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Dieses Thema hat 3 Antworten
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Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

01.08.2009 10:14
RE: Elam antworten

Elam

Das Reich Elam (sumerisch NIMKI, akkadisch KURElammatum, griechisch Aylam) mit der Hauptstadt Susa (bzw. Schusim) lag östlich des Tigris in einem Gebiet, das heute Chusistan (im heutigen Iran) genannt wird. In seiner wechselvollen Geschichte wurde es immer wieder von den Mächten des Zweistromlandes (Sumerer, Akkader, Babylonier, Assyrer) erobert und fiel seinerseits häufig in Mesopotamien ein.


Karte von Elam

Der Landesname Elam entstammt der griechischen Bezeichnung Aylam, die wiederum dem hebräischen Wort Elam entlehnt wurde. Die Eigenbezeichnung war Haltamti/Hatamti und bedeutet Königsland/Fürstenland.


Geschichte

Hauptsiedlungsgebiet der Elamiter war das Flachland im Südwesten des heutigen Iran, welches im Wesentlichen die heutige Provinz Chusistan und Luristan umfasste. Zum weiteren Gebiet des alten Elam gehörten aber auch das Bergland von Anzan (Anschan) im Osten (was ungefähr der heutigen Provinz Fars entspricht) und die heutige Provinz Ilam.

Die Elamiter waren, wie die Sumerer, nicht indoeuropäischer Herkunft. Um 3500 v. Chr. entstanden die ersten städtischen Zentren. Zwischen 3450 v. Chr. und 3100 v. Chr. erfolgte der Aufstieg des sumerischen Stadtstaates Uruk parallel zur Weiterentwicklung Susas zum politisch und religiösen Zentrum in Elam. Aus dieser Epoche stammen die ältesten Schriftdokumente, die in der proto-elamischen Strichschrift aufgezeichnet wurden. Die Entwicklung der Schriftsysteme erfolgte sowohl in Sumer wie auch in Elam unabhängig voneinander.

Aus dem elamischen Bergland bezogen Sumerer und Babylonier Bauholz, Steine, Erze und Pferde. Die Elamiter waren auch Meister des Metallgusses.

Zwischen 2500 v. Chr. und 1500 v. Chr. gab es drei Herrscherdynastien: die Könige von Awan, von Simasch und die sogenannten Großregenten oder Epartiden.

Der erste bedeutende Herrscher, von dem nennenswerte Nachrichten überliefert sind, war Puzur-Inšušinak, der um 2300 v. Chr. regierte, diverse Städte eroberte und vor allem Texte in der elamitischen Schrift verfassen ließ.

König Untasch-Napirischa, der der Dynastie der Igehalkiden angehörte, erbaute um 1250 v. Chr. eine neue Hauptstadt (Tschoga Zanbil).

Den Höhepunkt seiner Machtentfaltung erreichte Elam dann aber unter der Dynastie der Schutrukiden (12. Jahrhundert v. Chr.). Schutruk-Nahhunte (1185 - 1155 v. Chr.) eroberte hunderte babylonischer Orte darunter Babylon selbst und Sippar und legte den Besiegten den gewaltigen Tribut von 120 Talenten Gold und 480 Talenten Silber auf. Die berühmte Gesetzesstele des Hammurabi (mit dem Kodex Hammurapis) wanderte in die Stelensammlung des Königs in der Hauptstadt Susa, wo sie über drei Jahrtausende später von französischen Archäologen wieder freigelegt wurde. Ende des 12. Jahrhunderts v. Chr. unterlag Hutelutuš-Inšušinak den Babyloniern unter Nebukadnezar I.; in den folgenden drei Jahrhunderten liegen keine weiteren Nachrichten über Elam vor.

Seit der Mitte des achten Jahrhunderts, mit Humban-igaš I. fließen die Quellen wieder reicher, da sich Elam in einem stetigen Kampf gegen das aufstrebende Reich der Assyrer befand und diese von den Ereignissen genau berichten. Königliche Residenz war nun meist Madaktu, eine Stadt, die vielleicht leichter zu verteidigen war und deshalb besseren Schutz als Susa bot.[1] Die Elamiter unterstützten zusammen mit den Aramäern den Chaldäerfürst Merodach-Baladan von Bit-Yâkin, so dass dieser 721 v. Chr. König von Babylon werden konnte.

In dieser Zeit folgte ein langsamer Niedergang, der seinen Abschluss in der endgültigen Vernichtung des elamischen Reiches durch den Assyrerkönig Assurbanipal um 640 v. Chr. fand.

Im 6. Jahrhundert v. Chr. ging Elam im persischen Weltreich auf und spielte als dritte Satrapie neben Persien und Medien noch immer eine bedeutende Rolle. Seine Geschichte ist seitdem untrennbar mit der Geschichte des Iran verbunden. Von den Griechen wurde diese Provinz Elymais genannt, das unter den Parthern sogar wieder eine gewisse politische Rolle spielte und wohl auch zeitweilig unabhängig war.

Über letzte Ausläufer der elamischen Sprache berichten arabische Chronisten um das Jahr 1000 n. Chr.

Sprache

Die elamische Sprache - auch Elamitisch genannt -, die mit keiner anderen des alten Orients verwandt ist, war eine der offiziellen Sprachen des Perserreiches. Dareios I. ließ fast alle Inschriften dreisprachig verfassen: Altpersisch, Elamisch und Babylonisch.

Mythologie

Hauptgottheiten waren Pinikir (die mit der babylonischen Ischtar gleichgesetzt wurde), Humban, Inšušinak (ursprünglich der Stadtgott Susas), und der Sonnengott Nahundi.

