegt wurde. Die Beothuk machten auch Jagd auf Vögel und kleine Tiere, die mit Schlingen gefangen oder mit Pfeil und Bogen erlegt wurden. Robben und kleine Wale wurden harpuniert. Außerdem gehörten Schalentiere, essbare Wurzeln, das Innere von Rinden und Vogeleier zur Nahrung der Beothuk. Es gab auch Expeditionen nach Funk Island, etwa 60 Kilometer nordöstlich jenseits des Horizonts. Von dort kehrten die Kanus vollgeladen mit Vogeleiern zurück, die für den späteren Verzehr hart gekocht wurden.

Im Winter konzentrierten sich die Männer der Beothuk auf das Erlegen der in Herden wandernden Karibus, die innerhalb von ausgedehnten Wildzäunen am Exploits River gefangen wurden. Die Hauptarbeit war das Verarbeiten und Lagern von Hunderten von Kadavern. Das Fleisch wurde entweder eingefroren oder geräuchert, in Rinde verpackt und in Schneewällen oder Hütten gelagert. Doch Wild gab es nur in begrenzter Anzahl. In späteren Jahren konnten die Beothuk die Küste nicht mehr erreichen, vermutlich einer der Gründe für das Verlassen der Insel. Der Grund für das Aussterben der Beothuk waren weniger Krankheiten und Kriege sondern vielmehr der Mangel an Nahrung.


Wohnkultur

Die Beothuk wohnten in Wigwams, deren Wände aus Stangen bestanden und mit überlappender Birkenrinde bedeckt waren. Eine Öffnung in der Spitze der konischen Behausung sorgte für den Abzug des Rauchs aus der zentralen Feuerstelle. Es gab auch größere viereckige Konstruktionen, die in den Sommermonaten genutzt wurden. Getrocknete Lebensmittel lagerte man auf Ablagen im oberen Bereich des Wigwams. Karibufelle dienten zum Verschließen der Eingänge. Typisch waren die Schlafplätze, die in Gruben des Wigwambodens lagen. Diese Wigwams konnten von 12 bis 15 Personen bewohnt werden. Zur Aufbewahrung von Lebensmitteln gab es Lagerhäuser, die entweder konisch oder mit einem Firstdach bedeckt waren. Im Innenraum fand man Gestelle zum Trocknen von Lachs oder zum Lagern von Beinknochen der Karibus, die essbares Knochenmark enthielten.

Man nahm Dampfbäder in speziellen Hütten, bestehend aus einem halbrunden Rahmen, der mit Fellen bedeckt war. Hier goss man Wasser auf große heiße Steine und zur Dampferzeugung.

Beim Tod eines Stammesangehörigen stellte man einen hölzernen Behälter oder Sarg auf eine niedrige Plattform. Es gab auch besondere Hütten, in denen der Tote auf den Boden gebettet wurde. Die Beothuk beerdigten ihre Toten in Höhlen und Felsspalten, im Boden oder unter einem Steinhaufen, der Leichnam konnte in ausgestreckter, gekrümmter oder auch in sitzender Stellung beigesetzt werden.


Kleidung und Verzierungen

In zeitgenössischen Berichten fällt auf, dass immer vom großzügigen Gebrauch des roten Ockers die Rede ist. Die Beothuk mischten das rote Pulver mit Fischöl oder Fett und schmierten die Substanz buchstäblich über alles. Sie färbten die Haare, das Gesicht, den Körper und auch die Kleidung und Ausrüstung, so dass Weißen dieser Brauch als Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Stämmen diente. Der Begriff Rothaut (engl. Redskin) stammt daher und wurde später auf alle Indianer übertragen.

Oft waren die Beothuk mit einem rechteckig geformten Umhang bekleidet, der aus zwei zusammengenähten Karibufellen bestand. Kleinkinder wurden in einer Schlinge auf dem Rücken der Frauen getragen. Um besser mit Pfeil und Bogen schießen zu können, waren die Männer auf der Jagd auf der rechten Schulter unbekleidet. Die meisten Kleidungsstücke waren aus Leder, wie Leggings, Handschuhe, Mützen und Mokassins. Häufig wurde das Fell nach innen getragen, während man die Außenseite eingeölt und mit rotem Ocker beschmiert hatte.

Fortbewegungsmittel

Im Winter trugen die Beothuk Schneeschuhe und benutzte Schlitten zum Transport von erlegtem Wild und gelegentlich auch von Personen. Das zerlegte Wild wurde in Birkenrinde verpackt, transportiert und gelagert. Am Exploits River fand man bei den Lagerhäusern einfache Flöße aus Baumstämmen, die auch zum Transport der bis 90 kg schweren Fleischpakete gedient hatten.

