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Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

01.08.2009 08:54
RE: Sumer antworten

Sumer

Das Land Sumer lag südlich von Akkad in Mesopotamien. Die Sumerer beeinflussten im Laufe des 4. Jahrtausends v. Chr. den Übergang zur mesopotamischen Hochkultur entscheidend. Ihr Land nannten sie „ken-gir“, ihre Sprache „eme-gi(r)“; der Begriff „Šumeru“ ist die akkadische Bezeichnung für das Land und Volk der Sumerer. Diese Bezeichnung wird seit dem 19. Jahrhundert nach der Wiederentdeckung der sumerischen Schrift und Sprache auch für ihre Kultur verwendet.


Das Reich Sumer und Akkad und sein Umfeld

Sprache

Das Sumerische wurde in Südmesopotamien bis etwa 1700 v. Chr. gesprochen. Nach seinem Aussterben als Alltagssprache wurde es in ganz Mesopotamien bis ins 1. Jhdt. v. Chr. als Literatur-, Wissenschafts- und Sakralsprache verwendet. Das Sumerische ist eine der ersten Sprachen – wenn nicht die erste – für die eine Schrift entwickelt wurde (etwa 3200 v. Chr.), somit umfasst die Periode der schriftlichen Überlieferung einen Zeitraum von rund 3000 Jahren.

Die sumerische Sprache konnte bisher verwandtschaftlich nicht überzeugend an irgendeine bekannte Sprache angeschlossen werden, deswegen bezeichnet man sie als isoliert. Eine ausführliche Darstellung der sumerischen Sprache und der Thesen ihrer externen Beziehungen – auch im Rahmen eurasischer Makrofamilien – findet sich im Artikel Sumerische Sprache bei Wikipedia.

Herkunft

Die Herkunft der Sumerer ist unbekannt, sicherlich sind sie – nach Ausweis ihrer Sprache – keine Semiten und auch nicht mit den nordöstlich angrenzenden Elamitern verwandt. Es wurden Thesen über eine mögliche Zuwanderung der Sumerer aus Zentralasien (siehe BMAC bei Wikipedia) nach Mesopotamien aufgestellt, die aber nicht belegbar sind und deswegen von der Mehrheit der Fachleute nicht akzeptiert wurden. Ebenfalls nicht nachweisbar ist die These, dass es sich bei den Sumerern um eine autochthone mesopotamische Kultur handelt, allerdings gibt es auch keine archäologisch greifbaren Beweise für eine Zuwanderung nach Südmesopotamien im Verlauf des 4. Jahrtausends. Die früher auf sprachlichen Argumenten beruhende These der Einwanderung – basierend auf einem angeblichen präsumerischen Substrat der sumerischen Sprache – hat zunehmend ihre Unterstützung verloren (Details im Artikel Sumerische Sprache).

Geschichte

Die Geschichte Sumers beginnt mit der so genannten Uruk-Zeit, ab etwa 4000 bis 3000 v.Chr. Die Sumerer siedeln am Euphrat. Aus Dörfern entstehen Städte. Uruk war damals die bedeutendste unter ihnen mit dem weit ausstrahlenden Inanna-Tempel.

Um 3100 v. Chr. wächst die Bevölkerung. Der Bewässerungsbau wird intensiviert, die Zentren der Städte werden zu heiligen Bezirken. Die Periode endet um 2900 v. Chr.

Altsumerisches Reich

Am Anfang der Frühdynastischen Periode standen eine Reihe von Stadtstaaten (Adab, Eridu, Isin, Kisch, Kullab, Lagasch, Larsa, Nippur, Ur und Uruk), welche etwa 2800 v. Chr. das Altsumerische Reich unter wechselnden Stadtherrschern bildeten:

Erster bekannter Herrscher von Sumer ist Etana, der um 2800 v. Chr. lebte und König von Kisch war. Sein Nachfolger Mes-ki-agga-scher, König von Uruk (dem biblischen Erech), gründete weit südlich von Kisch eine rivalisierende Dynastie und erlangte die Herrschaft über die ganze Region zwischen dem Mittelmeer und dem Zagros-Gebirge. Er wurde von seinem Sohn En-mer-kar (um 2750 v. Chr.) abgelöst. Diesem folgte sein Feldherr Lugalbanda auf den Thron. Am Ende der Regierungszeit von Lugalbanda wurde En-me-bar-agesi (um 2700 v. Chr.), ein König der Etana-Dynastie in Kisch, zum führenden Herrscher von Sumer.

Die Akkader aus dem Norden unter Sargon vereinten Sumer unter einer Dynastie (2371 bis 2191 v. Chr.). Akkadisch wird Verwaltungssprache. Befördert durch Uneinigkeit zwischen Akkad und dem restlichen Sumer, endete diese Dynastie mit der Eroberung durch die Gutäer.