Struktur

Das Reich war bundesstaatlich organisiert: an der Spitze stand ein Oberkönig, dem mehrere Vasallenfürsten unterstanden. Dessen Stellvertreter (Vizekönig) war sein nächstjüngerer Bruder; Fürst von Susa war der Sohn des Oberkönigs. Starb der Oberkönig, wurde keineswegs sein Sohn der Nachfolger, sondern der Vizekönig und an dessen Stelle rückte dann wieder der nächstjüngere Bruder. Somit waren Streitigkeiten innerhalb der Herrscherfamilien kaum zu vermeiden - oftmals stürzte der Vizekönig seinen älteren Bruder und erlangte so die Herrschaft.

Quelle:
Wikipedia

Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

01.08.2009 10:53
#2 RE: Elam antworten

Liste der Könige von Elam

Dynastie von Awan

* 3 Könige mit unbekannten Namen ca. 2550
* Peli ca. 2500
* Igrish-Halam ca. 2460
* Irkab-Damu ca. 2450
* Ar-Ennum ca. 2420
* Tata
* Ukku-Takhesh
* Khishur
* Shushun-Tarana
* Napil-Khush
* Kikku-Sive-Temti

gehört zum Reich der Akkader
* Lukh-Ishshan ca. 2350/25
* Khishep-Ratep
* Khelu ca. 2300
* Khita ca. 2275
* Kutik-Inšušinak (Name in akkadischen Texten: Puzur-Inšušinak) ca. 2240
* Tazitta I.
* Eparti
* Tazitta II. < 2120

Dynastie von Simasch
Einige von diesen Herrschern regierten vielleicht gleichzeitig an verschiedenen Orten

* Tazitta Zeigenosse von Amar-Sin und Šu-Sin der 3. Dynastie von Ur
* Gir-Namme ca. 2030 Zeitgenosse von Šu-Sin der 3. Dynastie von Ur
* Ebarti I. Zeitgenosse von Šu-Sin der 3. Dynastie von Ur
* Tazitta
* Lu[...]raluuhaan
* Kindattu um 2000 v. Chr. Zeitgenosse des Išbi-Erra der Dynastie von Isin
* Indaddu I.
* Tanhurater
* Ebarti II. König (lugal) von Anschan und Susa
* Indaddu II.
* Indattu-Napir

Dynastie der Ebartiden oder der Großregenten; ca. 2000-ca. 1500 v. Chr.
(die Reihenfolge ist nicht gesichert)

* Ebarat
* Šilhaha König (lugal); Sukkalmah
* Pala-Ishshan
* Lankuku
* Kuku-sanit
* Kuk-Kirmash Erster Herrscher, der sich selbst Sukkalmah nennt; Sukkal von Elam
* Tem-sanit
* Kuk-Nahundi
* Kuk-Nashur I.
* Atta-hushu
* Tetep-mada
* Širuk-tuh
* Simut-wartaš I.
* Siwe-Palar-Khuppak Zeitgenosse des Hammurapi von Babylon
* Kuduzulusch I.
* Kutir-Nahhunte I.
* Atta-Merra-Khalki
* Tata
* Lila-Irtash
* Temti-Agun I.
* Kutir-Šilkhakha I.
* Kuk-Nashur II.
* Temti-Raptash
* Simut-wartaš II.
* Kuduzulush II.
* Sirtuh
* Kuk-Nashur III.
* Tan-Uli
* Temti-Khalki
* Kuk-Nashur IV.

Die Kidinuiden, ca. 1500-ca. 1400 v. Chr.
(die Reihenfolge der Herrscher ist unbekannt)

* Kidinu König von Susa und Anzan
* Inschuschinak-sunkir-nappipir (Name in akkadischen Texten: Inšušinak-šar-ilani) König von Susa
* Tan-Ruhurater II. König von Susa und Anzan
* Schalla
* Tepti-Ahar

Igehalkiden, ca. 1400 - 1210 v. Chr.
(Die Reihenfolge ist im einzelnen nicht gesichert)

* Ige-Halki
* Pahir-Ischschan um 1375 v. Chr. Sohn des Ige-Halki. Verheiratet mit einer nahen Verwandten des babylonischen Königs Kuri-galzu I.
* Attar-Kittah Sohn des Ige-Halki
* Unpahasch-Naprischa Sohn von Pahir-Ischschan
* Humban-Numena Sohn des Attar-Kittah
* Untasch-Napirisha Gründete die Stadt Tschoga Zanbil; Sohn von Humban-Numena
* Kidin-Hutran I. Sohn von Pahir-Ischschan
* Kidin-Hutran II. Sohn von Unpahasch-Naprischa
* Napirischa-Untasch 1340-1330 v. Chr./1276-1266 v. Chr. Sohn von Kidin-Hutran II.
* Kidin-Hutran III.

Schutrukiden

* Hallutuš-Inšušinak 1205-ca. 1185
* Šutruk-Nahhunte II. 1185-ca. 1155
* Kutir-Nahhunte III. 1155-ca. 1150
* Šilhak-Inšušinak I. 1150-ca. 1120
* Hutelutuš-Inšušinak 1120-ca. 1110
* Šilhina-Hamru-Lagamar 1110-

Elam wurde von Babyloniern 1100 - ca. 760 v. Chr. regiert

Spätes Elam

* Humban-tahrah 760-742
* Humban-igaš I. 742-717
* Šutruk-Nahhunte III. 717-699
* Hallušu-Inšušinak Ḫallušu 699-693
* Kutikaruk Kutir-Nahhunte IV. 693-692
* Humban-numena Umman-menanu 692-689
* Humban-Haltaš I. 689-681
* Humban-Haltaš II. 681-676
* Urtagu Urtak 675-664
* Tempti-Huban-Inšušinak Te-Umman 664-653 Sohn von Šilhak-Inšušinak II.
* Humban-nikaš III. Ummanigaš 653-651 Sohn von Urtak
* Tammaritu 651-649
* Indabigash 649-647
* Humban-Haltaš III. 647-646 v. Chr.

