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Dieses Thema hat 14 Antworten
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Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

30.07.2009 07:58
RE: Handelskompanien antworten

Handelskompanien

Eine Handelskompanie war eine Kompanie, deren Zweck der Fernhandel mit fremden Ländern war. Handelskompanien waren oft mit besonderen Privilegien ausgestattet.

Liste von Handelskompanien

* Britische Ostindien-Kompanie (EIC)
* Royal African Company (RAC)
* Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC)
* Niederländische Westindien-Kompanie (WIC)
* Französische Ostindien-Kompanie
* Französische Westindien-Kompanie
* Mississippi-Kompanie
* Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie (BAC)
* Emder Ostasiatische Handelskompanie
* Schwedische Ostindien-Kompanie
* Dänische Ostindien-Kompanie
* Dänisch-Westindisch-Guinesische Kompanie
* Russisch-Amerikanische Kompanie
* Allgemeine Gesellschaft des Brasilienhandels (Portugal)

Albrecht von Wallenstein Offline




Beiträge: 350

30.07.2009 08:07
#2 RE: Handelskompanien antworten

Britische Ostindien-Kompanie

Die Britische Ostindien-Kompanie (British East India Company), früher English East India Company, abgekürzt EIC, war eine Ostindien-Kompanie, die durch einen Freibrief entstand, den Königin Elisabeth verschiedenen reichen Londoner Kaufleuten am 31. Dezember 1600 ausstellte. Die Gesellschaft erhielt den Namen Governors and Company of merchants of London trading to the East-Indies. Ihr wurde das Recht zugestanden, auf 15 Jahre sämtlichen Handel zwischen dem Kap der guten Hoffnung und der Magellan-Straße abzuwickeln. Sie erhielt auch ein Siegel, konnte ihren Gouverneur und die 24 Direktoren selbst wählen und durfte sich selbst Korporationsgesetze (by-laws) geben.

Zunächst rüstete man mit 72.000 Pfund Sterling fünf Schiffe aus, die unter der Führung von Kapitän James Lancaster am 5. Juni 1602 bei Aceh auf Sumatra landeten. 1604 und 1610 folgten weitere Expeditionen dieser Art. Eine Gesandtschaft an den Großmogul erwirkte das Recht, Handelsstationen an der Westküste von Vorderindien einzurichten. Doch konnte man erst nach dem Sieg über die widerstrebenden Portugiesen im Jahre 1612 dieses Privileg ausüben. In Madras und Hugli konnte die Kompanie gar erst 1640 wirksam werden, da dort die Holländer Widerstand leisteten.

Karl II. bestätigte am 3. April 1661 die früheren Privilegien und verlieh der Kompanie auch die Zivilgerichtsbarkeit, die Militärgewalt und das Recht, mit den „Ungläubigen“ in Indien Krieg zu führen und Frieden zu schließen. Zudem überließ er der Kompanie die Stadt Bombay als Dank für die geleistete Arbeit und den abgelieferten Profit zum Lehen.

Später erhielt die Kompanie von Jakob II. noch das Recht, Festungen zu bauen, Truppen auszuheben und Münzen zu schlagen, um sie der Niederländischen Ostindien-Kompanie gleichzustellen. 1694 wurden die Privilegien erneut bestätigt, jedoch nur unter großen Protesten der vom Monopol ausgeschlossenen Kaufmannschaft im Londoner Parlament. Zunehmende Kritik erntete man auch aufgrund der drückenden Herrschaft in Indien. Die Regierung erteilte deshalb 1698 einer Konkurrenzgesellschaft die gleichen Rechte wie der „Company of merchants“. Sie war deshalb gezwungen, sich 1708 mit dieser zur „United East-India Company“ zusammenzuschließen. Die Geschäfte der Gesellschaft blühten in nie gekanntem Ausmaß und man erhielt einen bedeutenden Einfluss auf die politischen Verhältnisse in Indien. In der Indiabill der Regierung Pitt wurde die Kompanie unter die Aufsicht eines Kontrollamts gestellt, das als Ministerialabteilung fungierte. In Handelsangelegenheiten behielt die Kompanie ihre alte Selbständigkeit, doch wurde die Anstellung der höheren Beamten, Richter und Heerführer unter staatliche Aufsicht gestellt.

1813 verlor die Gesellschaft ihre Sonderrechte auf den Handel, behielt aber die oberste Gewalt in den bürgerlichen und militärischen Angelegenheiten. Zunehmende Aufstände, zuletzt derjenige der Sipahi 1857, führten dazu, dass man die Rechte der Kompanie an die englische Krone übertrug. Hierzu erließ das englische Parlament am 2. August 1858 eine neue Indiabill. Die letzte Sitzung der Direktoren fand am 30. August 1858 statt.

Bedeutung

Von ihrem Hauptquartier in der Leadenhall Street in London organisierte sie die Gründung der britischen Kolonie Indien. Im Jahr 1717 erhielt die Gesellschaft ein kaiserliches Dekret vom Mogulkaiser in Indien, der sie von der Zahlung von Zöllen in Bengalen befreite. Dadurch erhielt sie einen bedeutenden Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten. Ein entscheidender Sieg durch Sir Robert Clive in der Schlacht von Plassey 1757 ließ die Britische Ostindien-Kompanie auch zu einem militärischen Machtfaktor werden. Bis zum Jahr 1760 konnten die Franzosen weitgehend aus Indien vertrieben werden. Nur einige Handelsniederlassungen an der Küste wie Pondicherry verblieben.

Die Kompanie hatte auch Interessen entlang der Routen von Großbritannien nach Indien. Schon 1620 versuchte die Kompanie, die Gegend um den Tafelberg in Südafrika zu beanspruchen. Später besetzte und beherrschte sie St. Helena. Ebenso wurden Niederlassungen in Hongkong und Singapur etabliert. Sie engagierte Kapitän Kidd, um gegen die Piraterie vorzugehen. Ebenfalls erweiterte sie die Teeproduktion in Indien. Ein anderes denkwürdiges Ereignis in der Kompaniegeschichte war die Bewachung des Gefangenen Napoleon auf St. Helena. Auch bildeten ihre Waren den Gegenstand der Boston Tea Party in der Kolonie Amerika.

Die Flagge der Britischen Ostindien-Kompanie mit dem Kreuz von St. Georg in der linken oberen Ecke sowie waagerechten Streifen soll als Vorlage für die US-Flagge Stars and Stripes gedient haben (Charles Fawcett, 1937). Die britische Flagge stammt aus den Gründungsjahren im 17. Jahrhundert, Stars and Stripes wurde 1777 geschaffen.

Die Werften der Ostindien-Kompanie dienten als Vorbild für diejenigen in Sankt Petersburg, Teile ihrer Verwaltung sind in der indischen Bürokratie erhalten geblieben, und ihre Gesellschaftsstruktur war das erfolgreichste Modell einer Aktiengesellschaft.

Die Tributforderungen von Managern der Kompanie an das Schatzamt in Bengalen trugen zur großen Hungersnot 1770-1773 bei, die Millionen von Menschenleben forderte.

Die Gründungsjahre

Die Gesellschaft wurde als The Governor and Company of Merchants of London Trading into the East Indies von einer Gruppe unternehmungslustiger und einflussreicher Geschäftsmänner gegründet, die einen königlichen Freibrief mit einem exklusivem Recht (Monopol) zum Handel mit Indien für eine Dauer von 15 Jahren erhielt. Die Kompanie hatte 125 Anteilseigner und ein Grundkapital von 72.000 Pfund. Anfänglich konnte sie jedoch die niederländische Kontrolle über den Gewürzhandel kaum erschüttern. Auch gelang es ihr zunächst nicht, einen dauerhaften Stützpunkt in Indien zu errichten. Schließlich erreichten ihre Schiffe Indien und legten in Surat an. Dort wurde dann auch 1608 ein Handelsstützpunkt errichtet. In den folgenden zwei Jahren konnte sie ihr erstes Handelskontor in Machilipatnam an der Koromandelküste in der Bucht von Bengalen aufbauen. Die hohen Gewinne, die von der Kompanie in Indien gemeldet wurden, veranlassten König James I., auch anderen britischen Handelsgesellschaften Lizenzen zu erteilen. Doch 1609 erneuerte er den Freibrief der Kompanie für unbestimmte Zeit, mit der Einschränkung, dass der Freibrief nach drei aufeinanderfolgenden Jahren ohne Gewinne außer Kraft treten würde.

Niederlassungen in Indien

Ihre Händler waren häufig in Zusammenstöße mit ihren niederländischen Gegenspielern im indischen Ozean verwickelt. Vielleicht sah man die Nutzlosigkeit von Handelskriegen in fernen Gewässern ein, jedenfalls entschlossen sich die Briten, Möglichkeiten einer dauerhaften Niederlassung auf dem indischen Festland zu erkunden. Man veranlasste die britische Regierung, eine diplomatische Initiative zu beginnen. 1615 wurde Sir Thomas Roe von James I. beauftragt, den Mogulkaiser Jahangir aufzusuchen, der 70 Prozent des Subkontinents beherrschte. Das Ziel dieser Mission war es, ein Handelsabkommen abzuschließen, das der britischen Ostindien-Kompanie exklusive Rechte geben würde, sich in Surat und anderen Gegenden niederzulassen und Kontore zu gründen. Im Gegenzug bot die Kompanie an, den Kaiser mit Waren und Luxusgütern aus Europa zu versorgen. Die Mission war überaus erfolgreich, und Jahangir übermittelte ein Schreiben an James I., in dem er schrieb:

Auf die Versicherung Ihrer königlichen Liebe hin habe ich allgemeinen Befehl an alle Königreiche und Häfen meiner Herrschaft gegeben, alle Händler der englischen Nation als die Untertanen meines Freundes zu empfangen; dass sie, wo auch immer sie wählen zu wohnen, sie vollkommene Freiheit ohne Einschränkung genießen; und wo auch immer sie ankommen sollen, weder Portugal noch irgendjemand anderes es wagen soll, ihre Ruhe zu stören; und wo auch immer sie sich niedergelassen haben, habe ich meine Gouverneure und Hauptleute angewiesen, ihnen diejenige Freiheit einzuräumen, die sie sich selbst wünschen; zu verkaufen, zu kaufen und in ihr Land zu transportieren, wie sie es belieben.
Zur Bestätigung unserer Liebe und Freundschaft wünsche ich mir von Ihrer Majestät, ihren Händlern zu befehlen, auf ihren Schiffen alle Arten von Luxusgütern und prächtige Waren zu transportieren, die meines Palastes würdig sind; und dass Sie mir Ihre königlichen Briefe bei jeder Gelegenheit senden, so dass ich mich Ihrer Gesundheit und erfolgreichen Angelegenheiten erfreuen kann; dass unsere Freundschaft gegenseitig und ewig währte.


Expansion

Mit derartiger Unterstützung gelang es der Kompanie bald, die Portugiesen zu übertreffen, die Niederlassungen in Goa und Bombay gegründet hatten. Ihr gelang es, Niederlassungen in Surat (Kontorgründung 1612), Madras (1639), Bombay (1668) und Kalkutta zu gründen. Im Jahr 1647 hatte die Kompanie 23 Kontore und 90 Angestellte in Indien. Die Hauptkontore wurden die Festungen Fort William in Bengalen, Fort St. George in Madras und Bombay Castle. Im Jahr 1634 erweiterte der Mogulkaiser seine Gastfreundschaft für die englischen Händler in der Region Bengalen (und im Jahr 1717 befreite er sie vollständig von den Zöllen für Waren). Das Kerngeschäft der Kompanie waren nun Baumwolle, Seide, Indigo-Farbstoff, Salpeter und Tee. Während der gesamten Zeit versuchte sie, in das niederländische Gewürzmonopol in der Straße von Malakka vorzudringen. Im Jahr 1711 errichtete die Kompanie eine Handelsniederlassung in Kanton, China, um mit Tee Silber einzutauschen. 1657 erneuerte Oliver Cromwell den Freibrief von 1609, und veranlasste geringfügige Veränderungen in der Eigentümerstruktur der Kompanie. Die Stellung der Kompanie wurde durch die Wiederherstellung der Monarchie in Großbritannien erhöht. Durch eine Abfolge von 5 Gesetzeserlässen um das Jahr 1670 stattete König Charles II. sie mit den Rechten aus, selbständig Territorien zu erwerben, Geld zu prägen, Festungen und Truppen zu befehligen, Bündnisse einzugehen, Krieg zu erklären, Frieden zu schließen und sowohl Zivil- als auch Strafgerichtsbarkeit in den erworbenen Gebieten auszuüben. Die Kompanie, von Handelskonkurrenten, anderen imperialen Mächten und zeitweilig feindlich gesinnten einheimischen Herrschern umgeben, hatte einen wachsenden Bedarf an militärischem Schutz. Deshalb war die Freiheit, ihre militärischen Angelegenheiten selbst zu regeln, ein willkommenes Geschenk, und die Kompanie stellte ab 1680 rasch ihre eigenen Streitkräfte auf, die sie hauptsächlich aus der einheimischen Bevölkerung rekrutierte. Somit kann man darüber diskutieren, ob die Kompanie ab 1689 auf dem indischen Festland einen Staat darstellt, da sie weitgehend souverän war. Sie verwaltete die riesigen Gebiete von Bengalen, Madras und Bombay, zudem besaß sie vortreffliche und ehrfurchtgebietende militärische Schlagkraft.