Birkenrinden-Kanus waren aber das wichtigste Transportmittel der Beothuk, sowohl in den Küstengewässern als auch auf Binnenseen und Flüssen. Es gab sogenannte Portagen, an denen die Kanus über eine Landstrecke getragen werden mussten. Die Kanus der Beothuk waren bis zu 20 Fuß (ca. 6,20 m) lang, relativ breit und bestanden aus Birkenrinde. Für Fahrten auf dem offenen Meer wurden sie mit schweren Steinen als Ballast und mit einem Kiel versehen. Zur Fortbewegung benutzte man Paddel oder manchmal sogar Segel. Beothuk waren tüchtige Seeleute, die von Neufundland nach Funk Island fuhren und außerdem die Straße von Belle Isle überquerten. Auf Gewässern des Binnenlandes benutzte man wahrscheinlich andere Kanus, bei denen elastisches Karibu-Leder anstatt der Rinde als Oberfläche genommen wurde.


Materialkultur

Obwohl die Beothuk den Kontakt zu den Europäern vermieden, waren sie sehr an deren Gütern interessiert - so ersetzten sie auch bald die traditionellen Materialien durch Metall. Sie trieben aber keinen Handel mit den Weißen - alles Metall in ihrem Besitz war von Europäern gestohlen. Die meisten archäologischen Fundstätten auf Neufundland weisen auf die Existenz europäischer Güter hin, wie zum Beispiel Segel, Äxte und Messer, es gab jedoch keinerlei Feuerwaffen. Man fand in ihren ehemaligen Lagern Hunderte von alten Nägeln, die zu Pfeilspitzen verarbeitet wurden.

Die traditionellen Waffen für Jagd und Kriegsführung bestanden aus Pfeil und Bogen, Speeren, Äxten, Messern und Keulen. Die Klingen und Pfeilspitzen bestanden aus Flint, Feuerstein oder Knochen. Die Bogen hatten eine Länge von etwa 5 Fuß (ca. 1,55 m) und waren aus Esche oder Kiefer gefertigt, die Pfeile aus Kiefernholz waren etwa 3 Fuß (ca. 92 cm) lang und an den Enden gefiedert. Auf die Robbenjagd gingen die Beothuk mit 12 Fuß (ca. 3,66 m) langen Harpunen.

Aus Birken- und Fichtenrinde fertigten die Beothuk fast alle Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens, so zum Beispiel das Geschirr zum Essen und Trinken, Behälter, Eimer und Gefäße zum Kochen, aber auch für Haus- und Kanuwände. Tierische Sehnen und flexible Wurzeln bildeten das Material zum Nähen, Binden und Schnüren. Decken und Kleidung waren aus Leder. Kämme schnitzte man aus Karibu-Geweihen und Schmuckanhänger aus Knochen.

Es gab kunstvoll geschnitzte Schmuck-Anhänger aus Knochen, die mit geometrischen Mustern verziert waren. Shanawdithit, eine 1823 von englischen Siedlern gefangene Beothuk-Frau, demonstrierte diese Fertigkeit an Kämmen aus Horn und außerdem gravierte sie mit Hilfe ihrer Zähne Muster von Tieren, Figuren und Blumen in Birkenrinde. Sie hatte offensichtlich ein besonderes Talent zum Zeichnen und kommunizierte mühelos mit einem Wissenschaftler über historische und kulturelle Informationen zu ihrem Volk. Shanawdithit starb 1829 und ist heute bei den Neufundländern sehr populär. Im Jahr 1999 wählten sie die Leser der Zeitung The Telegram zur bemerkenswertesten Ureinwohnerin der letzten 1.000 Jahre.


Soziale Organisation

Die Gesellschaft der Beothuk war vermutlich patriarchisch ausgerichtet. Bei Männern und Frauen gab es offenbar keine Arbeitsteilung bis auf die Jagd, die eine rein männliche Aufgabe war.

Die Ehe war monogam und patrilokal und Hochzeiten wurden ausgiebig gefeiert, manchmal über 24 Stunden oder länger. Aus Shanawdithits Bericht stammt auch die Information, dass Ehebrecher öffentlich verbrannt und sittliche Vergehen hart bestraft wurden. Häufig wurden aus der Gefangenschaft zurückkehrende Beothuk mit dem Tode bestraft, weil sie über längere Zeit Kontakt mit den Europäern hatten.

Eine Gruppe der Beothuk, die 1811 am Exploits River beobachtet wurde, war in drei getrennte Lager aufgeteilt, die aus je drei oder mehr Wigwams bestanden und von maximal drei Familien bewohnt wurden. Bei Gefahr konnten sie sich schnell zum gemeinsamen Kampf vereinigen. Die Beothuk waren gefürchtete, verwegene Krieger und wurden häufig nur durch die überlegenen Feuerwaffen ihrer Gegner besiegt. Bei feindlichen Zusammenstößen zeigten sie Kaltblütigkeit aber auch Großmut gegenüber ihren Feinden, waren aber unbarmherzig bei Racheakten. Die Köpfe von feindlichen Opfern steckte man auf Pfähle und die Gruppe tanzte singend darum herum. Das Zeichen für Frieden bestand aus einem Stück Fell oder einem Fichtenzweig.

