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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Nordamerika
Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

02.08.2009 10:27
RE: George Armstrong Custer Antworten

George Armstrong Custer

George Armstrong Custer (* 5. Dezember 1839 in New Rumley, Ohio; † 25. Juni 1876 in Montana) war Oberstleutnant der US-Armee und Generalmajor der United States Army im Sezessionskrieg. Nach dem Bürgerkrieg diente er in den Indianerkriegen. Custer wurde vor allem durch seine Niederlage und seinen Tod in der Schlacht am Little Bighorn bekannt.


George A. Custer (1865)

Vor dem Bürgerkrieg

George Armstrong Custer wurde am 5. Dezember 1839 in New Rumley, Ohio geboren. Seine Vorfahren waren Paulus und Gertrude Küster, die um das Jahr 1693 vom Niederrhein im Gefolge der ersten dreizehn Einwandererfamilien aus Krefeld und Umgebung (1683, Gründung von Germantown, Pennsylvania) in die späteren USA auswanderten. Custer war das dritte von sieben Kindern des Farmers und Schmiedes Emanuel Henry Custer und seiner Ehefrau Maria, geborene Ward. Sein Vater engagierte sich in der Miliz von Ohio, wodurch Custer bereits als kleiner Junge in Berührung mit dem Militär kam. Einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte der junge George Armstrong bei seiner Halbschwester in Monroe, Michigan, wo er auch zur Schule ging.

Custer wurde 1857 an die Militärakademie in West Point, New York berufen, wo er durch zahlreiche Eskapaden auffiel und wegen Mangels an Disziplin am 24. Juni 1861 als letzter (von 34) seines Jahrganges graduierte. Custer stand dabei mehrere Male kurz vor dem Ausschluss von der Akademie. Er erhielt in jedem seiner vier Jahre an der Akademie um die neunzig Verweise (100 hätten den Ausschluss bedeutet), vor allem aufgrund von disziplinarischem Fehlverhalten (beispielsweise Unpünktlichkeit, Werfen von Schneebällen u.ä.). Außerdem begann sich an der Akademie auch schon seine Extravaganz abzuzeichnen; er trug sein Haar länger als die meisten anderen Kadetten und pflegte es sehr sorgfältig.


Custer als Kadett an der USMA, ca. 1859

Während des Bürgerkrieges

Nach seinem Abschluss kam Custer als Leutnant zum 2. US-Kavallerieregiment.

Ende 1861 musste er wegen Krankheit die Armee verlassen, kehrte aber im Februar 1862 zurück und wurde zum 5. US-Kavallerieregiment beordert. Am 5. Juni des Jahres wurde er zum Hauptmann der Freiwilligen befördert und Adjutant im Stab von George Brinton McClellan. Auch als Mitglied des Stabes blieb er unkonventionell. So ist die Begebenheit überliefert, bei der Custer die Überlegungen des an einem Flussufer stehenden Stabes, wie tief das Wasser wohl sei und wie man hinüberkommen könne, beantwortete, indem er geradewegs bis zur Flussmitte in das Wasser galoppierte und von dort rief: „So tief ist es, General!“ Custer fiel auch mehrere Male durch eine außergewöhnliche Tollkühnheit auf. So verbrannte er sich einmal beim Versuch, eine Brücke zu löschen, die Hände.

Custer nahm an nahezu allen wichtigen Schlachten des Krieges teil und nahm dabei wenig Rücksicht auf sich und andere. Eine solche Haltung war in der Unionskavallerie sehr selten, wurde aber dringend gebraucht, um die Dominanz der konföderierten Kavallerie allmählich zurückzudrängen.

Als Mitglied des Stabes von Generalmajor Pleasonton war Custer Teilnehmer an der größten Reiterschlacht des Bürgerkrieges bei Brandy Station. Für die Verdienste in jener Schlacht wurde Custer am 29. Juni 1863 zum Brigadegeneral der Freiwilligen befördert. Nach seiner Beförderung ließ er sich eine schillernde neue Uniform anfertigen, zu der unter anderem eine olivfarbene Hose, glänzende hohe Stiefel, eine Husarenjacke und ein rotes Halstuch gehörten.

Zum Kommandeur einer Kavalleriebrigade aus Michigan ernannt, führte Custer diese in der Schlacht von Gettysburg. Hier war er maßgeblich am Erfolg beteiligt, die Südstaatenkavallerie unter J. E. B. Stuart in Schach zu halten.