Elam wird von Assurbanipal erobert und fällt damit an Assyrien.

Spätes Elam nach der assyrischen Eroberung, teilweise nur lokale Herrscher

* Šutur-Nahhunte Baute am Tempel der Pinikir; regierte in Susa
* Hallutaš-Inšušinak Renovierte den Tempel des Inšušinak; regierte in Susa
* Atta-hamiti-Inšušinak nur von den Fragmenten einer Stele bekannt; regierte in Susa
* Ummanunu in Susa
* Šutur-Nahhunte regierte in Malamir
* Humban-Shuturuk regierte in Gisat
* Pahuri regierte in Zamin
* Šilhak-Inšušinak II. Sohn des Ummanunu
* Tepti-Humban-Inšušnak


Quelle:
Wikipedia

Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

01.08.2009 11:14
#3 RE: Elam antworten

Elamische Sprache

Die elamische oder elamitische Sprache ist die ausgestorbene Sprache der Elamer, eines altorientalischen Volkes im Südwesten des heutigen Iran. Elamische Texte stammen aus der Zeit 2400–350 v. Chr., insgesamt ergibt sich also eine zweitausendjährige Überlieferungsgeschichte.

Das Elamische ist mit keiner anderen bekannten altorientalischen Sprache verwandt: Es gehört weder zu den semitischen Sprachen (wie z. B. das Akkadische) noch zu den indogermanischen Sprachen (wie z. B. das Hethitische oder das Altpersische); auch mit dem benachbarten Sumerischen ist es mit Sicherheit nicht verwandt. Die meisten Forscher halten das Elamische für eine isolierte Sprache, einige sehen aber genetische Beziehungen zu den drawidischen Sprachen des indischen Subkontinents.

Die Überlieferung elamischer Texte erfolgte in drei unterschiedlichen Schriftsystemen, von denen zwei auf mesopotamische Schriftformen zurückgehen, während die dritte (die „Strichschrift“) eine elamische Eigenentwicklung ist. Die Geschichte Elams kann bisher nur lückenhaft und für bestimmte Phasen vor allem aus mesopotamischen (sumerischen, akkadischen, assyrischen und babylonischen) Quellen erschlossen werden; historische Texte in elamischer Sprache gibt es dagegen nur relativ selten.

Die Wissenschaft von der elamischen Sprache, Kultur und Geschichte heißt Elamistik.


Inschrift Schilkhak-In-Schuschinaks aus Susa, um 1140 v. Chr.

Einleitung

Die Elamer spielten mindestens seit dem Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. eine wichtige Rolle im südwestlichen Iran, etwa im Gebiet des heutigen Chuzestan, Luristan und des zentralen Zāgros-Gebirges. Hauptorte waren Anschan (heute Tall-i Malyan) und Susa (heute Shush). Wirtschaftliche Basis für die Entwicklung elamischer Staaten war die damalige große Fruchtbarkeit der Susiana und die frühe Bedeutung als Durchgangsgebiet für die Handelswege von Mesopotamien nach Iran und zum Industal. Die elamische Geschichte ist geprägt von der ständigen politischen, kriegerischen aber auch kulturellen Wechselwirkung mit den benachbarten Staaten Mesopotamiens, die in langen Phasen die Oberhoheit über das elamische Gebiet ausübten und kulturell meist die „Gebenden“ waren. Dennoch haben die Elamer in vielen Bereichen gegenüber Mesopotamien ihre Eigenständigkeit bewahren können, z. B. in einem sehr speziellen System der Thronfolge, bei der Verwendung und Adaption von mesopotamischen Schriftsystemen und durch den Erhalt ihrer Sprache bis weit ins erste nachchristliche Jahrtausend.

Eigen- und Fremdbezeichnungen Elams

Die elamische Eigenbezeichnung für das Land Elam ist haltamti oder hatamti, dies wurde sumerisch zu elama, akkadisch zu elamtu und hebräisch zu 'elam. Die Eigenbezeichnung der Sprache ist nicht überliefert. Die üblichen modernen Bezeichnungen elamisch oder elamitisch (englisch und französisch elamite) gehen auf A. Sayce zurück, der für Volk und Sprache 1874 die Bezeichnung elamite nach akkadischem Vorbild prägte.

Geschichte Elams und der elamischen Sprache

Die elamische Geschichte ist bisher nur phasenweise darstellbar und lässt sich vereinfacht in folgende fünf Abschnitte gliedern:

Protoelamisch

Aus der protoelamischen Zeit, etwa 3100–2600 v. Chr., gibt es noch keinen direkten sprachlichen Nachweis für die Elamer. Allerdings stellte die darauf folgende altelamische Periode eine kulturell bruchlose Fortsetzung dieser Periode dar, was dafür spricht, dass auch die Träger der protoelamischen Kultur in der Susiana bereits Elamer waren. In dieser Periode wurde nach dem Vorbild der nur wenig älteren archaischen sumerischen Schrift die bisher nicht entzifferte „protoelamische Bilderschrift“ entwickelt und für die Wirtschaftsverwaltung genutzt (Funde vor allem aus der Zeit 3050 bis 2800 v. Chr.).