Persönlicher Besitz, besonders Waffen und Nahrungsvorräte, war bei den Beothuk bekannt. Es war ihnen sehr wohl bewusst, dass sie Unrecht begingen, wenn sie die in ihrer Nachbarschaft lebenden Kolonisten bestahlen.

Nach dem Tode eines Beothuks wurde der Leichnam sorgfältig in Birkenrinde verpackt und zu einer Begräbnisstätte an der Küste gebracht. Es war üblich, die Toten mit Grabbeigaben zu bestatten. Diese bestanden bei Männern aus dem persönlichen Besitz, den Waffen und der Ausrüstung, aber auch aus Kanumodellen und kleinen geschnitzten menschlichen Figuren. Diese sollten laut Shanawdithit den Verstorbenen darstellen. Frauen wurden lediglich in ihrer eigenen Kleidung beerdigt. Beim Tod des Ehegatten unterzog sich der Überlebende einem rituellen Bad. Medizinische Dampfbäder, begleitet von rituellen Gebeten, dienten zur Heilung von Krankheiten.


Religion

Ein weitverbreiteter Glaube der Beothuk bestand darin, dass es die Existenz einer Bindung zwischen Mensch und Tier gab. Jedes Tier besaß einen Geist, dessen Gunst erworben werden musste, sonst würde der Jäger kein Tier dieser Art mehr erlegen können. So wurden zum Beispiel die Knochen eines Bibers sorgfältig gereinigt und wieder ins Wasser geworfen. Ähnlich verfuhr man mit Zähnen von Elchen und Karibus oder den Krallen von Bären, die als Talismane aufbewahrt wurden und die Geister der Tiere besänftigen sollten. Die Beothuk glaubten an den Großen Geist oder Gitche Manitou, dem Schöpfer alles Lebens, und an übernatürliche Wesen.

Geschichte

Schon seit über 9000 Jahren wird Neufundland von Menschen bewohnt, die Beothuk waren also nicht die ersten, als sie um 200 n.Chr. auf die Insel kamen. Der Legende zufolge sprangen die Beothuk von einem Pfeil oder an einem Pfeil hängend zu Boden. Ihre Überlieferungen deuten auf enge Verbindungen zu Labrador hin, möglicherweise ihr Herkunftsland. Am Ende des 10. Jahrhunderts erreichten die Wikinger Neufundland und errichteten dort einige Siedlungen. In dieser Zeit war es ungewöhnlich warm. Als das Klima im 11. Jahrhundert wieder kälter wurde, verschwanden die Wikinger und die nächsten Europäer kamen erst 500 Jahre später.

Von Jacques Cartier (1534) stammen die frühesten verlässlichen historischen Aufzeichnungen. Es gibt noch weitere Berichte über Eingeborene auf Neufundland, so zum Beispiel von John Cabot und Gaspar de Côrte-Real aus den Jahren 1497 bzw. 1500, doch sie erwähnen nicht den Einsatz von rotem Ocker, dem typischen Erscheinungsmerkmal der Beothuk.

Die ersten Begegnungen zwischen Beothuk und Weißen waren freundlicher Art, das änderte sich aber bald, als die Briten und Franzosen mit der Besiedlung begannen. Interessenskonflikte bei der Jagd und der Küstenfischerei sowie auch fortgesetzte Diebstähle durch Beothuk führten zu wachsenden Spannungen. Die Micmac vom Kap Breton besuchten jedes Jahr in den Sommermonaten Neufundland wegen der reichen Fischgründe. Die Beziehungen zwischen Beothuk und Micmac waren immer friedlich gewesen. Doch im Jahr 1613 erschoss ein französischer Fischer einen jungen Beothuk, der ihn bestehlen wollte. Die Beothuk töteten daraufhin aus Rache 37 Franzosen. Die Micmac waren Verbündete der Franzosen, wurden von diesen mit Feuerwaffen ausgerüstet und zum Krieg gegen die Beothuk angestiftet. Natürlich unterlagen die Beothuk, mussten ihre Nahrungsquellen an der Küste verlassen und flohen ins Innere der Insel. Obwohl die Franzosen Kopfprämien ausgesetzt hatten, gibt es keinen Nachweis, dass Micmac-Krieger tatsächlich Köpfe von getöteten Beothuk abgeliefert haben.