Danach wurde er zum Kommandeur der 1. Brigade der 1. Kavalleriedivision, am 30. September 1864 zum Kommandeur der 3. Kavalleriedivision ernannt. Mit seiner Brigade nahm er unter anderem an der Schlacht an der Yellow Tavern und der Schlacht bei Trevilian Station teil, in der die Konföderierten sein persönliches Gepäck erbeuteten. Im Herbst 1864 kämpfte er im Shenandoahfeldzug gegen General Early, bevor er, zum Generalmajor der Freiwilligen brevetiert, mit seiner Division im März 1865 nach Petersburg zu den Hauptkräften der Potomac-Armee zurückkehrte. Custer zeichnete sich dort während des Appomattox-Feldzuges erneut aus. Er wurde rückwirkend zum 15. April 1865 in den vollen Rang eines Generalmajors der Freiwilligen befördert, mit 25 Jahren der jüngste in der Geschichte des US-Heeres, und erhielt später den Brevet-Rang eines Generalmajors der Regulären. In der regulären Armee hatte er inzwischen den Rang eines Hauptmanns im 5. US-Kavallerieregiment erreicht.

Indianerkriege

Prozess und Schlacht am Washita

Custer musterte am 1. Februar 1866 aus der Freiwilligenarmee ab und erhielt von Benito Juárez aus Mexiko das Angebot, als Oberkommandierender der mexikanischen Kavallerie die Neuorganisation der Reiterregimenter zu übernehmen und sie in der Revolution gegen Kaiser Maximilian zu führen. Die US-Regierung untersagte ihm die Annahme und beförderte ihn ihrerseits am 28. Juli 1866 zum Oberstleutnant (Lieutenant Colonel).

Die Armeeführung beorderte ihn nach Fort Riley, Kansas, um die Neuorganisation des 7. Kavallerieregiments als Stellvertreter von Oberst Andrew Jackson Smith zu unterstützen. Am 26. März 1867 wurde Custer mit vier Kompanien des – bei weitem noch nicht befriedigend einsatzfähigen – 7. Kavallerieregiments dem Befehl Generalmajor Winfield Scott Hancocks für eine Expedition ins Land der Sioux und Cheyenne unterstellt.

Im Verlauf dieser für die Armeeführung völlig unbefriedigenden Aktion kam es zu einem Zwischenfall: Custer befahl, auf Deserteure zu schießen, und versagte den Überlebenden die medizinische Behandlung. Dafür sollte er in Fort Leavenworth, Kansas, zur Verantwortung gezogen werden. Er begab sich jedoch nicht sofort dorthin, sondern suchte zuvor in Fort Riley seine Frau Elisabeth (Libby) auf, da er vom dortigen Ausbruch der Cholera erfahren hatte. Als er endlich in Fort Leavenworth eintraf, wurde er sofort wegen fortgesetzter Disziplinlosigkeit unter Arrest gestellt. Nach Abschluss der Ermittlungen wurde am 16. September 1867 ein Militärgerichtsverfahren gegen ihn eröffnet. Custer wurde ohne Sold für 12 Monate suspendiert.

Davon überzeugt, Sündenbock einer missglückten Kampagne gewesen zu sein, wurde er schließlich auf Betreiben seines alten Freundes, Generalmajor Sheridan, in den Dienst zurückgeholt.

1868 rehabilitierte sich Custer in den Augen der Öffentlichkeit, als er während des Winterfeldzuges an den Ufern des Washita ein Dorf der Südlichen Cheyenne unter Black Kettle im Morgengrauen angriff und zerstörte. Dies sollte der einzige „Sieg“ Custers im Kampf gegen die Indianer bleiben. Ob der Angriff ein Massaker war oder nicht, darüber gehen die Meinungen auseinander. Tatsache ist, dass Custer vor der Attacke befahl, Frauen und Kinder zu verschonen. Andererseits wurde bei dem Angriff eine große Zahl von indianischen Nichtkombattanten getötet.

Auch regimentsintern geriet Custer in die Kritik. Eine kleine Soldatengruppe unter dem Befehl von Major Joel Haworth Elliot hatte fliehende Indianer verfolgt und war nicht zurückgekommen. Obwohl Elliott auf eigene Faust handelnd die militärische Sicherheitszone ohne Autorisation verlassen hatte und Custer, wenn auch zu spät, einen Suchtrupp losgeschickt hatte (der erfolglos geblieben war), gab es nicht wenige, die ihn für das Schicksal der vollständig vernichteten Elliott-Truppe verantwortlich machten.

Kampf gegen die Sioux

1873 wurde er in die nördlichen Plains geschickt, wo er einige Scharmützel gegen Sioux im Gebiet des Yellowstone führte. 1874 führte er eine 1.200 Mann starke Expedition in die Black Hills, die heiligen Berge der Indianer. Noch sechs Jahre zuvor war diesen von der Regierung der Vereinigten Staaten der Besitz der Berge garantiert worden. Im Tal des French Creek nahe der heutigen Stadt Custer entdeckte einer der Erkundungstrupps Gold. Entsprechende Erfolgsmeldungen Custers wurden 1874 unverzüglich in Zeitungsberichten verbreitet und lösten den Goldrausch in den Black Hills aus.

Umstritten ist die Frage, ob Custer im Jahr 1876 als Kandidat der Demokraten für das Amt des Präsidenten im Gespräch war: Manche Historiker sind der Ansicht, dass Custer etwaige Pläne für die Teilnahme an einer großen Indianerexpedition zurückstellte. Andere wiederum verwerfen jegliche Präsidentschaftsambitionen Custers als unbelegt.