Altelamisch

Die altelamische Zeit, etwa 2600–1500 v. Chr., umfasst die elamischen Dynastien von Anwan, Simaš und die der Epartiden. Seit dem Akkadreich (2340–2200) verstärkte sich der mesopotamische Einfluss in Elam, nach kurzer Unabhängigkeit unter König Puzur-Inšušinak (um 2200) gewann die sumerische Ur-III-Dynastie um 2100 wieder die Oberhoheit, während die Elamer das Ende eben dieser Dynastie entscheidend mitbewirkten. Auch gegenüber dem Hammurabi-Reich und seinen Nachfolgern (1900–1600) bewahrte sich Elam unter der Epartiden-Dynastie eine relative Unabhängigkeit. In der altelamischen Periode entwickelten die Elamer ihre eigenständige „Strichschrift“ (nur kurze Zeit um 2200 benutzt) und adaptierten die mesopotamische Keilschrift, die sie im Laufe der Zeit stark veränderten (Details zu den elamischen Schriften siehe unten).

Mittelelamisch

Die mittelelamische Periode umfasst etwa den Zeitraum 1500–1000 v. Chr. unter den Dynastien der Igehalkiden und Šutrukiden mit dem glänzenden Höhepunkt unter Untaš-Napiriša mit seiner Hauptstadtgründung Dur-Untaš (heute Tšogha Zambil) und der wohl besterhaltenen Ziggurat des ganzen Nahen Ostens. Die Babylonier unter Nebukadnezar I. beendeten diese Phase.

Neuelamisch

In der neuelamischen Periode, etwa 1000–550 v. Chr., fand Elam einen letzten Höhepunkt im sog. neuelamischen Reich (760–640), das – geschwächt durch das Vordringen iranischer Völker in elamische Gebiete – schließlich von den Assyrern ausgelöscht wurde.

Achämenidisch-elamisch

In der achämenidischen Periode 550–330 v. Chr. wurde Elam ein wichtiger Bestandteil des achämenidischen Reiches, seine Sprache war eine von vier Staatssprachen (neben dem Persischen, Babylonischen und Aramäischen), in Persepolis und Susa verwalteten vor allem elamische Schreiber die Staatskanzlei, die Buchhaltung wurde weitgehend in elamischer Sprache geführt. Die vormals elamische Hauptstadt Susa wurde mit neuen großen Palästen das Verwaltungszentrum der achämenidischen Herrschaft. Während die schriftliche elamische Überlieferung 350 v. Chr. abbrach, wurde das Elamische wahrscheinlich noch bis zum Ende des 1. nachchristlichen Jahrtausends in Chusistan gesprochen. (Die Belege darüber sind allerdings umstritten.)

Elamische Schriften und ihre Entzifferung

Protoelamische Bilderschrift

Kurz nach der sumerischen Schrifterfindung findet man auch in Elam seit 3050 und bis 2800 v. Chr. eine Schriftform, die der etwas älteren archaischen sumerischen aus Uruk sehr ähnlich ist und wie diese fast nur Wort- und Zahlzeichen verwendet, die protoelamische Bilderschrift. Hauptfundort ist Susa mit 1600 Tontafeln, vereinzelte Funde gibt es im ganzen südwestlichen, aber auch verstreut im östlichen Iran. Die Schrift konnte bisher nicht entziffert werden, doch gleichen die Tafeln in ihrer Struktur und wahrscheinlich auch im Inhalt den archaischen sumerischen Tafeln, die ausschließlich für wirtschaftliche Verwaltungszwecke verwendet wurden. Die protoelamische Schrift enthält etwa 1000 Zeichen, die in rund 5000 Varianten vorkommen.

Das Zählsystem dieser Inschriften ist äußerst komplex, je nach Zählobjekt werden – ähnlich wie in den Uruk-Texten – verschiedene Einheiten verwendet. Die Arbeiten von Englund 1989 und 1997 und Damerow 1989 ergeben folgende unterschiedliche Zählmodi:

Unterschiedliche Zählsysteme der protoelamischen Schrift

Objektarten Grundsystem Verwendete Einheiten
Menschen, Tiere dezimal 1 - 10 - 100 - 1.000 - 10.000
diskret unbelebt sexagesimal 1 - 10 - 60 - 600 - 3.600
Getreiderationen (bi)sexagesimal 1 - 10 - 60 - 120 - 1.200
Hohlmaße (Getreide) gemischt 1 - 2 - 4 - 12 - 24 - 60 - 360 - 3.600 etc.
Flächenmaße gemischt 1 - 6 - 18 - 180

Da nicht für jede Einheit der unterschiedlichen Zählsysteme unterschiedliche Zeichen verwendet wurden, hängt der Zahlenwert der einzelnen Mengenzeichen entscheidend davon ab, in welchem Kontext sie auftreten.

Eine sichere Zuordnung dieser Texte zu den Elamitern wäre – selbst bei vollständiger Entzifferung – wegen des hohen Anteils sprachunabhängiger Wortzeichen kaum möglich. Den aktuellen Stand der Entzifferung dieser Schrift beschreibt ausführlich Robinson 2002.