Neusumerisches Reich

Das Neusumerische Reich (2112 bis 2004 v. Chr.) unter der Herrschaft der 3. Dynastie von Ur, – Sumerisch als Verwaltungssprache, erste Zikkurate entstehen – endete unter dem Druck Elams aus dem Osten.

Kultur und Bedeutung der Sumerer

Die Anfänge der sumerischen Kultur in der sogenannten Uruk-Periode reichen bis zum Anfang des 4. Jahrtausends zurück. Sie ist durch die Gründung der ältesten Städte und einer charakteristischen Keramik charakterisiert. Der Uruk-Periode ging die Ubaid-Kultur voraus, die sich durch ihre Tonware in Stil und Färbung auszeichnet, sowie durch frühe Siedlungen an den Wasserläufen; sie reicht bis in das 6. Jahrtausend v. Chr. zurück.

Obwohl die Schrift mehrmals in der Geschichte der Menschheit erfunden wurde (Ägypten, China, Maya), ist für Europa die sumerische Keilschrift von zentraler Bedeutung und vermutlich auch älter als die anderen hochentwickelten Schriften. Die Keilschrift wurde erfolgreich an das Akkadische und Hethitische (auch Hittitisch) angepasst und gilt als Vorläufer vieler Schriften.

Die Entwicklung des Rades – möglicherweise erstmals im Reich der Sumerer benutzt – steht in engem Zusammenhang mit der Erkenntnis, dass domestizierte Tiere nicht nur eine Nahrungs- und Rohstoffquelle (z. B. Leder) sind, sondern auch als Zugtiere und Arbeitstiere dienen können (Pflug, Karren). Eine weitere Vorbedingung für die Nutzung des Rades sind ebene, breite Wege, die erst bei einer kritischen Bevölkerungsdichte und geeignetem Landschaftsrelief entstehen.

Landwirtschaft und Bewässerung

Im Bereich der Landwirtschaft haben die Sumerer wahrscheinlich keine neuen Nutzpflanzen oder Nutztiere domestiziert; der Beitrag liegt hier in der Verfeinerung der Bewässerung sowie der Einführung der Milchwirtschaft. Die fortschrittliche Bewässerungstechnik legte gleichzeitig den Grundstein zum Niedergang Sumers (bzw. seiner Nachfolgestaaten): Aufgrund der Versalzung des Bodens gingen die landwirtschaftlichen Erträge immer weiter zurück. Noch heute sind weite Landstriche nur bedingt nutzbar. Nach den bisherigen Erkenntnissen bestand die Nahrung vor allem aus Graupen, Mehlbrei, Datteln, Honig, Sesamöl. Eiweiß lieferten Eier und Käse, Gänse, Enten, Hühner sowie Heuschrecken. Seltener gab es Schlachtfleisch der verwendeten Nutztierassen Rinder, Esel, Schweine, Schafe, Ziegen. Gejagt wurden Hasen, Wildschweine, Wildziegen, Wildschafe, Antilopen, Gazellen und Wildhirsche. Löwenjagd war Privileg der Könige. Intensiv wurde Fischfang betrieben, wobei teilweise auch abgerichtete Pelikane verwendet wurden. Karpfen wurden exportiert.

Handwerke und Bildung

Durch Texte und Ausgrabungen wurden folgende Handwerke und Berufe identifiziert: Bäcker, Metzger, Bierbrauer, Köche, Korbmacher, Töpfer, Steinschneider, Bildhauer, Tischler, Wagenmacher, Schiffbauer, Schneider, Friseure, Ärzte, Lehrer, Schreiber, Baumeister, Priester, Verwalter, Aufseher. Darüber hinaus gab es Führungsberufe wie Offiziere, Bürgermeister, Botschafter, Tempelverwalter, Leiter von Bibliotheken und Tafelhäusern.

Schulen wurden als Tafelhäuser bezeichnet. Zwei dieser Tafelhäuser wurden von französischen Archäologen in Mari ausgegraben. Die Schulbänke bestanden aus Lehmziegeln. Wortlisten lassen vermuten, dass es Schulen schon im 4. Jahrtausend vor Christus gegeben hat. Schultexte als direkten Beleg wurden in Schuruppak aus der Zeit Mitte des 3. Jahrtausends gefunden. Auf den Übungstafeln setzten die Schüler, die Söhne genannt wurden, immer ans Ende den eigenen Namen und hinter die eigenen Namen den Namen des eigenen Vaters, die alle aus den obengenannten Führungsberufen stammten. In der Anfangszeit waren 2000 Schriftzeichen zu erlernen. Die Vater genannten Lehrer zeigten zum Teil Humor, wie eine Lehrgeschichte zur Addition von 9 und 1, die Fabel vom klugen und den neun dummen Wölfen zeigt. Als Fächer lassen sich Rechnen, Zeichnen und Sumerisch, d. h. Schreiben, Lesen identifizieren. Geschrieben wurden Aufsätze, Fabeln, Weisheitslehren, Hymnen und Epen.