Der Weg zum vollkommenen Monopol

Der Wohlstand, den die Angestellten der Kompanie genossen, ermöglichte ihnen, in ihre Heimat zurückzukehren und dort große Vermögen und Unternehmen zu erwerben, und dadurch politische Macht zu erlangen. Daraus folgend entwickelte die Kompanie ihre eigene Lobby im Parlament. Trotz allem geriet sie unter Druck ehrgeiziger Geschäftsleute und früherer Partner der Kompanie (abschätzig von der Kompanie Gesprächspartner genannt), die ebenfalls private Handelsfirmen in Indien etablieren wollten. Dies führte zur Verabschiedung eines Deregulierungsgesetzes 1694. Dieses Gesetz erlaubte es jeder englischen Firma, mit Indien zu handeln, sofern es nicht ausdrücklich durch ein Parlamentsgesetz verboten war. Hierdurch wurde der Freibrief aufgehoben, der beinahe 100 Jahre in Kraft gewesen war. Durch ein Gesetz von 1698 wurde eine neue "parallele" Ostindien-Kompanie (offiziell English Company Trading to the East Indies genannt) ins Leben gerufen, die über eine staatliche Bürgschaft von 2 Millionen Pfund verfügte. Doch bald erwarben die mächtigen Anteilseigner der alten Kompanie für 315.000 Pfund Anteile an dem neuen Konzern und beherrschten die Gesellschaft. Die beiden Gesellschaften konkurrierten eine Zeit lang sowohl in England als auch in Indien um Marktanteile. Schnell wurde jedoch klar, dass die ursprüngliche Gesellschaft kaum messbaren Wettbewerb spürte. Beide Gesellschaften fusionierten im Jahr 1702 unter einem dreiseitigen Abkommen zwischen dem Staat und den zwei Gesellschaften. Diesem Abkommen zufolge lieh die fusionierte Gesellschaft dem Finanzministerium eine Summe von 3.200.000 Pfund und erhielt im Gegenzug für drei Jahre exklusive Handelsrechte - danach sollte die Situation erneut begutachtet werden. Die verschmolzene Gesellschaft wurde zur United Company of Merchants of England Trading to the East Indies (Vereinigte Gesellschaft der Händler Englands, die mit Ostindien handeln).

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich ein hin und her zwischen der Lobby der Ostindien-Kompanie und dem Parlament. Die Kompanie versuchte, ihre Privilegien dauerhaft zu etablieren, während das Parlament nicht freiwillig die Möglichkeit aufgeben wollte, die Gewinne der Kompanie abzuschöpfen. Im Jahr 1712 erneuerte ein Gesetz den Status der Kompanie, doch die Verbindlichkeiten wurden zurückgezahlt. Im Jahr 1720 kamen 15 % der britischen Einfuhren aus Indien, und beinahe alle davon wurden über die Ostindien-Kompanie abgewickelt. Dies verstärkte den Einfluss ihrer Lobby. Im Jahr 1730 wurde die Lizenz durch ein neuerliches Gesetz bis 1766 verlängert.

Zu dieser Zeit wurden Großbritannien und Frankreich zu erbitterten Rivalen, und es kam zu häufigen Gefechten zwischen ihnen um die Kontrolle ihrer kolonialen Erwerbungen. Im Jahr 1742 fürchtete die britische Regierung die finanziellen Auswirkungen eines Krieges und stimmte der Ausweitung des Handelsmonopols der Ostindien-Kompanie mit Indien bis 1783 zu. Im Gegenzug erhielt sie einen weiteren Kredit von einer Million Pfund. Die Gefechte mündeten in dem befürchteten Krieg, und zwischen 1756 und 1763 lenkte der Siebenjährige Krieg die staatliche Aufmerksamkeit auf die Verstärkung und Verteidigung ihrer Territorien in Europa und Nordamerika. Der Krieg fand auch auf dem indischen Subkontinent statt, zwischen den Truppen der Ostindien-Kompanie und französischen Streitkräften. Um dieselbe Zeit gewann Großbritannien durch die Ankunft der industriellen Revolution einen Vorsprung vor den europäischen Rivalen. Die Nachfrage nach indischen Rohstoffen wurde durch den Bedarf der Wirtschaft und zur Unterhaltung der Truppen in Kriegszeiten angeschoben. Als Ausgangspunkt der industriellen Revolution erfuhr England einen höheren Lebensstandard, und dieser Zyklus aus Wohlstand, Nachfrage und Produktion hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf den Überseehandel. Die Ostindien-Kompanie wurde zum größten einzelnen Teilnehmer im britischen Welthandel, und reservierte sich eine unangreifbare Position in den Entscheidungsprozessen der Regierung.

Kolonialmonopol

Der Krieg endete mit einer Niederlage der französischen Streitkräfte und begrenzte die französischen imperialen Ambitionen. Auch begrenzte die Niederlage den Einfluss der industriellen Revolution in den französischen Gebieten. Robert Clive, der Generalgouverneur von Indien, führte die Ostindien-Kompanie zu einem bemerkenswerten Sieg gegen Joseph François Dupleix, den Kommandeur der Franzosen in Indien, und eroberte Fort St. George von diesen zurück. Durch den Vertrag von Paris (1763) wurden die Franzosen gezwungen, ihren Handel durch kleine Enklaven in Pondicherry, Mahé, Karaikal, Yanam und Chandernagor ohne militärische Präsenz abzuwickeln. Obwohl diese kleinen Außenposten für zwei Jahrhunderte in französischem Besitz blieben, wurden die französischen Ambitionen auf indische Gebiete de facto begraben. Der Ostindien-Kompanie wurde dadurch ein größerer potenzieller Wettbewerber erspart. Im Gegensatz dazu war die Ostindien-Kompanie nach diesem kolossalen Sieg und mit dem Rückhalt ihrer disziplinierten und erfahrenen Armee in der Lage, ihren Einfluss weiter auszudehnen.

Lokaler Widerstand

Die Ostindien-Kompanie erfuhr jedoch weiterhin Widerstand von einheimischen Herrschern. Robert Clive führte die Streitkräfte der Kompanie gegen Siraj-ud-Daula, der über französische Unterstützung verfügte, in der Schlacht von Plassey 1757 zum Sieg. Hierdurch beseitigte er den letzten nennenswerten Widerstand in Bengalen. Dieser Sieg entfremdete die Briten und die Mogulkaiser, denen Siraj als autonomer Herrscher gedient hatte. Aber das Mogulkaiserreich befand sich nach dem Tod von Aurangzeb bereits im Niedergang und zerbrach in der Folge in Stücke und Enklaven. Nach der Schlacht von Baksar übergab der nur noch formal herrschende Kaiser, Shah Alam, die Verwaltungsrechte über Bengalen, Bihar und Orissa. So wurde Clive zum ersten britischen Gouverneur von Bengalen. Haider Ali und Tipu Sultan, die legendären Herrscher von Mysore, machten den Briten das Leben schwer. Sie hatten sich mit den Franzosen verbündet und setzten ihren Kampf gegen die Kompanie mit den vier Kriegen von Mysore fort. Mysore wurde schließlich 1799 von den Briten eingenommen. Dabei wurde Tipu erschlagen. Mit dem allmählichen Machtverlust des Maratha-Imperiums in der Folge des Krieges mit den Engländern sicherten sich diese Bombay und dessen Umgebung. Bei diesen Feldzügen bewies Arthur Wellesley, der spätere Herzog von Wellington, das erste Mal seine Fähigkeiten, die schließlich zu seinem Sieg in Spanien und in der Schlacht von Waterloo führten. Ein besonders bemerkenswertes Zusammentreffen von Streitkräften unter seinem Kommando war die Schlacht von Assaye. Damit sicherten sich die Briten das gesamte südliche Indien (mit Ausnahme der französischen Enklaven und einiger einheimischer Herrscher), Westindien sowie Ostindien. Die letzten Überreste der lokalen Verwaltung waren auf die nördlichen Regionen um Delhi, Avadh, Rajputana und Punjab begrenzt, wo sich die Präsenz der Kompanie inmitten der lokalen Auseinandersetzungen und zweifelhaften Schutzangeboten seitens der Kompanie immer weiter ausdehnte. 1848, nach dem Ersten und Zweiten Sikh-Krieg wurde auch der Punjab dem Gebiet der Kompanie angegliedert. Drohungen und Diplomatie verhinderten, dass die einheimischen Herrscher sich gegen die Kompanie verbünden konnten. Die hundert Jahre zwischen dem Sieg in der Schlacht von Plassey bis zum großen indischen Aufstand von 1857 waren eine glückliche Zeit für die Kompanie, die sich von einer Handelsgesellschaft immer mehr zu einem Staat entwickelte.

Regulierung der Angelegenheiten der Ostindien-Kompanie

Finanzielle Schwierigkeiten

Obwohl die Ostindien-Kompanie bei der Unterwerfung widerspenstiger Staaten immer mutiger und ehrgeiziger vorging, wurde es von Tag zu Tag klarer, dass die Kompanie nicht in der Lage war, die riesigen neu erworbenen Gebiete zu verwalten. Die Hungersnot von Bengalen, bei der ein Sechstel der einheimischen Bevölkerung ums Leben kam, ließ zu Hause die Alarmglocken schrillen. Die Ausgaben für Militär und Verwaltung in Bengalen stiegen wegen des Niedergangs der Produktivität steil an. Zur selben Zeit herrschte in ganz Europa wirtschaftliche Stagnation und Depression, ausgelöst durch die Nachwehen der industriellen Revolution. Großbritannien wurde mit einer Rebellion in Nordamerika (einem der Hauptimporteure für Tee) konfrontiert, und Frankreich stand am Rande einer Revolution. Die verzweifelten Direktoren der Ostindien-Kompanie versuchten durch einen Appell an das Parlament, den Bankrott abzuwenden. Hierin baten sie um finanzielle Unterstützung. Daraufhin wurde der Tea Act von 1773 erlassen, in dem der Kompanie größere Autonomie bei der Abwicklung ihres Handels in Nordamerika eingeräumt wurde. Durch die monopolistischen Aktivitäten wurde jedoch die Boston Tea Party ausgelöst. Dies war eines der wichtigsten Ereignisse, die später zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg führten.

Regulierungsgesetz von 1773

Nachdem die Vereinigten Staaten die Unabhängigkeit von Großbritannien erlangt hatten, wechselte der Blickpunkt der Engländer auf die andere Seite des Globus nach Indien. Die für Indien bestimmten Armeen als auch diejenigen der Ostindien-Kompanie wuchsen, und mit ihnen auch die Betriebskosten. Die Kompanie wurde durch den Regulating Act for India 1773 gezwungen, sich einer Abfolge von Reformen der Verwaltung und der Wirtschaftlichkeit zu unterziehen. Trotz hartnäckigem Widerstand der Ostindien-Lobby im Parlament und durch die Anteilseigner der Kompanie wurde das Gesetz verabschiedet. Es führte bedeutsame Kontrollen durch die Regierung ein und ermöglichte es, Land formal unter die Kontrolle der Krone zu stellen, danach jedoch auf zwei Jahre zur Pacht von 40.000 Pfund an die Ostindien-Kompanie abzugeben. Unter diesen Bedingungen wurde der Gouverneur von Bengalen Warren Hastings in den Rang eines Generalgouverneurs befördert. Ihm unterstand die Verwaltung von ganz Britisch-Indien. Diese sahen vor, dass seine Nominierung in Zukunft durch einen Viererrat geschehen sollte, der durch die Krone ernannt wurde. Ihm wurde die Macht über Krieg und Frieden gegeben. Außerdem sollten britische Juristen nach Indien gesandt werden, um die Anwendung britischen Rechts sicherzustellen. Der Generalgouverneur und der Rat hatten damit vollständige legislative Kompetenzen. So wurde Warren Hastings zum ersten Generalgouverneur von Indien. Der Ostindien-Kompanie wurde es erlaubt, ihr Handelsmonopol zu behalten. Im Gegenzug musste sie alle zwei Jahre einen Betrag an die Krone leisten und sich verpflichten, ein Minimum an Waren nach England zu exportieren. Auch die Verwaltungskosten mussten durch die Kompanie aufgebracht werden. Diese Bedingungen, die zunächst von der Kompanie begrüßt wurden, hatten ein leidiges Nachspiel. Der Kompanie waren jährliche Lasten auferlegt, und ihre finanzielle Situation verschlechterte sich anhaltend.

Niedergang der Ostindien-Kompanie

In der Zwischenzeit fiel Hastings beim Viererrat in Ungnade. Der Rat kehrte nach England zurück und leitete ein Verfahren wegen Korruption gegen ihn ein, das schließlich zu seiner Absetzung führte. Der Regulating Act wurde als Fehlschlag betrachtet, da auf Anhieb klar wurde, dass die Abgrenzung der Kompetenzen zwischen der Regierung und der Kompanie in höchstem Maße ungewiss und Auslegungssache war. Die Regierung fühlte sich auch verpflichtet, humanitäre Gesuche zu beachten, die sich um eine bessere Behandlung der einheimischen Bevölkerung in britisch-besetzten Gebieten bemühten. Edmund Burke, ein früherer Anteilseigner der Ostindien-Kompanie und Diplomat fühlte sich veranlasst, die Situation durch das Einbringen einer India Bill 1783 zu entschärfen. Das Gesetz wurde jedoch auf Grund intensiver Lobbyarbeit durch die Ostindien-Kompanie und wegen Vorwürfen von Vetternwirtschaft bei der Benennung von Räten verworfen. Trotz allem war dieses Gesetz ein wichtiger Schritt hin zur Zurückdrängung der Ostindien-Kompanie, und in dem Indien-Gesetz von 1784 wurde der Konflikt freundschaftlich beigelegt. Hierin wurde die Kontrolle von Regierung und Handel zwischen der Krone und der Kompanie sauber abgegrenzt. Nach diesem Wendepunkt funktionierte die Kompanie als reguliertes Tochterunternehmen der Krone, und die Kompanie dehnte ihren Einfluss auf die benachbarten Gebiete durch Zwang und Drohungen aus. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erstreckte sich die Herrschaft der Kompanie über weite Teile Indiens, Burmas, Singapur und Hong Kong, und 20 % der Weltbevölkerung standen unter ihrer Kontrolle.