Elamische Strichschrift

Im 23. Jahrhundert entwickelten die Elamer eine eigenständige Silbenschrift, die wegen ihres linearen Duktus „Strichschrift“ (englisch „Linear Elamite“) genannt wird. 1961 veröffentlichte der Göttinger Iranist und Elamist Walther Hinz die Grundzüge einer Entzifferung dieser Schriftform und ging dabei von einer elamischen Lesung dieser Texte aus, worüber in Hinz 1962, 1964 und 1969 berichtet wird. Diese Entzifferung erfolgte auf Basis einer akkadisch-elamischen Bilingue (der sog. Steininschrift A) unter Verwendung der Lesung von Eigennamen („Inšušinak“, „Susa“) und der Kenntnisse der elamischen Sprache aus den vorher entzifferten neuelamischen und achämenidischen Königsinschriften. Sie ist allerdings nicht von allen Fachleuten anerkannt worden. Texte in der elamischen Strichschrift sind spärlich und fast auf die Regierungszeit Puzur-Inšušinaks (Ende des 23. Jahrhunderts) beschränkt. Gefunden wurden bisher etwa 20 Stein- und Ziegelinschriften, eine auf einer Silbervase, inhaltlich handelt es sich bei den Strichinschriften meist um Weihinschriften.


Tafel in Elamischer Strichschrift

Die Schrift besitzt nur 103 Zeichenformen – von denen 40 jeweils nur ein einziges Mal belegt sind –, was von vornherein ihre Interpretation als reine Silbenschrift nahelegte (Wort-Silben-Schriften wie die mesopotamische Keilschrift benötigen einen wesentlich größeren Zeichenvorrat). Als Beispiel sei der von W. Hinz zur Entzifferung herangezogene elamische Text in seiner Lesung und mit seiner Interlinearübersetzung zitiert (die Nummerierung entspricht den Spalten dieser Inschrift):

Elamische Strichinschrift (sog. Steinschrift A, nach Hinz 1969):

(1) te-im-tik-ki nap in-šu-ši-na-ik un-ki
(2) u ku-ti-ki-šu-ši-na-k zunkik hal-me ka
(3) hal-me-ni-ik šu-si-im-ki
(4) ši-in-pi-hi-iš-hu-ik
(5) ša-ki-ri nap-ir lik hi-an ti-la-ni-li
Interlinearübersetzung:

(1) Dem Herrn Gott Inšušinak, habe diesen Holz(pfahl)
(2) ich, Kutik-I(n)šušinak, König des Landes (Elam),
(3) Landerbe von Susa,
(4) des Šinpi-hišuk
(5) Sohn, der Gottheit als Stiftung für den Tempel zugeeignet.
Der Name „Kutik-I(n)šušinak“ wird heute allgemein „Puzur-Inšušinak“ gelesen.


Quelle:
Wikipedia

Albrecht von Wallenstein Offline




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01.08.2009 12:36
#4 RE: Elam antworten

Die Adaption der mesopotamischen Keilschrift in Elam

Parallel zur Strichschrift und vor allem nach 2200 setzte sich zunehmend die sumerisch-akkadische Keilschrift auch in Elam durch, die meisten Texte waren allerdings zunächst noch in akkadischer Sprache verfasst (die Schreiber waren möglicherweise Akkader). Die mesopotamische Keilschrift wurde dann – seit der mittelelamischen Zeit – von den Elamern zunehmend vereinfacht, indem sie die Anzahl der Zeichen reduzierten, meist einfache Zeichen mit möglichst wenig Keilen aussuchten und die Ideogramme (Logogramme, Wortzeichen) weitgehend fallen ließen und durch eine fast rein phonetische Silbenschreibung ersetzten. Die Mehrdeutigkeit der mesopotamischen Zeichen wurde stark reduziert, für ein und dieselbe Silbe wurde in der Regel nur noch ein Zeichen verwendet. Somit gelang den Elamern die Schaffung einer eigenständigen, wesentlich „logischeren“ und einfacheren Form der Keilschrift, die allerdings die „Feinheiten“ der elamischen Phonetik (z. B. Konsonantencluster, Nasalierung, Verwendung von Doppelkonsonanten u. a.) kaum adäquat wiedergeben konnte. In achämenidischer Zeit hatte die elamische Keilschrift schließlich nur noch 132 Zeichen, darunter 27 Wortzeichen und Determinative. Die graphischen Unterschiede zwischen den elamischen Keilzeichen und ihren – inzwischen meist identifizierten – mesopotamischen Vorgängern sind erheblich.

Die Entzifferung der neuelamischen Keilschrift

Die Grundlage für die Entzifferung aller Keilschriften – und damit auch anderer altorientalischer Schriftsysteme – war die große dreisprachige Darius-Inschrift von Behistun aus dem Jahre 519 v. Chr. in den Sprachen Elamisch, Altpersisch und Babylonisch. Nachdem Georg Friedrich Grotefend und seine Nachfolger zunächst die altpersische Buchstaben-Keilschrift entziffert und den altpersischen Text (in einer Sprache, die mit dem Awestischen nahe verwandt ist) gedeutet hatten, war die Behistun-Trilingue für die Entzifferung der beiden anderen Schriften nutzbar.