Zu dem Truppenaufgebot gegen die Sioux und Cheyenne zählten 1876 neben der Dakota-Abteilung, die Custer ursprünglich befehligen sollte, die Verbände unter Oberst John Gibbon und Brigadegeneral George Crook. Kurz vor Beginn des Feldzugs wurde Custer aufgrund von Differenzen mit Präsident Grant von seinem Kommando entbunden und durch General Alfred Terry ersetzt. Auf Bitte Terrys revidierte Grant seine Entscheidung und erlaubte Custer, an der Spitze seines Regiments unter Terrys direktem Befehl an dem Feldzug teilzunehmen.


Schlacht am Little Bighorn

Es begann eine Militäraktion, die mit einer Niederlage der US-Armee enden sollte. Terrys Plan sah vor, die Indianer in einer Zangenbewegung zu vernichten. Custers Aufgabe war es, den Gegner mit der 7. Kavallerie aufzuspüren und anzugreifen, derweil Terry mit seinem gemischten Infanterie- und Kavallerieverband den Fluchtweg verlegte. Die Befürchtung, die Indianer könnten die Flucht ergreifen, überlagerte alle Handlungen Custers. Er führte keine ausgedehnte Aufklärung durch und ignorierte die Warnungen seiner Späher. Die Behauptung, Custer habe General Terrys Befehl, das Eintreffen von Verstärkungen abzuwarten, missachtet, ist nicht haltbar.

Am 25. Juni 1876 griff Custer das Lager der Indianer, die von den Häuptlingen Sitting Bull, Gall, Two Moon, Crazy Horse und Spotted Elk alias Big Foot angeführt wurden, am Ufer des Little Bighorn an. Dort hatten sich ungefähr 2.000 Krieger versammelt, so dass die US-Soldaten zahlenmäßig stark unterlegen waren. Custer hatte sein Regiment zudem in drei Teile aufgeteilt, um das Lager von mehreren Seiten aus anzugreifen. Die überlegene Streitmacht der Indianer trieb Custers Truppenteil schnell zurück und konnte ihn bei seinem Rückzug auf einem Hügel stellen, auf dem Custer und seine Männer ausnahmslos getötet wurden. Zu den Gefallenen gehörten auch Custers Brüder Tom (* 1845) und Boston (* 1848).

Die anderen beiden Kolonnen unter Major Reno und Hauptmann Benteen sowie der zu ihnen gestoßene Versorgungstrupp unter Hauptmann McDougall konnten sich bis zum Eintreffen der Verstärkung halten; dieser blieb jedoch nur noch die Bergung der Leichen Custers und seiner Truppe.

Custers Leichnam wurde zunächst eilig begraben, später aber exhumiert und am 10. Oktober 1877 ehrenvoll in der Militärakademie in West Point beigesetzt.

Custer und seine Frau

Das Verhältnis zu seiner Frau Elisabeth war von großer gegenseitiger Liebe und Respekt geprägt. Nicht zuletzt deshalb hatte sich Custer 1867, ohne die Konsequenzen zu bedenken, selbst Urlaub gegeben, um seine vermeintlich an Cholera erkrankte Frau in Fort Riley zu besuchen. Daneben pflegte er stets ausgedehnten Briefkontakt mit ihr, wenn er im Felde oder auf Dienstreise war. Elisabeth Custer half ihm über die schwere Zeit seiner Suspendierung hinweg und sah in ihrem Mann zeitlebens einen strahlenden, makellosen Helden. Das auch noch, als sie Jahre nach seinem Tod ihre beiden bekannten Publikationen, „General Custer at the Battle of the Little Big Horn“ aus dem Jahre 1897 und „Boots and Saddles“ von 1913 herausgab. Darin schildert sie das harte Leben an der Grenze der Zivilisation und gibt allen die Schuld an seinem dramatischen Untergang, außer ihrem Mann selbst, den sie meist ehrfürchtig „den General“ nannte. Sie sah es als ihre Aufgabe, ihn posthum gegen alle Verdächtigungen und Ehrabschneidungen zu verteidigen, und hat nicht wieder geheiratet.


Bild in Film und Literatur

Seine Frau Elizabeth, die die Feldzüge ihres Mannes oft begleitet hatte, schrieb mehrere Bücher über ihren Mann. Custer selbst verfasste eine Autobiografie, „My Life on the Plains“ (Mein Leben auf den Plains), die 1872 das erste Mal erschien. In diesem Buch beschreibt er seine Erlebnisse und Erfahrungen mit seinem Regiment während verschiedener Feldzüge gegen feindliche Indianer in den Jahren zuvor. Beschrieben wird das Leben der Soldaten und auch das der Indianer, für deren Anliegen Custer durchaus Verständnis äußert. Der Wahrheitsgehalt dieser Autobiografie wird oft sehr bezweifelt und Captain Frederick Benteen, einer der Offiziere aus Custer 7. US-Kavallerieregiment, nannte das Werk verächtlich „My Lies on the Plains“ (Meine Lügen auf den Plains). Custer war jemand, der es gut verstand, die Öffentlichkeit um sich zu scharen. In seinem Lager hatte er immer Reporter bei sich. Ella Wheeler Wilcox schrieb über ihn das Gedicht „Custer“, eine Lobeshymne, die ihn gleich einem antiken Heldenepos rühmt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein genoss er einen guten Ruf, der seinen Höhepunkt erreichte mit dem amerikanischen Kriegspropagandafilm „They Died With Their Boots On“ von 1941 (dt.: „Sein letztes Kommando“, 1950) mit dem populären australischen Schauspieler Errol Flynn in der Titelrolle.