Unterdessen dehnte sich der britische Einfluss aus; im Jahr 1845 wurde die dänische Kolonie Tranquebar durch Großbritannien erworben. Die Kompanie hatte bei verschiedenen Gelegenheiten ihren Einfluss in China, auf den Philippinen und auf Java ausgeweitet. Ihren kritischen Mangel an Barmitteln zum Erwerb von Tee hat die Gesellschaft dabei durch den Export von in Indien hergestelltem Opium nach China gelöst. Die Anstrengungen Chinas, diesen Handel zu unterbinden, führten zum ersten Opiumkrieg mit England.

Das Ende

Die Anstrengungen der Kompanie, Indien zu verwalten, dienten der englischen Zivilverwaltung als Vorbild, besonders im 19. Jahrhundert. Nachdem die Kompanie 1833 ihr Handelsmonopol verlor, wurde sie wieder zu einer reinen Handelsgesellschaft. Im Jahr 1858 verlor die Kompanie ihre Verwaltungsfunktion an die britische Regierung, nachdem ihre indischen Soldaten 1857 meuterten.

Dies geschah mit dem Government of India Act, den das britische Parlament am 2. August 1858 unter dem Einfluss Palmerstons verabschiedete. Kernpunkte des Gesetzes waren:

* die Übernahme aller Territorien in Indien von der Ostindien-Kompanie, die zugleich die ihr bisher übertragenen Macht- und Kontrollbefugnisse verlor.
* die Regierung der Besitzungen im Namen der Königin Viktoria als Kronkolonie. Es wurde ein Secretary of State for India an die Spitze der behördlichen Verwaltung gestellt.
* die Übernahme allen Vermögens der Gesellschaft und das Eintreten der Krone in alle zuvor geschlossenen Verträge und Abmachungen.

Danach wurde Britisch-Indien zu einer formellen Kronkolonie. In den folgenden Jahren wurden die Besitztümer der Kompanie durch die Krone verstaatlicht. Die Kompanie verwaltete noch immer den Teehandel im Auftrag der Regierung, besonders nach St. Helena. Durch den East India Stock Dividend Redemption Act wurde die Kompanie am 1. Januar 1874 aufgelöst. Die Times berichtete:

Sie erreichte ein Werk, das als solches in der Menschheitsgeschichte nie zuvor von einem anderen Unternehmen versucht wurde, und das als solches wohl in Zukunft auch nicht wiederholt werden wird.


Quelle:
Wikipedia

Albrecht von Wallenstein Offline




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30.07.2009 08:16
#3 RE: Handelskompanien antworten

Royal African Company

Die Royal African Company (RAC) (englisch für Königlich Afrikanische Gesellschaft) wurde 1671 als Handelskompanie für den britischen Handel in Westafrika und Westindien gegründet und mit einem entsprechenden königlichen Monopolpatent ausgestattet, welches unter dem Großsiegel von England das Datum 27. September 1672 trägt. Die Royal African Company existierte bis zum 10. April 1752.

Geschichte

Die Royal African Company war die Nachfolgegesellschaft der Company of Royal Adventurers of England trading to Africa, welche 1668 ihren Bankrott erklärt und die Freibriefe für den Westafrikahandel an die Krone zurückgegeben hatte. Um die britische Präsenz in Westafrika nicht zu gefährden, war in der Übergangszeit bis zur Bildung einer neuen Gesellschaft der Westafrikahandel an die Gambia Adventurers verpachtet worden.

Zu den Gründungsmitgliedern der Royal African Company gehörten unter anderem auch zahlreiche Familienmitglieder der Crispe-Familie, wie z.B. John und Thomas Crispe, Edward Crispe, und Nicholas Crispe der Jüngere. Die neuen Patentinhaber schrieben es sich auf die Fahnen, die englischen Etablissements auf der Goldküste weiter auszubauen und vor allem an jenen Orten neu zu errichten, von wo man aus der holländischen W.I.C. besser die Stirn bieten konnte, da zu jener Zeit Kriegszustand in Europa herrschte. Aber auch nach Einstellung der Kampfhandlungen in Europa blieben die holländischen und britischen Vertreter auf der Guineaküste auch weiterhin von tiefem Misstrauen gegeneinander erfüllt.

Englische (britische) Etablissements in Westafrika existierten in der damaligen Zeit am Gambia, in Sierra Leone, auf der Goldküste und der Sklavenküste. Schwerpunkt der Handelsaktivitäten in Westafrika bestanden in jener Zeit vornehmlich im Sklavenhandel sowie in Importen von Rotholz (Sierra Leone), Gold, Elfenbein und Gewürze. Besonders nachdem im Frieden von Utrecht (11. April 1714) der Asiento de negros als Kriegsentschädigung von Frankreich an Großbritannien übergegangen war, stand der Sklavenhandel im Vordergrund. Mit dem Asiento verpflichtete sich Seine Britische Majestät, für den Zeitraum von 30 Jahren 144.000 pièces d'Inde beiderlei Geschlechts in die spanischen Kolonien in Amerika zu liefern. Seitens Großbritanniens wurde der Asiento de negros jedoch massiv missbraucht durch die Akzeptanz und teilweise Förderung eines allgemeinen Schleichhandels unter Umgehung einer für jeden gelieferten Sklaven an den spanischen König zu entrichtenden Steuer. Dies war auch eine der Ursachen für den Ausbruch des britisch-spanischen Krieges im Jahre 1739, der letzten Endes den Ruin für die Royal African Company einläutete.

Besonders ertragreiche Jahre für die RAC in Bezug auf den Sklavenhandel waren die ersten Jahre der 1680er. In diesen Jahren erreichte die etwa seit 1630 andauernde Zeit allgemeiner Trockenheit in der Sahara und den westlichen Savannengebieten einen erneuten Höhepunkt, der mit einer sehr schlimmen Versorgungskrise verknüpft war. Die daraus resultierende allgemeine Hungersnot, welche den gesamten westafrikanischen Raum südlich der Sahara von der Senegalmündung über dem Nigerbogen bis hinunter zur Gold- und Sklavenküste erfasste, führte unter anderem auch zu der Erscheinung, dass sich zahlreiche Afrikaner freiwillig in die Sklaverei begaben, nur um etwas zu essen zu bekommen und dadurch überleben zu können.

Dies verdeutlichen auch folgende Zahlen: Waren im Zeitraum 1651−1675 insgesamt von Portugiesen, Engländer, Holländer und Franzosen zusammengenommen aus Westafrika nördlich von Angola offiziell 371.200 Sklaven ausgeführt worden (im arithmetischen Mittel 14.848 pro Jahr), waren es im Zeitraum 1676−1700: 618.900 (24.756 pro Jahr) und im Zeitraum 1701−1710: 312.200 (31.220 pro Jahr).

Allerdings war der englische Handel in Westafrika durch den englisch-holländischen Krieg in Europa in den 1680ern weitestgehend gelähmt und lag zu Beginn der 1690er auf der Guineaküste völlig am Boden. Der englische Faktor in Whydah, Petley Weyborne, sah sich sogar gezwungen, einen der sonst bitter bekämpften Lordenträger als seinen Agenten auf Whydah zu beschäftigen, da andere Leute nicht mehr zu bekommen waren. Dieser hatte wenigstens hinreichende Kenntnisse über die Küste und die Märkte östlich von Cape Coast und Accra. Obwohl offiziell als Agent angestellt, zeigte er jedoch nur ein sehr unbefriedigendes Engagement in seiner neuen Stellung. Dies führte dazu, dass die Kapitäne der wenigen englischen Company-Schiffe, welche in dieser Zeit vor Whydah Anker warfen, zunehmend selbst direkt mit den einheimischen Sklavenhändlern verhandelten, wobei allerdings eine Kommissionszahlung von vier Sklaven auf Hundert zugunsten des Kapitäns und zum Schaden der Company das übliche Maß hierfür war.

Im Jahre 1697 befasste sich das englische Parlament mit dem Handel in Afrika und hielt es für angebracht, als Mittel für eine weitere Vergrößerung und Verbesserung desselben, den Handel für alle Untertanen Seiner Majestät zu öffnen. Dies sollte für die Dauer von 13 Jahren, vom Ende der nächsten Parlamentssitzung an gerechnet, geschehen. Daneben erachtete das Parlament es aber auch gleichzeitig für notwendig, dass die zahlreichen Forts, welche die Royal African Company an der westafrikanischen Küste unterhielt, auch zur Sicherung und besseren Bewerkstelligung des besagten Handels in Zukunft erhalten werden sollten. Man hielt es daher für angemessen, für den genannten Zeitraum einen Zoll auf allen nach Afrika ausgeführten Waren in Höhe von zehn Prozent des Warenwertes „ad valorem“ zu erheben - versichert und bezahlt an die RAC zwecks des Erhalts ihrer Forts. Diese Regelung war vom 24. Juni 1698 bis zum 24. Juni 1712 in Kraft. Kapitäne und Händler, die sich auf dieser Grundlage am Westafrikahandel beteiligten, nannte man daher auch „Zehnprozentmänner“ oder „Zehnprozenthändler“.

Ein Erfolg war das nicht, wozu sicherlich der Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges in Europa nicht unwesentlich beigetragen haben dürfte, aber wenigstens ersetzte die Zentprozent-Abgabe bei der RAC einen Teil der Aufwendungen. Die Aufwendungen zum Unterhalt der Forts betrugen damals im Durchschnitt 20.000 £/Jahr, was theoretisch in 14 Jahren eine Summe von 280.000 £ als Unterhaltskosten ergibt. Der im gleichen Zeitraum von den „Zehnprozenthändlern“ bezahlte Zoll erbrachte eine Einnahme von 73.585 £ + 10 s. + 6½ d.. Die zehnprozentige Steuer auf Company-eigene Exporte erbrachte im gleichen Zeitraum 36.387 £ + 13 s. + 1½ d.. Der Zeitraum der Gültigkeit dieser Regelung wurde mit ihrem Auslaufen nicht verlängert. Der Handel blieb aber auch nach 1712 weiterhin offen, wie er es unter der Autorität des 10%-Gesetzes gewesen war, alle Untertanen Seiner Britischen Majestät konnten seitdem frei und offen in allen Teilen Afrikas Handel treiben, wenn sie es wollten.

Im Jahre 1730 richtete die Gesellschaft eine Petition an das Parlament, in der sie erklärte, dass sie zur Erhaltung der Forts und der Sicherung des Handels mehr Einnahmen benötigen würde, als sie im jetzigen Zustand erwirtschaften könne. Das Parlament bewilligte daraufhin eine jährliche Zahlung von 10.000 £ aus dem Staatshaushalt zwecks Unterhalt der Forts und sonstiger Niederlassungen. Diese Summe wurde auch jährlich gezahlt mit Ausnahme einer zwei- bis dreijährigen Unterbrechung.

Die Royal African Company bestand bis zum 10. April 1752, nachdem ihr im Jahre 1751 durch ein Gesetz des englischen Parlamentes der Freibrief für das königliche Handelsmonopol entzogen wurde. Eigentum und Rechte der RAC wurden 1751 der in Jahr zuvor neugegründeten Company of Merchants trading to Africa übertragen.

Faktoreien der RAC auf der Guineaküste im 17. und 18. Jahrhundert

* Gambia
James Island (Fort James) (1664–1702, ab 1721)
* Sierra Leone
im Sherbro-Gebiet (hier englische Präsenz bereits vor 1618, ab 1688 auf der York-Insel)
auf der Bunce Island (ab 1672)
* Goldküste
Cape Coast Castle (ab 1664), Dixcove (ab 1684, erneut ab 1691), Sekondi (ab 1680), Kommendah (1663-1682, ab 1695), Anomabu (Annamaboe) (ab 1679), Adja (Adra) (ab 1674), Kormantin (Saltpond) (erneut 1782-1785), Tantamkweri (ab 1725), Winneba (bis 1812), Shido (ab 1690), (Klein-)Accra (ab 1672), Pram-Pram (ab 1740)
* Sklavenküste
Offra/Jakin (ab 1678, 1682 nach Whydah verlegt), Whydah (ab 1682, Fort Williams ab 1702), Badagri (bis 1784), Abeokuta (?), Lagos (?)

Sonstiges

Das Logo der RAC wurde durch einen Elefanten und eine Burg dargestellt.

Das Gold der von der Royal Mint (Königlich Englischen Münzeprägeanstalt) geprägten Goldmünzen stammte zum größten Teil von der westafrikanischen Guineaküste und hier vornehmlich von der Goldküste, ein kleiner Teil wurde aber auch an der Gambiamündung erhalten. Eine der in England geprägten Goldmünzen wurde daher auch Guinee genannt und zeigte Elefanten unter der Büste des Königs bzw. der Königin.

weitere bekannte Teilhaber und Zehnprozenthändler:

Thomas Corker, Edward Colston, John Locke, Mitglieder der Stuart-Familie


Quellen:
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30.07.2009 08:26
#4 RE: Handelskompanien antworten

Niederländische Ostindien-Kompanie

Die Niederländische Ostindien-Kompanie (niederländisch: Vereenigde Oostindische Compagnie; abgekürzt: V.O.C. bzw. VOC oder Kompanie) war eine Ostindien-Kompanie, zu der sich 1602 niederländische Kaufmannskompanien zusammenschlossen, um die Konkurrenz untereinander auszuschalten. V.O.C. erhielt vom niederländischen Staat Hoheitsrechte (Kriegsführung, Festungsbau, Landerwerb) und Handelsmonopole. Sie war der erste multinationale Konzern und eine der größten Handelsunternehmungen des 17. und 18. Jahrhunderts.


Die V.O.C. hatte ihren Hauptsitz in Amsterdam und Middelburg. Das Hauptquartier der Handelsschifffahrt befand sich in Batavia (heute Jakarta) auf Java (Indonesien). Weitere Niederlassungen wurden auf anderen Inseln Indonesiens gegründet. Ein Handelsposten lag auch auf Deshima, einer künstlichen Insel vor der Küste von Nagasaki (Japan), weitere in Persien (heute: Iran), Bengalen (heute: Bangladesch und Indien), Ceylon (heute: Sri Lanka), Formosa (heute: Taiwan), Kapstadt (Südafrika) und Südindien.