Mathematik und Astronomie

Die Sumerer haben die erste bekannte Kultur mit hoch entwickelter Mathematik hervorgebracht. Sie gelten als die Erfinder des Gewölbes und gründeten mit Ur, Uruk und Lagasch die ältesten bekannten Städte mit Monumentalbauten, insbesondere der für Mesopotamien typischen Zikkurat. Auch die Anfänge der Astronomie sind in Sumer zu finden. Die Sumerer kannten bereits den Merkur und andere Planeten.

Mythos und Religion

Die sumerische Religion ist eine der ältesten der bekannten Religionen und gilt als wesentliches Vorbild für spätere Religionen in Mesopotamien und den angrenzenden Gebieten. Neben den Haupt- und Urgöttern verehrten die Sumerer jeweils ihre Stadtgötter, die miteinander konkurrierten und in ihrer Hegemonie einander ablösten. Zusammen bildeten sie bereits ein gemeinsames Pantheon. Besondere Bedeutung haben die ältesten Tontafelfunde mit Fragmenten des Gilgamesch-Epos, die bereits in sumerische Zeit zurück weisen.

Land- und Stadtbezeichnung

In der sumerischen, wie auch später in der akkadischen Sprache, wurde der Begriff KUR zuerst für Berg und Bergland verwendet; KUR-KUR stand für Gebirge, der sich in der Folgezeit zum Allgemeinbegriff für Fremdland/Land entwickelte. Städte oder Stadtstaaten hießen URU. In der sumerischen bzw. akkadischen Schreibung wurden die Begriffe hochgestellt vor dem jeweiligen Landes- oder Stadtnamen geschrieben, beispielsweise KURMizr oder URUUr.


Die Lage wichtiger Städte

Tempeltürme Mesopotamiens

* Ur: Zikkurat des Mondgottes Nanna
* Uruk: Zikkurat des Gottes An
* Babylon: Turm zu Babylon
* Samarra: Zikkurat
* Tschoga Zanbil


Quelle:
Wikipedia

Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

01.08.2009 09:24
#2 RE: Sumer antworten

Uruk-Zeit

Die Uruk-Zeit (ca. 3900/3700 bis 3100/2900 v. Chr.) beschreibt den frühsumerischen Abschnitt in der Geschichte Mesopotamiens, der durch die archäologischen Hinweise auf die kulturelle Dominanz der Stadt Uruk im vorderen Orient charakterisiert ist und die Obed-Kultur ablöst. Sie wird in die frühe, mittlere und späte Uruk-Zeit unterteilt.

Keramik

Nach der Erfindung der Töpferscheibe findet sich weit verbreitete unverzierte Massenkeramik.

Wirtschaft

Eine Trockenperiode führte zur Rückläufigkeit von Sumpfgebieten, jedoch vermehrter Notwendigkeit des organisierten Baus von Kanälen und Bewässerungsanlagen.

Durch den sich entwickelnden Handel mit dem Mittelmeer-Raum, Syrien, Türkei, Persien, Golf-Region und dem erforderlichen Dokumentations- und Rechnungswesen kam es über Markierungen auf Tonkugeln und -Tafeln über Rollsiegel später zur Entwicklung der Schrift. Wegen der reichlichen Funde Uruk-typischer Kulturschöpfungen und Handelswege absichernden Niederlassungen im gesamten vorderen Orient hat man auch von einer Kolonisation durch Uruk gesprochen.


Sumerisches Rollsiegel und Abrollung

Siedlungswesen

In der späten Uruk-Zeit entstanden die ersten organisierten und befestigten Städte als Herrschafts- und Verwaltungszentren, mit beruflichen Spezialisierungen und Verfestigung einer Führungs- und Herrschaftsschicht. Uruk war damals die führende Stadt. Die neue gesellschaftliche Struktur spiegelte sich in der Architektur: Es entstanden große Versammlungsgebäude, monumentale Tempel und Palastanlagen mit repräsentativem Dekor und erstmals mit Großplastiken. In der späten Uruk-Epoche findet sich erstmals in der Menschheitsgeschichte eine wahre städtische Lebensform. Die Verzehnfachung der Bevölkerung war in dieser Zeit beispiellos und das Wachstum setzte sich in der folgenden Dschemdet-Nasr-Zeit noch fort.

Sozialstruktur

Die Priesterherrschaft entwickelte sich zu einem religiös legitimierten Königtum. Auf Hochterrassen hervorgehobene Gebäude gelten als Vorläufer der späteren Tempeltürme (Zikkurat).

Quelle:
Wikipedia

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