Seit den 1960er-Jahren setzte allerdings das Nachdenken über die Behandlung der Indianer ein, und infolge dessen wurde Custer in späteren Filmen eher als ein blutrünstiger Kriegshetzer dargestellt, zum Beispiel im Film Little Big Man mit Richard Mulligan als Custer. Ebenfalls als grausamer Despot wird er in der TV-Serie Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft dargestellt, hier von Jason Leland Adams. Auch in dem Song „Custer“ von Johnny Cash wird er als brutal und grausam dargestellt.

Michael Blake dagegen stellt Custer in seinem Roman „Der Himmel der Krieger“ (im Original “Marching to Valhalla”) als einen Mann dar, der zum Spielball politischer Intrigen wurde, der großer Gefühle fähig war und der großen Respekt vor der indianischen Kultur empfand, gegen die er jedoch zu Felde zog.


Custers Rang

Custers Rang ist Gegenstand vieler Diskussionen. Manchmal wird er zum Zeitpunkt seines Todes als Oberstleutnant bezeichnet, manchmal als General. Diese Kontroverse rührt daher, dass es während des Amerikanischen Bürgerkriegs vier verschiedene Arten von Rängen gab: Den (vollen) Rang in der regulären Armee (United States Army – USA), den (vollen) Rang in der Freiwilligenarmee (United States Volunteers – USV) sowie Brevet-Ränge (Titularränge, ähnlich den deutschen Charakterrängen vor 1939) sowohl in der regulären Armee als auch in der Freiwilligenarmee. Custer, zu Beginn des Sezessionskrieges Leutnant, wurde während des Krieges bis zum Generalmajor der Freiwilligen (Major General USV) befördert und führte als solcher auch eine Kavalleriedivision. Als Anerkennung seiner Leistungen erhielt er bei Kriegsende außerdem den Brevet-Rang eines Generalmajors der regulären US-Armee (Brevet Major General USA). Sein eigentlicher Rang in der regulären Armee bei Ende des Bürgerkrieges war der eines Hauptmanns. Als Brevet-Generalmajor hatte Custer jedoch weiterhin das Recht, als General angesprochen zu werden, auch wenn seine Befugnisse und sein Sold nur denen eines Hauptmanns (bzw. ab 1866 eines Oberstleutnants) entsprachen.

Quelle:
Wikipedia

Albrecht von Wallenstein Offline




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02.08.2009 10:54
#2 RE: George Armstrong Custer Antworten

Schlacht am Little Bighorn

In der Schlacht am Little Bighorn am 25. Juni 1876 wurde das 7. US-Kavallerieregiment unter George Armstrong Custer von Indianern der Lakota-Sioux, Arapaho und Cheyenne unter ihren Führern Sitting Bull und Crazy Horse am Little Bighorn River im heutigen Montana vernichtend geschlagen.

Es war einer der ganz wenigen größeren indianischen Siege gegen die US-amerikanischen Eindringlinge. Die Niederlage ist laut heutiger Analysen maßgeblich der Selbstüberschätzung Custers zuzuschreiben, der nicht damit rechnete, auf ein gewaltiges Kriegslager der Indianer zu treffen und mit seinen aufgesplitterten Truppen auf verlorenem Posten stand.

Vorgeschichte

Die amerikanischen Streitkräfte wurden letztlich aufgrund eines Berichts des Indianer-Inspektors E.C. Watkins vom 9. November 1875 entsandt, dem zufolge einige Hundert Lakota- und Cheyenne-Indianer unter der Führung von Sitting Bull, Crazy Horse und Big Foot den Vereinigten Staaten feindlich gesinnt seien.