Die wirtschaftliche Stärke der V.O.C. beruhte vor allem auf der Kontrolle der Gewürzroute von Hinterindien nach Europa. Das in sechs Kammern (Kamers) strukturierte Unternehmen war das erste, das Aktien ausgab. Nach dem Vierten Englisch-Niederländischen Krieg (1780–1784) kam die Kompanie in finanzielle Schwierigkeiten und wurde 1798 liquidiert.

Während zweier Jahrhunderte des in vielen Bereichen monopolisierten Handels hatte die V.O.C. zirka 4700 Schiffe unter Segel, auf denen insgesamt zirka eine Million Menschen transportiert wurden. (Dabei entfällt auf das erste Jahrhundert zirka ein Drittel, auf das zweite entfallen zwei Drittel an Schiffen und Menschen). Der Handelswert der nach Europa transportierten Waren betrug im ersten Jahrhundert (1640–1700) 577 Millionen fl. und im zweiten (bis 1795) 1,6 Milliarden fl. Die einzige Konkurrentin der V.O.C., die Englische Ostindien-Kompanie (E.I.C.), gegründet 1600 in London, konnte sich nicht gegen die V.O.C. durchsetzen. Lediglich gegen Ende des 17. Jahrhunderts fand sich eine kurze Phase, während der die E.I.C. zu einer ernstzunehmenden Konkurrentin erstarkt war.

Geschichte

Ende des 15. Jahrhunderts erreichten als erstes portugiesische Schiffe Indonesien über das Kap der Guten Hoffnung. Erst ein Monopol, das die Portugiesen vor allem auf importierte Gewürze beanspruchten, führte dann zu einem Zusammenschluss von neun niederländischen Kaufleuten zu einem Verband, der 1595 (bis 1597) eine Schiffsflotte unter Führung von Cornelis Houtman, auf der Route von Jan Huygen van Linschoten, welcher im Jahr 1583 bis nach Goa vorgestoßen war, nach Asien schickte. Die Expedition dieses Verbandes, der Eersten Schipvaart der Compagnie van Verre (Amsterdam), veranschaulichte dann im Heimatland, was möglich war. 1600 vereinigten sich die Amsterdamer Gesellschaften zur Geünieerde Amsterdamse Oostindische Compagnie, der der Amsterdamer Bürgermeister ein Handelsmonopol für Asien ausstellte.

In der Reaktion auf die Amsterdamer Machtkonzentration im Überseehandel bildeten sich nun aber ähnlich aufgebaute Unternehmungen in der Provinz Zeeland, und in den holländischen Städten Hoorn, Delft und Enkhuizen. Erst der Unabhängigkeitskrieg der Niederlande (Achtzigjähriger Krieg) mit Spanien und der Gewinn der niederländischen Kaperaktionen von portugiesischen Schiffsladungen machte es unumgänglich, die kleinen und allein hilflosen Verbände (die unter diesem Aspekt in der Literatur auch voorcompagnieën genannt werden) zusammenzuschließen. Unter Führung von Johan van Oldenbarnevelt und dann nachfolgend durch die Generalstaaten (Staten Generaal) wurde die Fusion der Compagnien vorbereitet. Die zuerst noch zurückhaltenden Zeeländischen Compagnien schlossen sich nach Intervention von Moritz von Oranien, Graf von Nassau-Dillenburg diesem Unternehmen an, sodass am 20. März 1602 die föderal strukturierte V.O.C. begründet werden konnte.

Die Staten Generaal sicherten mit der Generale Vereenichde Geoctroyeerde Compagnie der VOC ein erst einmal auf 21 Jahre beschränktes Handelsmonopol (octrooi) für den Warenverkehr zwischen den Niederlanden einerseits und dem Gebiet östlich des Kaps der Guten Hoffnung und westlich der Magellan-Straße andererseits, dem sog. octrooigebied (der Handelszone) zu.

Die Gründung der Compagnie

Die Direktoren der in der V.O.C. zusammengeführten Gesellschaften wurden die Vorstände der V.O.C. Da hiervon jedoch acht Sitze auf Amsterdamer voorcompagnieën entfielen und die acht anderen auf alle weiteren Gesellschaften, befürchteten die Zeeländer weiterhin die Vorherrschaft Amsterdams. Die Zeeländer Forderung, jeder regionalen Kammer die gleichen Stimmrechte einzuräumen aber scheiterte nun am Widerstand Amsterdams, so dass schließlich ein Kompromiss darin gefunden wurde, einen siebzehnten Sitz einzurichten, der im Wechsel von einem Nicht-Amsterdamer besetzt werden sollte. Von den 17 Delegierten, auf niederl. Heeren XVII (engl.: the Lords Seventeen, die zugleich bewindhebbers - aktive Geschäftspartner waren) kamen:

8 aus Amsterdam
4 aus Zeeland / Middelburg
1 aus Delft
1 aus Rotterdam
1 aus Hoorn
1 aus Enkhuizen
1 wechselweise aus Zeeland, Delft, Rotterdam, Hoorn oder Enkhuizen
Das so zusammengesetzte Direktorium, die Heeren XVII, sollte in Amsterdam tagen, doch auch dafür musste ein Kompromiss mit den Zeeländern gefunden werden, indem man sich auf einen Achtjahres-Zyklus einigte. Davon war in sechs Jahre der Sitz des Vorstandes in Amsterdam unter der Präsidentschaft eines Amsterdamers und dann zwei Jahre in Middelburg unter Leitung eines Zeeländers. Der Hauptsitz der V.O.C. befand sich im später so genannten Oost-Indisch-Huis am Kloveniersburgwal in Amsterdam, ein weiterer in Middelburg. Die sechs Gründungsgesellschaften wurden als regionale Kammern weitergeführt.

Damit bestand der Vorstand der VOC aus einer föderalen Struktur, die der ähnelte, die sich auch politisch zwischen Holland, Zeeland und den Städten entwickelt hatte. Eine vor den Versammlungen von der präsidierenden Kammer versandte Tagesordnung erlaubte es allen Kammern, ihre Abgeordneten genau zu instruieren. Für unvorhergesehene Verhandlungspunkte wurde gegebenenfalls die Versammlung zu Konsultationen der Abgeordneten mit den Heimatkammern unterbrochen.

Die frühe Compagnie

Das niederländische Parlament sicherte der V.O.C. mit einer Charta formell das Handelsmonopol für alle Gebiete östlich des Kap der Guten Hoffnung (Südafrika) und westlich der Magellanstraße (Südamerika) zu. Die Charta begründete einige der souveränen Rechte der Compagnie, wie das der Kriegsführung. Noch 1602 begann auch eine erste Expedition zu den »Gewürzinseln« nach Ambon, der wichtigsten Insel der Molukken (Maluku). Dennoch stellte das von den Niederländischen Staaten gewährte Monopol eine besondere Herausforderung für die Compagnie dar. Das Monopol war zwar zeitlich limitiert, jedoch weit weniger begrenzt, als eine einzelne Handelsexpedition es gewesen wäre. Die Nutzung des Monopols in der Praxis aber erforderte einen beträchtlichen finanziellen Aufwand, den die einzelnen Kammern nicht in der Lage bzw. gewillt waren zu tragen. Allein schon die erste Flotte von vierzehn Schiffen (vloot van veertien schepen) musste hierzu zu einem nicht nur erfolgreichen, sondern auch auf Jahrzehnte zu etablierenden Asienhandel beträchtlich vergrößert werden.

So beschloss der Vorstand die (historisch erstmalige) Finanzierung der Compagnie durch die Herausgabe von Aktien. Während vorherige Finanzierungen eher mittelfristigen Schuldverschreibungen entsprachen, sich also auf Schiffladungen bezogen, blieben die Aktionäre (participanten) der V.O.C. zehn Jahre an ihre Anlage gebunden. Nach der verzinsten Rückzahlung 1612 wurde den Aktionären dann die Möglichkeit geboten, für weitere zehn Jahre zu zeichnen. Hinzu kam eine Dividendenzahlung. Darüber hinaus aber hatten die Aktionäre keine Mitspracherechte in der V.O.C. Dies änderte sich auch 1622/23 kaum, als die Rechte der Compagnie um weitere zwanzig Jahre verlängert wurden.

Der schnelle Aufschwung der Compagnie und die faktische Realisierung der Monopole war also vor allem der so erlangten Finanzkraft der Organisation zuzuschreiben. Hierdurch war es möglich, umfangreiche militärische Operationen im asiatischen Raum zu finanzieren, die das Monopol vor allem im Gewürzhandel auch faktisch sicherten. Letztendlich kamen durch das Monopol auch asiatische Waren z.B. China-Porzellan zur Versteigerung in die Niederlanden, eine Voraussetzung für die Delfter „Porzellan-Manufakturen“ (→ Delfter Fayencen). 1622 kam nach der Eroberung der Banda-Inseln das Monopol für Muskatnuss und Muskatblüten hinzu, später dann das für Nelken. Nach der Vertreibung der Portugiesen von Ceylon wurde schließlich auch Zimt gehandelt.

Der Aufstieg und die Blütezeit der V.O.C.

Zur Sicherung der Handelswege wurde 1619 durch Jan Pieterszoon Coen im eroberten Jayakarta (heute: Jakarta) die befestigte Stadt Batavia gegründet, nachdem es in Jayakarta schon seit 1611 eine Handelsniederlassung der V.O.C. gab. 1641 eroberte die V.O.C. das portugiesische Malakka. 1652 folgte der Bau einer V.O.C.-Schiffsstation am Kap der Guten Hoffnung, 1659 die Eroberung von Palembang (Südsumatra). 1661 nötigt die V.O.C. Makassar (Südsulawesi) zur Vertreibung von aus Malacca stammenden Portugiesen, die in dieser Stadt Zuflucht gesucht hatten.

Als einzige Handelsunternehmung in Indië machte die V.O.C. zwischen 1635 und 1690 mit dem Überseehandel Gewinne. Danach wurde zunehmend (und bis in das 18. Jahrhundert hinein) der Handel innerhalb Asiens zur Einkommensquelle der Compagnie. Hinzu kam der ab 1639 noch allein von der V.O.C. organisierte Handel mit Japan. Während des 17. Jahrhunderts begann die Compagnie auch schon mit den (sekundären) Geldgeschäften. Die hohen Gewinne ermöglichten es, das in Asien günstig zu erhaltende Silber aufzukaufen und gewinnbringend weiter zu veräußern - entweder direkt in Europa oder an europäische, in Asien tätige Händler, die hiermit Textilien und Gewürze (vor allem: Pfeffer) bezahlen mussten.

Ende der 60er Jahre gründete die Regierung von Banten (Westjava) einen einheimischen Konkurrenzverband zur V.O.C., die Bantenese Company. Die Bantenese Company nahm bald schon den direkten Handel mit Mekka, Gujarat (Nordwestindien), der Koromandelküste (Südindien), Bengalen, Siam (Thailand), Kambodscha, Vietnam, Taiwan und Japan auf und zog Handelsvertretungen Englands, der Niederlande, Frankreichs, Dänemarks, Portugals (Macao) und des Kaiserreich Chinas (Taiwan und Amoy) nach Banten. In den kriegerischen Auseinandersetzungen des bantamesischen Alt-Regenten Sultan Ageng (1626–1692) mit dessen Sohn und Nachfolger Sultan Haji (Abu Nasr Abdul Kahhar) musste letzterer die Hilfe der V.O.C. erbitten – und als Gegenleistung nach der Kapitulation Agengs alle Ausländer aus Banten ausweisen, der V.O.C. das Monopol für den Pfefferhandel überlassen und der Einrichtung einer V.O.C.-Garnison, Fort Speelwijk, zustimmen. Die wirtschaftliche und politische Bedeutung des Sultanates von Banten schwand daraufhin bis zu seiner Auflösung zu Beginn des 19. Jahrhunderts kontinuierlich.

Nach der Eroberung Makassars 1667 fiel der letzte Hafen, von dem aus noch ein Handel zwischen Asien und Europa außerhalb der V.O.C. geführt werden konnte (der aus Sicht der Compagnie als Schmuggel galt). 1699 begann die V.O.C. in Java Kaffee (Arabica der indischen Malabarküste) in Plantagen anzupflanzen, der nun neben dem Kaffee aus Arabia gehandelt werden konnte. Hinzu kam Tee aus China, Textilien aus Indien u.a.m., solang die Ware Gewinne zu erbringen versprach.

Untergang der V.O.C.

Schon seit der Gründung herrschte innerhalb der Compagnie Korruption und eine Selbstbedienungsmentalität vor allem der oberen Ränge der einzelnen Handelsniederlassungen, die das Amsterdamer (und Middelburger) Mutterhaus einen Großteil der Gewinne gekostet haben dürfte. Deshalb wurde das Compagniesignet VOC auch mit vergaan onder corruptie (Untergang durch Korruption) aufgelöst. Die weiten Entfernungen, die (aus niederländischer Sicht) rechtsfreien Räume der ostindischen Gebiete und die Anforderung an das Charakterprofil des Führungspersonals - worin nebst Herkunft vor allem Machtinstinkt oder Durchsetzungsvermögen, kaum aber Redlichkeit eine Rolle gespielt haben dürften - begünstigten diese Entwicklung.

Kritisch wurde die Gewinnsituation der Compagnie durch Veränderungen der europäischen Kundenwünsche. Statt Gewürze, in dem die VOC eine Monopolstellung hatte, wurden nun andere Güter gefragt. Besonders bei Tee, Seide und Porzellan gab es harte Konkurrenz, (EIC). Die Gewinne waren rückläufig und wurden durch die außenpolitischen Ereignisse verstärkt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts stiegen die zu veranschlagenden Risiken des Überseehandels und damit auch die Verwaltungskosten der V.O.C. derart an, dass schließlich sogar Verluste entstanden, die aus den finanziellen Rücklagen der Compagnie gedeckt werden mussten.