Die Kriege in Neuengland und Kanada zwischen Franzosen, Engländern und Ureinwohnern berührten Neufundland nur am Rande. Die weißen Siedlungen erstreckten sich entlang der Küsten, und die Bewohner vermieden es weitgehend – aus Furcht vor den Beothuk – ins Innere der Insel vorzudringen. Die Beothuk ihrerseits schlichen sich des Nachts in die Siedlungen, um das begehrte Metall zu stehlen. Weiße Jäger, Fallensteller und Fischer betrachteten es als notwendig, alle Beothuk zu töten, um ihr Eigentum zu schützen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Beothuk auf den südöstlichen Teil der Insel zurückgedrängt. Sie wehrten sich durch Überfälle auf die Weißen, um sich europäische Werkzeuge und sonstige Ausrüstung zu beschaffen, während die Angriffe der Weißen im Wesentlichen das Töten der Beothuk zum Ziel hatten. Verschiedene Berichte aus dem 18. Jahrhundert über Gefechte mit Beothuk brüsten sich mit zehnfachem und sogar hundertfachem Mord. Der größte Feind der Beothuk aber war der Hunger. Um 1768 gab es weniger als 400 Angehörige, die meisten von ihnen lebten am Exploits River.

Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert wurden ein paar einzelne Beothuk-Frauen und Kinder gefangen. Die bekanntesten von ihnen waren Demasduit (englischer Name: Mary March) und Shanawdithit (Nancy April), die 1819 und 1823 gefangen wurden.

Im Jahr 1810 erließ die britische Regierung eine offizielle Proklamation, die Beothuk nicht länger zu verfolgen. Aber noch jahrelang wurden Beothuk von britischen Siedlern getötet. Langsam setzte sich ein Wechsel zu einer freundlicheren Haltung in der öffentlichen Meinung durch. Aber es war zu spät, im Jahr 1823 war der Stamm der Beothuk auf eine Handvoll Personen geschmolzen. Mit den Resten der Beothuk, die danach den Exploits River verließen, war keine erfolgreiche Verbindung mehr herzustellen. 1827 konnte trotz einer sorgfältigen Suche durch die Beothick Institution kein einziger Beothuk mehr gefunden werden. Die letzten Angehörigen sind möglicherweise nach Norden zu ihren ehemaligen Verbündeten in Labrador gezogen. Shanawdithit starb im Jahr 1829, und es ist sehr wahrscheinlich, dass es seit diesem Jahr keine Beothuk mehr in Neufundland gibt.


Heraldik

Auf dem Wappen von Neufundland und Labrador sind zwei mit Pfeil und Bogen bewaffnete Angehörige des Beothuk-Stammes als Schildhalter abgebildet.

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19.08.2009 03:14
#22 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Chickahominy (Volk)

Die Chickahominy (sprich tschicke-) sind ein Volk der Virginia-Algonkin, die in der Umgebung von Richmond, Virginia leben, insbesondere in den Countys New Kent und Charles City.

Während der Ankunft der englischen Kolonisten 1607 waren die Chickahominy Alliierte des Häuptlings Powhatan.

Heute besteht das Volk aus etwa 750 Menschen, die innerhalb eines Radius von etwa acht Kilometern um das Zentrum im Charles City County leben, sowie mehreren Hundert, die sich in anderen Regionen der USA aufhalten. Das Volk wurde 1983 vom Bundesstaat Virginia anerkannt.

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19.08.2009 03:16
#23 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Conoy

Die Conoy, auch Piscataway genannt, waren ein Algonkin sprechender Indianerstamm, der mit den Lenni Lenape und den Nanticoke verwandt ist. Sie lebten zwischen Potomac River und der westlichen Küste der Chesapeake Bay, dem heutigen Maryland, USA. Aus alten Aufzeichnungen kann man entnehmen, dass sie ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch die Jagd mit Pfeil und Bogen auf das reichlich vorkommende Wild und Geflügel ihres Wohngebietes bestritten. Ihre Behausungen waren oval geformt.

Im 17. Jahrhundert von den Susquehanna bedrängt, flüchteten die schnell an Zahl abnehmenden Conoy den Potomac hinauf und gelangten ins Innere Pennsylvanias. Nach und nach zogen sie den Susquehanna River hinauf und im Jahre 1765 hatten 150 Angehörige des Stammes unter der Herrschaft der Irokesen das südliche New York erreicht. Mit den Mahican und Lenni Lenape, von denen sie aufgenommen wurden, zogen sie nach Westen.