Es bot sich zunächst an, den zweiten Teil der Inschrift zu untersuchen, da diese Schriftform nur 111 verschiedene Zeichen verwendete und somit wesentlich einfacher als die dritte Schrift mit ihren mehreren hundert Zeichen war. (Wie man heute weiß, handelt es sich bei der dritten Schrift um die babylonische Keilschrift, die erst nach und mit Hilfe der Entzifferung der elamischen Schrift entziffert werden konnte). Bei nur 111 Zeichen lag es nahe, dass diese zweite Schrift – die neuelamische Keilschrift, wie später erkannt wurde – im Wesentlichen eine Silbenschrift darstellte. Grotefend – der schon maßgeblichen Anteil an der Entzifferung der altpersischen Keilschrift hatte – gelang 1837 die Entdeckung, dass männliche Personennamen durch einen vorgesetzten senkrechten Keil gekennzeichnet wurden. Das öffnete die Tür zur Grundidee der Entzifferung, nämlich die Gleichsetzung von Eigennamen in der neuelamischen und altpersischen Fassung (eine Idee, die schon Jean-François Champollion bei der Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen verwendet hatte). Nach der vollständigen Veröffentlichung der elamischen Fassung der Inschrift 1853 hatte man 90 Eigennamen zur Verfügung, aus denen man durch Vergleich mit den Namen des altpersischen Textes die Silbenwerte der meisten neuelamischen Zeichen bestimmen konnte. Mithilfe der Übersetzung der altpersischen Fassung konnte dann auch die Bedeutung von etwa 700 elamischen Wörtern festgestellt und die Grundzüge der elamischen Grammatik geklärt werden.

Die Lesung und Deutung der mittel- und altelamischen Keilschrift

Auf Basis der nun relativ gut bekannten neuelamischen Schrift und Sprache konnten nach und nach durch Vergleich und Kombination auch die älteren elamischen Keilinschriften gelesen und gedeutet werden. Die mittelelamische Keilschrift enthält noch mehr Determinative und Ideogramme als die neuelamische und ist insgesamt komplizierter. Hilfe durch akkadisch-elamische Bilinguen gab es nur in wenigen und unbedeutenden Fällen. Der aus den achämenidisch-neuelamischen Königsinschriften gewonnene eingeschränkte Wortschatz reichte nicht aus, die viel umfangreichere Lexik der alt- und mittelelamischen Inschriften zu erschließen, auch die Veränderungen der Sprache in einem Zeitraum von mehr als tausend Jahren führt immer noch zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Deutung der älteren elamischen Texte. So gibt es elamische Texte, bei denen noch jedes zweite Wort Rätsel aufgibt oder der Sinn ganzer Sätze völlig dunkel bleibt.

Überlieferung elamischer Texte

Insgesamt steht die Überlieferung elamischer Texte in Qualität und Quantität weit hinter der sumerischer und akkadischer Texte zurück. Das überlieferte elamische Material ist nicht umfangreich und vielseitig genug, um – trotz der heute relativ problemlosen Lesung – zu einem umfassenden Verständnis elamischer Texte gelangen zu können. Insbesondere die Erschließung des Wortschatzes ist noch kaum gelungen, nur etwa 700 elamische Wörter sind sicher gedeutet. Solange man keine größere sumerisch-elamische, akkadisch-elamische oder altpersisch-elamische Wortliste findet, wird sich an diesem Zustand nichts ändern. Dennoch ist die Überlieferung des Elamischen so umfangreich, dass sich ein relativ klares Bild der elamischen Grammatik und Sprachstruktur gewinnen lässt.

Die Herkunft der Texte

Die meisten elamischen Texte stammen aus den heutigen südwestiranischen Provinzen Chuzestan und Fars, wichtigste Fundstellen sind Susa, Persepolis und Anshan (heute Tall-i Malyan). Diese Texte entstanden im Zeitraum zwischen dem 24. und 4. vorchristlichen Jahrhundert. Achämenidische mehrsprachige Monumentalinschriften, die ebenfalls elamische Fassungen enthalten, finden sich im westlichen Iran und der Osttürkei im Gebiet des Van-Sees, sie stammen aus der Zeit von 520 bis 450 v. Chr. Elamische Tontafeln aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert wurden – außerhalb des Iran – in Niniveh (beim heutigen Mossul), in den urartäischen Festungen der Osttürkei und Armeniens gefunden, einige elamische Tontafelfragmente aus dieser Zeit stammen sogar aus Kandahar im heutigen Afghanistan.

Altelamische Texte

Die meisten Keilschrifttexte der altelamischen Zeit (etwa 2400–1500) sind in akkadischer oder sumerischer Sprache geschrieben, nur wenige sind elamisch überliefert. Dazu gehören drei fragmentarische Schülertexte – die man im weitesten Sinne „literarisch“ nennen könnte –, ein Vertrag eines unbekannten elamischen Königs mit dem akkadischen König Naramsin (aus dem 23. Jahrhundert, Übersetzung siehe Koch 2005) und vier elamische Königsinschriften aus dem 18. Jahrhundert. Darüber hinaus sind elamische Namen und vereinzelte Wörter in sumerischen und akkadischen Texten überliefert. Falls sich der elamische Charakter der Strichschrift endgültig nachweisen lässt (siehe oben), gehören natürlich auch diese wenigen Texte zum altelamischen Bestand.

Auszüge aus dem altelamischen Naramsin-Vertrag (Übersetzung nach Koch 2005):
Höret Göttin Pinengir, Göttliche Gute des Himmels, Humban, Il-Aba … (insgesamt 37 elamische und akkadische Götter werden angerufen): Feindliche Unternehmungen gegen den Herrn von Akkade werde ich nicht zulassen. Mein Feldherr wird den Herrn vor Feindestaten beschützen. Der Feind des Naramsin ist auch mein Feind, der Freund des Naramsin ist mein Freund! … Einen Überläufer werde ich nicht bei mir aufnehmen. … Dein Standbild soll hier in Ehren gehalten werden. … Deine Gattin möge fruchtbar sein! Gott Simut möge sie immer behüten! Sie möge einen Muttersohn als Thronerben gebären. … Der Friede werde hier gehegt! Den Göttern leisten die Könige ihren Schwur. … Den Sonnengott Nahiti liebt der König, dem Gott Inšušinak ist er untertan. …

Mittelelamische Texte

Die mittelelamischen Texte (1350–1100 v. Chr.) bestehen mehrheitlich aus kurzen Königsinschriften und Verwaltungsdokumenten (175 Texte meist aus Susa, Dur-Untaš und Malyan in Fars), geschrieben auf Ziegeln, Stelen, Reliefs, Statuen und Votivobjekten. Unter ihnen ist eine einzelne bilinguale akkadisch-elamische Bauinschrift und ein längerer Feldzugbericht des Königs Šutruk-Nahhunte I (ca 1185–1155). Elamische Wörter und Titel finden sich in dieser Zeit auch auf akkadischen Inschriften von Haft Tepe. Das Mittelelamische gilt als die „klassische“ Periode der elamischen Sprache und Kultur.