Die Compagnie, die das riskante Unternehmen während dreier Kriege mit dem britischen Empire (Erster Englisch-Niederländischer Seekrieg von 1652 bis 1654, Zweiter Englisch-Niederländischer Seekrieg von 1665 bis 1667 und Dritter Englisch-Niederländischer Seekrieg von 1672 bis 1674) den Ärmelkanal zu durchschiffen, auf sich genommen und nicht nur überstanden, sondern sich derweil sogar zur größten Handelsunternehmung der Welt entwickelt hatte, begann nun unter dem Vierten Krieg 1780–1784 deutlich zu leiden: Die Retour-Flotten aus Asien konnten ihre europäischen Heimathäfen nicht mehr anlaufen, entsprechend fanden keine Waren-Auktionen mehr statt. Zudem verlor die durch verlustreiche Jahre finanziell nur noch dünn ausgestattete Compagnie nun auch ihre Kreditwürdigkeit. Das Schicksal der V.O.C. wurde aber erst mit dem Einmarsch der Franzosen in den Niederlanden besiegelt.

Bereits 1791 sah man sich gezwungen, einen Untersuchungsausschuss unter Federführung des Erbstatthalters einzusetzen, jedoch ohne dass wesentliche Erfolge erzielt werden konnten. Am 12. September 1795 stellte die nach der Revolution gebildete provisorische Volksvertretung die Compagnie unter Staatsverwaltung. 1796 gab es noch einen kurzen Versuch, der Verknüpfung mit dem Schicksal der Niederlande durch die Gründung der Batavischen Republik zu entkommen – aus dem Direktorium der V.O.C. wurde das Comité tot de zaken van de Oost-Indische handel en bezittingen (Komitee für Angelegenheiten im Zusammenhang mit Ostindischem Handel und Besitz). Der Schritt, der (sofern er je hätte erfolgreich sein können) zu spät erfolgte, konnte aber den Untergang der V.O.C. nicht mehr verhindern. Am 17. März 1798 wurde die Vereenigde Oostindische Compagnie, vier Jahre vor ihrem zweihundertjährigen Bestehen, aufgelöst. Ihre verbliebenen Besitzungen wurden Eigentum der Nation und die Schulden für Nationalschulden erklärt.

In der Endphase der V.O.C. wurde auch ein als Kapregiment bezeichnetes Infanterie-Regiment aus Württemberg für militärische Aufgaben der V.O.C. eingesetzt. Von den insgesamt rund 3.200 aus Württemberg abmarschierten Soldaten kehrten nur etwa 100 in ihre Heimat zurück.


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30.07.2009 08:32
#5 RE: Handelskompanien antworten

Niederländische Westindien-Kompanie

Die Niederländische Westindien Kompanie (niederl.: Geoctroyeerde West-Indische Compagnie, häufig kurz WIC), die im deutschsprachigen Raum allgemein unter dem Namen Niederländische Westindische Gesellschaft bekannt wurde, war eine niederländische Handelskompanie, der am 3. Juni 1621 durch die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande ein exklusives Handelspatent (Monopol) für den Handel in Westafrika und Amerika zugesprochen wurde. Diese Charta sollte jeglichen Wettbewerb zwischen den verschiedenen Handelsplätzen unterbinden.

Organisation der WIC, eroberte Gebiete

Die WIC wurde nach dem Vorbild der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) organisiert. Sie bestand aus fünf Kammern:

Kammer der WIC in Amsterdam,
Kammer der WIC in Zeeland,
Kammer der WIC in Rotterdam (Maze, Maasmündung),
Kammer der WIC in Groningen (Stad en Lande, Stadt und Provinz Groningen und der
Kammer der WIC in Noorderkwartier (Westfriesland).
Das Unternehmen wurde von den Herren XIX (neunzehn) geleitet, ein Gremium das abwechselnd in Amsterdam und Middelburg tagte.

Die bemerkenswerteste Leistung der Gesellschaft war 1624 die Gründung der Kolonie Neu-Niederland (Nieuw Nederland), einschließlich der 1626 auf der Südspitze von Manna-hata errichteten Stadt Neu-Amsterdam (Nieuw Amsterdam), heute New York. Andere Gründungen sind Breukelen, heute Brooklyn, Hoboken, Connecticut, Delaware, New Jersey und Niederländisch-Guayana an der Nordküste von Südamerika. Ein gescheiterter Versuch, den Portugiesen Brasilien zu entreißen, endete nach einem 30-jährigen Krieg, siehe Niederländisch-Brasilien. In Westafrika betrieb die Gesellschaft einige befestigte Handelsstützpunkte im heutigen Ghana, zum Beispiel das Fort Batensteyn.

Die Kolonisation von Neu-Niederland kam allerdings nicht weit. Einerseits aufgrund der erbitterten Rivalität mit England, das 1664 Neu-Niederland eroberte, andererseits durch Schwierigkeiten, Siedler für die Kolonie zu begeistern. Die Politik der Gesellschaft sah vor, den Leuten, die Siedler in die Kolonie gebracht hatten, weitreichende Vollmachten über diese zu garantieren.

Im Gründungsvertrag der Niederländischen Westindischen Gesellschaft wurde festgeschrieben, einem Frieden zwischen den Niederlanden und Spanien entgegenzuwirken. Dies geschah zu dem Geschäftszweck, bewaffnete Überfälle auf spanische Silberflotten durchzuführen.

Die „Zweite WIC“ wird gegründet

Im Jahre 1671 lief die Charta der WIC ab, wurde aber einige Male vorläufig verlängert. 1674 wurde die Kompanie dann komplett umorganisiert. Das Kapital wurde um ein Fünftel des ursprünglichen Betrages, auf 1.2 Millionen Gulden zurückgebracht und die Herren XIX wurden auf zehn Sitze reduziert. Auch die neue Charta (Octrooi) von 1674 wurde einschneidend geändert. Hierin war jetzt nur noch von einem Handelsmonopol auf die Küste von Afrika und den Besitzungen in Essequibo, Pomeroon (Bestandteile von Niederländisch-Guayana), Curaçao, Aruba und Bonaire die Rede. De facto konzentrierte sich die Tweede Geoctroyeerde West-Indische Compagnie hauptsächlich auf den Sklavenhandel mit Afrika.

Sklavenhandel

In der Periode von 1674 bis 1740 waren für die Kompanie 383 Sklavenschiffe auf Fahrt. Die Organisation der Sklavenfahrten lag bei verschiedenen Kammern der WIC, die dafür spezielle Ausschüsse bestimmt hatte. Die sogenannte „Dreiecksfahrt“ begann in einer der niederländischen Häfen mit als erstem Ziel die afrikanische Westküste. Hier waren vor allem die niederländischen Festungen, Fort Elmina und Fort Accra Anlegestellen.

An die Beschaffenheit von Sklaven wurden genaue Forderungen gestellt. Als akzeptabel und annehmbar galten Sklaven, die nicht blind oder lahm waren und keine ansteckende Krankheiten hatten. Weiter wurde bestimmt, welches Alter sie haben mussten und was ihr Marktwert war. Vollwertige Sklaven waren 15-36 Jahre alt. Waren sie älter als 36 Jahre, wurden sie als nicht rentabel für den Transport angesehen. Sklaven im Alter von 6-15 Jahren zählten als drei für den Preis von zwei - und im Alter von 2-6 Jahren zwei für den Preis von einem. Für einen Sklaven mussten kontraktlich zweihundert Gulden (ungefähr der Jahreslohn eines Arbeiters) bezahlt werden. Pflanzer von Zuckerrohrplantagen bekamen Preisnachlässe. Die Rechnungsbegleichung musste zu einem Drittel in Zucker und sollte vierzehn Tage nach Übernahme der gekauften Sklaven erfolgen. Hiervon war der Zuckeranteil wichtiger als das Geld, welches eventuell auch später entrichtet werden konnte.

Die größten Sklavenschiffe waren mit fünfzehn bis zwanzig Kanonen bestückt, hatten eine Bemannung von 45–60 Personen und transportierten rund 500–600 Sklaven. Die durchschnittliche Reisedauer belief sich auf 516 Tage (einschließlich Aufenthalts in Afrika, Amerika und Rückreise in die Republik).

Auf der Rückreise nahmen die WIC-Schiffe Stapelprodukte wie Zucker mit in die Niederlande, um dann erneut nach West-Afrika, Amerika und zurück zu segeln (daher auch „Dreiecksfahrt“ genannt).

Preußen und die WIC

Der preußische König Friedrich Wilhelm I. verkaufte der Gesellschaft seine afrikanischen Besitzungen, unter anderem das von Kurbrandenburg gegründete Groß Friedrichsburg, in Staatsverträgen von 1717 und 1720.

Die „Zweite WIC“ wird aufgehoben

Als Folge rückläufiger Einkünfte und finanzieller Probleme wurde die Kompanie endgültig im Mai 1791 aufgehoben.


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30.07.2009 08:34
#6 RE: Handelskompanien antworten

Französische Ostindienkompanie

Die Französische Ostindienkompanie (frz. Compagnie française pour le commerce des Indes orientales, zumeist kurz: Compagnie des Indes Orientales) war eine nach dem Vorbild der niederländischen Ostindienkompanie geschaffene, aktienbasierte Handelsgesellschaft des 17. und 18. Jahrhunderts, die von der französischen Krone mit umfangreichen Rechten für den Seehandel zwischen Frankreich und Asien ausgestattet war.

Ein erstmals im August 1664 von Ludwig XIV. auf Initiative des französischen Finanzministers Jean-Baptiste Colbert erteiltes Privileg umfasste unter anderem das Monopol auf den Handel, das Besitzrecht auf eroberte Gebiete, das Recht zur Ausrüstung von Handels- und Kriegsschiffen, zur Aufstellung eigener Truppen, das Recht zum Schlagen eigener Münzen sowie eine eigene Gerichtsbarkeit.

Geographisch erstreckte sich das Interessengebiet der Kompanie bei ihrer Gründung auf die Küsten Afrikas, auf Madagaskar und die nebengelagerten Inseln, die Küsten der arabischen Halbinsel und Indiens, die Inseln Südostasiens sowie China und Japan. Im Verlauf ihrer bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts dauernden Handelstätigkeit wurden einzelne Gebiete aufgegeben, wie etwa Madagaskar zugunsten der Maskarenen, während andere überseeische Besitzungen − wie Louisiana und Saint-Domingue − zwischenzeitlich hinzukamen.

Gewinne erwirtschaftete die Gesellschaft vorwiegend durch die Einfuhr von außereuropäischen Genussmitteln wie Gewürzen, Tee und Kaffee, von pflanzlichen Arzneistoffen sowie von bedruckten Tuchen, Porzellan und Seide.


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30.07.2009 08:36
#7 RE: Handelskompanien antworten

Französische Westindien-Kompanie

Die Französische Westindien-Kompanie (frz. Compagnie des Indes Occidentales Françaises) war eine Westindien-Kompanie, die 1664 durch Colbert mit dem Ziel gegründet wurde, Handel mit den französischen Besitzungen in Amerika zu treiben. Da ihr die Verwaltung der französischen Kolonie in Nordamerika von der bisherigen Compagnie de la Nouvelle-France übertragen wurde, sollte sie auch für die Besiedlung dieses Gebietes Sorge tragen. Ihr Heimathafen war Le Havre.

Der Handel fand vorwiegend mit den jenseits des Atlantik gegründeten französischen Kolonien Neufrankreich und Saint Domingue statt. Die Kompanie erhielt für vierzig Jahre sowohl das Eigentumsrecht über die französischen Besitzungen an den afrikanischen und amerikanischen Atlantikküsten, als auch das Monopol des Amerikahandels.

Dadurch geriet sie jedoch bald in Konflikt mit den französischen Kolonisten auf den Französischen Antillen, die mit den Holländern Schmuggelhandel betrieben, denn ihr Handelsmonopol lief auf für die Siedler unerschwingliche Wiederverkaufspreise im Vergleich zu den Holländern hinaus.

Der Französisch-Niederländische Krieg (1672–1679) störte die Geschäfte der Kompanie. Als sie 1674 aufgelöst wurde, übernahm die französische Krone die direkte Verwaltung der Kolonien.


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30.07.2009 08:43
#8 RE: Handelskompanien antworten

Mississippi-Kompanie

Artikel folgt...

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30.07.2009 08:50
#9 RE: Handelskompanien antworten

Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie

Die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie (kurz: BAC) war ein brandenburgisch-preußisches Unternehmen, dessen Zweck der Überseehandel mit Westafrika war. Sie nahm am damaligen Dreieckshandel zwischen Europa, Afrika und Amerika teil und handelte unter anderem mit Sklaven. Der Heimathafen war Emden, dazu besaß sie Stützpunkte in Westafrika (u. a. die Kolonie Groß Friedrichsburg) und in der Karibik.

Die Kompanie existierte von 1682 bis zu ihrer Auflösung durch den preußischen König Friedrich I. (1686–1713) im Jahre 1711. Die Handelskompanie gilt außerdem als erste deutsche Aktiengesellschaft.

Die Gründung dieser ersten deutschen Handelskompanie hing eng mit dem Wirken des in brandenburgischen Diensten stehenden Holländers Raule und der forcierten Entwicklung der kurbrandenburgischen Marine unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. (1640–1686) zusammen.

Vorgeschichte

Die europäischen Entdeckungsfahrten des 16. und frühen 17. Jahrhundert, hatten dazu geführt, dass sich durch die Vergrößerung der „bekannten Welt“ auch die politischen Horizonte und Ambitionen der europäischen Herrscher erweiterten. In den ausbrechenden Rivalitäts- und Konkurrenzkämpfen der europäischen Mächte um die neuentdeckten Territorien spielten dabei die Schifffahrt, der Seehandel, der Besitz einer Kriegsflotten und von Kolonien eine entscheidende Rolle.