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19.08.2009 03:18
#24 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Coree

Die Coree (auch als Connamox, Cores, Corennines, Connamocksocks, Coranine-Indianer oder Neuse River Indians bezeichnet) waren ein nordamerikanisches Indianervolk, das ursprünglich die Halbinseln des Neuse River in den Countys Carteret und Craven im heutigen Bundesstaat North Carolina an der Südostküste der Vereinigten Staaten besiedelte. Möglicherweise gehörte der sehr kleine Stamm zu den Algonkin, er wurde erst 1701 von den europäischen Siedlern beschrieben. Laut Aufzeichnungen John Lawsons ließ sich die Sprache der Coree nicht zuordnen und hatte keine Ähnlichkeit mit den Sprachen der Tuscarora, der Algonkin oder der Woccon. Der Name Coree könnte von dem Algonkin-Namen Cwareuuoc abgeleitet sein. John Lawson, demzufolge der Stamm durch einen Krieg mit einem anderen Stamm im Jahre 1696 deutlich dezimiert wurde, zählte 125 Mitglieder und ordnete ihnen zwei Siedlungen zu: Coranine und Raruta. Er bezeichnet den Stamm einmal als Coranine, ein anderes Mal verwendet er die Bezeichnung Connamox.

Die Coree beteiligten sich 1711 als Verbündete der Tuscarora am Tuscarora-Krieg, einige Überlebende der Auseinandersetzung siedelten 1715 im einzigen verbliebenen Dorf der Machapunga, Mattamuskeet am Mattamuskeet Lake im heutigen Hyde County (North Carolina) bis der Stamm dort vermutlich ausstarb. Andere Coree zogen es vor im Stammesgebiet, dem heutigen Carteret County zu bleiben. Dort lebten sie weitgehend an isolierten und eher versteckten Orten und gingen in der weißen Bevölkerung auf.

Der Häuptling der Nachfahren des Stammes, Chief Jerry "Turtle" Faircloth, versucht die staatliche Anerkennung des Stammes zu erlangen, der heute als Faircloth Indians bezeichnet wird.

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19.08.2009 03:20
#25 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Erie (Volk)

Die Erie waren ein Irokesisch sprechendes nordamerikanisches Indianervolk. Ihr Name wird als Kurzform des irokesischen Wortes Ee-ree-a-gee ausgelegt, das soviel wie langer Schwanz bedeutet und mit dem Waschbärfelle bzw. die Indianerstämme, die mit ihnen handelten, bezeichnet wurden. Die Franzosen brachten das Wort fälschlicherweise mit dem Puma in Verbindung. Deswegen wurden sie von den Franzosen das Volk der Katze (Nation du Chat) genannt.

Sie waren ursprünglich vermutlich Ackerbauern und in ständige Kämpfe mit dem Irokesenbund verwickelt. 1653 bis 1656 unterlagen sie den mit Gewehren bewaffneten Irokesen. Sie gingen in den Irokesen und anderen Völkern auf. Unter anderem wurde der Eriesee nach ihnen benannt.

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19.08.2009 03:24
#26 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Fox (Volk)

Die Fox sind ein Algonkin sprechender Stamm nordamerikanischer Indianer, der sich selbst Meshkwakihug oder Mesquakie (Volk der roten Erde) nennt. Als sie 1667 zum ersten Mal auf Europäer stießen, lebten sie im Waldgebiet des heutigen nordöstlichen Wisconsin.

Ihre ortsfesten Dörfer nahe der Felder, in denen Frauen Mais, Bohnen und Kürbis anbauten, wurden nur im Sommer bewohnt; die meisten Fox verließen die Dörfer nach der Ernte, um an gemeinsamen Bisonjagden im Winter in der Prärie teilzunehmen. Ein Friedenshäuptling und ein Rat der Ältesten führte die Stammesgeschäfte; wichtige Probleme wurden vom ganzen Stamm diskutiert, bis man eine Lösung gefunden hatte. Krieger wurden von Männern mit besonderem Geschick und Ruf geführt. Familien fasste man in Klans zusammen, das waren vorwiegend Gemeinschaften zeremonieller Natur, deren Mitglieder ihre Herkunft auf einen mystischen Gründer in der männlichen Linie zurückführten.


Mássika, ein Sauk-Indianer (links) und Wakusásse, ein Fox-Indianer (rechts). Aquarell von Karl Bodmer im Jahr 1833

Eine wichtige religiöse Organisation waren die Midewiwin oder die Grand Medicine Society, eine geheime Gesellschaft, deren Mitglieder Krankheiten heilen konnten und übernatürliche Kräfte besaßen, um den Stamm vor Unheil zu bewahren. Viele Zeremonien konzentrierten sich um den Brauch des heiligen Medizinbündels, das eine Sammlung magischer Dinge darstellte.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts vereinigten die Fox sich mit den Sauk (Sac), um Krieg gegen die Franzosen und später gegen die Engländer zu führen. Sie zogen sich unbesiegt nach Illinois und dann nach Iowa zurück, wo sie im Tama County Land kauften, das sie noch heute bewohnen. Die Fox haben ihre traditionelle Gemeinschaft erhalten: Clans und zeremonielle Organisationen bestehen fort und die Sprache der Fox wird noch in den Familien zuhause gesprochen. Sie führen ihr Stammesland über eine gewählte Geschäftsleitung, welche die Finanzen verwaltet und die Beziehungen mit der Regierung pflegt.