Dem vorausgegangen waren Versuche, die Sioux-Indianer zum Verkauf der Black Hills zu bewegen. Die Black Hills waren den Sioux wie auch den Cheyennes heilig und galten ihnen als Mittelpunkt der Welt. Eine vertragswidrige Militärexpedition im Jahr 1874 unter General George Armstrong Custer hatte von Goldfunden am French Creek in den Black Hills berichtet, was zu einem Ansturm zigtausender Goldsucher führte. Die Black Hills lagen zwar knapp jenseits der Westgrenze der Großen Sioux-Reservat von 1868, gehörten jedoch zu einem riesigen Gebiet, in dem die Sioux ausschließliche Jagdrechte zugebilligt bekommen hatten, „solange die Büffelbestände die Jagd rechtfertigen“. Nachdem die US-Armee einige halbherzige Versuche unternommen hatte, die Goldsucher aus den Black Hills zu vertreiben, und einzelne Sioux-Trupps Jagd auf die Invasoren machten, begann die US-Regierung Kaufverhandlungen mit den Oglala-Lakota-Indianern des Reservats. Die Reservatsindianer unter Red Cloud lehnten einen Verkauf jedoch ab. Bestimmte Gruppen unter Sitting Bull, Crazy Horse und Gall hatten ohnehin nie den Vertrag von 1868 anerkannt und hielten sich außerhalb des Sioux-Reservats in den nicht abgetretenen Jagdgebieten auf. Im Dezember 1875 beschloss die US-Regierung, die Black Hills den Indianern mit Gewalt zu entreißen. Sie setzte den Indianern ein Ultimatum, mitten im Winter in das Reservat „zurückzukehren“ und somit die Black Hills für die Weißen zu räumen. Abgesehen davon, dass viele Sioux und Northern Cheyennes gar nicht aus Reservaten stammten, in die sie hätten zurückkehren können, wäre es ihnen unmöglich gewesen, dem Ultimatum mitten im tiefsten Winter nachzukommen.

Als der Winter vorbei war, verließen tausende von Reservatsindianern heimlich das Reservat, um sich ihren freien Stammesgenossen im Gebiet der Black Hills und am Powder River anzuschließen.

Gleichzeitig schickte sich die United States Army an, in einer dreigliedrigen Zangenoperation die Indianer am Powder River vernichtend zu schlagen und in das Reservat zu zwingen.

Verlauf der Schlacht

Brigadegeneral George Crook marschierte in nördlicher Richtung von Fort Fetterman in Wyoming zum Gebiet des Powder River. Colonel John Gibbons Infanterie und eine Batterie von Gatling Guns marschierte ostwärts von Fort Ellis im westlichen Montana. Die dritte Marschkolonne unter Brigadegeneral Alfred Terry, der auch Custers 7. Kavallerieregiment unterstand, machte sich am 17. Mai von Fort Abraham Lincoln im Dakota-Territorium in Richtung Westen auf den Weg.

Crooks Streitmacht wurde am 16. Juni 1876 in der Schlacht am Rosebud Creek von einer etwa gleich großen Streitmacht von Sioux und Cheyennes überrascht und in ein stundenlanges Kavalleriegefecht verwickelt. Obwohl die beiderseitigen Verluste eher gering waren und die US-Armee vermutlich weniger Männer verlor als die Indianer, war Crook von der Schlagkraft der Indianer schockiert und zog sich zurück, um sich um die Verwundeten zu kümmern und Nachschub zu besorgen. Damit war der südliche Angriffskeil der US-Armee praktisch aus dem Feldzug ausgeschieden.



Schauplatz der Schlacht am Little Bighorn

Terrys Truppe wusste hiervon nichts. Terry schickte Custer mit der 7. Kavallerie entlang des Rosebud-Tals in Richtung Bighorn-River, um die Indianer zu suchen. Seine Befehle an Custer waren sehr auslegungsfähig. Zum einen wurde von Custer erwartet, dass er nicht ohne die Hauptstreitmacht von Terry gegen die Indianer losschlagen sollte, zum anderen wurde ihm jedoch große Handlungsfreiheit gelassen.

Custers Truppe umfasste etwa 650 Mann. Wie groß die Streitmacht der Indianer war, wird sich nie genau feststellen lassen. Schätzungen in der Vergangenheit sind oft weit übertrieben gewesen und gingen bis zu 7000 Kriegern. Heute wird vielfach angenommen, dass das Indianerdorf in seiner anzunehmenden Ausdehnung nicht mehr als 1000 bis maximal 2500 Krieger umfasste. Custer hatte strikten Befehl, die Indianer nicht direkt anzugreifen. Angebotene Verstärkungstruppen und bessere Waffen lehnte er ab. Dabei ist oft angenommen worden, dass er den Ruhm nicht teilen wollte. Zumindest bezüglich der angebotenen Gatling Guns wird heute allgemein angenommen, dass Custers Einschätzung zutraf, diese seien für die Unterstützung eines Kavallerieangriffs völlig ungeeignet. In der Tat war das Terrain am Little Bighorn für solche Waffen in weiten Teilen unpassierbar. Bereits auf dem Marsch hatten sich die pferdegezogenen Kanonen überschlagen und gefährliche Unfälle verursacht.