Auch Brandenburg-Preußen unter Friedrich Wilhelm I. beanspruchte im Konzert der großen Mächte einen neuen Platz. Vorbild für die Brandenburger war dabei die kleine Republik der Niederlande, die durch den Überseehandel und eine großen Handelsflotte zu einer dominierenden Handels- und Wirtschaftsmacht aufgestiegen waren. Der Kurfürst plante bereits 1651 die Gründung einer ostasiatischen Handelskompanie, fand jedoch dafür keine Investoren. Dennoch gab der Kurfürst seine kolonialen Ambitionen nicht auf.

Auf Betreiben des holländischen Kaufmanns und Schiffsreeders Benjamin Raule[1] fand im Sommer 1680 die erste Expedition nach Afrika unter brandenburgischer Flagge statt. Der Kurfürst stellte für dieses Unternehmen nur die Besatzung der beiden Schiffe und seine Flagge zur Verfügung; Kosten und Risiko lagen allein bei Raule und seinen Gesellschaftern. Der eigentliche kurfürstliche Auftrag lautete, an der Küste von Guinea Gold, Elfenbein, Getreide und Sklaven zu erhandeln und diese Waren zum Verkauf in Lissabon, Cádiz beziehungsweise „unter der Hand“ feilzubieten. Dieser Expedition gelang es im Mai 1681, an der Goldküste zwischen Axim und dem Kap der drei Spitzen einen Handelsvertrag mit den dortigen afrikanischen Stämmen abzuschließen. Inhalt des Vertrages war, dass die Brandenburger binnen Jahresfrist einen bewaffneten Handelsstützpunkt aufbauen durften und die dort ansässigen Afrikaner ihre Waren ausschließlich den Brandenburgern feilbieten würden.

Gründung der Gesellschaft 1682

Nach der Rückkehr der ersten Expedition im August 1681 trat der Große Kurfürst aufgrund dieses Erfolges für die Fortsetzung des Afrika-Projektes ein. Am 7. März 1682 verkündete er mit dem „Edict wegen Octroyierung der aufzurichtenden Handelscompagnie auf denen Küsten von Guinea“ die Gründung der „Handelscompagnie auf denen Küsten von Guinea“

Die Gesellschaft wurde mit einem Grundkapital von 50.000 Reichstalern ausgestattet, wovon 48.000 Taler gezeichnet wurden. Die später in „Brandenburgisch-Afrikanische Handelskompagnie (BAC)“ umbenannte Handelskompanie erhielt für 30 Jahre das brandenburgische Monopol für den Handel in Westafrika mit Pfeffer, Elfenbein, Gold und Sklaven sowie das Recht, eigene Stützpunkte anzulegen. Die Besatzung und die Ausrüstung dafür stellte der Kurfürst zur Verfügung. Außerdem gewährte der Kurfürst der Gesellschaft das Recht, im Namen des Kurfürsten eigene Verträge mit der einheimischen Bevölkerung zu schließen. Die Gesellschaft besaß eine eigene Gerichtsbarkeit, durfte eigenes Militär unterhalten und Verteidigungskriege in Übersee führen. Die „BAC“ wurde an den europäischen Höfen durch den Kurfürsten mitvertreten. Jeder, der eine Aktie im Mindestnennwert von 200 Talern erwarb, konnte Teilhaber der Gesellschaft werden. Der tatsächliche Einfluss auf die Gesellschaft richtete dann sich aber nach der Höhe der Einlage. So besaß man erst ab einen Nennwert von 1.000 Talern eine Stimme. Allen Angestellten der Kompanie war es streng verboten, in Übersee privaten Handel zu betreiben. Die Aufsicht über die Kompanie führte der jeweilige brandenburgische Kurfürst.

Verlegung der BAC von Königsberg nach Emden, 1683

Die bisherigen brandenburgischen Flottenhäfen Königsberg und Pillau waren aus vielen Gründen als Stammhafen für die neugegründete Handelskompanie schlecht geeignet. So war die Ostsee im Winter vier Monate nicht schiffbar, die Fahrt durch den Kattegat gefährlich und der Öresund konnte jederzeit von Dänemark gesperrt werden, auch wenn Dänemark und Brandenburg ein sehr gutes Verhältnis pflegten.

So schmiedete der Kurfürst Pläne für den Erwerb eines Hochseehafens an der Nordsee. Er wählte dafür die Stadt Emden, da der dortige Hafen zur damaligen Zeit als einer der besten Europas galt. Zu der Zeit befand sich die Fürstin von Ostfriesland in einem Konflikt mit den ostfriesischen Ständen. Dies ausnutzend, einigte sich der Kurfürst mit den Ständen aus Emden, die an einer Schwächung der Fürstin in Ostfriesland interessiert waren. Unter dem Vorwand eines kaiserlichen Auftrags zum Schutze des Landes ließ der Kurfürst im Einvernehmen mit Dänemark am 26. Oktober 1682 300 brandenburgische Soldaten in Glückstadt einschiffen. Am 6. November erfolgte die Einnahme der Burg Greetsiel, nachdem die Stände in Emden dies gebilligt hatten und die nur 16 Mann starke Garnison im Einvernehmen kapitulierte. Ein halbes Jahr später, am 22. April 1683, konnten die Brandenburger einen Handels- und Schifffahrtsvertrag mit den Ständen Emdens aushandeln. Fortan wurde Emden der Stammsitz der Brandenburgisch-Afrikanischen Compagnie.

In einem weiterem am 4. August 1683 ausgehandelten Vertrag wurde festgelegt, dass sich die Stände Emdens mit 24.000 Reichstalern (1686 vom Kurfürsten nach Klagen der Stände wieder zurückerstattet) an der Kompanie beteiligten und mit einem Drittel an den Gewinnen der Kompanie beteiligt werden würden.

Von der BAC zur BAAC (1683–1692)

In der darauffolgenden Zeit etablierte sich die Gesellschaft an dem westlichen Küstenabschnitt des heutigen Ghana, der sogenannten Goldküste. Am 1. Januar 1683 erfolgte die Gründung des ersten brandenburgischen Stützpunktes in Westafrika, Fort Groß Friedrichsburg. Die gleichnamig benannte Kolonie Groß Friedrichsburg bestand aus einem etwa 30 bis 50 km langen Küstenstreifen und bestand neben der Festung Großfriedrichsburg auch aus den 1684 gegründeten Fort Dorothea und dem Fort Louise sowie einem 1685 gegründeten Stützpunkt bei Taccarary, der jedoch 1687 von der Niederländisch-Westindischen Kompanie erobert wurde. 1685 besetzten die Brandenburger die Insel Arguin vor der Küste des heutigen Mauretanien und richteten das dortige, alte portugiesische Kastell wieder her. Mit Dänemark wurde ein Vertrag geschlossen, der den Brandenburgern die Nutzung der karibischen Insel St. Thomas gestattete. Damit waren die Grundvoraussetzungen für den Dreieckshandel gegeben.

Das Anlegen und der Unterhalt dieser Stützpunkte verursachten hohe Kosten. Zudem waren die beteiligten Kaufleute der Kompanie korruptionsanfällig und betrieben den Handel eher für die eigene Tasche als für die Kompanie. Die Rivalität zu den anderen europäischen Handelskompanien führte immer wieder zur Beschlagnahme brandenburgischer Schiffe, die erst nach langandauernden Verhandlungen wieder zurückgegeben wurden. Die Verwaltung der kurbrandenburgischen Marine und der Handelskompanie wurden vereinigt, was dazu führte, dass die noch 1684 angestrebte Trennung zwischen Flotte und Handel wieder aufgehoben wurde. 1692 war die BAC schließlich bankrott.

Durch ein kurfürstliches Edikt von 1692 erfolgte die Umwandlung der BAC in die „brandenburgisch-africanischamericanische Compagnie“ (BAAC). Den erhaltenen Privilegien nach ähnelte sie ihrer Vorgängerin, war jedoch hinsichtlich der Organisationsstruktur noch näher an ihrem Vorbild, der Niederländische Ostindien-Kompanie, nachgebildet.

Niedergang und Ende der BAAC (1693–1711)

Aufgrund vermehrt auftretender Streitigkeiten der Teilhaber, Überfällen von Piraten auf die Stützpunkte und vieler Schiffsverluste verspielte die Kompanie sämtliches Vertrauen bei ihren Kapitalgebern. Im Jahre 1700 fuhren nur noch 11 der einst (1684) 34 Schiffe unter brandenburgischer Flagge. So kam es, dass zwischen 1699 und 1709 nur noch wenige Schiffe von der BAAC ausgerüstet wurden. Die Stützpunkte konnten nicht mehr ausreichend versorgt werden. 1711 erfolgte die Übernahme der Handelskompanie in staatlichen Besitz durch den König Friedrich I., ohne jeglichen Widerstand der Mitglieder. Nach dreißig Jahren hörte die Handelskompanie damit auf zu bestehen. In den nächsten zwei Jahrzehnten konzentrierte sich der neue preußische König nur noch auf die Liquidation der Besitztümer und des Inventars der Kompanie.

Resümee

Die BAC realisierte während ihres Bestehens nur einen kleinen Anteil am überseeischen Handel. Die Kompanie verkaufte etwas über 19.000 Afrikaner, die die Überfahrt von Afrika nach Amerika überlebt hatten. Das ergibt eine Beteiligung am gesamten Sklavenhandel in der Zeit von 1450 bis 1867 von 0,15 bis 0,2 %. Zur Zeit der BAC wurden jährlich über 17.000 Afrikaner in der Karibik verkauft. Beim Höhepunkt der brandenburgischen Sklavenhandels im Jahre 1693 wurden 4.908 Sklaven verkauft. (zum Vergleich: die englische Royal African Company (RAC) verkaufte im selben Jahr 2305 Afrikaner in Amerika.) Durchschnittlich lag die Zahl der nach Amerika verschleppten Afrikaner durch die BAC pro Jahr bei etwa 1.200 Menschen.

Das Hauptproblem der BAC waren über ihre gesamte Zeit hinweg die nur begrenzt vorhandenen finanziellen Mittel, derer es bedurft hätte, wenn man sich langfristig am Überseehandel gegen die europäischen Konkurrenten hätte durchsetzen wollen. Ein weiteres Moment für das Scheitern der Gesellschaft lag in der fehlenden wirtschaftlichen Infrastruktur des Mutterlandes Brandenburg-Preußen. Zu der Zeit war das Land nicht in der Lage, die eingeführten Waren weiterzuverarbeiten, noch gab es einen genügenden heimischen Absatzmarkt in Form einer breiten wohlhabenden Schicht, die über die finanziellen Mittel zum Erwerb dieser Produkte verfügten. In Amerika versäumten es die Brandenburger zudem, Plantagenkolonien zu errichten, die kontinuierlich Kolonialwaren ins Mutterland hätten liefern können. Durch den alleinigen Handel mit Amerika ließen sich jedoch keine dauerhaften Gewinne erwirtschaften.


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30.07.2009 09:02
#10 RE: Handelskompanien antworten

Emder Ostasiatische Handelskompanie

Die Emder Ostasiatische Handelskompanie war eine Handelskompanie des 18. Jahrhunderts mit Sitz in der ostfriesischen Stadt Emden, die von Friedrich dem Großen 1751 unter dem offiziellen Namen „Königlich Preußische Asiatische Compagnie in Emden nach Canton und China“ gegründet und 1765 aufgelöst wurde.

Vorgeschichte

Das Wirtschaftsdenken in Europa des 18. Jahrhunderts wurde durch den Merkantilismus beherrscht. Als eine der wichtigsten Folgen dieser Lehre strebte jedes Land danach, Güter aus Asien durch eine nationale Handelskompanie importieren zu lassen. Nach dem Merkantilismus wurde eine Nation geschwächt, wenn sie Waren wie Tabak, Gewürze und Tee bei einer großen ausländischen Kompanie kaufte. Zuviel einheimisches Kapital würde so ins Ausland fließen, und für immer verloren gehen. Um dieses zu verhindern, war es für jeden Staat notwendig, eine eigene Handelsgesellschaft zu stiften. Unterstützt durch diese Theorie, forderten Könige und Kaufleute in Ländern wie Dänemark, Schweden und Flandern die Errichtungen von Indischen- oder Asiatischen Handelskompanien. Ältere Kompanien in Europa wie die Britische Ostindien-Kompanie oder die Niederländische Ostindien-Kompanie suchten ihre Monopole zu schützen, indem die neuen Wettbewerber in den Ruin getrieben wurden. So wurde 1737 die erfolgreiche Flämische Generale Compagnie durch politische Intrige der Seemächte aufgelöst.

Das Land Preußen, das sich in dieser Zeit zur Europäischen Großmacht entwickelte, wurde seit 1740 durch König Friedrich II. regiert. Auch seine Wirtschaftspolitik sollte durch den Merkantilismus inspiriert werden. Der Import asiatischer Produkte in Preußen ärgerte Friedrich nur deshalb, weil er von den Niederländern beherrscht wurde. Die Errichtung einer Preußisch-Asiatischen Kompanie war für ihn unvermeidbar, so schrieb der König, „…weil das ein Handelszweig der Holländer ist, den wir so für uns erwerben.“

Gründung und Aktienausgabe

Nach der 1744 erfolgten Angliederung Ostfrieslands an Preußen stand der preußischen Wirtschaft mit dem Emder Hafen ein Zugang zur Nordsee und damit zum Überseehandel zur Verfügung. Am 1. August 1750 hatte Friedrich II. dem Amsterdamer Händler Heinrich Thomas Stuart das königliche Privileg (Octroi) gegeben, dass es ihm erlaubte bis 1770 mit Schiffen unter preußischer Flagge Handel zwischen Emden und China zu treiben. Der Handel mit China würde sich lohnen, da die älteren Ostindischen Handelsgesellschaften es nicht geschafft hatten im mächtigen Chinesischen Kaiserreich eine Monopolstellung aufzubauen. Auch konnten die chinesischen Händler Waren liefern, die in Europa sehr beliebt waren: Tee, Porzellan und Seide. Die europäischen Schiffe durften aber nur im Hafen der südchinesischen Stadt Kanton ankern.