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19.08.2009 03:31
#27 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Ho-Chunk

Die Ho-Chunk (Eigenbezeichnung), auch Winnebago, sind ein Indianerstamm der Sioux-Sprachfamilie. Der Name Winnebago bekamen sie von feindlichen Ethnien. Er bedeutet soviel wie Volk des Stinkwassers, die genaue Bedeutung ist allerdings umstritten. Ihre Heimat war die Green Bay des Michigansees in Wisconsin.


Winnebago Wigwam ca. 1852

Die Ho-Chunk wohnten in Wigwams, bauten Kanus aus Birkenrinde und waren Büffeljäger. Trotz reicher Ernten des wilden Wasserreises betrieben sie auch Ackerbau.

Die Winnebago waren mit den Fox und den Sauk verbündet. Ihr Gemeinwesen bestand aus Clans, die Tiere zum Symbol hatten. Sie pflegten einige zeremonielle Tänze, magische Riten und Geheimkulte und besaßen eine reiche Mythologie.

Die US-Regierung ließ die 1900 Ho-Chunk im Jahre 1863 von Minnesota nach Missouri zwangsumsiedeln. Grund dafür war die Beteiligung der Ho-Chunk am Dakota-Aufstand von Little Crow.

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19.08.2009 03:34
#28 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Illinois (Volk)

Die Illinois waren eine Konföderation kleiner Algonkin sprechender Indianerstämme, die ursprünglich über das Gebiet verstreut waren, welches das heutige südliche Wisconsin, das nördliche Illinois und Teile von Missouri und Iowa umfasste. Die bekanntesten Stämme waren die Cahokia, Kaskaskia, Michigamea, Peoria und Tamaroa. Die Illinois waren in erster Linie Jäger; kleine Jagdgruppen erlegten das ganze Jahr hindurch Tiere des Waldes und fast die gesamte Dorfgemeinschaft beteiligte sich an winterlichen Bisonjagden in der Prärie. Von den Frauen gezogener Mais und anderes Gemüse vervollständigten die Ernährung. Ihre Dörfer bestanden aus mit Schilfmatten bedeckten Hütten, die mehreren Familien Platz boten. Über die soziale Organisation der Illinois ist wenig bekannt, sie war derjenigen der Miami wohl sehr ähnlich. Sie hatten einen Friedenshäuptling, der von der Ratsversammlung des Dorfes gewählt wurde, während der Kriegshäuptling nach seinen Führungseigenschaften bei Kriegszügen ausgewählt wurde.


Ein Stammesmitglied der Illinois, Zeichnung von Georges-Henri-Victor Collot (1796)

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts konzentrierten sich die meisten Illinois entlang des Illinois Rivers von Starved Rock bis zum Mississippi River, wohin sie wegen der Feindseligkeiten der Dakota, Fox und anderer nördlicher Stämme ausgewichen waren. Durch Überfälle der Irokesen in ihrer Zahl erheblich reduziert, schwächte außerdem die Einführung von Alkohol durch französische Händler den Stamm. Die Ermordung des Ottawahäuptlings Pontiac durch einen Illinois provozierte Vergeltungsaktionen von verschiedenen nördlichen Algonkin-Stämmen, wodurch ihre Bevölkerungszahl weiterhin abnahm. Die Überlebenden suchten Zuflucht bei französischen Siedlern in Kaskaskia im Staat Illinois, während Sauk, Fox, Kickapoo und Potawatomi ihnen fast das gesamte Wohngebiet wegnahmen. Im Jahre 1832 verkauften die verbliebenen Illinois ihr Land, zogen nach Kansas und anschließend nach Oklahoma.

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19.08.2009 03:43
#29 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Irokesen

Die Irokesen (auch bekannt als Five Nations bzw. Six Nations, in Deutsch auch Fünf/Sechs Nationen) sind ein Völkerbund aus zuerst fünf und später sechs sprachverwandten Völkern nordamerikanischer Ureinwohner. Sie selbst nennen sich Haudenosaunee, zu Deutsch Völker des Langhauses. Heute leben die meisten der etwa 75.000 Irokesen in Ontario und im Staat New York. Andere Irokesen leben in Wisconsin, Québec und Oklahoma. Nur eine kleine Minderheit spricht noch eine der Irokesischen Sprachen, darunter ungefähr 2.000 Mohawksprecher, die größtenteils im Reservat Kahnawake bei Montreal leben.


Flagge der Irokesenkonföderation

Name

Das Wort „Irokesen“ (engl./fr. Iroquois) wird vermutlich von hiro kone („ich habe gesagt“ in einer der irokesischen Sprachen) gewandelt. Am Ende jeder Rede würden sie „hiro kone“ sagen. Andere glauben, dass das Wort Irokesen auf eine französische Abart eines Schimpfnamens zurückführt, der „Schwarze Schlangen“ bedeutet. Wegen der Rivalitäten im Pelzhandel waren die Irokesen Feinde der Wyandot und der Algonquin, die mit den Franzosen verbündet waren.