Am Morgen des 25. Juni 1876 orteten Custers Kundschafter das Indianerdorf im Tal des Little Bighorn River. Sie erstatteten Custer Bericht und informierten ihn über eine gewaltige Übermacht. Custer ignorierte ihre Warnungen und entschied sich zum Angriff. Eine wichtige Rolle spielte seine Befürchtung, dass seine Streitmacht bereits entdeckt war und das Überraschungsmoment verloren zu gehen drohte. Einige Soldaten hatten kurz zuvor versucht, auf dem Weg verlorene Essensrationen wieder einzusammeln, als sie auf zwei Indianerjungen stießen, die sich bereits über den am Boden verstreuten Zwieback hermachten. Einen hatten sie erschossen, der andere war in Richtung Indianerdorf entkommen.

Gegen Nachmittag teilte Custer seine Truppen, um aus verschiedenen Richtungen vorzustoßen: Hauptmann Frederick W. Benteen erhielt drei Kompanien (H, D und K) unterstellt und den Auftrag, die zur Linken gelegenen Badlands zu durchstreifen; Major Marcus A. Reno bekam ebenfalls drei Kompanien (A, G und M) und den Befehl durch das Tal flussaufwärts zu marschieren und die Indianer von der anderen Seite des Flusses am Südende des Lagers zu attackieren. Custer selbst würde mit fünf Kompanien am Nordende des Lagers angreifen, wenn Renos Angriff begonnen hätte. Hauptmann McDougall blieb mit einer B-Kompanie zurück, um den Versorgungszug zu schützen.

Um 15:05 Uhr griff Renos Trupp das südliche Ende des Indianerlagers an. Obwohl die Überraschung zunächst glückte, etwa zehn Frauen und Kinder erschossen wurden und viele Dorfbewohner in Panik die Flucht ergriffen, gelang es den Hunkpapa-Sioux unter Führung von Gall schnell, Renos Angriff abzuwehren. Erst eröffneten sie frontal das Feuer auf Renos Männer, dann begannen sie, seine linke Flanke zu überflügeln und aufzurollen. Reno zog sich in einen nahen Pappelwald zurück. Als seine Männer auch dort von den Indianern angegriffen wurden, verwandelte sich der Rückzug der US-Soldaten schnell in eine panische Flucht. Einige von ihnen wurden auf der Flucht durch den Fluss getötet, aber die meisten erreichten die rettenden Felsenklippen. Benteen hatte die Ereignisse zum Teil beobachtet; er begab sich mit seinen Männern zu Renos Stellung. Kurz zuvor hatte Benteen noch einen Befehl Custers erhalten, den er nicht ausführte: Er sollte Custer unterstützen, dessen Angriff ungefähr zur selben Zeit, um 16:15 Uhr begann. Später sagte er aus, es wäre seinen drei Kompanien unmöglich gewesen, Custer zu retten und diesen Einsatz zu überleben. Entscheidender ist hingegen, dass Benteen vom ranghöheren Reno den Befehl bekam, seine belagerten Männer vor Ort zu verstärken anstatt sich auf die Suche nach Custer zu machen. Reno war nach den gängigen Befehlsregeln berechtigt, den Befehl seines Vorgesetzten Custer an Benteen aufgrund der prekären Situation vor Ort durch seinen eigenen Befehl zur Unterstützung seiner Truppe außer Kraft zu setzen. Im weiteren Verlauf des Tages gelang es dann auch McDougall zu Reno und Benteen zu stoßen.