Neuelamische Texte

Das Neuelamische ist durch Weihinschriften und Verwaltungs- und Rechtstexte aus dem 8.–6. Jhdt. repräsentiert. Aus der Zeit 750–650 v. Chr. stammen etwa 30 Königsinschriften auf Ziegeln und Stelen aus Susa und einige Felsinschriften lokaler elamischer Herrscher in Chuzestan. Aus der Zeit nach 650 sind eine kleine Gruppe von Rechtstexten und ein Archiv mit 300 kurzen Verwaltungstexten aus Susa, außerdem einige Briefe aus Susa, Niniveh und Armavir Blur in Armenien überliefert.

Achämenidisch-elamische Texte

Am besten überliefert ist das Elamische der Achämenidenzeit, und zwar vor allem – wie schon oben erwähnt – durch die mehrsprachigen Königsinschriften von Darius I und seinen Nachfolgern. Diese Königsinschriften in den Sprachen Elamisch, Altpersisch und Babylonisch bilden nach wie vor die wichtigsten Dokumente der Elamistik (Übersetzung der drei Fassungen bei Borger-Hinz 1984, die älteste dreisprachige Inschrift Darius I ist in Koch 2005 wiedergegeben). In Behistun existierte zunächst nur die elamische Fassung, die beiden anderen wurden etwas später hinzugefügt, was die besondere Bedeutung des Elamischen in der Achämenidenzeit unterstreicht. Spätere Monumentalinschriften enthalten neben der altpersischen immer auch eine elamische und babylonische Fassung, inhaltlich korrespondieren diese Texte sehr eng, so dass Simultanübersetzungen möglich sind.

Aus der Einleitung der Behistun-Inschrift (Übersetzung nach Borger-Hinz 1984):
(§ 1) Ich bin Darius, der Großkönig, König der Könige, König in Persien, König der Länder, des Hystaspes Sohn, des Arsames Enkel, ein Achämenide. (§ 5) Es kündet Darius der König: Nach dem Willen Ahuramazdas bin ich König. Ahuramazda hat mir die Königsherrschaft verliehen. (§ 6) Dies sind die Länder, die mir zugekommen sind: Persien, Elam, Babylonien, Assyrien, Arabien, Ägypten, die Meerbewohner (die Bewohner von Meerland = Zypern ?), Lydien, Jonien, Medien, Armenien, Kappadozien, Parthien, Drangiana (Sistan in Ostiran), Areia (Herat, Nordwest-Afghanistan), Choresmien, Baktrien, Sogdien, Gandhara (Nordost-Afghanistan und Nordwest-Pakistan), Skythien, Sattagydien (Pandschab in Nordwest-Indien), Arachosien (Kandahar, Süd-Afghanistan), Maka (Mekran in Belutschistan), insgesamt 23 Länder.

Mehrere tausend elamische Verwaltungstexte sind aus der Zeit von 500–450 v. Chr. aus den Archiven von Persepolis erhalten, verfasst von den elamischen Schreibern und Buchhaltern der achämenidischen Reichskanzlei. Die weite Verbreitung dieser Texte zeigen Fragmente dieser Textgruppe aus Kandahar in Afghanistan.

Eine Anordnung an einen Beamten für eine Abrechnung (PF 1858, Übersetzung nach Koch 2004):

Zu Merduka sprich, Mrnčana lässt ausrichten: Dein Heil möge durch die Götter und den König bewirkt werden! Vorher hatte ich dir mitgeteilt: „Einer unserer Kollegen ist unterwegs in Elam, wohin ich selbst jetzt nicht reise. Dort wird selbiger die Abrechnungen durchführen.“ Jetzt kann er aber derzeit nicht kommen. Als Ersatz schicke ich den Humaya los, er wird dort eintreffen und die Abrechnung machen. Ihr macht dort alles fertig und gebt die Reservebestände an Vieh, Gerste, Wein und Korn heraus, er soll sie hierher schicken!

Beziehungen des Elamischen zu anderen Sprachen

Ein Grund für die Schwierigkeit der Deutung elamischer Texte liegt darin, dass das Elamische als Sprache offensichtlich isoliert dasteht und damit etymologische Vergleiche mit verwandten Sprachen entfallen. Frühe Versuche, es mit dem Sumerischen zu verbinden, wurden schnell aufgegeben. Auch ein Vergleich mit den ebenfalls aus dem iranischen Bergland stammenden Sprachen Kassitisch und Gutäisch erübrigt sich schon wegen der äußerst geringen Kenntnis dieser Sprachen. Als durchaus vielversprechend galt dagegen die Hypothese einer Verwandtschaft mit den drawidischen Sprachen.