Das auch verwendete Wort Haudenosaunee bedeutet „Menschen, die ein langes Haus bauen“ und es wird erzählt, dass der Große Friedensstifter den Namen zur Zeit des Zusammenschlusses der Völker des Bundes einführte. Es impliziert, dass die Nationen des Bundes wie Familien in denselben Langhäusern zusammenleben sollen. Die Seneca waren die Wächter der westlichen Tür des symbolischen Stammeslanghauses, dementsprechend die Mohawk die Wächter der östlichen Tür. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich vom Südufer des Sankt-Lorenz-Strom bis zum Hudson und westlich über den Eriesee hinaus.

Geschichte

Überlieferungen zufolge sind die Irokesen aus dem unteren Mississippi entlang des Ohio eingewandert. Erstmals sind die Irokesen um das Jahr 1000 nachweisbar.


Die fünf Nationen der Irokesen, circa 1650

Der Irokesenbund (auch: Irokesenliga) war ein Völkerbund aus den sechs Nationen der:
* Mohawk
* Oneida
* Onondaga
* Cayuga
* Onodowohgah (Seneca)
* Tuscarora

In der englischen Literatur werden sie als Iroquois proper ("eigentliche Irokesen") bezeichnet. Die Bezeichnung "Five Nations" stammt aus der Zeit, als der Bund aus fünf Völkern bestand.

Zwischen 1350 und 1600 waren die Stämme der Irokesen untereinander verfeindet, wurden aber im 16. Jahrhundert, vermutlich um 1570, durch den Propheten Deganawidah und Häuptling Hiawatha vereint. Diese benutzten eine politisch vorteilhafte Verfassung, das Große Gesetz des Friedens, um die Stämme zu vereinen. Die Onondaga sträubten sich lange gegen den Beitritt zur Irokesenliga und rangen ihr dabei bedeutende Privilegien ab. Der Rat der Liga, bestehend aus 50 Häuptlingen, war Vorbild für das amerikanische Regierungssystem.

1623 wurde der niederländische Handelsposten Fort Orange auf dem Territorium der Mohawk gegründet. Im 17. Jahrhundert vernichtete der Bund im Zuge der Biberkriege die Wyandot, Tionontati und Erie. Die Tuscarora stießen erst 1722 zu den Fünf Nationen (danach Sechs Nationen), nachdem sie von europäischen Siedlern aus North Carolina vertrieben worden waren.


Irokesen 1914 in Buffalo, New York

Im Französisch-Indianischen Krieg (1756-1763) zwischen Briten und Franzosen standen die Irokesen auf Seiten der Briten. Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg spalteten sich die Irokesen in Oneida und Tuscarora (die sich auf die Seite der Amerikaner stellten) und den restlichen Bund (der für die Briten kämpfte). Eine amerikanische Strafexpedition zerstörte 1779 eine wichtige Siedlung der Irokesen und brach ihren Widerstand.

Im zweiten Vertrag von Fort Stanwix löste sich die Liga 1784 auf. Die Onondaga, Seneca und Tuscarora blieben in New York, während die Mohawk und Cayuga nach Kanada gingen. Die Oneida ließen sich in Wisconsin nieder.

Noch im Zweiten Weltkrieg sahen sich die Irokesen als eigenes Volk, das dann auch alleine dem Dritten Reich den Krieg erklärte, aber nicht mit den USA kooperieren wollte.

Kultur und Bedeutung der Irokesen

Ihre freiheitliche Verfassung soll derjenigen der Vereinigten Staaten Pate gestanden haben. Auch auf das europäische Denken der Aufklärung hatte sie Einfluss (Johann Gottfried Herder, „Die große Friedensfrau der Irokesen“) und auch bei Friedrich Engels nimmt sie in dessen Schrift „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ eine wichtige Stellung ein (beeinflusst wiederum von Bachofens „Mutterrecht“) .

Traditionell besteht jede Nation aus mehreren Klans, denen jeweils eine gewählte Klanmutter vorsteht. Jeder Klan konnte bis zu drei Abgeordnete in die Ratsversammlung der Irokesen schicken. Die Gesellschaft war demokratisch organisiert, das Individuum genoss erstaunliche Freiheiten. Das Verwandtschaftssystem ist matrilinear, die Lebensweise matrilokal.

Die Irokesen haben eine starke, für Einzelpersonen kaum durchbrechbare geschlechtliche Arbeitsteilung. So sind die Frauen für die Häuser und die Landwirtschaft zuständig, während die Männer der Jagd und anderen Aufgaben nachgehen, die ein Verlassen des Klanlandes erforderlich machen.