weitere zeitgenössische Darstellung der Schlacht: Custers Last Stand

Custers Trupps C, E, F, I und L griffen den Hügel hinab an, doch aufgrund des hügeligen Geländes konnte sich eine typische Kavallerieattacke nicht entwickeln. Das Eindringen in die Mitte des Dorfes erfolgte so gezwungenermaßen in einer Zweierreihe, die leicht von einigen Kriegern und Frauen aufgehalten werden konnte, bis mehr und mehr Indianer aus dem Dorf stürmten und den Angriff zurückschlugen. Als die Übermacht zu groß schien, folgte zunächst ein geordneter Rückzug. Custer schickte Trupp F unter Hauptmann George W. Yates und Trupp I unter Miles W. Keogh zur Rückzugdeckung. Diese Linie wurde aber nach kurzen und harten Kämpfen von den Indianern überrannt. Weitere Krieger der Sioux unter Crazy Horse und der Cheyenne unter Two Moon umgingen Custers Stellung auf dem „Last Stand Hill“ und schnitten ihm den Rückzugsweg ab. Die Indianer überrannten eine Kompanie nach der anderen. Ein taktischer Vorteil für die angreifenden Indianer bestand darin, dass viele Krieger mit mehrschüssigen Repetiergewehren der Hersteller Spencer, Henry und Winchester bewaffnet waren, mit denen eine auf kurze Distanz besonders wirksame, hohe Feuerkraft entwickelt werden konnte. Die Kavalleristen führten dagegen nur einschüssige Springfield Modell 1873 Trapdoor-Karabiner im Kaliber .45-55. Der Springfield-Karabiner Modell 1873 neigte außerdem bei längerem Gebrauch aufgrund der hitzebedingten Ausdehnung der Kupferpatronenhülsen zu Ladehemmungen. Leere Hülsen ließen sich nicht mehr automatisch ausziehen, sondern nur noch umständlich mit dem Messer entfernen, was zur Folge hatte, dass die US-Soldaten schließlich nur noch ihre Colt-Revolver zur Verteidigung hatten. Zudem mussten die Kavalleristen auf ihre Säbel verzichten, denn auf eine Anordnung Custers hin waren diese für den Nahkampf schwerlich ersetzbaren Hiebwaffen bereits vor dem Ausrücken eingezogen worden. Custer hatte befürchtet, dass das metallische Klappern, das die Säbel beim Reiten verursachen konnten, den Feind würde warnen können. Zunächst kämpften die US-Soldaten noch in Formation, doch bald zerfiel diese und die Truppen kämpften in immer kleineren ungeordneten Gruppen. Custer und ungefähr 60 seiner Männer waren die letzten, die getötet wurden, auf einer kleinen Anhöhe, die heute Custer Hill oder Last Stand Hill genannt wird. Gerüchte, die von Berichten der Cheyenne herrühren, sagen, dass Custer selbst als letzter gefallen sei. Seine fünf Kompanien wurden restlos vernichtet. Außer Custer selbst wurden alle Leichen furchtbar verstümmelt und skalpiert, Custers Bruder Tom wurde das Herz herausgeschnitten, Custers Adjutanten, Capt. W. W. Cook wurden seine imposanten Backenbärte aus dem Gesicht geschnitten. Custer hatte eine Schusswunde in der linken Seite und der linken Schläfe. Seine Trommelfelle waren durchstochen und ein Glied des linken kleinen Finger war abgeschnitten. Skalpiert wurde Custer nicht. Das lag wohl daran, dass Custer nur noch, für ein Skalp nicht lohnendes, schütteres Haupthaar besaß. Um 17:30 Uhr war die eigentliche Schlacht vorbei.

Am späten Nachmittag versuchte der Trupp D unter Hauptmann Thomas B. Weir und Oberleutnant Edward S. Godfrey ohne besondere Autorisierung von Reno und Benteen den Ort des Geschehens zu erreichen. Zwar setzten Reno und Benteen dann wohl auch zu einer Unterstützung dieses Vorstoßes an, doch bevor es dazu kam, waren die vorgerückten Soldaten des D-Trupps bereits wieder von den Indianern zu den Felsklippen zurückgedrängt worden. Während des sich nun fortsetzenden Belagerungszustandes griffen die Indianer die relativ sichere Stellung sonst nicht weiter an, sondern töteten oder verwundeten nur einzelne Soldaten mit gezielten Schüssen aus der Entfernung. Am Nachmittag des 26. Juni zogen die Indianer nach Süden ab und zerstreuten sich in kleinere Gruppen. In der folgenden Nacht verschoben Reno und Benteen ihre Stellung näher an den Fluss heran. Am nächsten Morgen trafen dann dort die Einheiten Terrys und Gibbons ein, auf die Custer eigentlich hätte warten sollen.

Das 7. Kavallerieregiment verlor während der Kämpfe am 25./26. Juni 1876 am Little Big Horn: 14 Offiziere, einen Assistenzarzt, 247 Soldaten, fünf Zivilisten und drei Indianer-Kundschafter. 52 wurden verwundet. Noch heute werden etwa 28 Soldaten (darunter der komplette Trupp E) vermisst. Erstaunlicherweise waren nur rund 64 Indianer auf dem Schlachtfeld gefallen, wie viele allerdings später ihren Verletzungen erlagen, ist unbekannt. Man schätzt die indianischen Verluste auf ungefähr 200 Tote, da an den indianischen Rückzugspfaden viele Tote mit Schussverletzungen gefunden wurden.

Reflexion als geschichtliches Ereignis

Die Nachricht von der Niederlage und Vernichtung von Custers Truppen erreichte die Ostküste der Vereinigten Staaten erst unmittelbar nach der Feier zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1876. Auch mit Unterstützung von Custers Witwe wurde die Niederlage in der US-Geschichte und zahlreichen Filmen als Kampf eines heldenhaften Generals gegen die Wilden verklärt. Nachdem die Behandlung der Indianer bei der Eroberung Amerikas mittlerweile als Unrecht begriffen wird, hat sich zum Ende des 20. Jahrhunderts das Bild der Schlacht am Little Bighorn und das des „Generals Custer“ gewandelt. Maßgeblich dafür sind auch Berichte von Zeitzeugen, die Custer als militärischen Karrieristen darstellen, dem – damit allerdings dem damaligen Zeitgeist entsprechend – jedwedes Unrechtsbewusstsein im Kampf gegen die nordamerikanischen Ureinwohner fehlte.