Die elamo-drawidische Hypothese

R. A. Caldwell vermutete schon 1856 eine Beziehung des Elamischen zu den drawidischen Sprachen. Diese Hypothese wurde in den 1970er Jahren wieder aufgegriffen und vor allem von David W. McAlpin vertreten, der in seinem zusammenfassenden Hauptwerk von 1981 von einer elamo-drawidischen Sprachfamilie ausgeht, die man auch „zagrosisch“ nennt, nach ihrer hypothetischen Urheimat im Zāgros-Gebirge. Als Begründung für die elamo-drawidische Verwandtschaft werden folgende Übereinstimmungen zwischen dem Elamischen und Proto-Drawidischen angeführt (die ersten beiden sind allerdings rein typologisch und können deswegen wenig zur genetischen Frage beisteuern):

Beide Sprachen sind agglutinativ, es werden fast ausschließlich Suffixe benutzt.
Die Struktur der Verbalmorphologie stimmt weitgehend überein.
Einige Nominal-Suffixe lauten ähnlich (Pronomina der 2. Person, vor allem Kasus-Suffixe).
Das elamische Suffix /-ka/ zur Bildung der Nomina actionis hat drawidische Reflexe.
Das elamische Perfektsuffix /-ta/ entspricht dem drawidischen Partizip-Suffix.
McAlpin stellte über 80 elamisch-drawidische Wortgleichungen auf (McAlpin 1981).
Dennoch wurde die elamo-drawidische Hypothese von Elamisten und Drawidologen gleichermaßen mit großer Zurückhaltung, wenn nicht mit Ablehnung betrachtet (Reiner 1992 und 2003, Steever 1998, Krishnamurti 2003).

Falls die von anderen Forschern (z. B. W. A. Fairservis 1992, A. Parpola 1994) aufgestellte These korrekt ist, dass die – bisher unbekannte – Sprache der Induskultur ebenfalls drawidisch ist, ergäbe sich auch eine Beziehung zwischen Elam und der Induskultur, zumal die protoelamische Bilderschrift (siehe oben) des frühen 3. Jahrtausends im Zeichenvorrat viele Ähnlichkeiten mit der – bisher auch unentzifferten – Schrift der Induskultur aufweist (zuletzt bei van Driem 2001 ausführlich dargestellt).

Afroasiatische und nostratische Hypothesen

V. Blažek kritisierte in den 1990er Jahren die meisten elamisch-drawidischen Wortgleichungen McAlpins und stellte seinerseits über hundert Etymologien auf, die eine Verwandtschaft des Elamischen mit den afroasiatischen Sprachen belegen sollten. Da er die von McAlpin gefundenen morphologischen elamo-drawidischen Gemeinsamkeiten nicht bestreitet, rückt er das Elamische in den großen Zusammenhang der nostratischen Makrofamilie, die nach seiner Ansicht neben den drawidischen, indogermanischen, uralischen, altaischen und kartwelischen Sprachen auch die afroasiatische Sprachfamilie mit umfasst (letztere wird von den Nostratikern heute oft als eigenständig betrachtet). Es muss kaum betont werden, dass auch diese erweiterte Hypothese nur wenige Anhänger außerhalb des Kreises der „Nostratiker“ fand. (Siehe Blažek 1999 und 2002).

Starostins Kritik

Von großer Bedeutung ist der umfassende Artikel von George Starostin On the Genetic Affiliation of the Elamite Language (2002), der sowohl die Arbeiten von McAlpin als auch die Thesen von Blažek untersucht und kritisiert. Die elamo-drawidischen morphologischen Ähnlichkeiten deutet er ebenfalls (wie Blažek) im Kontext einer viel umfassenderen nostratischen Verwandtschaft anstatt einer zweiseitigen elamo-drawidischen Beziehung. (Er zeigt z. B., dass die von McAlpin angeführten Kasussuffixe tatsächlich in ähnlicher Form und Funktion auch in den uralischen, altaischen und kartwelischen Sprachen verbreitet sind.) Die Wortgleichungen beider Autoren – also sowohl die elamo-drawidischen McAlpins als auch die elamo-afroasiatischen Blažeks – hält er fast alle nicht für überzeugend.

Stattdessen präsentiert er auf Basis der 100-Wort-Liste von Morris Swadesh eine Untersuchung der 54 Begriffe dieser Liste, die im Elamischen vorkommen, und versucht nostratische, afroasiatische und sinokaukasische Parallelen zu finden. Das Ergebnis ist ein – wie erwartet – sehr weiter Abstand des Elamischen vom Sinokaukasischen, ein relativ weiter – etwa gleicher – Abstand sowohl zum Nostratischen als auch zum Afroasiatischen. Insbesondere aber weist das Elamische mit dem Drawidischen – einem Zweig des Nostratischen – nur sehr geringe Gemeinsamkeiten auf, es gibt nur zwei akzeptable Wortgleichungen. Starostin schließt eine Urverwandtschaft des Elamischen mit diesen Makrogruppierungen zwar nicht aus, diese müsste allerdings in einer sehr weit zurückliegenden Vergangenheit begründet sein. Das Hauptergebnis ist die faktische Widerlegung der spezifischen elamo-drawidischen Hypothese, die nach McAlpins Arbeiten auch von niemanden mehr explizit unterstützt worden ist.

Es ist also – vor allem auf Grund der Ergebnisse von Starostin, aber auch der kritischen Arbeiten der Drawidologen und Elamisten – sinnvoll, das Elamische zunächst weiterhin als eine isolierte Sprache des Alten Orients aufzufassen.

Sprachliche Charakteristik des Elamischen (bei Wikipedia)

Quelle:
Wikipedia

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