Am 24. Mai 1751 kam der preußische König zur Gründungsversammlung der Handelsgesellschaft Königlich Preußische Asiatische Compagnie (KPAC) mit Sitz in Emden, die sich auf den Handel mit Indien und China spezialisieren sollte und deren Kapital hauptsächlich durch niederländische und französische Aktionäre bereitgestellt wurde. Das Interesse an den Aktien war groß und so wurden am Gründungstag 482 Aktien zu je 500 Taler (= 241.000 Taler) gezeichnet. Einer der Großaktionäre war das Bank- und Handelshaus Splitgerber & Daum in Berlin. Zu 50 % lag das Kapital aber in niederländischem Besitz. Größter Teilnehmer war mit 705 Aktien der einflussreiche Bankier Emmanuel van Ertborn aus Antwerpen. Wie viele andere flämische Geschäftleute war auch Van Ertborn nach der Auflösung der Flämischen Ostindischen Kompanie auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen.

Am 24. Mai 1751 verlieh der König ein Privileg – Oktroi – an eine Gruppe von preußischen, flämischen und holländischen Geldgebern. Diese Großaktionäre wurden in Emden vertreten durch zwei Geschäftsführer: Bürgermeister Jacob de Pottere und Kommerzienrat Johann Gottfried Teegel. Die neue Handelsgesellschaft bekam das Monopol für die Handelsfahrt zwischen China und Preußen. Außerdem erlaubte das Privileg im Namen König Friedrichs Verträge mit fremden asiatischen Fürsten zu schließen. Die Kompanie-Schiffe durften das königliche Pavillon – die preußische Flagge mit dem Adler, Schwert und Zepter – von den Masten wehen lassen.

Die Königlich Preußische Asiatische Compagnie (KPAC) verfügte in 1752 schon über ein Kapital von 861.000 Talern, verteilt über 1722 Aktien.

Ziel der Kompanie war die Einfuhr überseeischer Waren wie Tee, Porzellan, Seide, Gewürzen, Baumwolle und Arzneimitteln. Um das Projekt weiter zu fördern, hatte der König den Hafen von Emden am 15. November 1751 zum Freihafen erklärt, somit waren alle Waren vom Zoll befreit.

Von Emden nach China

Die erste Fahrt eines Kompanieschiffes, der „König von Preußen“, war ein voller Erfolg. Sie führte über Java nach Kanton, von wo aus das Schiff im Juli 1753 wieder nach Emden zurückkehrte. Die Rückladung bestand aus Tee, Rohseide, Porzellan und unterschiedlichen Arzneiwaren und wurde im August 1753 in Anwesenheit des Kurfürsten Clemens August von Köln in Emden versteigert. Bereits am 9. September 1752 trat das zweite Kompanieschiff, die „Burg von Emden“, eine Fregatte, bestückt mit zwanzig Sechspfündern, sechs Dreipfündern und zwölf Halbfündern, die lange Reise nach China an. Unter der Besatzung von 118 Köpfen befand sich Jean François Michel aus Mechelen (Flandern), Assistent-Kaufmann und Agent des Großaktionärs Emmanuel van Ertborn. Während der Reise von Emden nach China verfasste er einen Reisebericht: Journal de voiage à la Chine et courte description de la ville d’Embden. Durch die präzisen Eintragungen im „Journal“ von Jean Michel, sind wir in der Lage, die Reise nach China Tag für Tag zu rekonstruieren.

Sehe auch den Artikel über Jean François Michel.

Die „Burg von Emden“ ankerte am 30. Mai 1753 in der Mündung des Perlenflusses, vier Meilen von der Stadt Kanton in China. Anfang Dezember 1753 segelte das Schiff wieder ab und lief am 28. Mai 1754 glücklich auf der Reede von Emden ein. In ihren Räumen waren 575.214 Pfund kostbarer chinesischer Tee geladen, aber auch Zink, Seide und Porzellan wurden mitgebracht. Die Fracht wurde mit großem Gewinn in Emden versteigert.

Insgesamt zwei weitere Schiffe liefen in den Jahren nach 1753 von Emden in Richtung China aus, und nur eines davon erlitt leichten Schaden, als es auf der Rückreise bei Borkum strandete. Angesichts der vielfältigen Gefahren im Überseehandel jener Zeit war dies eine beachtliche Leistung.

Der Ausbruch des Siebenjährigen Krieges im Jahre 1756 führte den Niedergang der Handelskompanie herbei. Beim Einrücken französischer Truppen nach Ostfriesland flüchtete der Direktor der Handelskompanie, Johann Gottfried Teegel, mit der „König von Preußen“ und dem flüssigen Kapital der Gesellschaft ins niederländische Delfzijl. Zwei weitere Schiffe wurden in Emden abgetakelt, während das jüngste Schiff der Kompanie, die „Prinz Ferdinand“, von Kanton kommend den englischen Hafen Plymouth anlief, wo Schiff und Ladung verkauft wurden.

Nach Ende des Siebenjährigen Krieges löste Friedrich II. die Kompanie im Jahr 1765 auf. Die Anteilseigner erhielten neben ihrem Einlagekapital und 500 Talern eine jährliche Dividende in Höhe von zwei Prozent.

Reisen der einzelnen Kompanieschiffe

* „König von Preußen“: Für 70.000 Taler gekauft im Herbst 1751 in London, führte ihre Reise mit 132 Mann vom 15. Februar 1752 von Emden über Java nach Kanton, am 6. Juli 1753 wieder zurück in Emden. 20 Seeleute starben auf der Reise oder in Kanton durch Unfälle oder Krankheiten.
* „Burg von Emden“: Für 45.000 Taler im Herbst 1751 in London gekauft startete vom 4. Oktober 1752 von Emden nach Kanton, am 28. Mai 1754 kam sie wieder zurück in Emden.
* „Prinz von Preußen“: Im Dezember 1753 in Amsterdam gekauft führt ihre Reise mit 186 Mann vom 31. Dezember 1753 von Emden nach Kanton, im Juli 1755 bei Borkum gestrandet, am 10. Juli 1755 wieder zurück in Emden. Es wird vermutet, daß dies die Reise ist, auf der das sogenannte „preußische Service“ (ein als Chinesisches Auftragsporzellan gefertigtes Tafelservice mit dem königlich-preußischen Staatswappen) aus Kanton nach Europa gelangte.
* „König von Preußen“ April 1754 von Emden nach Kanton, im Juni 1756 wieder zurück in Emden.
* „Burg von Emden“: Dezember 1754 von Emden nach Kanton, im Juni 1756 wieder zurück in Emden.
* „Prinz Ferdinand“: Gekauft 1754 reist das Schiff 1755 von Emden nach Kanton, am 11. September 1757 in Plymouth, England.


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30.07.2009 09:41
#11 RE: Handelskompanien antworten

Schwedische Ostindien-Kompanie

Die Schwedische Ostindien-Kompanie („Svenska Ostindiska Companiet“) war eine Ostindien-Kompanie, die sich mit dem Handel zwischen Schweden und Indien und Ostasien beschäftigte.

Die Gesellschaft wurde bereits 1626 gegründet. 1731 bildete sich eine neue Gesellschaft, der das ausschließliche Privileg des ostindischen Handels verliehen wurde. Das Hauptgeschäft bestand im Import von Tee aus dem Kaiserreich China. Die Engländer drängten die Schweden jedoch immer mehr zurück.


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30.07.2009 09:43
#12 RE: Handelskompanien antworten

Dänische Ostindien-Kompanie

Von der Dänische Ostindien-Kompanie (Dänisch-Ostindische Kompanie) zu sprechen ist eigentlich nicht ganz richtig, denn schaut man sich den Asienhandel Dänemarks an so muss man sagen, dass zwischen 1616 und 1840 nacheinander drei privilegierte Kompanien existiert haben:

Die erste Ostindiskt Kompagni war eine Handelskompanie, die dem Handel mit Indien diente. Sie wurde gegründet durch ein Privileg, das Christian IV. im Jahre 1616 erteilte.

Die Aufnahme der Geschäfte verzögerte sich allerdings, da es zunächst Schwierigkeiten gab, ausreichend Kapital zusammen zu bringen und erst 1618 war eine ausreichende Summe von 178.999 Talern aufgebracht. Die Anteile verteilten sich auf das Königshaus (12,5%), den Adel (15,5%), auf Kopenhagener Bürger (35%), Anleihen aus den verschiedenen Staatsteilen (29,5) sowie niederländische und Hamburger Kaufleute (zusammen 7,5%).

Der Hauptstützpunkt der Dänischen Ostindien-Kompanie lag in der Stadt Tranquebar im Fort Daneborg. Ein Vertrag zwischen dem dortigen Herrscher und dem König von Dänemark besiegelte, dass die neue Niederlassung offiziell dänisches Eigentum und der Gouverneur Vertreter der Krone sei. Bis 1639 schickte die Kompanie 14 Schiffe nach Asien, die neben Handelsgütern auch dänische Siedler transportierten, bevor der Kontakt aufgrund von hohen Schiffsverlusten und nicht zuletzt dem Dreißigjährigen Krieg vorerst einschlief. Nach dem Tod Christian IV. 1648 kamen die Kontakte vollends zum Erliegen und die Kompanie wurde 1650 aufgelöst, Tranquebar blieb jedoch ein dänischer Außenposten. 1668 wurde ein teils staatlich, teils privat finanziertes Versorgungsschiff nach Indien entsandt, das mit vielen Waren nach Dänemark zurückkam. Aufgrund dieser erfolgreichen Reise erwachte wieder neues Interesse an engeren Handelsbeziehungen mit Asien, sodass im Jahr 1670 die zweite Ostindisk Kompagni gegründet wurde. Ab 1670 fuhren jährlich ein bis zwei Schiffe nach Asien. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten, die auch durch dauernde Angriffe der Schweden auf die Schiffe der Kompanie verursacht waren, und bereits 1681 eine Kapitalerhöhung um 12% notwendig machten, die finanzielle Situation aber nicht verbessern konnte, wurde die Kompanie bereits 1729 wegen Zahlungsunfähigkeit wieder aufgelöst und Tranquebar fiel an die Krone zurück. Trotz der Rückschläge war das Interesse am Handel mit Asien ungebrochen und so wurde die Gesellschaft als Asiatisk Kompagni wieder errichtet. Das Monopol für den Handel mit Indien wurde der Gesellschaft 1772 genommen, da viele Anteilseigner ihr Kapital zurückzogen und eigenverantwortlichen Freihandel betreiben wollten, das Monopol auf den Handel mit China blieb den Dänen jedoch erhalten. Vor allem die Neutralität Dänemarks war immer wieder hilfreich, denn so konnten verschiedene Nationen die Handelsstationen auch in Kriegszeiten nutzen und die dänische Präsenz konnte gesichert werden.

Während den Napoleonischen Kriegen kämpfte Dänemark auf Seiten der Franzosen und aufgrund dessen attackierte die britische Royal Navy 1801 und 1808 die Niederlassungen der dänischen Kompanie, was den Handel zum Erliegen brachte. Auch der Wiener Kongress 1814 konnte die vorherigen Strukturen nicht wieder gänzlich herstellen und die Geschäfte liefen sehr schlecht, sodass die Asiatisk Kompagnie 1840 aufgelöst wurde und auch der dänische Gouverneur 1845 seinen Sitz in Tranquebar räumte, nachdem der Handelssitz an die EIC verkauft worden war.

Interessantes

Während der Blütezeit importierten die Dänische und die Schwedische Ostindien-Kompanie mehr Tee als die Britische Ostindien-Kompanie, 90% davon wurden allerdings mit großem Profit nach Großbritannien geschmuggelt.


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30.07.2009 09:57
#13 RE: Handelskompanien antworten

Dänische Westindien-Kompanie

Die Dänische Westindien-Kompanie (Dänisch-Westindisch-Guinesische Compagnie) (Dänisch: Vestindisk kompagni oder Det Vestindisk-Guineiske kompagni) war eine dänische Handelskompanie, die dem Handel zwischen den dänischen Kolonien an der sogenannten Goldküste (heute Ghana) und den Inseln St. Thomas, St. John, St. Croix in Dänisch-Westindien (heute Virgin Islands) diente.

Sie wurde am 11. März 1671 als „Westindische Kompanie“ (Vestindisk kompagni) gegründet und am 30. August 1680 in „Westindisch-Guinesische Kompanie“ (Det Vestindisk-Guineiske kompagni) umbenannt. Am 24. August 1754 verkündete die dänische Regierung, dass die Kompanie am 28. November 1754 in Rentekammeret Vestindisk-guineisk renteskriverkontor umgewandelt werden sollte. Ab 1760 war sie bekannt als Vestindisk-guineiske rente- og generaltoldkammer.

Das führte zu einer kurzzeitigen Gründung der Det Guineiske kompagni durch einen königlichen Erlass vom 18. März 1765, um den Handel mit der dänischen Kolonie an der Goldküste aufrecht zu erhalten. Im November kamen zwar Fort Christiansborg und Fort Fredensborg für 20 Jahre in ihren Besitz, aber die Kompanie erhielt nie wieder das Handelsmonopol, das die frühere Westindische Kompanie besaß. Der Handel blieb für alle dänischen, norwegischen, schleswigschen und holsteinischen Gesellschaften offen.

In der Mitte der 1770er Jahre geriet die Kompanie in derart starke finanzielle Probleme, dass sie am 22. November 1776 aufgelöst wurde. Bereits im August/September 1775 hatte die Regierung wieder die Kontrolle über die Forts übernommen.