Blick von Custers letzter Verteidigungsstellung ins Tal des Little Big Horn (Gedenksteine zeigen die Fundorte der Toten)

Im Sommer 1926 zum 50. Jahrestag der Schlacht fand als Medienereignis ein „Versöhnungsfest“ auf dem ehemaligen Schlachtfeld statt, zu dem Historiker und in den Reservaten lebende Häuptlinge als Gäste eingeladen wurden. Zuschauer aus allen Teilen des Landes wurden mit ermäßigten „General-Custer-Bahn-Tickets“ gelockt. Ein Spezialgast war der (im Gegensatz zu den meisten Lakota) frei in Kanada lebende Enkel von Sitting Bull. 1926 war fast nichts über die Schlacht selbst bekannt, da sich die Lakota in Schweigen hüllten. Vom Enkel Sitting Bulls erhoffte man sich aus Anlass des Jahrestages einige Einzelheiten zum Verlauf. Tatsächlich jedoch war sein Auftritt in Bezug auf die Öffentlichkeitsarbeit ein Desaster für die Veranstalter, das in der Presse keinen Widerhall fand.

Der Enkel Sitting Bulls legte eine Anzahl von Dollarscheinen auf das Rednerpult und sagte folgendes: „Die weißen Männer, die mich hierher geladen haben, haben mich gebeten, einige versöhnliche Worte zu sagen. Ich kann den weißen Männern, die von mir für Dollars versöhnliche Worte zu hören wünschen, solche Worte nicht sagen. Damit würde ich das Andenken meines Großvaters schänden. Ich gebe das Geld zurück. Es liegt hier. Wer es haben will, kann es sich nehmen. Das sind die Worte eines freien Lakota, der in Kanada wohnt und sein Leben mit seiner Hände Arbeit verdient.“

Bereits seit 1879 ist der Schauplatz der Schlacht als National Cemetery (Nationalfriedhof) ausgewiesen, seit 1940 untersteht er dem National Park Service und seit 1946 ist er eine Gedenkstätte vom Typ eines National Monuments. Zwischen 1999 und 2003 wurden im „Little Bighorn Battlefield National Monument“ Denkmäler für gefallene Indianerkrieger enthüllt.

Die Schlacht am Little Bighorn ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie ein Fanal in der sonst eher schleichend betriebenen und von der Weltöffentlichkeit kaum beachteten Vernichtung der nordamerikanischen Urbevölkerung darstellt. Für das Selbstbewusstsein der nordamerikanischen Prärieindianer ist der Sieg, der das langjährige Schicksal der Indianer als quasi Gefangene in ihrem eigenen Land nicht verhindern konnte, von großer Bedeutung.

Teilweise versucht man auch heute noch mit Hilfe von archäologischen Grabungen den Verlauf der Schlacht zu rekonstruieren. Zunehmend erweisen sich die Überlieferungen der Nachfahren der beteiligen Stämme als zutreffend. Die Schlacht war eigentlich kein heldenhafter „Last Stand“ so wie in unzähligen Hollywood-Filmen dargestellt, sondern ein verzweifelter, von Panikattacken begleiteter Überlebenskampf der Soldaten. Umstritten ist allerdings die Behauptung der Crow-Späher, die Soldaten hätten, bevor sie in die Schlacht ritten, Alkohol getrunken. Zu diesem Zweck habe Custers Kompanie sechs Maultiere mit sich geführt, die auf jeder Seite mit einem Fass beladen gewesen seien. Diese habe man vor Beginn der Schlacht großzügig verteilt. Die indianischen Kundschafter hätten es allerdings abgelehnt mitzutrinken. US-Historiker bestreiten diese Behauptung vehement und entgegnen statt dessen, dass Custer niemals Alkohol im Dienst getrunken habe. Aber laut den Berichten habe auch Custer seinen privaten Flachmann bei sich gehabt und sich vor der Schlacht bedient. Man unterstellt dem Absarokee-Volk, hier die Unwahrheit zu verbreiten und behauptet, diese wollten mit der Geschichte die Leistung ihrer damaligen Feinde mindern, denn betrunkene Soldaten seien natürlich leicht zu besiegen gewesen.

Darstellung der Schlacht in Filmen

Die Schlacht wurde in zahlreiche Filmen inszeniert und dabei Custers Rolle sehr unterschiedlich bewertet. Häufig wird das Motiv Custers, der in dem heldenhaften Kampf fällt, aufgegriffen. Das eigenmächtige Vorrücken, das die Niederlage erst ermöglicht, wird mal als mutig, mal als fatale Selbstüberschätzung gewertet. In dem Film Little Big Man wird Custer am negativsten, als brutal und ignorant dargestellt. Das Vorrücken sei von Custer ein bewusster Schritt gewesen, da dieser mit einem Sieg über die Indianer hoffe, populär genug zu werden, um als Präsident zu kandidieren. In jedem Film wird der Last Stand Hill gezeigt, in dem Custer als letzter stirbt, mal heldenhaft, mal zerknirscht und im Film Little Big Man verrückt dargestellt. 1991 entstand der Fernsehspielfilm Son of the Morning Star. Er bemüht sich um eine authentische Darstellung der Geschehnisse am Little Bighorn und ist eine eher gelungene Version, auch aus der Sicht der Indianer.

Quelle:
Wikipedia

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