Die Irokesen lebten hauptsächlich von Mais. Sie kannten Dutzende verschiedener Maisarten. Dies machte sie unabhängig vom Jagdglück und erlaubte eine relativ sesshafte Lebensweise. Es war aber auch eine ständige Gefahr, denn gelang es den Feinden, die Maisfelder zu zerstören, brach das Wirtschaftssystem der Haudenosaunee zusammen. Neben dem Mais verpflegten sie sich mit Squash-Kürbis, Bohnen und Wildfrüchten, die sie oft zusammen anpflanzten. Der Sinn dahinter war die "Ergänzung" der einzelnen Pflanzensorten: "Der Mais wächst schnell nach oben, die Blätter des Kürbisses bewahren den Boden vor dem Austrocknen, die Bohne kann an der Maisstaude emporranken." Die Jagd vervollständigte die Speisekarte mit Fleisch.

Die Irokesen lebten in mit Palisadenzäunen befestigten Dörfern, die aus bis zu hundert Langhäusern bestanden. Nach etwa zehn bis fünfzehn Jahren, wenn der Boden und der Wald nicht mehr die gewünschten Ernte- und Jagderträge brachten, zogen die Bewohner zu einem neuen Gelände.

Ein besonderes kulturelles Merkmal der Haudenosaunee sind die Medizinbünde.

Irokesen heute

Von den heute etwa 75.000 Irokesen sprechen noch etwa 5% eine der alten Sprachen.

* Cayuga 10.000 Goyogo̱hó:nǫ’ 62 0,62%
* Mohawk 35.000 Kanien'keha 3.433 9,81%
* Oneida 14.000 Onʌyota’a:ka 160 1,14%
* Onondaga 1.200 Onǫda’géga’ 17 1,42%
* Seneca 15.000 Onödowága 25 0,17%
* Tuscarora 1.000 Skarù∙rę’ 12 1,20%

alle Irokesen 76.200 Rotinonhsón:ni (ohne Tsalagi) 3.709 4,86%

Quelle:
Wikipedia

Tribunus Laticlavius Offline




Beiträge: 7.376

19.08.2009 04:00
#30 RE: Ureinwohner Nordamerikas antworten

Mohawk

Die Mohawk (Eigenbezeichnung: Kanien'kehá:ka) sind ein indianisches Volk. Sie sind ein Gründungsvolk und Wächter des östlichen Tores der im 16. Jahrhundert gegründeten Irokesenliga. Die Sprache Mohawk, die zu den irokesischen Sprachen gehört, wird heute fast nur noch von älteren Menschen gesprochen.

Geschichte

Von 1710 an, bis zum Ende des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, waren sie mit den Briten verbündet – erst gegen die Franzosen, dann gegen die US-Amerikaner. 1783 flohen sie aus dem Staat New York nach Kanada.


Mohawk heute

Die Mohawk zählen heute etwa 35.000 Menschen. Aktuelle US-Reservate der Mohawk sind St. Regis Mohawk (an der Grenze New York–Kanada), und die kanadischen Reservate Akwesasne, Kahnawake, Kanesatake, Tyendinega und Six Nations. 1969/70 und 1990 mit der Oka-Krise kam es zu bewaffneten Zusammenstößen zwischen Mohawk und kanadischer Regierung. Als Vermittler hat sich dabei unter anderen der „Mohawk-Philosoph“ – streng genommen ein Angehöriger der Seneca – John Mohawk Sotsisowah hervorgetan.


Hochhaus-Indianer

Der Sankt-Lorenz-Strom fließt mitten durch das Reservat von sechs Irokesen-Stämmen. 1886 sahen die Ingenieure beim Bau einer Eisenbahnbrücke über den Fluss junge Indianer mühelos auf den Konstruktionen in schwindelnder Höhe herumklettern. Sie baten Indianer des Stammes der Mohawk um Mithilfe beim Bau. Seitdem sind die Mohawk-Indianer gefragte Arbeiter auf Hochhausbaustellen überall in Amerika. In den Dreißiger-Jahren bauten sie am Empire State Building mit, in den Siebzigern am World Trade Center.


Wirtschaft

Die Mohawk kultivieren (und rauchen) seit über 800 Jahren Tabak. Mit dem Label MOHAWK werden Zigaretten und Drehtabak ohne künstliche Aromen oder Zusatzstoffe hergestellt; für den amerikanischen Raum in einer Fabrik im Reservat der Six Nations im kanadischen Ontario. Ein neues Werk wurde im Gewerbegebiet Rietz (Gemeinde Kloster Lehnin) am Stadtrand von Brandenburg an der Havel im deutschen Bundesland Brandenburg gebaut, um den europäischen Markt zu erobern. Die Firmenbezeichnung lautet Grand River Enterprises GmbH.

Quelle:
Wikipedia

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