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30.07.2009 10:06
#14 RE: Handelskompanien antworten

Russisch-Amerikanische Kompagnie

Die Russisch-Amerikanische Kompagnie (RAK), auch Russisch-Amerikanische Handelskompanie oder Russisch-Amerikanische Gesellschaft genannt, war eine halbstaatliche Handelsgesellschaft des Russischen Reiches im 19. Jahrhundert.

Die Russisch-Amerikanische Kompagnie entstand 1799 als Monopolgesellschaft durch Ukas des russischen Zaren Paul I. Sie war der Schlusspunkt einer schon seit 1745 einsetzenden Konzentrierung vieler und vor dem Zusammenschluss noch dreier Handelsgesellschaften, die in der Hauptsache Pelzjagden auf den Kurilen, den Aleuten und entlang den Küsten Alaskas betrieben. Als stärkste Aktienhalterin behauptete sich die Frau des 1795 verstorbenen Kaufmanns Grigori Iwanowitsch Schelichow, Natalia. Sie hatte mit Hilfe ihres Schwiegersohnes und Vertrauten am Zarenhof Nikolai Petrowitsch Resanow ihren anderen Schwiegersohn M. Buldakow als Vorstandsvorsitzenden durchgesetzt.

Die Russisch-Amerikanische Kompagnie erhielt zunächst für zwanzig Jahre das Handelsmonopol in Russisch-Amerika, das damals die Aleuten, Alaska und Territorien auf dem nordamerikanischen Festland bis hinunter zum 55. Breitengrad umfasste, dem ungefähren Landungspunkt von Tschirikow 1741 während der 2. Bering Expedition. Dieses Handelsmonopol konnte alle 20 Jahre erneuert werden. Dadurch wurde nach dem Vorbild der Monopolgesellschaft anderer Kolonialstaaten der Wettbewerb ausgeschaltet und die russischen Ziele in Russisch-Amerika konnten störungsfreier vorangebracht werden. Die Aktieninhaber der Gesellschaft, zu der auch Mitglieder der Zarenfamilie gehörten, konnten schon nach kurzer Zeit beträchtliche Gewinne verbuchen. Die erste Verlängerung des Handelsmonopos, beginnend ab 1821, erweiterte das Gebiet bis hinunter zum 51. Breitengrad. Unter diesem Handelsmonopol ging ein Drittel der Gewinne an das Russische Reich.

Ab den 1820er Jahren schwanden insbesondere durch weitgehende Ausrottung des Seeotters zusehends die Profite aus dem Pelzhandel. Als 1867 Alaska an die USA verkauft wurde (Alaska Purchase), kam auch das kommerzielle Ende für die Russisch-Amerikanische Kompagnie, wenngleich die Gesellschaft formal noch bis zum 1. Januar 1882 weiterexistierte; ihre Aktiva wurden an die in San Francisco ansässige Firma Hutchinson, Kohl & Company verkauft, die diese in Alaska Commercial Company umfirmierte.


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30.07.2009 10:12
#15 RE: Handelskompanien antworten

Allgemeine Gesellschaft des Brasilienhandels

Die Allgemeine Gesellschaft des Brasilienhandels (port.: Companhia Geral do Comércio do Brasil) war eine Handelskompanie, die per Dekret des portugiesischen Königs Johann IV. am 10. März 1649 gegründet und am 1. Februar 1720 durch die portugiesische Krone offiziell liquidiert wurde. Sie hatte ihren Sitz in Lissabon. Geführt wurde sie durch einen für jeweils drei Jahre gewählten Rat von neun Direktoren.

Mit der Gründung der Gesellschaft, die sowohl staatliches als auch privates Kapital vereinte, verfolgte die portugiesische Monarchie mehrere strategische Ziele:

Aufbau eines Konvoisystems, um die Verluste an Handelsschiffen gegenüber sich mit Portugal im Kriegszustand befindlichen Seemächten sowie Piraten zu minimieren;
Garantie der Belieferung der Zuckeranbaugebiete in Brasilien mit Sklaven sowie technischen Ausrüstungen;
Sicherung der Belieferung Europas mit brasilianischem Zucker;
Im Unterschied zur Niederländischen Westindien-Kompanie (mit der die Allgemeine Gesellschaft des Brasilienhandels um die Vorherrschaft in der brasilianischen Pernambuco-Region kämpfte) wurde die Gesellschaft nicht gegründet, um neue Kolonialterritorien zu entdecken bzw. zu erschließen, sondern hauptsächlich um den bestehenden Handel mit den portugiesischen Besitzungen zu sichern. Vor allem wegen des chronischen Geldmangels musste die portugiesische Krone, diese im Grunde ihr zukommende Aufgabe der Sicherung der Handelswege nach Brasilien einer eigenständigen Gesellschaft übertragen.

Gründung

Der eigentliche Anlass, dass die Gesellschaft ins Leben gerufen wurde, war die Unterstützung des seit 1645 andauernden Aufstandes im brasilianischen Pernambuco gegen die niederländischen Invasoren und die damit einhergehende Eindämmung des Aktionsradius niederländischer Geschwader und Piraten, deren Aktivitäten in den Jahren 1647 und 1648 zum Verlust von fast 250 portugiesischen Handelsschiffen geführt hatten.

Die Entstehung der Gesellschaft ging u.a. auf den Vorschlag des Jesuiten und einflussreichen Ratgebers am Lissabonner Hof, Pater António Vieira, zurück, sowohl eine Gesellschaft für den Handel mit Brasilien als auch eine für die Handelsbeziehungen mit Indien (sollte die Casa da Índia ersetzen, kam aber über diesen Vorschlag nie hinaus) zu gründen. Mit diesem Vorhaben war beabsichtigt, die Erfahrungen der erfolgreichen englischen und holländischen Handelsgesellschaften für Portugal nutzbar zu machen. Damit verbunden war auch die Absicht, in- und ausländisches privates Kapital zu akquirieren, wobei ausdrücklich nicht nur auf Finanzmittel von noch immer in Portugal tätigen Neuchristen (conversos oder cristãos novos), sondern auch auf die Ressourcen, der seit Anfang des 17. Jahrhunderts in Amsterdam und anderen Orten wieder tätigen jüdischen Gemeinden abgezielt wurde. Generell konnte sich jede Person, ob Portugiese oder Ausländer, durch Zeichnung eines Anteils von mindestens 20 Cruzados an der Gesellschaft beteiligen.

Die Gesellschaft erhielt mit ihrer Gründung einen königlichen Freibrief mit exklusiven Rechten (Monopole) für die Ausfuhr der wesentlichsten Grundnahrungsmittel Wein, Weizenmehl, Olivenöl und Stockfisch (bacalhau) von Portugal nach Brasilien sowie für die Einfuhr von Rotholz (Brasilholz) nach Portugal und Europa. Damit verbunden waren eine Reihe von Steuerprivilegien. So u.a. das Erheben einer als avarias bezeichneten Ausfuhrsteuer auf alle brasilianischen Produkte, die von 100 Réis für eine Tierhaut bis zu 3.400 Réis für eine Kiste weißen Zucker reichte. Außerdem erhielt sie das Exklusivrecht, was gleichzeitig die Pflicht einschloss, Geleitzüge von Portugal nach Brasilien und zurück zusammenzustellen und durch auf eigene Kosten auszurüstende Kriegsschiffe zu eskortieren. Als ausschließliche portugiesische Häfen wurden dafür Lissabon und Porto als einzige Häfen in Brasilien, Rio de Janeiro, Bahia (Baía) und Recife (nach der Rückeroberung 1654), festgelegt.

Allen Anteilseignern wurde ihr Besitz durch den portugiesischen König garantiert, d.h. Enteignungen von Neuchristen, die durch die Inquisition der geheimen Ausübung des jüdischen Glaubens angeklagt waren, aber auch die Enteignung von Ausländern im Fall eines Krieges mit deren Heimatland, waren untersagt. Anteile wurden nicht nur in Portugal, sondern europaweit auch in Amsterdam, Paris und Venedig verkauft.

Die Gesellschaft litt jedoch von Anfang an unter einem chronischen Mangel an Kapital. Auch nachdem der König 1650, auf Bitten der Anteilseigner, in einem Dekret alle in seinem Reiche lebenden Neuchristen faktisch zwang, Anteile zu zeichnen, da bei einer Weigerung mit der Inquisition gedroht wurde, änderte sich an der prekären Finanzsituation der Gesellschaft nur wenig. Insgesamt wurden nicht mehr als 1,255 Mio. Cruzados gezeichnet, eine Summe, die deutlich unter den Zielvorgaben, aber vor allem drastisch unter dem kalkulierten Bedarf lag. Darüber hinaus war ein beträchtlicher Teil dieser Summe kein privates, sondern Kapital des portugiesischen Staates.

Die Kompanie nahm ihre Aufgaben daher auch nur eingeschränkt wahr. Vor allem konnte sie nie die Versorgung der Bevölkerung Brasiliens mit deren Grundbedarf an Wein, Weizenmehl, Olivenöl und Stockfisch absichern. Das rief eine wachsende Unzufriedenheit der Einwohner in den brasilianischen Kolonien hervor, die durch eine Hochpreispolitik der Gesellschaft für diese Produkte noch verstärkt wurde. Durch den Aufbau des geforderten Geleitzugsystems gelang es der Gesellschaft jedoch, die Schiffsverluste deutlich zu senken, obwohl die Gesellschaft zu keiner Zeit in der Lage war, die von der Krone geforderte Anzahl von 36 Kriegsschiffen zu unterhalten. Insgesamt gelang es daher dem von der portugiesischen Krone formal unabhängigen Direktorat der Gesellschaft auch bis Anfang der 60er Jahre des 17. Jahrhunderts nur eine vergleichsweise geringe Rendite von durchschnittlich 15 % zu erwirtschaften.

Die Tätigkeit der Brasilienkompanie war starken Widerständen der portugiesischen Gesellschaft ausgesetzt. So versuchte der portugiesische Generalinquisitor, Bischof Dom Francisco de Castro, von Anfang an die Gründung der Gesellschaft zu hintertreiben, da der Inquisition der Zugriff auf den in der Gesellschaft tätigen Neuchristen verwehrt wurde. Weiterer Widerstand kam von einer Vielzahl kleinerer Händler, denen das Monopol der Gesellschaft wichtige Existenzgrundlagen im Handel mit Brasilien entzog bzw. stark einschränkte. Auch die nun vom Brasilienhandel ausgeschlossenen Nutznießer der kleineren portugiesischen Häfen wie Caminha, Viana do Castelo, Aveiro, Peniche, Nazaré, Setúbal, Lagos aber auch Madeiras und der Azoren liefen gegen die Privilegien der Gesellschaft Sturm.

Entwicklung

Die Gesellschaft musste ihre Tätigkeit unter sehr komplizierten Verhältnissen beginnen, denn zwischen 1650 und 1654 herrschte zwischen England und Portugal offener Krieg, da Johann IV. die englischen Royalisten gegen Oliver Cromwell unterstützte. Die englische Flotte übte die Seeherrschaft aus und bedrohte auf Grund ihrer Überlegenheit (Seeblockade von Lissabon) den gesamten portugiesischen Schiffsverkehr. Am 14. September 1650 greift der englische Admiral Robert Blake den aus Brasilien kommenden Geleitzug der Kompanie an, versenkt drei Schiffe und kapert weitere vier. Besonders portugiesische (Alt- wie Neuchristen) und englische Anteilseigner der Allgemeinen Gesellschaft des Brasilienhandels unterstützen daher den Abschluss eines schnellen Friedensvertrages, der 1654 erfolgte und die bis dahin geschlossenen portugiesischen Kolonien dem englischen Handel öffnete.

Auf Grund der eher dürftigen wirtschaftlichen Ergebnisse der Tätigkeit der Kompanie, des anhaltenden Widerstandes wichtiger Sektoren der portugiesischen Gesellschaft und des drastischen Rückgangs des Einflusses Vieiras bei Hofe durch seine Missionstätigkeit in Maranhão sowie durch den Tod Johann IV. im November 1656 wurden der Gesellschaft wichtige Privilegien bald wieder entzogen. 1657 verlor sie den Schutz vor den Untersuchungen durch die Inquisition, was einen direkten Angriff auf die Interessen und die Sicherheit der privaten Kapitalgeber bedeutete. 1658 verlor die Kompanie das Einfuhrmonopol für Wein, Weizenmehl, Olivenöl und Stockfisch für Brasilien und bereits 1662 wurde sie mehr oder weniger auf eine Art Staatsbehörde reduziert, die als Junta do Comércio hauptsächlich für die Organisation und Aufrechterhaltung des Konvoisystems zwischen Portugal und Brasilien verantwortlich war. Die Anteilseigner erhielten als Kompensation Anteile am königlichen Tabakmonopol. Die offizielle Auflösung der Gesellschaft erfolgte am 1. Februar 1720 mittels königlichem Dekret.

Obwohl die Allgemeine Gesellschaft des Brasilienhandels die in sie gesetzten kommerziellen Erwartungen nicht erfüllen konnte, ist ihr Anteil bei der militärischen Sicherung des Überseehandels zwischen Portugal und Brasilien in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nicht zu unterschätzen. Die Gesellschaft leistete einen wesentlichen Beitrag zur Rückeroberung von Recife und der endgültigen Vertreibung der Niederländer aus dem brasilianischen Nordosten im Januar 1654.

Anmerkung

Wie auch im Falle einer Vielzahl anderer historischer Ereignisse und Institutionen hat 1755 das Erdbeben von Lissabon die übergroße Mehrheit der Dokumente des Nachlasses der Companhia Geral do Comércio do Brasil vernichtet. Dazu zählen insbesondere sämtliche Unterlagen des Hafens von Lissabon.


Quelle:
Wikipedia

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